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"Indianerkostüm" in der Kita: Lob der allgemeinen Verunsicherung
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dasfred 10.03.2019, 19:48
1. Kinder haben eine andere Perspektive

Als mein Neffe, damal vier Jahre alt im Kindergarten ein neues Mitglied in seine Gruppe bekam, war er kurz verwundert. Das Kind war anders. Das das neue Kind dunkelhäutig war, haben die Erwachsenen sofort gesehen. Mein Neffe fand etwas ganz anderes Bemerkenswert. Auf die Frage, was denn anders ist, antwortete er, der Junge ist schon fünf. Die Hautfarbe war für ihn völlig belanglos. Es ist eine Frage der Erziehung, ob Kinder Vorurteile entwickeln. Von sich aus sind Kinder viel offener im Umgang mit neuem. Sie entdecken, ohne gleich zu werten. Mal sehen, ob das Kind des Autors nächstes Jahr nicht ein völlig neues Kostüm möchte.

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spon-facebook-10000230792 10.03.2019, 19:54
2. Kultur die sich verändert

Vielen Dank für den Beitrag. So ist das halt mit dr Kultur. Sie verändert sich weil wir lernen. Mit viel Befremden habe ich viele Kommentare über die Kita in Hamburg gelesen die sich über die Bitte der Einrichtung lustig gemacht haben. Zumeist war der Grundtenor, dass wieder ein Stück deutscher Volkskultur unnötig verunglimpft wird. Nun ja, ich habe als Kind auch gerne Cowboys und Indianer gespielt. Fünfzig Jahre später, und viele Besuche von „Reservaten“ hinter mir ist das Cowboy Spielen -denn die sind ja zumeist die Gewinner - ein Anachronismus der langsam aussterben sollte. Und was das mit deutscher Kultur zu tun hat ist mir auch nicht klar. Es ist halt eher ein Überbleibsel aus einer andern Zeit in der wir viel weniger wussten.

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jujo 10.03.2019, 19:59
3.

Mein Enkel war knapp vier Jahre alt, als er mit seinem Kumpel in der Kita die Kleider tauschen wollte um die Mütter zu verwirren. Der Kumpel meines Enkels ist ein Farbiger! Das zeigt das für Kinder in diesem Alter die Hautfarbe scheinbar (noch) keine Rolle spielt.

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gluecklich_woanders 10.03.2019, 20:10
4.

Vielen Dank für diesen wirklich schönen Artikel darüber, wie man Kinder auch jenseits von Faschingskostümen für andere Kulturen begeistern kann (und nebenbei auch selbst noch was dazulernt).

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masterbird 10.03.2019, 21:02
5. Nervig die neue Welt

Wenn mein Sohn als Indianer gehen möchte, dann vielleicht weil er es würdevoll findet, sich so zu kleiden. Vielleichz weil er die Indianer als Menschen versteht, die die Welt tiefsinnig und die Natur als unabdingbar und zum Menschen dazugehörig verstanden haben. Oder weil er es toll findet, Federschmuck zu tragen (und jetzt weinen gleich alle Vogelfreunde über Tierquälerei). Leute, geht mir bitte nicht auf die Nerven mit den völlig verkorksten neuen moralischen Grundsätzen... Worte sind nur Worte, Kleider nur Kleider... was der Mensch draus macht ist entscheidend und ich freue mich schon darauf der ersten Nervensäge aus der Kita diese Dinge zu erklären... ;)

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diebuerger 10.03.2019, 21:03
6. Falscher Ansatz!

Das Problem sind nicht die Kinder, sondern die Erwachsenen. Sie interpretieren in kindliches Verhalten, gesellschaftlich sozial relevantes Verhalten hinein, wo eigentlich nur ( Rollen-) Spiel ist.
Cowboy und Indianer ist nur ein Beispiel.
Ich selbst habe als Kind leidenschaftlich gerne mit Soldaten und Panzern gespielt und bin heute Pazifist, also in dieser Beziehung ein ganzes Stück weiter, als der Rest der Gesellschaft. Aus dem Cowboy wird bestimmt ein toleranter, weltoffener Therapeut, und aus der Indianerin eine Maschinenbaustudentin. Trotz der Eltern!

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ruhepuls 10.03.2019, 22:41
7.

In den USA "verkleiden" sich Leute als "Deutsche", also mit Tirolerhut, Gamsbart und Lederhosen. Finde ich das gut? Nein, eigentlich nicht, aber auf der anderen Seite ist es mir auch nicht so wichtig, wer seine so sein Deutschenbild pflegt. Ich kenne amerikanische Natives, die finden es zwar seltsam, aber nicht schlimm, wenn die Deutschen ihre "Indianer-Klischees" - beispielsweise das vom "edlen Wilden" - pflegen und partout darauf bestehen, dass alle 573 Stämme, die heute in den USA anerkannt sind, aussehen, wie die Prärieindianer, auch wenn sie mit denen so viel gemeinsam haben, wie ein Süd-Badener mit einem Nordfinnen. Es gibt andere, die stört es beträchtlich, weil sie glauben, dass so ihr Bild in der Welt weiter durch die Phantasien der Leute verzerrt wird.
Nur, im Grund müssten wir dann alle Verkleidungen verbieten, denn keine entspricht der Realität. Die andere Frage ist, wie viel "Freiheit" wir ertragen können, zu der es auch gehört, dass Menschen kulturelle Eigenschaften anderer Völker übernehmen oder auch verzerrt darstellen. Da sollte man die Kirche im Dorf lassen, sonst sitzen wir ganz schnell in der Befindlichkeitsfalle - und nichts ist mehr erlaubt.
(An den Autor: Winkte waren zwar in der Lakota-Kultur toleriert, aber auch nicht besonders geschätzt...)

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new#head 11.03.2019, 00:08
8.

@ dasfred
Zu bemerken, dass ein anderer Mensch ein anderes Merkmal hat, z. B Hautfarbe, ist eine Frage des Intelektes. Das Vorurteil entsteht ja erst in Ihrem Kopf. Einen Menschen wegen seinem ureigensten persönlichen Merkal als Besonderheit zu betrachten und sich Gedanken zu machen, wie man die Benennung dieses Merkmals verbiegen kann, das ist die wahre Diskriminierung. Für Schwarze sind wir einfach nur die Weissen. Komisch wie die denken, nicht wahr?

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Cugel 11.03.2019, 00:33
9.

Um Gottes Willen, masterbird, Sie haben "Indianer" geschrieben :-O

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