Forum: Panorama
Innere Sicherheit: Tausende Stellen bei der Bundespolizei unbesetzt
DPA

Bundesinnenminister Horst Seehofer forderte jüngst einen starken Staat mit starken Sicherheitskräften. Nach SPIEGEL-Informationen sind derzeit aber fast 3000 Stellen bei der Bundespolizei nicht besetzt.

Seite 1 von 3
christian_gapp 26.03.2018, 14:49
1. Kein Wunder

Polizisten müssen bereit und fähig sein, auch physische Gewalt anzuwenden. Das ist in D jedoch inzwischen mit so einem Makel versehen, dass es natürlich an qualifiziertem Nachwuchs fehlt. Ein Blick über die Grenze nach Dänemarkr kann da helfen. Dort gibt es beispielsweise immer noch die Wehrpflicht, aber selten wird jemand wirklich eingezogen. Einfach weil es genügend Freiwilige gibt. Und das Militär unterstützt die Polizei, z.B. bei der Sicherung der zentralen Synagoge in Kopenhagen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vera gehlkiel 26.03.2018, 14:52
2.

In etwas weiterer Interpretation des Themas "Innere Sicherheit" wächst sich die Stellenproblematik mittlerweile, bei herzerwärmender Stagnation von Einfallsreichtum im Bezug auf das kreative Anlocken von Interessierten, zu einem veritablen Super-Gau aus. Sprich, die jungen Menschen gehen einfach nicht mehr in Berufe, die allesamt ganz zu recht den Ruf haben, permanente Überarbeitung, steile, nicht aufzubiegende Hierarchien und hohes Frustrationslevel wegen einer stets ungebärdigen Klientel in sich zu vereinen. Ob fachlich hochspezialisiertes Pflegepersonal, Erzieher/innen für Problembereiche, die z.B. mit Aggression einhergehen, wie etwa Autismus, Gefängnisse, Psychiatrien: überall bewerben sich anscheinend nur noch Leute, die zwar guten Willens sind, aber in keiner Weise überschauen, welche psychischen Anforderungen sie erwarten. Und die vor allem auch in keiner Weise irgendwie darauf vorbereitet werden. Hier muss eine Menge Geld fliessen, wg. anständiger Bezahlung. Aber es müssen eben auch Ausbildungsordnungen überall fundamental überarbeitet werden, es muss viel bessere echte Karrieremöglichkeiten in diesen Bereichen geben. Und die Menschen, die solche für die offene Gesellschaft lebenswichtigen Jobs übernehmen, müssen in ganz anderer Weise "empowered" werden, anstatt vor Ort mit unlösbaren Problemen in Permanenz alleingelassen. Aber der Riesennebenstaatsmann Seehofer scheint ja sein Kernthema bereits gefunden zu haben: im Wechsel Moslems und die Kanzlerin ärgern. Die im populistisch hohl tönenden reinen Eigeninteresse agierenden ministerialen Nullnummern dieser neuen GroKo bringt, wie in der alten GroKo schon gehabt, die CSU hervor. Soviel ist beinahe leider schon wieder absehbar.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freidenker10 26.03.2018, 14:59
3. Zu Tode sparen

Der Staat muss komplett umdenken und seine Angestellten deutlich besser bezahlen! Wer tut sich denn sonst noch die aufreibenden Jobs bei der Polizei, Pflege, Lehrer usw. an? Man kann den Staat nicht nur auf Kosten seiner Angestellten sanieren, zumal die Entscheider sich regelmäßig schöne Diätenerhöhungen gönnen und die Spitzenbeamten auch extrem gut bezahlt werden inklusive Höchstpensionen! Hier klafft mittlerweile eine unverschämte Einkommenslücke...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pickle_Rick 26.03.2018, 15:25
4.

Wie groß das Interesse der Regierung an einer Verbesserung der Lage ist, lässt sich hier sehr schön erkennen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/grosse-koalition-will-209-neue-planstellen-in-ministerien-a-1198468.html

"Die neu ausgebrachten Planstellen und Stellen werden in finanziell gleichwertigem Umfang durch den Wegfall von derzeit nicht besetzten Planstellen und Stellen beim Zoll und bei der Inneren Sicherheit eingespart"

Herr Seehofer hat einen großen Anteil an dieser Entwicklung und produziert ansonsten nur heiße Luft. Macht nix, im Zweifel hat er ja Personenschützer. Jeder Bürger könnte heute Dank schnell zugänglicher Informationen über das Interne die Aussagen des Superinnenministers direkt mit seinen Taten vergleichen. Vollkommen unverständlich, wie man mit solch einem Verhalten heute noch politisch überleben kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maurerxxx 26.03.2018, 16:00
5.

Der Staat saniert sich auf Kosten der Beamten! Siehe gestrichenes Weihnachtsgeld oder fehlende Aufstiegschancen. Die jährlichen Lohnabschlüsse sind ein Witz im Vergleich zur Wirtschaft. Und wenn man drei Prozent erzielt, klingt das schön, aber die sind dann auf zwei Jahre aufgeteilt. So gibt es dann 1,5 Prozent im Jahr und liegt somit unter der Inflation. Schon hat man wieder eine Lohnkürzung. Man wird regelrecht abgehängt. Die Landesregierungen locken aber keine qualifizierten Bewerber, sondern senken einfach die Einstellungsvoraussetzungen. Irgendwann ist das Niveau so tief, dass man einfach nur mal nach Berlin blicken muss, wo sich die Ausbilder über die fehlenden Qualifikationen öffentlich beschweren. Im Sommerloch kommt dann wieder die Bildzeitung und schreit, wie gut es den Beamten geht. Ätzend! Innere Sicherheit kostet Geld und gibt es nicht zum Nulltarif!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nadennmallos 26.03.2018, 16:39
6. Unser Problem ist die ausufernde Behörde, auch ...

... Regierung genannt. Für die Zukunft wäre eine Analyse nach dem Motto: Wo wir sind und wo wir hinwollen, hilfreich. Oder sagen wir besser, absolut notwendig!? Ich glaube nicht einmal, dass wir neue Gesetze benötigen und auch der Schrei nach "Mit aller Härte durchgreifen" ist überflüssig. Sorgen wir lieber dafür, dass weniger diskutiert wird und dafür der handelnder Staat zum Tragen kommt: Problem finden und lösen! Unsere Sicherheitskräfte sind nicht nur unterbesetzt, sondern in vielen Fällen auch demotiviert. Aber wer wollte ihnen das verdenken, werden sie doch bei brisanten Themen allein gelassen?! Wir genießen in Deutschland sehr, sehr viel Freiheit, doch sollten wir diese auch bewusst schätzen. Aktueller Stand der individuellen Wahrnehmung ist jedoch: Ich, ich, ich. Damit einhergehend weiß auch jeder (Achtung, übersteigert!)": Solange ich keine goldenen Löffel beim Bundespräsidenten klaue, passiert mir hier gar nichts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hansfrans79 26.03.2018, 16:49
7.

Zitat von christian_gapp
Polizisten müssen bereit und fähig sein, auch physische Gewalt anzuwenden. Das ist in D jedoch inzwischen mit so einem Makel versehen, dass es natürlich an qualifiziertem Nachwuchs fehlt. Ein Blick über die Grenze nach Dänemarkr kann da helfen. Dort gibt es beispielsweise immer noch die Wehrpflicht, aber selten wird jemand wirklich eingezogen. Einfach weil es genügend Freiwilige gibt. Und das Militär unterstützt die Polizei, z.B. bei der Sicherung der zentralen Synagoge in Kopenhagen.
Danke, habe nach Dänemark geschaut. Bleibe aber lieber bei „meinem“ Deutschland, in dem die Armee zum Glück nicht mehr so ein hohes Ansehen hat und ich sie auch nicht im Alltag sehen muss.
Ihre Aussagen glauben Sie zwar vermutlich selbst nicht, aber ich wäre ja kurz vor „stolz“ auf dieses Land, wenn ich sagen könnte, dass sich bei uns kaum noch junge Menschen finden, die im Auftrag des Staates Gewalt gegen andere ausüben möchten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
whitewisent 26.03.2018, 16:57
8.

Auch wenn er zum Finanzministerium gehört, auch beim Zoll fehlen 2900 Beamte. Die aktuellen Einstellungen wurden vor allem für die Lücken bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und dem Mindestlohn eingestellt. Die Lücken in der Grenzkontrolle, bei der Gedlwäsche und dem Warenverkehr werden seit 15 Jahren akzeptiert. Und irgendwie scheint kein Politiker dran zu denken, daß es auch durch den Brexit einen weiteren Personalbedarf an der dann wieder bestehenden Grenze gibt. Also kann man sicher nochmal jeweils 500 Stellen dazuschreiben. Nur wenn keine Anwärter einstellt, kann man diese Stellen auch nicht in 2 bzw. 3 Jahren füllen. Simple Logik, die jeder mit ein wenig Ahnung vom Fach haben sollte. Aber das ist beim Minster offenbar nicht der Fall.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
engelchen5711 26.03.2018, 17:00
9. Der Staatsdienst ist doch inzwischen der reinste Sauhaufen geworden

Kein Wunder, dass bei guter Konjunktur dort keiner mehr hin will. Der Dienst ist stressig, schlecht bezahlt, hat schlechte Karriereaussichten und zu Recht ein schlechtes Image. Wer dort seine Jahre rum hat, sehnt sich meistens nach der Pension und hat häufig schon Jahre davor innerlich gekündigt. Selbst der Pensionär ärgert sich noch über seinen ehemaligen Dienstherrn, wenn beispielsweise das Bundesverwaltungsamt (gehört zum Bereich des Bundesinnenministeriums) in Gestalt einer äußerst lahmen Beihilfestelle etliche Wochen die vorgeleisteten Arztrechnungen nicht bearbeitet. Es gibt lediglich im höheren Dienst gute Verdienstmöglichkeiten. Diese "Führungsstellen" werden jedoch zumeist von Juristen mit zweitem Staatsexamen besetzt, die es in der Privatwirtschaft nicht bringen würden oder gebracht haben und das richtige Parteibuch mit entsprechenden Kriecherqualitäten besitzen müssen. Diese, und nur diese Jobs sind wirklich empfehlenswert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3