Forum: Panorama
Interview zum Kommunionsstreit: "Franziskus ist ein Konservativer"
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Franziskus hat sich im Kommunionsstreit gegen die Bischöfe um Kardinal Marx gestellt. Buchautor Marco Marzano erklärt, warum die deutsche Perspektive verzerrend wirkt - und wie der Papst zu verstehen ist.

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123Valentino 07.06.2018, 09:12
20. @cdrb

es gehört schon eine großes Maß an Selbstüberschätzung dazu, daran zu glauben, dass das was wir sehen nur deshalb erschaffen wurde, damit so ein Unsinn , hier im Forum geschrieben, werden kann.

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klmo 07.06.2018, 09:52
21.

Zitat von cdrb
Ich hingegen finde es immer wieder faszinierend, dass sogenannte "Atheisten" zwar den nichtkausalen, waltenden Schöpfer ablehnen, aber der These des ebenso nichtkausalen "Big Bang" vehement zustimmen. Was die Schwäche der Argumente angeht, stehen die "Atheisten" jedenfalls keinen Deut besser da als "die" Kirche.
Es geht doch weniger um einen Schöpfer, sondern um die Person Jesus. Nur wer an Jesus glaubt, darf sich Christ nennen.

Also ich glaube lieber an das Einmaleins, statt an einen Gottessohn, der weder Lesen noch Schreiben konnte und angeblich von einer Jungfrau Maria geboren wurde. Zur Ehrenrettung Jesus muss man sagen, dass er die Gleichsetzung mit Gott kategorisch ablehnte (Lukas 18,18-30) und das Himmelreich auf Erden unmittelbar erwartet wurde. Aus der letzteren Prämisse heraus ist klar ersichtlich, dass er mit einer Kirche nichts im Sinn hatte.
Was sich heute Kirche nennt, ist nur ein Konstrukt der Kirchenväter, der sich Jahrhunderte später manifestierte und zum Dogma erklärt wurde.

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br8ness 07.06.2018, 09:54
22. Meine Empfehlung an konfessionsversichiedenen Paaren:

setzt euch mit euren Familien, oder auch mit anderen Paaren in gleicher Situation, zu einer Mahlzeit zusammen, betet miteinander, lest aus der Bibel/dem Evangelium, spricht miteinander über eure Erfahrungen im Licht des Gehörten, brecht und teilt Brot und Weinbecher, und geniesst danach das gemeinsame Essen und die Gemeinschaft, und geht dadurch gestärkt weiter auf den Weg durchs Leben. So taten es die ersten JüngerInnen Jesu, und es ist daher sehr angebracht diese ehrwürdige jüdisch-christliche Tradition der Hauskirche in der Gegenwart neu zu beleben. Irgendwann werden die ängstlichen Kirchenoberen folgen, um endlich da anzukommen wo längst schon die vielen sind.

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yvowald@freenet.de 08.06.2018, 12:17
23. Vorsicht vor radikalen Reformen im Vatikan

Wenn sich Papst Franziskus - symbolisch gesprochen - zu sehr aus dem Fenster lehnt, könnte er hinausfallen.
Dies wünschen ihm sicherlich nicht Wenige der Kurienkardinäle im römischen Vatikan.
Also muß jeder Reform-Papst, so er überhaupt reformieren möchte, vorsichtig zu Werke gehen.
Es gab da mal einen Papst, der wollte die Vatikanbank "reformieren". Dies ist ihm nicht gut bekommen - er residierte lediglich 33 Tage im Vatikanpalast.

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DNAMRU 09.06.2018, 10:12
24. Täuschungsmanöver

Als der neugewählte Pontifex anstatt mit einem lateinischen Gruß mit einem „Guten Abend“ überraschte, meinten naiv-euphorische, gutgläubige Katholiken, die Reform sei damit so gut wie in trockenen Tüchern. Die römische Hierarchie weiß jedoch aufgrund der Erfahrungen anderer Kirchen (Protestanten, z.B. Anglikaner), wohin sich ein moderner Kurs der Selbstsäkularisierung, Zugeständnisse an den Zeitgeist, ein Abrücken von der reinen Lehre, nachgiebige Aufweichungen oder gar Aufgaben von Glaubensinhalten sowie fortschreitende Libertinage bei der Sittenlehre allmählich und langfristig entwickeln würde, nämlich zu einer Aufspaltung einerseits in Atheismus und Apostasie bei den bildungsnahen Liberalen und Progressiven und andererseits in das Erstarken evangelikal-fundamentalistischer Strömungen bei konservativen Reaktionären sowie bildungsferneren Traditionalisten. Letztendlich könnte beides dann sehr leicht in eine kircheninterne Zersplitterung, in Föderalismus oder gar in ein weiteres Kirchenschisma münden, zumindest aber in vermehrte Kirchenaustritte („Glaube ja - Kirche nein“) bzw. rückläufigen Taufen und damit einer weiteren Dezimierung des orthodoxen Katholizismus und seiner monetären Einnahmen. Schon jetzt gehen nicht einmal zehn Prozent der Katholiken und vier Prozent der Protestanten bei uns sonntags noch in die Kirche. Diese „Gefahren“ waren auch der Grund für die Wahl der letzten, konservativen Päpste. Dabei bewirkt ein rein verbales, pseudoreformerisches Tönen (z. B. des aktuellen Bergoglio-Papstes und anderer hoher Kirchenvertreter) ein gewisses Aufhalten dieses Mitgliederschwundes sowie ein Verhindern befürchteter, weiterer Kirchenschismen, weil die fortschrittlicheren, reformfreudigen Glaubenstreuen hoffen und geduldig in Abwartestellung verharren, bis diese (nicht ernst gemeinten) Parolen und Absichtserklärungen irgendwann durch Taten Wirklichkeit werden oder sie glauben sogar, das theologisch geschickt formulierte Wortgeklingel sei bereits die Reform. Aber auch die konservativ-traditionalistischen Mitglieder werden bei der Stange gehalten, da es ja nur bei verbalen Leerformeln und Scheinappellen bleibt und sich, ganz in ihrem Sinne, faktisch nichts ändert. Diese Strategie stand von Anfang an fest. Niemand im Vatikan hatte jemals die Absicht, relevante Reformen zu realisieren. Die Unterschiede zum Ratzinger-Papst bestehen lediglich in publikumswirksamen aber unwichtigen Äußerlichkeiten und in einer täuschenden Rhetorik. Auch die journalistisch aufgebauschte Kommunikation kurieninterner Lagerkonflikte hat die Intention, das Kirchenvolk hinzuhalten und es dazu zu bringen abzuwarten, wer obsiegen und was sich ändern wird: nichts.

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Art. 5 09.06.2018, 11:48
25. Gigantisches Täuschungsmanöver

Genau betrachtet ist doch die gesamte katholische Religion ein gigantisches Täuschungsmanöver. Es beginnt mit der angeblichen "unbefleckten Empfängnis" Marias, mit der Wiederauferstehung Jesu von den Toten und endet mit dem Versprechen auf ein ewiges Leben aller Gläubigen nach dem Tod. Angereichert wird die Lehre dann noch mit den verschiedensten "Wundern", wie Jesus Fähigkeit Wasser in Wein zu verwandeln, Lahme und Blinde zu heilen etc. und der mirakulösen Befähigung aller katholischen Priester bei der "Transsubstantiation" Wein und ein rundes Gebäck in das Blut und den realen Leib Christi zu verwandeln, die den Sinnen aber weiterhin nur als Wein und Gebäck sichtbar bleiben. Das wirkliche Wunder daran ist jedoch, dass die Menschen im 21. Jahrhundert immer noch daran glauben.

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yvowald@freenet.de 10.06.2018, 09:10
26. Von Katholischer Kirche hingehalten

Zitat von Art. 5
Genau betrachtet ist doch die gesamte katholische Religion ein gigantisches Täuschungsmanöver. Es beginnt mit der angeblichen "unbefleckten Empfängnis" Marias, mit der Wiederauferstehung Jesu von den Toten und endet mit dem Versprechen auf ein ewiges Leben aller Gläubigen nach dem Tod. Angereichert wird die Lehre dann noch mit den verschiedensten "Wundern", wie Jesus Fähigkeit Wasser in Wein zu verwandeln, Lahme und Blinde zu heilen etc. und der mirakulösen Befähigung aller katholischen Priester bei der "Transsubstantiation" Wein und ein rundes Gebäck in das Blut und den realen Leib Christi zu verwandeln, die den Sinnen aber weiterhin nur als Wein und Gebäck sichtbar bleiben. Das wirkliche Wunder daran ist jedoch, dass die Menschen im 21. Jahrhundert immer noch daran glauben.
Hier schreibt einer der Wenigen, die die Machenschaften der Römischen Kirche durchschaut.
Deshalb verstehe ich nicht, weshalb es hierzulande noch eine ökumenische Bewegung gibt, bei der die Evangelische Kirche hofft, einen Zusammenschluss mit der Katholischen Kirche zu erreichen, zumindest eine gottesdienstliche Zusammenarbeit.
Die evangelische Seite wird von der katholischen hingehalten, merkt jedoch offenbar nicht, daß sie nur "vertröstet" wird - auf den Stankt Nimmerleinstag.

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DNAMRU 10.06.2018, 11:24
27. Ökumenische Täuschungs- und Hinhaltetaktik

Zitat von yvowald@freenet.de
Hier schreibt einer der Wenigen, die die Machenschaften der Römischen Kirche durchschaut. Deshalb verstehe ich nicht, weshalb es hierzulande noch eine ökumenische Bewegung gibt, bei der die Evangelische Kirche hofft, einen Zusammenschluss mit der Katholischen Kirche zu erreichen, zumindest eine gottesdienstliche Zusammenarbeit. Die evangelische Seite wird von der katholischen hingehalten, merkt jedoch offenbar nicht, daß sie nur "vertröstet" wird - auf den Stankt Nimmerleinstag.
Mir scheint, Sie beziehen sich auf den Beitrag Nr.24, nicht 25 (ähnliche Überschrift).
In all ihrer Not infolge abnehmenden Zulaufs und zunehmender ökonomisch-existenzieller Zwänge wäre für beide christliche Großkirchen einerseits ein synergisches Bündnis zumindest in Form einer organisatorisch-strukturellen Teilfusion sehr von existenziellem Nutzen. Andererseits befürchten sie zurecht eine mit einer Annäherung auch zwangsläufig einhergehende Angleichung resp. Nivellierung ihrer Glaubensdoktrinen und Dogmen und damit noch weiteren Identitäts- und Mitgliederschwund. Die gegenseitige identitäre Abgrenzung ist schließlich schon immer ein essenzielles Wesensmerkmal von Religionen, ja sogar die Hauptursache für ihre Entstehung gewesen, und eine Aufhebung oder Schwächung ihrer Alleinstellungsmerkmale wäre von daher für beide Seiten sozio-ökonomisch kontraproduktiv. Dies ist ein Dilemma, welches keine offene Gegnerschaft, aber auch keine Wiedervereinigung zulässt. Und so werden sie es auch in Zukunft beim unehrlichen, verbalen Austausch von erzwungenen, nichtssagenden Freundlichkeiten und ökumenischer Scheinverbundenheit belassen ("Wir wollen die Versöhnung“). Die heute öffentlichkeitswirksam praktizierte, so genannte Ökumene ist aber ein ökonomisch diktiertes, rein finanzpolitisch motiviertes, pragmatisches Zweckbündnis (siehe auch der neue Schulterschluss mit Muslimen) ohne jede tragfähige theologische Begründung, geschweige denn einem realen Willen zur Versöhnung. Auf längere Sicht sind neue Kirchenschismen deshalb noch wesentlich wahrscheinlicher als eine ökumenische Wiedervereinigung.

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klmo 10.06.2018, 14:50
28.

Zitat von DNAMRU
Mir scheint, Sie beziehen sich auf den Beitrag Nr.24, nicht 25 (ähnliche Überschrift). In all ihrer Not infolge abnehmenden Zulaufs und zunehmender ökonomisch-existenzieller Zwänge wäre für beide christliche Großkirchen einerseits ein synergisches Bündnis zumindest in Form einer organisatorisch-strukturellen Teilfusion sehr von existenziellem Nutzen. Andererseits befürchten sie zurecht eine mit einer Annäherung auch zwangsläufig einhergehende Angleichung resp. Nivellierung ihrer Glaubensdoktrinen und Dogmen und damit noch weiteren Identitäts- und Mitgliederschwund. Die gegenseitige identitäre Abgrenzung ist schließlich schon immer ein essenzielles Wesensmerkmal von Religionen, ja sogar die Hauptursache für ihre Entstehung gewesen, und eine Aufhebung oder Schwächung ihrer Alleinstellungsmerkmale wäre von daher für beide Seiten sozio-ökonomisch kontraproduktiv. Dies ist ein Dilemma, welches keine offene Gegnerschaft, aber auch keine Wiedervereinigung zulässt. Und so werden sie es auch in Zukunft beim unehrlichen, verbalen Austausch von erzwungenen, nichtssagenden Freundlichkeiten und ökumenischer Scheinverbundenheit belassen ("Wir wollen die Versöhnung“). Die heute öffentlichkeitswirksam praktizierte, so genannte Ökumene ist aber ein ökonomisch diktiertes, rein finanzpolitisch motiviertes, pragmatisches Zweckbündnis (siehe auch der neue Schulterschluss mit Muslimen) ohne jede tragfähige theologische Begründung, geschweige denn einem realen Willen zur Versöhnung. Auf längere Sicht sind neue Kirchenschismen deshalb noch wesentlich wahrscheinlicher als eine ökumenische Wiedervereinigung.
Der Beitrag 25 bringt es auf den Punkt. Wie kann man an so etwas überhaupt glauben, worin sich im Grundsatz die evangelische und katholische Kirche in nichts unterscheidet.

Aber hier geht es nicht um den Glauben an sich, sondern um das Ritual. Und wer das Ritual (Kultus) im traditionellen Sinne über Bord wirft oder verwässert, zerstört die Religion in eigener Regie.
Und hier kann ich aus einer Ratio (nicht Glauben) heraus das Verhalten der römisch-katholischen Kirche durchaus nachvollziehen.

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