Forum: Panorama
Jugend und Alkohol - wie groß ist das Problem wirklich?

Immer öfter landen Jugendliche extrem alkoholisiert im Krankenhaus. Werden hierbei Einzelfälle dramatisiert? Oder sind scharfe Maßnahmen gegenzur Eindämmung des Missbrauchs von Alkohol dringend erforderlich?

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aktenzeichen 04.05.2009, 14:17
1.

Zitat von sysop
Immer öfter landen Jugendliche extrem alkoholisiert im Krankenhaus. Werden hierbei Einzelfälle dramatisiert? Oder sind scharfe Maßnahmen gegenzur Eindämmung des Missbrauchs von Alkohol dringend erforderlich?
Offenkundig eine Spätfolge der antiautoritären Erziehung der 68er - Deutschland scheint hier mit der Gleichstellung schon weit zu sein.

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MarkH 04.05.2009, 14:21
2.

Zitat von sysop
Immer öfter landen Jugendliche extrem alkoholisiert im Krankenhaus. Werden hierbei Einzelfälle dramatisiert? Oder sind scharfe Maßnahmen gegenzur Eindämmung des Missbrauchs von Alkohol dringend erforderlich?
Nein.. es ist eindeutig ein Massenphänomen.
Dazu muss man sich ja nur mal bei den Tankstellen umsehen.

Was irgendwie völligst unverständlich ist für mich.

Warum werden Deutschlands Innenstädte mit Lärmschutz, Polizeistreifen, Sperrstunden, Fahrverboten, Strafzettelorgien etc belegt, wenn sich die Leute dann zu jeder Tages und Nachtzeit an einer beliebigen Tankstelle volllaufen lassen können.
Und das in einem Ambiente wie im Supermarkt zu Preisen wie in einem 1st class Hotel

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lpino 04.05.2009, 14:38
3. Die Summe aller Laster ist konstant.

Zitat von sysop
Immer öfter landen Jugendliche extrem alkoholisiert im Krankenhaus. Werden hierbei Einzelfälle dramatisiert? Oder sind scharfe Maßnahmen gegenzur Eindämmung des Missbrauchs von Alkohol dringend erforderlich?
Weder noch.
Die Zeiten, dass neo-Puritanismus oder gar preußisch-protestantische Enthaltsamkeit der deutschen Jugend zu mehr Moral verhelfen sollten, sind hoffentlich vorüber.

Genau diese antiliberale Haltung hat zwar den maßvollen Drogen- und Alkoholkonsum reduziert, gleichzeitig aber wohl Extreme gefördert. Und genau die sind es, die zu die Gesundheit beeinträchtigenden Ereignissen führen.
Eine Entideologisierung wäre angebracht, junge Menschen sollten den Umgang mit Alkohol und anderen Genussmitteln in einer der Ekstase suchenden Subkultur abgekoppelten Umgebung erlernen.

Es ist albern, gewisse Geschmacksrichtungen schon von Kinderschokolade zu verbieten, weil sie "nach Alkohol" schmecken und somit unsere Jugend zu Säufern geraten lassen würden. Und gleichzeitig eine Parallelwelt mit aufbauen zu helfen, in der Besinnungslosigkeit, und nicht der mit Kulturtechniken zu vermittelnde Genuss das zentrale Anliegen ist.

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descartes101 04.05.2009, 14:45
4.

Zitat von sysop
Immer öfter landen Jugendliche extrem alkoholisiert im Krankenhaus. Werden hierbei Einzelfälle dramatisiert? Oder sind scharfe Maßnahmen gegenzur Eindämmung des Missbrauchs von Alkohol dringend erforderlich?
Nicht nur die Jugend hat ein Alkoholproblem. Die Älteren saufen genauso und schlimmer. Ist ja auch erwünscht, der Alkohol wird ja schliesslich besteuert. Der volkswirtschaftliche Schaden, den der Konsum von Alkohol anrichtet, ist dabei kaum zu beziffern.

Alkohol ist eine Droge wie Cannabis, Heroin oder Kokain auch, nur weitaus schädlicher. Die konservativen Flitzpiepen, denen die Drogenpolitik nicht hart genug sein kann, sollten eigentlich genauso über Alkohol und Zigaretten denken.

Aber dafür fahren sie viel zu gerne selbst besoffen oder zumindest angetrunken mit ihrem weissblauen Premiumauto durch die Gegend. Wer erinnert sich nicht mit Grausen an die hässlichen Politikergrimassen mit Massbier? Denen ist die besoffene Jugend zu verdanken.

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Nicosch 04.05.2009, 14:49
5. !

Ich hab es nicht anders gemacht, wenn es eine Möglichkeit/Gelegenheit gab sich zu betrinken, habe ich diese mit meinen Freunden auch genutzt. Meinen ersten Vollrausch hatte ich mit 13 Jahren. Zuerst haben wir unsere Grenzen ausgetestet und erfahren, wieviel wir eigentlich vertragen konnten, um dann wenigstens einigermaßen verantwortlich mit ALkohol umgehen zu können (Verantwortung? Lächerlich, nur wollte keiner mehr vor den anderen abstürzen).

Tja, Alkohol ist nunmal gesellschaftlich anerkannt, bei Jugendlichen regt man sich auf, aber wir Erwachsenen sind eben ein schlechtes Vorbild, egal in welchen Kreisen. Wenn ich auf Forschungsreisen bin, wird jeden Abend getrunken...um den Geist zu erweitern natürlich...

Ich weiß nicht, ob heute unter den Jugendlichen mehr und intensiver getrunken wird, ich weiß auch nicht, wie man uns von damals noch toppen könnte, aber ich glaube, dass dieses Thema eben einfach sehr in den Fokus der Medien geraten ist.

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kaba06 04.05.2009, 14:49
6.

Zitat von sysop
Immer öfter landen Jugendliche extrem alkoholisiert im Krankenhaus. Werden hierbei Einzelfälle dramatisiert? Oder sind scharfe Maßnahmen gegenzur Eindämmung des Missbrauchs von Alkohol dringend erforderlich?
Mein Verdacht ist: Die Zahlen der Alkoholopfer in den Kliniken steigt, weil die früher gar nicht behandelt worden wären! Da wurden nur die schweren Fälle eingeliefert, denen man wirklich den Magen auspumpen musste. Allerdings fällt es auf, dass die Zahl der "Events" schon deutlich zugenommen hat - und wenn es einen Anlass gibt wird halt gebechert. Im Umfeld üblicher Events wie Karnevalsumzügen, Uni Parties oder Stadtfesten wurde doch schon immer gesoffen, was das Zeug hielt. Insofern ganz schön absurd, dass jetzt immer gefordert wird, dass die Jugend von den Erwachsenen den "verantwortungsvollen Umgang" mit Alkohol lernt.

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Hercules Rockefeller 04.05.2009, 14:50
7. Verbote wirken

Wenn man die Gasthauskultur durch Rauchverbote zerschlägt, muss man sich nicht wundern, wenn die Problemkonsumenten von morgen jeglicher sozialer Kontrolle entzogen sind.

Wo einen alle sehen können, wenn man hackendicht ist, hält man sich eher mal zurück. Ausserdem sieht man auch welche, die wenig oder gar nichts trinken und nimmt das als alternative Option mit.
Wenn man nur in der Sauf- und Drogenqlique unterwegs ist, sieht man eben nur Süchtler und kennt nix anderes.
Das ist unter anderem eine Folge des Rauchverbots und der damit einhergehenden Zerteilung des Kneipenpublikums. Die astronomischen Getränkepreise in den Gaststätten tun ihr übriges.

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darkwingduck 04.05.2009, 14:52
8.

Zitat von sysop
Immer öfter landen Jugendliche extrem alkoholisiert im Krankenhaus. Werden hierbei Einzelfälle dramatisiert? Oder sind scharfe Maßnahmen gegenzur Eindämmung des Missbrauchs von Alkohol dringend erforderlich?
Alkohol wird als Genußmittel und nicht als Rauschgift vermarktet:
- Fußballvereine werden von den Dealern gesponsert
- Herr Jauch rettet mit den Dealern Regenwälder
Kurz: Alkohol wird ein sauberes Image verpasst.

Schwarfe Maßnahmen mit schmerzhaften Geldstrafen (sagen wir mal 30% des Monatsumsatzes) für Wirte und Händler die Alk an Jugendliche weiter geben sind notwendig - notfalls muß man auch bereit sein einen kleinen Kiosk an der Ecke erbarmungslos zu schließen, wenn der Besitzer nicht lernwillens ist.
Das sich Jugendliche aus dem Bewußtsein saufen zeigt aber auch, das bei uns "grundsätzlich" etwas quer läuft.

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billy pilgrim 04.05.2009, 14:55
9.

Zitat von aktenzeichen
Offenkundig eine Spätfolge der antiautoritären Erziehung der 68er - Deutschland scheint hier mit der Gleichstellung schon weit zu sein.
Hmh, ich weiß ja nicht. Ich wurde auch 'antiautoritär' erzogen. Was bedeutet das? Meine Eltern haben mir beigebracht für mich selbst zu denken, mich nicht kritiklos anzupassen, nicht mit dem Strom zu schwimmen, zwanghafte Verhaltensweisen in Frage zu stellen, skeptisch gegenüber einfachen Wahrheiten zu sein und mein eigenes Konsumverhalten zu kritisieren.

Wenn ich diese 'Errungenschaften' jetzt den kollektiven Rauschbedürfnissen von Jugendlichen entgegenhalte, erkenne ich da eher ein Zuwenig an 'antiautoritärer' Erziehung.

Oder meinen sie damit: "denen sollten die Eltern öfter mal eine reinhauen, dann lösen sich die Probleme von selbst?"

Wo lernt man denn in Deutschland kollektiv saufen? Im Sportverein, im Kerbejahrgang, bei den Pfadfindern, bei der Freiwilligen Feuerwehr, bei jeder x-beliebigen Jugendfreizeit, im Fernsehen etc. Das sind die Grundpfeiler der bürgerlich-deutschen Gemeinschaft und dort hat der 'antiautoritäre' Wind von 1968 offensichtlich noch nicht stark genug geweht!

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