Forum: Panorama
Justizopfer: Harry Wörz klagt auf weitere Entschädigung
DPA

Harry Wörz saß viereinhalb Jahre lang unschuldig hinter Gittern. Er war wegen versuchten Totschlags an seiner Frau verurteilt worden. Das Land Baden-Württemberg zahlte ihm erst spät eine Entschädigung, nun fordert Wörz weitere Zahlungen.

Seite 7 von 8
!Obacht! 26.07.2014, 10:54
60.

Zitat von kernbeiser
Nicht jeder der freigesprochen wird ist auch unschuldig, auch wenn es den Feispruch zweiter Klasse (mangels an Beweisen) heute der Formulierung nach im Urteil nicht mehr gibt. Wenn Staatsanwaltschaft und Gerichte mehrerer Instanzen von der Schuld überzeugt waren, spricht das für sich.
Doch! Jeder der freigesprochen wird IST UNSCHULDIG!
Den von Ihnen angesprochenen "Freispruch 2. Klasse" gab es übrigens nie. Das ist eine Erfindung der Medien.

Und ich weiß nicht, ob ich ihnen nicht auch mal eine ungerechtfertigte Beschuldigung wünschen soll.....hm, doch will ich!

Beitrag melden
Frank M. 26.07.2014, 12:22
61.

Justizopfer gibt es viele ob nun Harry Wörz, G. Mollath, Gurlitt oder Horst Arnold. Das sind nur die bekannten Fälle.

Beitrag melden
sinasina 26.07.2014, 13:21
62. Sehr geehrte Frau Gisela Friedrichsen, hoffentlich schreiben Sie noch bis ins sehr ho

Sehr geehrte Frau Gisela Friedrichsen,

hoffentlich schreiben Sie noch bis ins sehr hohe Alter.
Bei Ihnen habe ich immer der Eindruck, sie können sehr genau unterscheiden zwischen recherchierten Fakten und Ihrer persönlichen Meinung.
Ich teile zwar nicht immer Ihre Meinung, aber noch nie hatte ich bei Ihnen den Eindruck, Sie wollen mich mit einem Ihrer Artikel zwanghaft von Ihrer Meinung überzeugen. Ebenso wenig hatte ich den Eindruck, Sie nennen nur die Fakten, die zu Ihrer persönlichen Meinung passen.
Danke für Ihre Artikel.

Was ich mir von Ihnen wünschen würde:
Eine Artikelserie, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass in Deutschland die Befindlichkeiten von Tätern eine so große Rolle spielt?
Ich sage es jetzt mal sehr überspitzt: Ein Angeklagter trinkt Alkohol und dann ist es kein Mord, sondern Totschlag. Manchmal habe ich den Eindruck, es wird förmlich nach Gründen gesucht, um Täter zu entlasten und Opfer hingegen können sehen, wo sie bleiben.

Sieht man ja auch bei Harry Wörz, der zu allem Übel auch noch der Entschädigung hinterher rennen muss.

Beitrag melden
Glückshormon 26.07.2014, 13:32
63. Obrigkeitsstaat

Zitat von PeterLublewski
Offiziell erfährt jeder Bürger vor dem Gesetz Gleichbehandlung. Hinter vorgehaltener Hand sind Sie und ich der Dreckspöbel, der an allem herum nörgelt und sich partout nicht kriecherisch an jedes noch so bescheuerte Gesetz halten will. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung - seit Entstehen der Bundesrepublik Deutschland eine leere Worthülse.
So ist es leider. Die Justiz ist in diesem Land im 19 ten Jahrhundert stehen geblieben. Die bekloppten Politiker gehen da nicht ran - obwohl eine Justizreform dringend nötig ist.
Die Entschädigungen sollten in der Höhe der monatlichen Bezüge eines Amtsrichters liegen oder wenn die Verurteilten von höheren Justiz-Tätern unschuldig verurteilt werden, in Höher dieser Gehaltsgruppe.
Man muss auch über finanzielle Konsequenzen für faule Richter nachdenken. In meinem zivilrechtlichen Fall lagen die Akten mehrere Monate beim Amtsgericht herum. Als es zu einer Zurückverweisung kam, war es wieder so.
Die haben einfach keinen Bock - jede Putzfrau würde bei so einer Arbeitsmoral ihre Stelle verlieren.
Dazu kommt Willkür und das sogenannte Richterrecht, was eines Rechtsstaates nicht würdig ist, wenn die Richter nach Gutdünken entscheiden können und nicht kontrollierbar sind.
Eine Verwaltungsnovelle ermöglicht den Herrschaften, dass sie selber eine Revision ihrer Urteile verhindern können.
Das sind dann WILLKÜRURTEILE!

Wie im 19 ten Jahrhundert.

Beitrag melden
Glückshormon 26.07.2014, 13:36
64.

Zitat von xcountzerox
empfehle die reportage "Unschuldig in Haft - Wenn der Staat zum Täter wird", in der auch der fall des herrn arnold beschrieben wird: wer sehen will, mit welcher arroganz und ignoranz vertreter der justiz, die ganz klar die schuldige ist, über die entschädigung und wiedergutmachung an unschuldige menschen reden, darf sich den jörg-uwe hahn anhören, justizminister hessen: ab minute 28:40 und 39:09 ich verspüre blanke wut für und ekel vor diesem staat und der justiz, die alles tun, um bloss keine präzedenzfälle zu schaffen für eine würdige entschädigung unschuldiger für gestohlene lebenszeit und verbaute zukunft. und ja, herr hahn, 250 euro pro tag würde ganz sicher helfen einen neuen platz in der gesellschaft zu finden. 25 euro dagegen sind gewollter betrug an unschuldigen menschen. dabei wird ständig argumentiert, dass es ja so seltene einzelfälle wären. ja dann entschädigt diese leute würdig. soviel dürfte das laut eurer argumentation nun wirklich nicht kosten. oder gibt es da doch ganz andere fallzahlen?...
Ein aktuelles Buch, das kritisch mit der Justiz umgeht, besagt, dass in Deutschland WÖCHENTLICH 600 Fehlurteile allein in der Strafjustiz ausgesprochen werden.
Und wenn man erst mal in der Justizmühle steckt, kennt die am wenigsten Recht und Gesetz....

Beitrag melden
Glückshormon 26.07.2014, 13:41
65. und sakrosankt

Zitat von kippelman
Wenn man um namhafte Beträge betrogen wird und tatsächlich versucht, den Betrüger zu belangen, wird man von der Justiz ebenso verhöhnt. Untätige Staatsanwaltschaften, die nichts besseres zu tun haben als eine Ausrede nach der anderen zu erfinden, Zivilgerichte, deren Haupttätigkeit das Verschieben und Verzögern ist - all das muss man sich leider auch als Verbrechensopfer gefallen lassen. Selbst das Aktenstudium zu Ausbildungszwecken ist da das schamlose Argument für etliche Wochen Prozessverzögerung! Unsere Justiz ist durch und durch unfähig - man kann nur jedem wünschen, niemals damit in Berührung kommen zu müssen.
Da haben Sie leider Recht. Die ist unfähig, faul und sakrosankt. Darüber über alle Maßen arrogant und wirklichkeitsfremd.
Geschützt durch andere Juristen in den Parlamenten, die kein Interesse daran haben, dass sich etwas ändert und die bewußt unfertige Gesetze formulieren, damit sich viele Juristen daran - lukrativ - abarbeiten können. Oder die Lobbyisten bedient werden.

Dringend zu reformieren, dieser Staat im Staate.

Beitrag melden
Glückshormon 26.07.2014, 13:49
66. Sie müssen

Zitat von peterle3
Der Skandal hinter dem Skandal ist, dass es außerordentlich schwer zu sein scheint, jemandem wegen Rechtsbeugung (§ 339 StGB) dranzukriegen. Es scheint wohl so zu sein - so behaupten zumindest etliche - , dass der BGH seine Richterkollegen ganz gut schützt. Da steckt ein recht spannendes Rechtsstaats-Thema dahinter.
dem Richter - laut § 339 STGB - 8 Verfehlungen beweisen.
Acht!!!!
Spätestens bei der persönlichen Vorteilssnahme können Sie einpacken. Die kann man nur durch Glück nachweisen.
Also gibt es keine Konsequenzen für die (korrupten) Richter.

Der BGH hat die Richter geschützt, weil er nicht wollte, dass alle Nazi-Richter-Kollegen nach dem 2 ten Weltkrieg wegen Rechtsbeugung angezeigt und verurteilt werden.
Nicht, dass das schon eine ekelhafte Rechtsbeugung in sich ist, nein, wir leben mittlerweile im dritten Jahrtausend und die Protektion von rechtsbeugenden Richtern geht weiter....

Beitrag melden
hjcatlaw 26.07.2014, 16:04
67. Setzt man eine Haftentschädigung

von 25 Euro pro Tag, die unser Staat einem zu Unrecht Verurteilten zahlt, ins Verhältnis zu dem, was derselbe Staat etwa einer abgehalfterten vollkommen unterqualifizierten Politikerin fuer einen Job als Botschafterin im Vatikanstaat zahlt, dann fällt einen blankes Entsetzen an!!

Beitrag melden
HenryFromWob 26.07.2014, 16:52
68.

Solange es Staatsanwälten bei der Ausübung ihres Berufs lediglich um "Abschussquoten" und die Verurteilung möglichst vieler Verdächtiger geht, anstatt ein gerechtes Urteil anzustreben, sollte man als Tatverdächtiger selbst bei reinstem Gewissen mit dem Gedanken spielen, sich ins Ausland abzusetzen um solch einer Willkür bei Strafverfolgung und -bemessung entgehen zu können. Den Glauben in einen Rechtsstaat habe ich bereits bei dem Prozess gegen den Jenaer Pfarrer Lothar König verloren, da lösen solche Strafprozesse mit einer Handvoll Indizien zur Urteilsbegründung keine Verwunderung mehr aus.

Beitrag melden
rums.feld 26.07.2014, 17:18
69.

Zitat von PeterLublewski
Offiziell erfährt jeder Bürger vor dem Gesetz Gleichbehandlung. Hinter vorgehaltener Hand sind Sie und ich der Dreckspöbel, der an allem herum nörgelt und sich partout nicht kriecherisch an jedes noch so bescheuerte Gesetz halten will. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung - seit Entstehen der Bundesrepublik Deutschland eine leere Worthülse.
In der Justiz hat sich das Gottesgnadentum ins 21. Jahrhundert gerettet.
Und die Damen und Herren Justizjuristen lassen es uns immer wieder spüren.
Sie erwarten Unterwürfigkeit.
Legislative und Exekutive kontrollieren sich gegenseitig, beide werden durch die Justiz kontrolliert.
Für die Justiz gibt es keinerlei Kontrolle, nicht einmal Qualitätskontrolle kennt man dort, wie die Vielzahl von mindestens Schlampigen Urteilen zeigt, die Damen und Herren Justizjuristen geniessen Narrenfreiheit. Das ist das Problem, das mit der Unabhängigkeit der Justiz nichts zu tun hat.
Mal sehen, wie lange sich der aufgeklärte Bürger das noch bieten lässt.

Beitrag melden
Seite 7 von 8
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!