Forum: Panorama
Kambodscha: Regierung stoppt Wahl der "Miss Landmine"

Die Wahl einer "Miss Landmine" ist in Kambodscha zum Politikum geworden. Die Regierung hat die öffentliche Kür der amputierten Schönheitsköniginnen verboten - sie verletze die Menschenwürde. Der Veranstalter will den Wettbewerb nun online weiter betreiben. Hauptpreis: eine Beinprothese aus Norwegen.

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Monark 20.08.2009, 15:30
1. Auf den ersten Blick makaber

Auf den zweiten Blick eine ungemein sinnvolle Aktion, um auf das Problem der "vergessenen" Landminen hinzuweisen.

Es ist nicht der Wettbewerb, der "die Würde und die Ehre der Behinderten" verletzt, es sind die Minen und die Soldaten, die sie gelegt haben, die Politiker, die das Problem ignorieren, sowie die Industrie und die Waffenhändler, die an ihnen verdienen.

Wieder einmal wird der Bote für die schlechte Nachricht bestraft. Man kann Morten Traavik nur alles Gute und genügend Durchhaltevermögen wünschen. Das gleiche gilt natürlich in viel größerem Maße für alle Opfer von Landminen.

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Predo 20.08.2009, 16:01
2. wohl wahr,,,

Zitat von Monark
Auf den zweiten Blick eine ungemein sinnvolle Aktion, um auf das Problem der "vergessenen" Landminen hinzuweisen. Es ist nicht der Wettbewerb, der "die Würde und die Ehre der Behinderten" verletzt, es sind die Minen und die Soldaten, die....
auf den ersten blick wirklich etwas makaber...
andererseits ist es wohl mit anderen mitteln wirklich nicht mehr möglich, auf diese Probleme aufmerksam zu machen, leider.
von daher wohl eine sinnvolle Aktion.

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bürger mr 20.08.2009, 16:39
3. Na Super

So ist es recht, hier werden die Opfer bestraft, wie einfach das geht ! , viel besser wäre es auf gleiche Art
bewaffnete Konflikte zu Verbieten.

Oder aber den Verantwortlichen Kriegsherren Ihre Gehirnprotese ausbauen und schon wird unser Planet
ein großes Stück lebenswerter.

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zynik 20.08.2009, 16:48
4. großartig

Zitat von sysop
Die Wahl einer "Miss Landmine" ist in Kambodscha zum Politikum geworden. Die Regierung hat die öffentliche Kür der amputierten Schönheitsköniginnen verboten - sie verletze die Menschenwürde. Der Veranstalter will den Wettbewerb nun online weiter betreiben. Hauptpreis: eine Beinprothese aus Norwegen.
Großartig wie dem System hier der Spiegel vorgehalten wird. Ich hoffe diese Beispiel macht Schule.

Meine Vorschläge wären "Mr. Guantanamo", "Deutschland sucht den Super-Afghanistan-Rückkehrer" oder "Der kaputteste HartzIVler". Obwohl lief zu letzterem nicht mal was auf Sat 1? Ach nee das waren ja die Sozialfahnder....

Vielleicht erreichen so die politischen Zustände mal die dumpfen Massen.

Der Zeitgeist wird jedenfalls immer bizarrer.

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Zylex 20.08.2009, 17:06
5. ...

Ähm.. mal wieder ein Beispiel von blindem Aktionismus.
Wenn man behinderte Menschen fragt, wollen sie meist genauso behandelt werden wie alle anderen Menschen auch. Für eine Frau ist es sowieso schon wichtig von Leuten als schön angesehen zu werden. Eine Frau mit fehlenden Gliedmaßen hat es in der Hinsicht sicher nicht leicht. Ich denke die Frauen fühlen sich über so eine Auszeichnung eher in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt, als diskriminiert. Hier geht es doch nicht um das "zur Schau stellen von behinderten Menschen", vielmehr darum, dass man sich deswegen nicht schämen oder verstecken muss. Finde die Diskussion viel diskriminierender als die Veranstaltung selber. Das zusätzlich noch auf das Problem der Landmienen hingewiesen wird, ist noch mal als positives Extra zu sehen.

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Lares69 20.08.2009, 17:08
6. -

Ich finde man kann den Opfern kaum mehr Würde geben, wenn man sie nicht als verkrüppelt und hässlich, sondern als schön darstellt.

Außerdem ist es eine gute Idee um auf die Landminenproblematik hinzuweisen.

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frubi 20.08.2009, 17:24
7. .

Zitat von Lares69
Ich finde man kann den Opfern kaum mehr Würde geben, wenn man sie nicht als verkrüppelt und hässlich, sondern als schön darstellt. Außerdem ist es eine gute Idee um auf die Landminenproblematik hinzuweisen.
Genau das ist der Punkt.
Es wird immer über die Köpfe der Opfer hinweg diskutiert. Solange diese nicht zu solchen Aufnahmen gezwungen werden und das alles freiwillig passiert ist es eine wundervolle Sache.

Alle, die nicht selber in diese Projekte eingeweiht sind haben sich dementsprechend zurückzuhalten.

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lebock 20.08.2009, 18:11
8. PRoduktiv

Zitat von sysop
Die Wahl einer "Miss Landmine" ist in Kambodscha zum Politikum geworden. Die Regierung hat die öffentliche Kür der amputierten Schönheitsköniginnen verboten - sie verletze die Menschenwürde. Der Veranstalter will den Wettbewerb nun online weiter betreiben. Hauptpreis: eine Beinprothese aus Norwegen.
wunderbar diese pr aktionen!!! wolln wa mal hoffen das spenden eingehen und, dass das thema wieder mehr beachtug in den medien findet . . . lieber spiegel!

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MKohlhass 20.08.2009, 20:21
9. Gutmenschen-Denke

Diesen Wettbewerb kann man nur begrüßen und erfreulicherweise haben sich ja auch die meisten Kommentatoren hier beim Forum so ausgesprochen und gut nachvollziehbare Gründe aufgeführt.

Ich frage mich nur, ob das Verbot durch die kambodschanischen Machthaber aufgrund angeblicher Diskrimierung der Teilnehmerinnen ein Beleg dafür ist, dass die krude "political-correctness" - Ideologie wirklich nun auch schon in der 3. Welt angekommen ist, oder ob man dort nur (mit machtpolitischem Instinkt) erkennt, wie man sich am besten die Sympathien der Gutmenschen sichert.

Am schönsten wäre es, wenn dieser Wettbewerb aufgrund mangelnder Teilnehmerinnen nicht mehr stattfinden könnte. Doch solange es nicht so ist, sollte man meines Erachtens den Veranstaltern und freiwilligen Teilnehmerinnen viel Glück, Erfolg und Spaß bei der Ausrichtung wünschen. Wie man es bei jedem anderen Wettkampf und Wettbewerb auch macht - inklusive der Behindertenolympiade.

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