Forum: Panorama
Kampagne der Bundesregierung: Der Rechtsstaat wirbt jetzt für den Rechtsstaat
BMVJ

Küssende Männer und fröhliche Muslime: Das Justizministerium startet eine aufwändige Kampagne für Gleichberechtigung, Pressefreiheit, Bürgerrechte. Muss der Staat nun schon für Selbstverständlichkeiten werben?

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niewieda 19.09.2019, 18:46
1. Endlich die richtigen Themen

Ich stimme dem Verfasser uneingeschränkt zu. Keine Leitkultur oder sonst wie ausgrenzenden Themen, sondern das, was uns alle umschließt und unser Leben in diesem Land trotz rechtspopulistischem Unfug lebenswert macht: Demokratie, Verfassung und Rechtsstaatlichkeit!

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Jochenberlin 19.09.2019, 18:48
2. Keine Selbstverändlichkeit!!

Dass sich Männer in der Öffentlichkeit küssen, ist leider noch keine Selbstverständlichkeit, lieber Spiegel! Es gibt immer noch jede Menge Menschen, die darüber spotten oder sich darüber aufregen. Und wenn Männer das tun, ist es ein Wagnis mit ungewissem Ausgang! Wobei nach meinem Gefühl der Kuss unter Frauen mehr akzeptiert wird als der unter Männern, warum, weiß ich auch nicht. Es wäre toll, wenn beides von allen akzeptiert würde, aber das erreichen wir erst in vielleicht 20 oder 30 Jahren.

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mwroer 19.09.2019, 18:49
3.

Offensichtlich - er wirbt ja auch für Kondome als Schutz vor AIDS und freundliches Miteinander im Straßenverkehr. Hat sich auch niemand drüber aufgeregt - warum jetzt über sowas?

Soll dass das Ausgleichsprogramm zum Umweltschutz werden? So a la 'Deutschland macht nicht nur den meisten Dreck sondern ist auch ethisch und moralisch ganz hinten'?

Immer drauf mit dem Knüppel Jungs, der Deutsche an sich ist noch viel zu fröhlich. Da geht noch was !

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Frietjoff 19.09.2019, 18:56
4. Gut so!

Ich wollte nach dem Lesen des (zum Glück irreführenden) Aufmachers schon meckern.

»Muss der Staat nun schon für Selbstverständlichkeiten werben?«

Ja, muss er, denn sie sind für (mindestens) ein Viertel der Bevölkerung nicht selbstverständlich.

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postmaterialist2011 19.09.2019, 18:57
5. Mehr als notwendig !

Nachdem ich diese Woche von einem hochqualifzierten südamerikanischen Bekannten (Humangenetiker) erfahren habe, dass er nach nur 6 Wochen ( geplant waren 3 Jahre) Deutschland verlässt, weil er unser Land als rassistisch und nicht offen für andere Kulturen und Menschen erlebt hat, schwule Freunde immer öfters von Diskriminierungen berichten ( nein nicht durch Muslime, sondern durch biedere Deutsche egal auf dem Volksfest oder bei der Arbeit) und ein anderer Freund gerade einen Prozess gegen eine Firma beim Arbeitsgericht laufen hat weil er auf das Übelste rassistisch beleidigt wurde und die Firma so gar nichts dagegen unternommen hat, ist diese Kampagne mehr als notwendig. Deutschland denkt immer es wäre das tolle, liberale, offene Land im Herzen Europas und das stimmt vielleicht auch für die aufgeklärte, globale Elite in den Grossstädten und in wohlhabenderen Gemeinden im Westen dieses Landes. Ansonsten zeigen ja schon die Wahlerfolge der AfD, dass ein Fünftel in diesem Land im eigenen Saft schmoren will und alles Neue als befremdlich und bedrohlich ansieht. Auch knapp 75 Jahre nach dem Krieg gibt es noch einen grossen Bodensatz an rechtsextremen und menschenverachtenden Menschen in diesem Land, denen man nur mit Bildung, Bildung und Aufklärung beikommen kann.

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udo46 19.09.2019, 19:04
6.

Allein schon das Foto mit küssenden Schwulen und gleichzeitig Religionsfreiheit für Homophobe ist an
Widersprüchlichkeit kaum mehr zu toppen und noch schwerer zu ertragen.
Man sollte sich bitte nochmal das Interview von SPON mit Domian ansehen, da gibt Domian die richtige Antwort.

Ansonsten erinnert die ganze Aktion an die vor Jahren angeleierte Kampagne der BILD-Zeitung "Seid nett zueinander".

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Sendungsverfolger 19.09.2019, 19:04
7. Abm

Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und/oder Geldverschwendung.

Was sollen solche "Werbekampagnen" eigentlich bewirken? Wer hat sich das ausgedacht? Wer ist dafür verantwortlich?

Nach der Lehre der Zielorientierung von Maßnahmen ist das einer der größten .... Verschwendungen (nett ausgedrückt), die man mit Steuergeldern bewerkstelligen kann. Kommt gleich hinter Kampagnen "für mehr Demokratie"

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Gluehweintrinker 19.09.2019, 19:14
8. Offensichtlich muss an Freiheitsrechte erinnert werden

Besonders die Anhänger von Rechtspopulisten, die bekanntlich der Meinung sind, dass es in Deutschland "keine Meinungsfreiheit" gäbe, aber damit meinen, dass gefälligst nur eine, nämlich ihre Meinung, gehört werden dürfe, brauchen offenbar ständige Erinerung daran, was Freiheitsrechte und Meinungsfreiheit sind. Und dabei darf man nicht vergessen, die Pressefreiheit zu erwähnen.

Menschen, die es nicht ertragen, dass andere Menschen ihre eigene und oft abweichende Meinung haben, scheinen die Grundlektion in Demokratie nicht absolviert zu haben. Der absurde Erfolg von Rechtspopulisten zeigt nur allzu deutlich, wie sehr heute Freiheitsrechte bedroht sind, vermutlich weil sie für selbstverständlich gehalten oder gar nicht mehr wahr genommen werden.

Ich wette, es wird nicht mehr lange dauern und die Plakate werden mit Hakenkreuzen verziert. Gerade dann dürfte auch dem letzten klar werden, dass die Kampagne mehr denn je nötig ist.

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