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Katholiken: Zahl der Kirchenaustritte steigt deutlich an
DPA

Der katholischen Kirche laufen die Mitglieder davon: Im vergangenen Jahr traten fast 180.000 Menschen aus, deutlich mehr als noch 2012. Grund dafür dürfte vor allem die Finanzaffäre um den abberufenen Limburger Bischof Tebartz-van Elst sein.

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atech 18.07.2014, 22:15
20. das ist nicht christlich, das ist säkular-humanistisch!

Zitat von kams
Aber dann immer gleich die komplette Kirche anzugreifen, finde ich persönlich sehr kleinkariert und sehr vereinfachend. Egal ob Katholisch oder evangelisch, wir sollten die Errungenschaften der Christen nicht einfach so abtun. Wir leben hier in Europa sehr gut. Wir sind offen für andere Kulturen und Religionen und leben das Gebot der Nächstenliebe...
dass wir hier ein friedliches Zusammenleben haben, haben wir definitiv nicht den Kirchen zu verdanken. Die Menschen- und Bürgerrechte wurden gegen die Kirchen hart erkämpft. Und wenn die Kirchen immer noch das Sagen hätten, dann hätten Frauen heute noch keinen Zugang zu Verhütungsmitteln, Homosexuelle würden im Gefängnis landen und Kinder, die sich irgend wie rebellisch verhalten, mit der Rute gezüchtigt.

Es war die Aufklärung, die uns naturwissenschaftliche Erkenntnis und den heutigen medizinisch-technischen Fortschritt brachte. Und die UN-Menschenrechtsdeklaration.

Die katholische Kirche erkennt die Menschenrechte bis heute nicht an. Für die katholische Kirche sind Frauen, Homosexuelle und Kinder keine gleichberechtigten Menschen. Für die katholische Kirche ist nicht einmal die evangelische Kirche eine Kirche. Für den aktuellen Papst gilt: "Wer nicht zu Gott betet, der betet den Teufel an". Geistesgestörte und an Epilepsie Erkrankte sind laut Vatikan möglicherweise vom Teufel besessen und brauchen keinen Arzt, sondern einen Exorzisten. Die Kirche sät auch heute noch Zwietracht, wo sie das noch kann, und verbreitet Aberglauben.

Wie gut, dass immer weniger Menschen das glauben, was Gottes selbsternanntes Bodenpersonal verkündet. Wie gut, dass säkulare Menschen lieber in Frieden miteinander leben. Männer und Frauen gleichberechtigt, unabhängig von der sexuellen Orientierung. Wie gut, dass Eltern immer mehr auf die Rechte ihrer Kinder achten und sie zu freien Menschen erziehen. Nur darum geht es uns gut. Die Kirchen haben keinen Anteil daran. Die Religionen haben keinen Anteil daran. Das ist allein das Verdienst aufgeklärter Menschen. Von denen es offensichtlich immer mehr gibt.

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Thomas Kuhlmann 18.07.2014, 22:23
21.

Zitat von kams
Klar kann man mit der "Vereinsführung" nicht zufrieden sein oder dem Manager oder was auch immer. Aber dann immer gleich die komplette Kirche anzugreifen, finde ich persönlich sehr kleinkariert und sehr vereinfachend. Egal ob Katholisch oder evangelisch, wir sollten die Errungenschaften der Christen nicht einfach so abtun. Wir leben hier in Europa sehr gut. Wir sind offen für andere Kulturen und Religionen und leben das Gebot der Nächstenliebe (auch die vielen sogenannten Ungläubigen).
Ich glaub da werden ein paar Dinge von ihnen durcheinander gebracht.
Die Kirche an sich hat nicht zu vielen Errungenschaften in den letzten 2000 Jahren beigetragen - im Gegenteil, ist doch eigentlich weitläufig bekannt das wir schon ein paar 100 Jahre weiterentwickelt während wenn die Kirche Wissenschaftler nicht als Ketzer dargestellt hätte.

Momentan sehe ich nur eine gute Sache die die Kirche macht - sie kümmert sich um Bedürftige. Aber um ehrlich zu sein, das sollte eher die Aufgabe des Staates sein, nicht einer Institution die im Gegenzug blindes Vertrauen verlangt.

Und das Gebot der Nächstenliebe... hat wohl nicht wirklich was mit Christentum zu tun, eher mit Evolution. Die Menschheit hat es geschafft sich an die Spitze der Nahrungskette zu befördern - und das hat nur funktioniert weil wir soziale Strukturen aufgebaut haben. Gab's schon bevor Jesus und der Kirche ;)

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poseidon66 18.07.2014, 22:30
22. @kams

Sie loben hier die Errungenschaften der christlichen Kirche? Welche waren das denn noch gleich? Da schickte man Priester in alle Herren Länder um die "Heiden" zu bekehren. Wer nicht mitmachte wurde ermordet. Bereits Kindern wird beigebracht, sich nach den Regeln der Kirche zu benehmen, da sie sonst für "ewig in der Hölle schmoren" , und das wird dann noch in den grellsten Farben gezeichnet. Eine Errungenschaft ist es sicher, in Afrika in Angesichts von Aids oder der enormen Kindersterblichkeit Kondome zu verteufeln. Oder wie war das noch, wieviele Wissenschaftler mussten sterben oder ihr Wissen widerrufen, weil ihre Erkenntnisse nicht ins Bild der kath. Kirche passte? Die Erde ist eine Scheibe? Wieso sind Frauen in der Kirche nicht gleichberechtigt mit Männer?
Wie geht die Kirche mit Homosexualität um? Oder mit den Kinderschänder in ihrern Reihen? Was ist mit dem Zölibat, welches völlig willkürlich eingeführt wurde und sicher maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass sich die "Würdenträger" an kleinen Jungen und Mädchen vergreifen?
Sind das die Errungenschaften, die Sie meinten? Erklären Sie uns doch dann auch mal, warum die kath. Kirche ungestraft gegen das Antidiskriminierungsverbot verstoßen darf, ich erwähne nur die Entlassung aus einem Beruf wegen Scheidung.
Überhaupt: Humanismus hat nichts, aber auch gar nichts mit Christlichem Glauben zu tun, ganz im Gegenteil.
Auf Ihre Antworten wäre ich gespannt.

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alternativloser_user 18.07.2014, 22:32
23. Selbst 180.000 sind nicht genug

Selbst diese 180.000 sind noch nicht annähernd genug.
Das vorsintflutliche Weltbild was die katholische Kirche hat kann gar nicht schnell genug verschwinden.

Allein schon wenn man an
- Umgang mit Frauen z.b. beim Thema Abtreibung, Scheidung
- Umgang mit Minderheiten (homosexuelle, andersdenkende)
- Kinderschändende Priester
- Verschwendung
- Machtmissbrauch (ja die katholische Kirche hat sehr viel Macht im politischen Bereich)
- Alimentierung der katholischen Kirche aus Steuergeldern
denkt, dann kommt einem das Kotzen wenn man mal überlegt was da alleine in den letzten jahren so abgelaufen ist.

Die katholische Kirche kann garnicht schnell genug Mitglieder verlieren. Sie gehört ein für allemal zurechtgestutzt auf das Niveau eines Vereins.

Meiner Meinung nach sollte man es jedem der 18 Jahre oder Älter ist selbst überlassen der Kirche beizutreten oder nicht. Von allen Leuten die jünger sind hat die Kirche sich fernzuhalten und diese nicht zu indoktrinieren und nicht zu beeinflussen. Wer dann 18 ist soll selbst entscheiden ob er zu diesem Kinderschänderverein dazugehören möchte oder nicht.

Das gilt im übrigen für sämtliche Kirchen. Die katholische Kirche sticht nur in Punkto Ekligkeit besonders hervor.

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donnerblitz 18.07.2014, 22:37
24. Viel Platz im Himmel

Es gibt nur dieses eine Leben. Dieses muss ich in vollen Zügen genießen. Das ist das (Un-)Glaubensbekenntnis der heutigen Zeit. Austritte sind die logische Folge davon, weil Kirche jeglicher Götzenanbetung im Wege steht. Ich als Katholik finde das zwar schade, weil das kirchliche Leben ärmer wird. Aber anderseits habe ich kein Mitleid mit den Leuten, die meinen, es gäbe nur das Sicht- und Messbare. Gott kennen sie nicht. Aber Gott kennt sie auch nicht. Grausam, aber gerecht. Und es gibt dadurch viel freien Platz im Himmel.

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stanzer 18.07.2014, 22:59
25. Die abgehobene Selbstgewissheit ist das zentrale Problem beider Kirchen

Demut im besten christlichen Sinne ist angesagt.Bescheidenheit und die Orientierung an der Heiligen Schrift ist das Wichtigste. Der jetzige bescheidene Amtsträger des Hl. Stuhls ist ein leuchtendes Beispiel.
Salve Franziskus!

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donnerblitz 18.07.2014, 23:08
26.

Zitat von atech
Wie gut, dass immer weniger Menschen das glauben, was Gottes selbsternanntes Bodenpersonal verkündet. Wie gut, dass säkulare Menschen lieber in Frieden miteinander leben. Männer und Frauen gleichberechtigt, unabhängig von der sexuellen Orientierung. Wie gut, dass Eltern immer mehr auf die Rechte ihrer Kinder achten und sie zu freien Menschen erziehen. Nur darum geht es uns gut. Die Kirchen haben keinen Anteil daran. Die Religionen haben keinen Anteil daran. Das ist allein das Verdienst aufgeklärter Menschen. Von denen es offensichtlich immer mehr gibt.
Geht es uns gut? Zumindest materiell haben wir ausgesorgt. Und daran haben selbstverständlich Christen, die Glieder der Kirche, einen enorm hohen Anteil. Die andere Seite der Medaille ist aber weniger glänzend. Das Kirchensterben ist nur ein Symptom für eine tiefgreifende Veränderung, die Menschen vereinsamen lässt. Die Kirche hat immer vor den diversen weltlichen Versuchungen gewarnt. Wer nicht hören will, muss spüren.

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DadaSiggi 18.07.2014, 23:11
27. Ach ich coolen, modernen, aufgeklärten

Wisst ihr eigentlich, dass eure Nicht-Glaube auch nur eine neuere Form eines Glaubens ist, der z. T. mit größerem missionarischen Eifer in die Welt getragen wird, als die katholische Kirche überhaupt sich überhaupt traut?

Ich gehe vieleicht 1-2 mal im Jahr in die Kirche, aber es gibt keinen Grund für mich aus der katholischen Kirche auszutreten, um vielleicht ein paar € zu sparen. Das schafft auch kein Limburger Bischof - der nebenbei gesagt, auch einen ganz klasse Hütte gebaut hat die in hundert Jahren mit bewundernden Blicken besucht werden wird. Dafür macht die Kirche, bei all ihren Fehlern, zu viel Gutes. Ich zahle lieber Kirchensteuer als Einkommenssteuer. Außerdem steht die kath. Kirche für Werte ein, die mit unserem hedonistischen Leben nicht immer etwas zu tun hat. Aber genau das finde ich gut. Sie ist ein moralisches Korrektiv und richtet seine Werte nicht nach dem beliebigen Zeitgeist.
Kirche - und besonders die katholische - ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur. Sie würde uns fehlen. Auch Euch so fürchterlich aufgeklärten.

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donnerblitz 18.07.2014, 23:13
28.

Zitat von poseidon66
Überhaupt: Humanismus hat nichts, aber auch gar nichts mit Christlichem Glauben zu tun, ganz im Gegenteil. Auf Ihre Antworten wäre ich gespannt.
Was bitte soll Humanismus sein? Jetzt komm nicht damit, dass das jedem Menschen angeboren ist.

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synesios 18.07.2014, 23:13
29. Ein wenig Geschichtsphilosophie

Zitat von poseidon66
Überhaupt: Humanismus hat nichts, aber auch gar nichts mit Christlichem Glauben zu tun, ganz im Gegenteil. Auf Ihre Antworten wäre ich gespannt.
Sie konstruieren einen Gegensatz von Humanismus und Christentum, wobei nach Ihrem Weltbild Humanismus gleich gut und Christentum (das Sie mit Kirche identifizieren) gleich schlecht ist. Gesegnet sei ein einfaches Gemüt.

Nehmen wir das Mittelalter: Es waren z.B. die Wissenschaftler der damaligen Zeit, die Galileo verurteilten; im Papst fand er eher einen Fürsprecher. Die kath. Kirche hat die Hexenverfolgungen eher eingedämmt denn unterstützt. Die Erde ist eine Scheibe - das war schon damals eine Randmeinung.

Oder das 18. Jh.: Der Versuch, mit der franz. Revolution eine atheistische Weltanschauung aufzurichten, endete unter der Guillotine. Es brauchte die Amerikaner, die ihre Deklaration religiös begründeten (in God we trust).

Und das 20. Jh.: Wo waren die Humanisten und Wissenschaftler beim Ausbruch des 1. und 2. Weltkriegs? Sie waren damit beschäftigt, Giftgas und Raketen zu entwickeln. Die Widerständler des 20. Juli waren christlich motiviert. Das Grundgesetz ist von Christen verfasst worden (in Verantwortung vor Gott(!) und den Menschen). Bei der Wende 89 in der DDR musste die Kirche ran - die "Humanisten", zumindest die Atheisten waren eher bei der Staatsmacht zu finden.

In unserem Stadtteil halten sich allerdings Linke und Rechte, Kirchen und Humanisten, Religiöse und Atheisten nicht lange mit solchen lächerlichen Aufrechnungen auf und arbeiten zusammen. Z.B. wenn es um Flüchtlinge geht oder um Stadtteilentwicklung, Kinderkrippen oder Straßenfeste. Und siehe, es klappt.

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