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Kein Wort zum Nobelpreis: Schwedische Akademie wirft Bob Dylan Arroganz vor
REUTERS

Über den Nobelpreis für Literatur würde wohl jeder jubeln. Nicht so Bob Dylan - der US-Musiker schweigt fortgesetzt. Nimmt er den Preis an? Kommt er zur Verleihung? Kein Wort dazu. Die Schwedische Akademie ist empört.

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io_gbg 22.10.2016, 12:17
100.

"Dem frisch gekürten Literaturnobelpreisträger Bob Dylan schlägt der Zorn der Schwedischen Akademie entgegen."

Auch dieser einleitende Satz geht völlig an den Tatsachen vorbei.
Die Schwedische Akademie hat sich nicht entsprechend geäußert.

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maynard_k. 22.10.2016, 12:22
101. Lustig!

Warum sollte er auch reagieren. Dieser Preis ist doch völlig willkürlich und wertlos. Es gibt keine, auch nur ansatzweise nachvollziehbaren Kriterien, nach denen sich dieses Komitee zusammensetzt oder dieser Preis vergeben wird.

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eric_hier 22.10.2016, 12:23
102. Keiner hat Dylan gefragt!

Sich darüber zu echauffieren, dass sich der Preisträger noch nicht zu seinem Preisgewinn geäußert hat, finde ich sehr arrogant. Denn ausschließlich die Jury hat entschieden, dass Mr. Dylan diesen Preis bekommt, ohne ihn zu fragen. Nur weil irgend jemand einen Preis erhält, heißt das noch lange nicht, dieser den Preis auch möchte - es steht diesem jederzeit frei, den Preisgewinn zu ignorieren.

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tin-pot 22.10.2016, 12:30
103. Es steht ebenso

Zitat von eric_hier
es steht diesem jederzeit frei, den Preisgewinn zu ignorieren.
jedem frei, dieses Verhalten für arrogant zu halten, und viele tun das eben. Wohlgemerkt das Ignorieren, nicht das Ablehnen, ist der Punkt.

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tin-pot 22.10.2016, 12:45
104. Man hat Dylan gefragt

Zitat von eric_hier
Keiner hat Dylan gefragt [ob er den Preis möchte]
aber keine Antwort erhalten. Darum geht es doch gerade.

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sikasuu 22.10.2016, 12:46
105. Warum diese Unterscheidung Nobel und anderer Preis?

Zitat von tkedm
Das mag vielleicht für Preise der Kategorie Bambi und MTV Music Award gelten, solche kann man ja gerne ignorieren. Aber vor einem Nobelpreis darf man doch schon etwas Respekt haben. Und warum darf man keine Höflichkeit erwarten? So ein Verhalten ist nicht "außergewöhnlich" sondern überheblich. Der Herr ist nur Bob Dylan und nicht der Dalai Lama oder der Papst.
Und was ist denn "Höflichkeit, Überheblichkeit" genau? Kannst du das mal alles etwas genauer, weltweit gültig definieren?
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Welcher "Preis" ist "HÖHER" zu bewerten. Der Nobelpreis oder die "handgeschnitzte Kastanie" für selbstlosen langjährigen Einsatz im Kindergarten? Die "Auszeichnung" des Vatikans, der "Leninpreis" oder die "goldene Kokosnuss" auf einem Südseeatoll?
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Dürfte doch wohl sehr Ansichtssache sein.
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Zwei Dinge kann ich nicht leiden 1. lass ich weg. 2. das es üblich ist die EIGENEN Ansichten als "normal" sprich als ALLGEMEINGÜLTIGE REGELN hinzustellen:-(
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Normal, also auch die Definition von Höflichkeit, " Das tut man so!"usw. .... hört spätestens dann auf, wenn man/Frau den eigenen Briefkasten, Kirchturm usw. nicht mehr sieht!
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Ps. Als Denkhilfe sei an das "Katze/Hund/Schnurren/Knurren" Missverständnis, Problem.... erinnert :-))

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klmo 22.10.2016, 12:49
106.

Zitat von letzebuerger
Elf Jahre nach der Verleihung des Nobelpreises im Jahr 1964 soll sich Sartre einigen seiner Weggefährten zufolge erneut an das Nobelkomitee gewendet haben - und mittlerweile war ihm seine politische Unabhängigkeit offenbar nicht mehr ganz so wichtig: Höflich erkundigte er sich demnach, ob die Schwedische Akademie ihm nicht doch noch das Preisgeld über 273.000 schwedische Kronen überweisen könne. Er wolle einen Freund bei der Gründung eines Verlages unterstützen, soll er als Begründung angegeben haben. Der Franzose erhielt jedoch eine enttäuschende Antwort: Alle Träger des Nobelpreises müssten die Dotierung binnen eines Jahres einfordern - in seinem Fall sei das Preisgeld daher schon 1965 verfallen. Quellenangabe: http://www.spiegel.de/einestages/vom-oscar-bis-henri-nannen-preis-skandale-bei-preisverleihungen-a-998138.html Vielleicht sehen wir Bob Dylan im Jahr 2027 wieder. Er wäre dann 86... Gruß, A.
Geht auf die Memoiren von Lars Gyllensten zurück, der Komitee-Mitglied war. Das Komitee hat sich offenbar dazu nicht geäußert, also weder bejaht oder dementiert. Bei Sartre jedoch würde ich solch eine Peinlichkeit nicht ausschließen wollen, obwohl nur schwer nachvollziehbar.
Sartre wurde mir spätestens suspekt bei der Auseinandersetzung mit Albert Camus, ebenfalls Nobelpreisträger, wo es zum politischen Bruch kam. (Camus: Ich akzeptiere keine politische Idee, für die man ein Menschenleben opfern durfte…)

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io_gbg 22.10.2016, 12:53
107.

Zitat von maynard_k.
Warum sollte er auch reagieren.
Aus elementarer Höflichkeit.

"Dieser Preis ist doch völlig willkürlich und wertlos."

Offenbar nicht.

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klmo 22.10.2016, 12:59
108.

Zitat von sikasuu
Und was ist denn "Höflichkeit, Überheblichkeit" genau? Kannst du das mal alles etwas genauer, weltweit gültig definieren? .
Wenn man eine Ehrung ignoriert und nicht kommentiert, ist das unhöflich und abwertend.Dabei gibt es bessere Alternativen, wo man Constenance bewahrt und sich entsprechend diplomatisch verhält: entweder man lehnt ab oder man bedankt sich mit dem Hinweis, den Preis für eine gute Sache zu spenden.

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rakatak 22.10.2016, 12:59
109.

Zitat von volkerarnoldholt
... Sowohl Dylan als auch die Akademie finden sich wohl ganz toll." @volkerarnoldholt
Es ist doch eine Vereinnamung sonder gleichen, einem Musiker ungefragt einen Literaturpreis über zu helfen und sich dann noch aufzuregen, dass der "Erwählte" sich nicht freut. Die Ehrung eines wichtigen Zeitgenossen mit einem Preis soll immer auch auf den Preisstifter zurück zeigen. Mit der Erteilung eines Preises heftet sich der Stifter auch gleich die Prominenz des Gepriesenen an die Brust.
Eine tolle Reihe der Preisträger erzählt auch wie toll der Preis ist und wie erlesen die Jury.
Wenn Dylan keine Lust darauf hat, und er hat das am Ende seiner Karriere auch nicht mehr nötig, dann kann ich ihn gut verstehen.

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