Forum: Panorama
Kernschmelze in Reaktor 2: Japans Regierung greift AKW-Betreiber an

Im Unglücks-AKW Fukushima ist es nach Einschätzung der japanischen Regierung*zeitweise zu einer Kernschmelze gekommen. Nun muss sich der Betreiber Tepco scharfe Kritik für den Umgang mit der Katastrophe gefallen lassen - die noch Jahre andauern könnte.

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Matthias Hofmann 28.03.2011, 07:30
1. Unerträglich!

Es ist unerträglich mit welch fadenscheinigen Phrasen die Öffentlichkeit hier abgespeist wird.
Natürlich ist die Kernschmelze längst eingetreten. - Wenn ein Reaktor aus dem Aktivzustand so lange ohne Kühlsystem steht, dann gibt es eine Kernschmelze.

Endlich kommt tatsächlich mal jemand auf den Gedanken mit der japanischen Regierung darüber nachzudenken, wie mann gemeinsam gegen diese Katastrophe vorgehen könnte. Das hätte spätestens am zweiten Tag nach dem Tsunami geschehen müssen!

Wahrlich: Diese Katastrophe wird uns noch sehr sehr lange beschäftigen.

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janne2109 28.03.2011, 07:37
2. was nutzt

der Vorwurf den Japaner und dem Rest der Welt??
Was ändert er an der momentanen Situation und den noch Jahrhunderte dauernden Folgen??
Warum wird von den Regierungen der Welt nicht mehr Druck gemacht und die besten Atomphysiker zusammen gerufen um sich vor Ort ein Bild der tatsächlichen Gegebenheiten machen zu können und wirklich die Welt von den Geschehnissen aufzuklären??

Es reicht doch nicht, dass wir uns hier feiern, weil eine Partei die gegen Atomstrom ist, Wahlen exorbitant gewinnt.Das ist ein bisschen dünne.
Hier hätte ich mir auch mehr Druck von Seiten der Grünen erhofft.

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panzerknacker51 28.03.2011, 07:46
3. Interessant

Soso, eine "vorübergehende" Kernschmelze also; was soll man sich denn bitteschön darunter vorstellen? Etwa, daß diese Kernschmelze gestoppt werden kann? Die Verschleierungen dieses Horrorszenarios nehmen kein Ende.

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sponnie 28.03.2011, 07:59
4. Gesicht hin, Gesicht her.

Sowie außerhalb der reaktoren etwas anderes als Jod und Cäsium gefunden wird, nehmen die Amerikaner (zu Recht) den Bastelkönigen von Tepco die Sache aus der Hand.
Internationales Expertenwissen, geeignete Maschinen und Ausrüstung...das alles hätte vor zehn Tagen schon zur Verfügung gestanden.
Aber diese Ehre.....

Ich prophezeie, daß es keine japanischen Roboter sein werden, die letztendlich den Deckel auf den Sarkophag schrauben werden.

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jona kompa 28.03.2011, 08:05
5. Monate und Jahre

Das erste ehrliche Statement: es wird noch Monate und eventuell sogar Jahre dauern die nukleare Katastrophe unter "Kontrolle" zu bringen, wobei man Kontrolle so definieren muss dass eines Tages eventuell weniger Radioaktivitaet in die Umwelt gelangt. Klasse. Niemand weiss wie es im Inneren des Reaktors aussieht und das gehoert in den Bereich der Spekulation.

Oekonomisch, oekologisch und vor allem menschlich geht die Rechnung fuer Kernkraft nicht auf. Die Japaner tun mir unendlich leid derart von der Atomlobby verkauft worden zu sein.

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walter_33 28.03.2011, 08:18
6. Unwort des Jahres

"Die Regierung gehe davon aus, dass die Kernschmelze lediglich vorübergehend sei, so Edano."
Die "vorübergehende Kernschmelze", welche eben begonnen hat...
Diese Kreation hat das Format zum Unwort des Jahres.
Nun, jede Kernschmelze geht irgendwann vorbei. Ob der Regierungssprecher dies sagen wollte, bezweifle ich allerdings. Er machte eher auf "ein wenig Kernschmelze, keine Angst, pieckst etwas und schon ist es vorbei".

İch nehme an, es war kein Übersetzungsfehler,auf den sich die Agentur, welche diese Meldung verbreitet hat, berufen kann.

İch nehme an, die grossen Medien verwenden keine Schreibautomaten sondern weiterhin Redakteure aus Fleisch und Blut. Angesichts derartigen Nachrichtenmülls fürchte ich aber um die Gesundheit der Journalisten... Oder reicht da das Motto "sofort drucken und aus den Augen aus dem Sinn?"

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RaMaDa 28.03.2011, 08:28
7. Die Jagd nach dem Schuldigen

Nun beginnt sie wieder, die Jagd nach dem Schuldigen. Ergebnis wird sein, keiner ist Schuld, es waren die Umstände. Den verstrahlten, toten und obdachlosen Menschen ist das weder Trost noch Hilfe.
Auch in Deutschland kann ich das Debattieren zum Thema Kernkraft nicht mehr hören. In Japan kämpfen Hunderttausende ums nackte Überleben und hier gibt es nur ein Thema: AKW, das neue Feindbild der Deutschen.

Auf diversen Bildern aus Japan war zu sehen, wie weit Schiffe der Fischereiflotte aufs Festland gespült wurden.
Wird es dadurch notwendig die gesamte deutsche Hochseeflotte auf ihre Hochseetauglichkeit zu überprüfen?
Und etwas Anderes täte auch Not, nämlich eine versachlichte Information und Aufklärung. Es muss gefragt werden, ob es den Medien wirklich um Information oder ums Geschäft geht. Denn dass sich die Ereignisse in Japan ganz hervorragend vermarkten und damit besonders gut verkaufen lassen, liegt auf der Hand. Insbesondere wenn Bedenken und Ängste geweckt werden, auf die dann, in der Art von Fortsetzungsromanen, eingegangen werden kann.

Aber so ist sie, die mittlerweile sprichwörtliche „German Angst“.

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alexbln 28.03.2011, 08:35
8. .

viel schlimmer als die russen 1986. erlaubt es der ehrbegriff nicht den japaner klartext zu reden?

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discurso 28.03.2011, 08:39
9. Der UN-Sicherheitsrat ist gefordert

Der Supergau hat längst die Grenzen der japanischen Nationalität verlassen, Beispiele:
Teilweiser Einfuhrstopp von Lebensmitteln aus der Unfallregion in diversen Ländern, weltweite Überprüfung von Lebensmitteln aus Japan hinsichtlich der Radioaktivität, Reisende aus Japan werden in einigen Ländern, z.b. China auf Radioaktivität hin untersucht, Schiffe fahren diverse Häfen nicht mehr an...

Der UN-Sicherheitsrat sollte sich dringend mit dem Unfall befassen, internationale Experten müssen zusammen mit der japanischen Regierung über eine weiteres Vorgehen beraten, die Sperrzone sollte nach Meinung vieler Experten ausgeweitet werden. Für Japan wird es sicher nicht einfach hier Teile der Souveränität abzugeben, dies ist aber angesichts des Desasters dringend geboten.

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