Forum: Panorama
Kinder in der Ferienzeit: Langeweile? Fantastisch!
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noch_ein_forenposter 11.08.2017, 10:59
1.

Netter Artikel. Aber wie kann man ein Kind "Vito" nennen, oder "Vic"? Hauptsache ungewöhnlich. Wie wäre es, einfach, "normale" Namen zu vergeben, statt sich irgendeinen seltsamen Unfug auszudenken. In der Schule haben dann die Mitschüler Spaß beim Mobben. Toll. Namen sind für die Kinder, nicht für die Eltern.

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angst+money 11.08.2017, 11:12
2.

In der Tat ist Langeweile für unsere Tochter eine mittlere Katastrophe. Ich versuche mich zu erinnern, ob das bei mir auch so war und denke "eher nicht".

Woran das liegen könnte? Wahrscheinlich an der Dauerbespaßung durch AGs, Hortausflüge, Events jeglicher Art und die obligatorische Musikschule. Praktisch für Eltern, die keinen Stress wollen, aber bei TV oder Smartphone ein schlechtes Gewissen hätten (mein Finger zeigt dabei durchaus auch auf mich selbst).

Sicher nicht an der "Jugend von heute"; die lebt einfach in der Welt, die wir ihr vorgesetzt haben.

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bergeron 11.08.2017, 11:16
3.

Wieso interessiert es Leute, wie andere Leute ihre Kinder nennen? Und was ist ein normaler Name? Wer legt das fest? Kevin, zum Beispiel, war mal ein ganz normaler Name. Bis ein paar Artikel darüber geschrieben wurden, dass nur doofe Menschen ihre Kinder Kevin nennen und die dann mit hoher Wahrscheinlichkeit auch doof werden bzw. bleiben. Sich über die Namen anderer Leute zu echauffieren ist an Spießigkeit nicht zu überbieten.

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Frida_Gold 11.08.2017, 11:16
4.

Zitat von noch_ein_forenposter
Netter Artikel. Aber wie kann man ein Kind "Vito" nennen, oder "Vic"? Hauptsache ungewöhnlich. Wie wäre es, einfach, "normale" Namen zu vergeben, statt sich irgendeinen seltsamen Unfug auszudenken. In der Schule haben dann die Mitschüler Spaß beim Mobben. Toll. Namen sind für die Kinder, nicht für die Eltern.
"Vic" ist sehr wahrscheinlich Victoria, so eine hatte ich vor zwanzig Jahren auch in meiner Klasse. Fanden wir nicht ungewöhnlich oder mobbenswert. Vito ist jetzt auch kein soooo krass ausgefallener Name, insbesondere, falls die Familie einen italienischen Hintergrund hat. Das Problem haben wohl eher Sie als die Mitschüler. Immerhin stören Sie die Namen so sehr, dass Sie auf das Thema des Artikels nicht einmal eingehen.

Meine Eltern schwörten auf "kreative Langeweile". Wer als Kind nicht lernt, sich selbst zu beschäftigen, kommt als Erwachsener mit dem Leben nicht so gut klar, das war ihre Maxime. Ich denke noch immer, dass sie recht hatten. Wenn ich mir so meine Kollegen und Bekannten anschaue, sind viele nicht in der Lage, den Augenblick zu genießen. Immer auf der Suche nach einem Kick, etwas Besonderem. Kein entspanntes Rumbutschern mit Kleinkram möglich. Kein Drang für kreative Beschäftigung - Musik, Malerei, Schriftstellerei, irgendwas. Stattdessen Konsum. Von Medien, Alkohol, Zigaretten, Essen, was auch immer, es steht im Vordergrund.

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grumpy53 11.08.2017, 11:45
5.

gut so. Die Anzahl der Menschen, ob Kinder oder Erwachsene, die Langweile nicht aushalten, wächst gefühlt täglich weiter. Man wird in Läden oder Restaurants, in Wartezonen oder Vorräumen, im Aufzug erst mal mit Musik vollgedudelt. Damit es keiner mit Langweile oder mit sich selbst aushalten muss. Bitte Kinder nicht rund um die Uhr bespaßen. Auch in verregneten Ferienhäusern lassen gelangweilte Gedanken kreatives entstehen: Lesen, basteln, gemeinsam ein neues Spiel entwickeln mit den bescheidenen vorhandenen Mitteln, malen, dichten, Geschichten erfinden. Das geht mit 4jährigen bis zur fast endlos erscheinenden Pubertät. Man muss es halt nur aushalten.

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mol1969 11.08.2017, 11:50
6.

Ich finde es wirklich erschreckend, dass Kinder heutzutage so in einen festen Zeitplan eingebunden sind, dass sie bei Wegfall desselben z. B. in den Ferien in ein großes Loch fallen. Das kann doch nicht der richtige Weg sein, Streß und Hektik gibt es später im Berufsleben noch zur Genüge.

Ich kann mich nicht an ein einziges Mal erinnern, dass ich in meiner Kindheit Langeweile im negativen Sinn verspürt hätte. Im Gegenteil, das schönste Gefühl, an dass ich mich heute noch erinnern kann, war das Gefühl in den ersten Ferientagen, nun 6 Wochen lang rein gar nichts vorzuhaben und einfach nur in den Tag leben zu können. Was gibt es denn schöneres? Von Lottogewinnlern und reichen Erben mal abgesehen, kommt das später nie wieder, allenfalls zur Rente, und dann ist man alt.
Ich habe als Kind in den Sommerferien 6 Wochen lang nichts anderes gemacht als ins Freibad zu gehen, ziellos mit dem Fahrrad in der Gegend herumzufahren, im Garten auf einer Decke liegend mit dem Kofferradio neben mir herumzudösen oder bei Regenwetter tagelang Comics zu lesen oder im Fernsehen das Schülerferienprogramm anzuschauen. Das war so schön, dass ich nicht einmal "richtige" Urlaubsreisen vermisst habe, die fanden nämlich in meiner Kindheit nur selten statt (wir verreisten genau 3 mal zwischen 1977 und 1989 - einmal Nordsee, einmal Italien und einmal Wandern in der Pfalz, dazu zweimal Besuch beim Opa in Berlin).

Ich gäbe viel dafür, heute nochmal wochenlang nichts zu tun, und nicht erst im Alter von 65 als dann alter Mann.

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curly988 11.08.2017, 11:57
7.

Wir waren als Kinder die ersten zwei Wochen immer erst einmal im Zeltlager. Für unsere Eltern war das ein riesen Vorteil den: 2 Wochen weniger indem man für Beschäftigung sorgen musste und 2 Wochen weniger " Urlaub nehmen " müssen.

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haifasuper 11.08.2017, 12:13
8.

Sich selbst aushalten...ein Kollege berichtete mir, als es dämmerte sei der Strom ausgefallen, er hat es 15 Minuten in seiner Wohnung ausgehalten, dann ging er spazieren. Ich hab gestern Abend spaßeshalber das Display und Netflix ausgeschaltet, die ersten 5 Minuten waren tatsächlich komisch, danach war es entspannend und nach etwa 20 Minuten richtig gut. Evtl. werde ich es öfters tun.

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Carl Lowr 11.08.2017, 12:14
9.

Ich weiß noch, wie ich als Kind manchmal bei meinen Eltern ankam und sagte "mir ist soooo langweilig". Die Antwort war glaube ich stets sowas wie, "kein Problem, hier sind gut ein dutzend Dinge die du im Garten erledigen kannst". Das hat mich dann glaube ich immer motiviert, mir lieber eine andere Beschäftigung zu suchen statt Unkraut zu jäten. Mit dem Rad herumfahren, in den Wald gehen, die Kiesgrube erkunden, Schwimmbad, Wiesen, Felder etc. abklappern, Höhlen graben, Hütten bauen, in der Garage basteln und etwa 1000 andere Dinge.

Als Student habe ich die Semesterferien (am Anfang, später musste ich auf dem Bau placken) dann mit einer Art Ritual begonnen: so lange schlichtweg gar nichts tun außer herumliegen und lesen, bis ich den ersten ernsthaften Tatendrang verspürte um die Wohnung zu verlassen. Das dauerte meist so circa eine Woche.

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