Forum: Panorama
Kinderpornografie-Vorwurf gegen Metzelder: Haltet ein!
Revierfoto/ DPA

Die Staatsanwaltschaft Hamburg führt ein Ermittlungsverfahren. Das Ergebnis ist offen. Es geht nicht um Mord und Totschlag, sondern um einige Bilder, die niemand kennt. Wo genau liegt der Skandal?

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Bondurant 16.09.2019, 16:17
450.

Zitat von vera gehlkiel
Ich denke, das moderne Strafrecht wirbt eher darum, ...dass man es bitte eher in Ruhe lasse, sofern gesunder Menschenverstand noch hinlänglich für Gerechtigkeit unter freien Verhandlungspartnern sorgen kann.
Da, glaube ich, irren Sie. Das das "moderne Strafrecht" scheint mir eher darauf aus bisher bestehende Grauzonen auszuleuchten. Im Sexualstrafrecht scheint man von der Idee, es gebe "freie Verhandlungspartner" abzurücken zu Gunsten eines umfassenden Schutzes mutmaßlicher Opfer. Die allerjüngste Diskussion, wonach bei jedweden Intimitäten zwischen zwei Menschen eine ausdrückliche Einwilligung erforderlich sein sollte, möglicherweise nachweisbar, spricht Bände.

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Bondurant 16.09.2019, 17:58
451. Es fragt sich

Zitat von vera gehlkiel
Warum muss ich das Foto meiner minderjährigen Nichte, auf dem sie an Karneval vor dem Kölner Dom als "Bordsteinschwalbe" posiert, unbedingt in ein frei zugängliches Netzwerk einpflegen?!
warum das Mädchen überhaupt so herumläuft. Dafür kriegen Sie auf jeden Fall Gegenwind: entweder von den neuen Sittenwächtern ("Einübung in die Prostitution") oder den üblichen Befürwortern der Sexarbeit als normalen Beruf ("cultural appropriation"). Möglicherweise auch von beiden gleichzeitig. Man sollte also von einer solchen Kostümierung absehen.

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michiflumm 16.09.2019, 21:23
452. Der Sache nach ist alles im grünen Bereich

Falls die Bild ihre Grenze überschritten haben sollte, kann Herr Metzelder gegen sie klagen. Der Rechtsstaat lässt grüßen. Irgendjemand würde darüber ja wohl berichten, so dass es an die Öffentlichkeit gelangen könnte.
Wer was, wann darüber berichtet fällt doch wohl unter künstlerische Freiheit. Sollte rechtliche Grenzen bis hierhin überschritten worden sein, wird es jemanden geben, der dagegen, öffentlich wirksam, klagt.

Die Justiz macht ihre Sache und die vierte Gewalt macht ihre Sache, im Rahmen des Rechts.
FAlls nicht, kontrollieren sie sich gegenseitig. Natürlich dürfen alle Seiten bis an die Grenzen des Rechts gehen, und die Grenzen austesten. WAs Moden des Strafrechts damit zu tun haben erschließt sich mir nicht. Auch Her TF ist ,soweit ich es lese, sehr entspannt, er macht keine Faust in der Hosentasche, arbeitet an seiner Formulierungskunst, und klärt uns i seinem Sendungsbewusstseins sei dank, über aktuelle Themen auf.
Natürlich mit allen künstlerischen Freiheiten.

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pck2 16.09.2019, 22:17
453. Zwei Arten von Kommunikation

Gute Zusammenfassung, die (in teils geringerem Maße) auch für viele andere Foristen gilt.

Man kann unterscheiden zwischen Signalkommunikation (Vögel werden laut, um zu warnen, wenn die Katze in den Garten kommt, Menschen sagen "Hallo" zur Begrüßung, usw.) und Kommunikation mittels Grammatik, also inhaltlicher Rede. Nur Menschen können letztere beherrschen lernen. (Betonung auf "können".) Es ist bei vielen Zeitgenossen leider üblich, Signalkommunikation verkleidet als inhaltliche zu betreiben, was insbesondere dem analytischen Denken nicht förderlich ist. Dabei kommt dann u.a. das zwischen-den-Zeilen-lesen heraus, womit man jedem und jeder so ziemlich alles unterstellen kann.

So funktionieren auch große Teile der feministischen "Linguistik", was dazu geführt hat, daß sehr viel von dem, was unter "Feminismus" in den letzten 30-60 Jahren verkauft worden ist, zu großen Mengen von Drama, aber zu keinen substantiellen gesellschaftlichen Verbesserungen geführt hat. Die, die es gegeben hat und auch weiter geben wird, sind ohne Feminismus besser erklärbar.

"Offen", wie etwa Gehlkiel es gern unter Bezugnahme auf Popper signalisiert (aber nie erklärt, denn das bräuchte inhaltliche Kommunikation und Analytik, die über bloßes Behaupten hinausgeht), ist da eben nichts und war es, wenn überhaupt, bestenfalls mal in Ansätzen. Popper hat auch nie nach einer Sprachpolizei gerufen, das hätte seinen anti-totalitären Ansprüchen niemals gerecht werden können. Wer also ständig Popper name-dropt und dann von der alles kontrollierenden Macht der Sprache und einem Sprachkorrekturbedarf redet, hat weder Popper verstanden noch wie grammatikbasierte Sprache funktioniert: Nämlich über Gebrauch, nicht über Form. An der Form herumzudoktern hat bestenfalls minimale, schnell vergängliche Effekte. Dies ist theoretisch wie empirisch belegbar, und auch nicht erst seit gestern. (Standardbeispiel USA: "Neger", "Nigger", und heute "Nigga". Die Rassismusdebatte hat dort praktisch keine Fortschritte gemacht, obwohl es deutlich weniger Rassismus gibt. Was somit der Debatte bestenfalls marginal geschuldet ist.) Deswegen ist die Arbeit der Sprachpolizei auch nie getan, es ist ein ewiger Kampf, der schließlich zur alles umfassenden Identität seiner Praktikanten führt, ähnlich wie bei der IRA oder im Israel/Palästina Konflikt.

Die resultierenden Lebensformen der Sprachpolizisten sind dann unüberraschenderweise derart egozentrisch fixiert, daß man sich einredet, man würde der Welt etwas gutes tun, wenn man 5 Mal am Tag in die SPON Foren einfällt und dort Seelenstriptease betreibt.

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pck2 16.09.2019, 22:18
454. Zwei Arten von Kommunikation

Gute Zusammenfassung, die (in teils geringerem Maße) auch für viele andere Foristen gilt.

Man kann unterscheiden zwischen Signalkommunikation (Vögel werden laut, um zu warnen, wenn die Katze in den Garten kommt, Menschen sagen "Hallo" zur Begrüßung, usw.) und Kommunikation mittels Grammatik, also inhaltlicher Rede. Nur Menschen können letztere beherrschen lernen. (Betonung auf "können".) Es ist bei vielen Zeitgenossen leider üblich, Signalkommunikation verkleidet als inhaltliche zu betreiben, was insbesondere dem analytischen Denken nicht förderlich ist. Dabei kommt dann u.a. das zwischen-den-Zeilen-lesen heraus, womit man jedem und jeder so ziemlich alles unterstellen kann.

So funktionieren auch große Teile der feministischen "Linguistik", was dazu geführt hat, daß sehr viel von dem, was unter "Feminismus" in den letzten 30-60 Jahren verkauft worden ist, zu großen Mengen von Drama, aber zu keinen substantiellen gesellschaftlichen Verbesserungen geführt hat. Die, die es gegeben hat und auch weiter geben wird, sind ohne Feminismus besser erklärbar.

"Offen", wie etwa Gehlkiel es gern unter Bezugnahme auf Popper signalisiert (aber nie erklärt, denn das bräuchte inhaltliche Kommunikation und Analytik, die über bloßes Behaupten hinausgeht), ist da eben nichts und war es, wenn überhaupt, bestenfalls mal in Ansätzen. Popper hat auch nie nach einer Sprachpolizei gerufen, das hätte seinen anti-totalitären Ansprüchen niemals gerecht werden können. Wer also ständig Popper name-dropt und dann von der alles kontrollierenden Macht der Sprache und einem Sprachkorrekturbedarf redet, hat weder Popper verstanden noch wie grammatikbasierte Sprache funktioniert: Nämlich über Gebrauch, nicht über Form. An der Form herumzudoktern hat bestenfalls minimale, schnell vergängliche Effekte. Dies ist theoretisch wie empirisch belegbar, und auch nicht erst seit gestern. (Standardbeispiel USA: "Neger", "Nigger", und heute "Nigga". Die Rassismusdebatte hat dort praktisch keine Fortschritte gemacht, obwohl es deutlich weniger Rassismus gibt. Was somit der Debatte bestenfalls marginal geschuldet ist.) Deswegen ist die Arbeit der Sprachpolizei auch nie getan, es ist ein ewiger Kampf, der schließlich zur alles umfassenden Identität seiner Praktikanten führt, ähnlich wie bei der IRA oder im Israel/Palästina Konflikt.

Die resultierenden Lebensformen der Sprachpolizisten sind dann unüberraschenderweise derart egozentrisch fixiert, daß man sich einredet, man würde der Welt etwas gutes tun, wenn man 5 Mal am Tag in die SPON Foren einfällt und dort Seelenstriptease betreibt.

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pck2 16.09.2019, 22:45
455. Borderline Schwalben

Zitat von Bondurant
warum das Mädchen überhaupt so herumläuft. Dafür kriegen Sie auf jeden Fall Gegenwind: entweder von den neuen Sittenwächtern ("Einübung in die Prostitution") oder den üblichen Befürwortern der Sexarbeit als normalen Beruf ("cultural appropriation"). Möglicherweise auch von beiden gleichzeitig. Man sollte also von einer solchen Kostümierung absehen.
Beim Vorwurf "cultural appropriation" sind wir diesbezüglich, glaube ich, noch nicht gelandet, aber daß Frauen ihre Versuche des "social climbing" (mittels sexualisierter Kokettiererei) als "normal" rechtfertigen, ist nichts neues. (Leider ist es für so manche normal, man kennt nichts anderes.) Im Feminismus wird dann, wenn die Konsequenzen solchen Verhaltens diskutiert werden, geflissentlich nicht mehr zwischen Verantwortung und Schuld unterschieden. Dann wird die Opferkarte gespielt und Kachelmann für den (durchaus etwas zu grob formulierten, aber eben nicht verallgemeinernden) Hinweis darauf ein "Rachefeldzug gegen Frauen" angedichtet, während Alice Schwarzer für ihre BILD Hetzkampagne gegen K. noch als "zwar teils vefehlt eitel, aber immer noch heilig" durchgeht. So funktioniert feministische "Sprachkontrolle". Erst wird gesprochen und dann ist alles außer Kontrolle.

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pck2 16.09.2019, 23:12
456. @442 "Testosteron"

Zitat von vera gehlkiel
Hier geht es aber primär nicht darum, wer zufällig mit einem kleinen Piephahn geboren wurde. Sondern darum, dass Kultur eigentlich auf Gewaltverzicht beruht, aber Männer in einer, wie Fischer sehr richtig schrieb, hemmungslos sexualisierten Gesellschaft mutwillig und aus Gründen der Umsatzsteigerung weiterhin von frühester Jugend an auf Gewaltbereitschaft "getrimmt" werden. Männer haben nunmal dieses viele Testosteron, und wenn sie stets unterschwellig wütend sind,
Daß Testosteron "wütend" macht, ist schon rein sprachlich Unsinn. Wütend ist man _über_ etwas, dies kann dann zu Aggressivität _führen_. Aber daß T. aggressiv _macht_ ist seit Jahrzehnten widerlegt. Es _ermöglicht_ (nicht: verursacht) u.a. Aggressivität. Die absolute Menge spielt dabei keine Rolle, jeder Mensch hat einen, von Fall zu Fall unterschiedlichen, Normalpegel, und wenn der erhöht wird, künstlich oder durch Interaktion mit der Umwelt, dann wird das Aggressionspotential größer. Ob und gegen wen sich diese Aggression dann richtet, ist aber durch kulturelle Einflüsse konstituiert, nicht etwa "biologisch vorgegeben", wie Sie es hier suggerieren oder zumindest überspielen wollen.

https://www.nature.com/news/2009/091208/full/news.2009.1131.html

https://www.amazon.de/Trouble-Testosterone-Essays-Biology-Predicament/dp/0684838915/

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pck2 16.09.2019, 23:18
457. Ergänzung zu #454/455

Bezieht sich auf #447 ohlo. (Zitat wurde von der Forensoftware leider gelöscht.)

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intercooler61 18.09.2019, 01:08
458. @vera gehlkiel: Karneval vor Gericht

Zitat von vera gehlkiel
[...] Warum muss ich das Foto meiner minderjährigen Nichte, auf dem sie an Karneval vor dem Kölner Dom als "Bordsteinschwalbe" posiert, unbedingt in ein frei zugängliches Netzwerk einpflegen?! [...]
Die Frage müssen Sie sich schon selbst beantworten. Oder hat Ihnen irgendjemand eine Verpflichtung dazu auferlegt?

Ich rate jedenfalls davon ab: Die Teenagerin hat die Pose zwar selber gewählt (in dem Bewusstsein, dass bei solchen Feierlichkeiten an öffentlichen Orten üblicherweise auch Erinnerungsfotos geschossen werden). Und, solange der Kontext ersichtlich bleibt, sollte ihr das Foto auch nicht schaden ... aber im Netz kann es halt jedermann kopieren und irgendwo verwenden, wo der Kontext nicht mehr ersichtlich ist. Binse.

Reicht für meinen Geschmack allerdings nur für eine Geldstrafe - wenn frau für sowas überhaupt die Gerichte bemühen will.

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471148 18.09.2019, 16:50
459.

Zitat von fml.
Selbst für Juristen nicht nachvollziehbar.
@ fml. 13.09.2019, 23:48
342. Was möchte uns Herr Fischer mit diesem Artikel sagen??

Können Sie das bitte präzisieren. Um keinen falschen Eindruck zu bekommen; was ist für Juristen nicht nachvollziehbar?

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