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Kirchenfest: Was feiern Christen an Pfingsten?
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Viele Deutsche freuen sich über das verlängerte Pfingst-Wochenende. Doch was wird bei dem christlichen Fest eigentlich gefeiert?

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upalatus 03.06.2017, 23:01
20.

Zitat von spiegelmup
Pfingsten ist das einzige Fest, an dem es keine Geschnke gibt. Darüber sollten wir mal nachdenken.
Hab ich. Ergebnis: Gegenseitiges Schenken von Taubenfiguren an Pfingsten war im MA Praxis. Vorstellbar, dass es mal ein 'sinnstiftendes' Revival gibt, und zwei Monate vor Pfingsten Schokotäubchen in hundert Varianten die Verkaufsregale bevölkern.....

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Orthoklas 03.06.2017, 23:39
21. @#4 kyon: Sie machen es sich etwas einfach

Sie schreiben: "Es war eine selbstreflexive Eigen-Leistung der Jünger. Aber ein Wunder macht natürlich mehr her." Ihre Intention ist ebenso klar wie oberflächlich. Sie übersehen, dass diese "reflexive Eigen-Leistung" in aller Regel einem Todesurteil gleichkommen müsste: wer öffentlich einen verurteilten Aufrührer, also Terroristen, oder dessen Sache unterstützt, muss mit derselben Strafe rechnen. Ich bezweifle, dass es den Jüngern mal ebenso in den Sinn gekommen ist, für ihren gescheiterten Anführer auf die Straße zu gehen, um Kopf und Kragen zu riskieren. Ein Wunder - was hier sicherlich der falsche Begriff ist, aber wie auch immer - ist da durchaus im Bereich des Denkbaren.

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spruchreif 04.06.2017, 00:58
22. Antwort an Kerze der Freiheit

Ich antworte Ihnen wie gewünscht als Theologe: Die ersten Christusgläubige waren Juden, d.h. strenge Monotheisten (1. Gebot - keine anderen Götter), der christliche Glaube ist diesem Erbe verpflichtet und auch monotheistisch geblieben, also kein Vielgötterglaube, hier hat der Islam das Christentum falsch verstanden. Geschichtlich konnten die ersten Jesusleute, die gemachten göttlichen Erfahrungen mit Jesus ihrem Messias nicht leugnen und verehrten ihn - trotz der strengen monotheistischen Einstellung - als klar zur Seite Gottes gehörend (Phil 2 ist hier ein sehr früher Christushymnus). Weitere Anhaltspunkte waren: Vollmacht Jesu in Wort und Tat, ausgesprochene Sündenvergebung, Fortgang der Geschichte nach der Kreuzigung. Bereits im sogenannten Missionsbefehl ("Nun taufet alle ... im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" Mt 28) finden sich frühe trinitarische Formeln, ebenso in der Schöpfungsgeschichte (der Geist schwebte über den Wassern). Das erste Pfingsten machte aus Angsthasen, begeisterte Jünger, die allesamt bereit waren für ihren Glauben verfolgt (Gefängnis, Tod) zu werden. Eine Erfahrung, die Millionen von Christen auf der ganzen Welt auch heute noch erleiden. Mit der geschichtlichen Erfahrung vom erlebten Wirken Gottes musste die Kirche und Theologie in ihrer Frühzeit umgehen, die Trinitätslehre ist ein Versuch, die Dinge auf den Punkt zu bringen: Drei und doch einer. Der Begriff Person ist eher im Sinne des griechischen Theaters gewählt, d.h. ein Schauspieler, verschiedene Masken (also eher Ihr zweites Beispiel, nicht die Brüder). Heiliger Geist = Gott in uns / Vater = Gott über uns / Sohn = Gott mit uns. Aktuell erklärt es in der aktuellen Ausgabe von "Zeitzeichen" der Theologe Moltmann so : "Der christliche Glaube hat eine dreifältige Orientierung, schon bevor er sich selbst theologisch reflektiert. Erstens: Ich glaube nicht nur an Christus, sondern ich lebe vielmehr in ihm. Und in der Christusgemeinschaft wird der eingeborene Sohn Gottes zum Erstgeborenen unter vielen Brüdern und Schwestern, so wie es im Römerbrief (8,29) steht: „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“ Zweitens: Ich glaube an Gott nur um Christi willen, sonst wäre ich Atheist geblieben, denn weder die Natur noch die menschliche Geschichte hätten mich von einem Gott überzeugt, der Liebe ist – das hat allein Christus. Und schließlich drittens: In der Christusgemeinschaft erfahre ich eine ungeheure Lebensbestätigung und Lebensermutigung, die Energien des schöpferischen Geistes fließen zu mir über." Schöne Pfingsten und herzlich willkommen in den Gottesdiensten landauf und landab.

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hutzel13 04.06.2017, 05:45
23. Nichts

Wie das Wheinachten was dem Heidnischen Julfest entliehen wurde ist auch Pfingsten ein Feiertag der eingeführt wurde um das Christentum schmackhaft zu machen .
@Rap2 wenn ich nur die Evangelien nutze die die Kirsche zugelassen hat .
Es gibt bis heute keinen Beweis das Jesus überhaubt gelebt hat .
allerdings ist vieles was in den 4 anerkannten Büchern steht heute wiederlegt ( alle mänlichen Kinder unter 2 Jahren zu töten )
@kyon immerhin gibt es nachweise das der Prophet gelebt hat ob das die Sache Glaubhafter macht sehe ich nicht

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arch.aisch 04.06.2017, 08:43
24. Pfingsten

Der hier im Forum und auch geschichtlich diskutierte Konflikt über die Wesenheit der drei Begriffe Gott, Mensch und Geist ist ein Streit um des Kaisers Bart. Die Begrifflichkeiten, die von den wesentlichen Trägern der christlichen Weltanschauung eingeführt sind, unterscheiden sich allenfalls im voreingenommenen Sichtfeld des jeweiligen Betrachters. Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit. Das existenzielle Weltbild ist allansichtig. Es gibt weder Vorderseite noch Rückseite. Es basiert auf einem, dem Gesetz, der Schöpfung (i.e.Gott). Es lebt im Glauben, im gelebten Glauben (i.e.Jesus, der Menschensohn). Es vollzieht sich in der Gemeinschaft, der Gemeinde, der Überzeugung Dritter (i.e. Der Heilige Geist). Mit anderen Worten: Die Weltanschauung leitet sich aus der Überzeugung ab, dass alles Sein dem (moralischen) Gesetz einer Schöpfung entspringt, der das Individuum nur im glaubenden Einklang entsprechen kann, woraus sich unausweichlich das Streben nach Vergemeinschaftung dieses glaubenden Einklanges ableitet. So wenig wie die Schöpfung Person sein kann, so sehr manifestiert sie sich im Persönlichen, welches wiederum nur Sinn in der Gemeinschaft entfaltet und ohne diese gar nicht zu definieren wäre. So einfach (im Sinne des Wortes) ist das Komplexe. (Übrigens, auch ohne dass man diesem schönen Bild gelebten Glaubens folgen müsste)

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kyon 04.06.2017, 09:54
25. Anachronistische Vorstellung

Zitat von Orthoklas
Sie schreiben: "Es war eine selbstreflexive Eigen-Leistung der Jünger. Aber ein Wunder macht natürlich mehr her." Ihre Intention ist ebenso klar wie oberflächlich. Sie übersehen, dass diese "reflexive Eigen-Leistung" in aller Regel einem Todesurteil gleichkommen müsste: wer öffentlich einen verurteilten Aufrührer, also Terroristen, oder dessen Sache unterstützt, muss mit derselben Strafe rechnen. Ich bezweifle, dass es den Jüngern mal ebenso in den Sinn gekommen ist, für ihren gescheiterten Anführer auf die Straße zu gehen, um Kopf und Kragen zu riskieren. Ein Wunder - was hier sicherlich der falsche Begriff ist, aber wie auch immer - ist da durchaus im Bereich des Denkbaren.
Wie kommen Sie nur darauf, dass meine psychologische Deutung "oberflächlich" sei? Es ist etwas Besonderes, wenn Menschen zweifeln und sie sich nach einer heftigen inneren bzw gemeinschaftlichen Auseinandersetzung schließlich zu einer Entscheidung durchringen, auch wenn diese Risiken in sich birgt. Fanatisierte Glaubensanhänger waren und sind zu allen Zeiten bereit, ihr Leben für ihre Überzeugung einzusetzen. "Überirdische" Deutungen von Ereignissen sollten der voraufgeklärten Zeit vorbehalten bleiben.

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klmo 04.06.2017, 12:24
26.

Zitat von arch.aisch
Der hier im Forum und auch geschichtlich diskutierte Konflikt über die Wesenheit der drei Begriffe Gott, Mensch und Geist ist ein Streit um des Kaisers Bart. Die Begrifflichkeiten, die von den wesentlichen Trägern der christlichen Weltanschauung eingeführt sind, unterscheiden sich allenfalls im voreingenommenen Sichtfeld des jeweiligen Betrachters.
Nein, es gibt schon historische Fakten, die wissentlich ausgeblendet werden und den klaren Blick nicht zulassen.
Mit dem Konzil von Nicäa wurde Jesus mit Gott gleichgestellt. (Wesensgleich)
Dies steht im Widerspruch zu den Aussagen in der Bibel:

- Nach Jesus ist „niemand gut als Gott allein“ Mk. 10,18
- Jesus hat nie versucht, eine Religion zu gründen, schon gar nicht hat er sich als Stifter einer weltumspannenden Religion verstanden; er fühlte sich gesandt „nur zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel.“ Mt. 10, 5-6
Guter Lehrer, was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben? Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur EINER, Gott. (Lukas 18:18+19)

Dass sich die Prämissen unter den Urchristen ständig veränderten, ist der Botschaft Jesus selbst zu verdanken, die sich bekanntlich so nicht erfüllten:
Die älteste Missionspredigt an die Juden lautete: „Das Gottesreich ist nahe herbeigekommen; tut Buße.“ (Matthäus. 10,7) Durchdrungen daher das Denken vom nahenden Himmelreich, in der jüdisch, christlichen Gemeinde.
Die zweite Phase der Missionspredigt an die Juden bildete der Satz: „Jesus, der Auferstandene, ist der Messias und wird vom Himmel wiederkommen, um sein Reich aufzurichten.“
Da sich auch die zweite Stufe nicht erfüllte, sorgten nun die Apostel selbst für einen „Erfüllungsgedanken“, der darin bestand, dass das ganze Alte Testament durch Jesus Christus seine Erfüllung gefunden hat.
Fazit: Erst mit dem Konzil von Nicäa, also 325 Jahre (!) nach Christus, konnte sich die Trinitätslehre überhaupt etablieren. Und dies unter schweren Konflikten innerhalb der christlichen Gemeinden. (Siehe die Auseinandersetzung mit den Arianern. Ihr Duktus: Jesus ist Gott ähnlich, aber nicht wesensgleich!)

Immer wieder interessant, wie Theologen interpretieren und hier die wirklichen Fakten ignorieren oder verfälschen. Ein Grund, warum man Botschaften der Theologen auf der Kanzel nicht mehr ernst nehmen kann. (siehe Aufklärung.)

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hanskracht 04.06.2017, 12:54
27.

Im Sufismus:

Gott = Liebender
Jesus = Geliebter
hl. Geist = Liebe

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vertrauensbasis1313 04.06.2017, 13:07
28. Danke für das In-Erinnerung-bringen

Es ist schade, dass Kirchen und Schulen nicht besser aufklären und vorbereiten.
Das "verlängerte" Wochenende sollte ein Nebeneffekt nicht Hauptzweck und Vorteil sein.
Ein bischen mehr Glaube - auch an Frieden in der Welt - würde uns sehr gut stehen !

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123Valentino 04.06.2017, 15:19
29. Was für...

eine Feier, erst sendet gottvater seinen Sohn auf die Erde, lässt ihn fürchterliche Qualen leiden um in dann sterben zu lassen.
Diese geschieht um den Menschen die Erbsünde zu erlassen. Das gilt natürlich nur für die getauften, Babys die nicht getauft wurden mussten ins Fegefeuer oder in die Hölle. Nun gut , das wurde erst später ins Nt aufgenommen.
Aber welche moralischen und ethischen Vorgaben kann mir ein solcher Gott geben.
Ich soll in fürchten , ich soll in lieben. Was soll das.

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