Forum: Panorama
Kirchenstreik-Bewegung "Maria 2.0": "Abschaffung männerbündischer Machtstrukturen"
DPA

Die katholische Kirche leidet an den Verbrechen der Sexualtäter in ihren Rängen. Viele Frauen stellen darum tradierte Strukturen grundsätzlich in Frage: Sie wollen ihre Kirche von Grund auf verändern.

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nnam 11.05.2019, 13:47
10. Warum die Aufregung?

Es gibt doch eine Alternative für die kritischen und empörten Katholiken: auf zu den Lutheranern und Protestanten!

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DJ Doena 11.05.2019, 13:56
11.

Zitat von jonath2010
Die große Stärke der Katholischen Kirche ist, dass ihre Lehren seit 2000 Jahren unverändert und unverrückbar bestehen. Dazu gehört unter anderem, dass das Priesteramt ausschließlich Männern vorbehalten bleibt, die im Zölibat (ehelos) leben.
Mit dem klitzekleinen Haken, dass das Zölibat in der RKK erst vor weniger als 1000 Jahren verpflichtend wurde und der Hintergrund dessen einfach nur war, dass Priester keine (anerkannten) Kinder zeugen sollten, die dann erbberechtigt wären und der Kirche ihren Reichtum streitig machen könnten.

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wauz 11.05.2019, 13:58
12. Kein Junktim, bitte!

Die Frage der Frauenordination ist derzeit in der katholischen Kirche(noch) nicht verhandelbar, weil es eben nachvollziehbare Interpretationen der Schrift gibt,die bestimmte Aufgaben Männern zuweisen. Alles andere ist ziemlich selbstverständlich und mit keiner Bibelauslegung zu konterkarieren.Daher sollte die Frage der Frauenordination nicht in dieses Paket mit eingeschnürt werden. Es ist der Schwachpunkt, den die Machttaktiker, die in manchen Ämtern sitzen, ganz sicher ausnutzen werden. Es ist aber wichtig, dass schnell Bewegung in die anderen Punkte kommt!

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Schartin Mulz 11.05.2019, 13:59
13. Erinnert ein wenig

Zitat von Erythronium2
Es gibt inzwischen Männer, die vor Getwitter erzittern (z. B. #Metoo), einen französischen Präsidenten, der vor Gelbwesten-Protesten einknickt. Da liegt es nicht fern, mal wieder für Frauenpriestertum und Aufhebung des Zölibats in der Katholischen Kirche zu trommeln. So etwas ist modern. Meine Meinung (als Protestant) zu der Sache ist diese: Es wird und kann aber nicht funktionieren, weil diese Kirche auf Druck immer schon im Zweifelsfall auf die Modernität gepfiffen hat und auf Herausforderungen mit verstärkter Durchsetzung der Dogmen und der Autorität des Klerus geantwortet hat. Die beschleunigte Aufhebung des Zölibats und die Einführung des Frauenpriestertums würden die Kirche übrigens sowieso nur nochmals spalten. Wem also die Themen von Maria 2.0 wirklich wichtig sind, der kann sich außerhalb der Römisch-Katholischen Kirche eine geeignete Kirche suchen.
an das "Geh doch nach drüben", mit dem man früher Kritik an der BRD abgebügelt hat.
Der Vorschlag, Menschen, die die Intitution, der sie angehören, reformieren wollen, sollten doch einfach weggehen, ist nicht sehr zielführend.
Auch Luther hatte ja nie vor, eine Kirche außerhalb der kath. Kirche zu gründen, er wollte sie reformierne. Dass das damals schief ging, muss aber nicht heißen, dass amn Reformen von innen grundsätzlich nicht mehr versuchen soll.
Und eins ist klar: Die Macht, die die kath. Kirche noch zu Luthers Zeiten hatte, hat sie heute schon lange nicht mehr. Ein Großteil der Gläubigen und selbst der Priester hat sich schon lange von dem verabschiedet, was aus Rom kommt.

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MtSchiara 11.05.2019, 14:03
14. was treibt diese Frauen an?

Was treibt diese Frauen an? Wozu wollen sie "ihre Kirche" von Grund auf verändern?

Wenn ich Mitglied der FDP wäre, aber meine Weltanschauung wäre linksgrün, warum sollte ich dann versuchen, die FDP grün zu machen, anstatt bei der FDP auszutreten und bei den Grünen einzutreten - es sei denn ich will die FDP als trojanisches Pferd zerstören? Denn das, wozu die Frauen die katholische Kirche verändern wollen, gibt es bereits. Denn unter den dutzenden bis hunderten verschiedenen christlichen Religionen gibt es auch die SELK, die selbstständig evangelisch-lutherische Landeskirche. Die SELK entspricht im Glaubensverständnis und Ritus der katholischen Kirche mit drei Unterschieden:
1) Priester dürfen heiraten
2) Frauen dürfen Priester werden
3) der Papst wird nicht als Kirchenoberhaupt anerkannt

Wozu also sich die Mühe machen, die katholische Kirche zur SELK zu machen, wenn es die SELK schon gibt und man einfach bei der katholischen Kirche austreten und bei der SELK eintreten kann? Was arbeiten die Frauen da bei der katholischen Kirche ab?

Und was den Kindesmißbrauch betrifft, der findet am häufigsten in heterosexuellen Familien statt. Will man also den Kindesmißbrauch wirksam bekämpfen, dann sollte man dort anfangen, wo er am häufigsten ist: die Ehe zwischen Mann und Frau und die klassische Familie gehören verboten. Und das Sorgerecht für Kinder gehört den Eltern entzogen und dem Staat übergeben. Denn Eltern mißhandeln ihre Kinder am häufigsten.

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Tiberiumdue 11.05.2019, 14:05
15. Der alte Mann....

....in Rom und die alten Männer in ihren Kleidern generell, zittern bestimmt schon bei soviel Aufbegehren der Weiblichkeit. Einfach raus aus dem Verein ! "Glauben" kann man auch ohne Kirche !

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dns82 11.05.2019, 14:12
16. "Katholiken" und ihre "Lehre(n)".....

Zitat von jonath2010
Die große Stärke der Katholischen Kirche ist, dass ihre Lehren seit 2000 Jahren unverändert und unverrückbar bestehen. Dazu gehört unter anderem, dass das Priesteramt ausschließlich Männern vorbehalten bleibt, die im Zölibat (ehelos) leben. Teil dieser Lehre sind auch die 7 Sakramente wie zum Beispiel Taufe, Firmung, Buße, Eucharistie, Ehe (zwischen Mann und Frau), Krankensalbung. Verirrungen von hohen Vertretern der Kirche, die im Mittelalter zu Kreuzzügen, Hexenverbrennungen und Inquisition führten, hat mit den Grundsätzen der Katholischen Lehre nichts gemein. Das gleiche gilt für die in den letzten Jahren bekannt gewordenen Missbrauchsfälle durch Bischöfe und Priester. Der Papst wird diese Grundsätze nicht zur Disposition stellen, weil er weiß, dass ansonsten die Katholische Kirche auseinander fällt.
Ihr Beitrag strotzt vor Naivität und Wirklichkeitsverleugnung. Man kann nicht sagen, "unsere 2000 Jahre alten Grundsätze voll gut" und im gleichen Atemzug "alles was irgendwie schlecht war hat aber damit gar nichts zu tun", zumal einem die Haare zu Berge stehen müssen, welche Grausamkeiten bereits seit über 2000 Jahren von den selbsternannten "göttlichem Bodenpersonal" verbrochen worden sind. Im Gegenteil! Die ach so göttlichen, ewigen Strukturen ("Männerverein" u.a.) tragen ganz offentichtlich dazu bei, dass es zu diesen unbeschreiblichen, inhumanen Grausamkeiten anderen Menschen gegenüber kam, kommt und kommen wird. Zudem drückt sich die katholische Kirche vor einer offenen, transparenten Auseinandersetzung mit o.g. Verfehlungen. DIESES Verhalten trägt dazu bei, dass die Kirche auseinanderfällt. Je eher desto besser!

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Erythronium2 11.05.2019, 14:24
17.

Zitat von Schartin Mulz
an das "Geh doch nach drüben", mit dem man früher Kritik an der BRD abgebügelt hat. Der Vorschlag, Menschen, die die Intitution, der sie angehören, reformieren wollen, sollten doch einfach weggehen, ist nicht sehr zielführend. Auch Luther hatte ja nie vor, eine Kirche außerhalb der kath. Kirche zu gründen, er wollte sie reformierne. Dass das damals schief ging, muss aber nicht heißen, dass amn Reformen von innen grundsätzlich nicht mehr versuchen soll. Und eins ist klar: Die Macht, die die kath. Kirche noch zu Luthers Zeiten hatte, hat sie heute schon lange nicht mehr. Ein Großteil der Gläubigen und selbst der Priester hat sich schon lange von dem verabschiedet, was aus Rom kommt.
Tja, gegen Sturheit gepaart mit Realitätsferne ist halt kein Kraut gewachsen. Ich habe gar nichts dagegen, wenn die Katholische Kirche sich wandelt und einige ihrer zweifelhafteren alten Zöpfe los wird. Nur wird diese im Kern stockkonservative und traditionalistische Organisation ganz bestimmt keine Kirchenspaltung riskieren, um ein paar Aktivistinnen zu gefallen. Da trommelt eher noch der BDI für die Abschaffung des Provateigentums oder bekommt der Februar 30 Tage. Wenn einige nicht kapieren können, dass sie da keine schnellen Erfolge erzielen werden, sondern dass das mindestens einige Jahrhunderte dauern wird, dann kann man ihnen halt auch nicht helfen.

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Schartin Mulz 11.05.2019, 14:26
18. Sind Sie Katholik?

Zitat von jonath2010
Die große Stärke der Katholischen Kirche ist, dass ihre Lehren seit 2000 Jahren unverändert und unverrückbar bestehen. Dazu gehört unter anderem, dass das Priesteramt ausschließlich Männern vorbehalten bleibt, die im Zölibat (ehelos) leben. Teil dieser Lehre sind auch die 7 Sakramente wie zum Beispiel Taufe, Firmung, Buße, Eucharistie, Ehe (zwischen Mann und Frau), Krankensalbung. Verirrungen von hohen Vertretern der Kirche, die im Mittelalter zu Kreuzzügen, Hexenverbrennungen und Inquisition führten, hat mit den Grundsätzen der Katholischen Lehre nichts gemein. Das gleiche gilt für die in den letzten Jahren bekannt gewordenen Missbrauchsfälle durch Bischöfe und Priester. Der Papst wird diese Grundsätze nicht zur Disposition stellen, weil er weiß, dass ansonsten die Katholische Kirche auseinander fällt.
Wenn nicht, sehe ich es Ihnen nach.
Der Zölibat in der heutigen Form ist erst im Mittelalter beschlossen worden.
Wenn Sie schon die 2000 Jahre anführen, müssten Sie sich auf das NT beziehen. Da werden Sie von den ganzen Strukturen der Kirche aber nichts finden. Auch das Papsttum ist nichts als eine Interpretation, das lässt sich nicht aus dem NT herauslesen.
Wenn man Papst und Bischöfe überhaupt im NT finden will, dann entsprechen sie in erster Linie den Hohepriestern und Pharisäern. Und die werden ja nun alles andere als als Vorbild hingestellt.

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mueller23 11.05.2019, 14:27
19. Der Zölibat

ist erst im Mittelalter eingeführt worden, in der Bibel steht nichts davon.
Damals ging es darum, dass Kirchenämter nicht vererbt werden können und somit auch kein Anreiz besteht, persönlich materielle Güter anzuhäufen.

Was das Vertuschen von Straftaten, wie sexueller Missbrauch, angeht, verstehe ich die Staatsanwaltschaften nicht.
Das ist Strafvereitelung, Mittäterschaft, und, da es sich um eine Organisation handelt, organisierte Kriminalität,
die normalerweise höher bestraft wird als die Tat eines Einzeltäters.
Auch die katholische Kirche sollte dem Grundgesetz und den in Deutschland gültigen Gesetzen verpflichtet sein.
Staat im Staat: kann und darf es nicht geben.

Geht doch zu den Protestanten: Es geht auch um die Infrastruktur, einen Gottesdienst auf dem Marktplatz abzuhalten mag einige Male funktionieren, aber in der Kirche mit Orgel ist schon schöner, und das haben die Frauen ja alles mitbezahlt.

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