Forum: Panorama
Kirchenstreik-Bewegung "Maria 2.0": "Abschaffung männerbündischer Machtstrukturen"
DPA

Die katholische Kirche leidet an den Verbrechen der Sexualtäter in ihren Rängen. Viele Frauen stellen darum tradierte Strukturen grundsätzlich in Frage: Sie wollen ihre Kirche von Grund auf verändern.

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Schartin Mulz 12.05.2019, 02:59
50. Ich hatte

Zitat von Erythronium2
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich, aber dies schon. Nur ist es halt trotzdem absurd, die DDR mir der Katholischen Kirche zu vergleichen. Aus der DDR konnte man nicht so einfach "austreten" wie aus einer Kirche. Ein Ausreiseantrag konnte sehr unangenehme Folgen haben und man musste bei Erfolg seine Heimat verlassen und wieder von Null anfangen. Meine Einschätzung ist, dass es derzeit überhaupt keine realistische Aussicht auf ein Frauenpriestertum bei dieser Kirche gibt. Wer das will, braucht extrem viel Geduld oder sollte gehen. Die Zulassung von Pfarrerinnen war ja vor nicht allzu langer Zeit selbst bei den Protestanten eine schwierige Angelegenheit. Beim Zölibat sieht die Sache deutlich besser aus. Ich glaube aber nicht, dass ein "Kirchenstreik" irgendwelcher Aktivistinnen irgendetwas bewegen kann. Und wenn doch, dann geht es vermutlich in die falsche Richtung, also in Richtung Repression.
nicht vor, die Kirche mit der DDR zu vergleichen. Es ging nur um die Aussichtslosigkeit der Proteste. DIe Chance, mit den Protesten etwas zu verändern, war in der DDR sicher nicht größer als in der kath. Kirche. Trotzdem ahben es Menschen einfach gemacht.
Sie schreiben, dass die Zulassung von Pfarrerinnen auch in der ev. Kirche ein Problem war. Warum hat es trotzdem geklappt? Weil Menschen dafür gekämpft haben. Wären die Menschen denen das wichtig war, einfach gegangen, hätte es nicht geklappt.
Ich stamme aus einer Generation, die mit Protesten quasi großgeworden ist. Vietnamkrieg, Bildungsmisere, Notstandsgesetze, später Aufrüstung; AKW, eine Chance hatte man eigentlich auch nicht. Und doch hat sich das Bewusstsein verändert.
Mittlerweile ist das Protestieren und Demonstrieren offenbar bei vielen aus der Mode geraten. Man meckert im stillen Kämmerlein vor sich hin oder schreibt Online-Kommentare. Und für streikende Schüler oder Kirchenfrauen etc hat die Mehrheit nur herablassende Verachtung über.

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heinz k 12.05.2019, 08:28
51. Demokratie in der Kirche !

Wow , hätte es sowas vor 30 Jahren gegeben hätte ich mir meinen Austritt noch mal überdacht.
Jetzt sind die Brücken ohnehin abgebrochen.
Aber meine Sympathie den gläubigen Christen ! So etwas wie Kirchen ( und Moscheen , Synagogen ) und Glauben braucht es in der Gesellschaft . Das muß aber von den Menschen kommen und transparent und demokratisch sein.

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Clara Himmel 12.05.2019, 08:39
52. Aber das gibts doch schon alles...

Ich kann ja verstehen, dass sie die Kirche gerne reformieren möchten, aber da kommen sie halt ein bisschen zu spät - so ungefähr 500 Jahre zu spät. Sämtliche(!) Forderungen von Maria 2.0 sind in der Evangelischen Kirche bereits umgesetzt. Einfach mal den Verein wechseln, würde ich sagen^^

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holy64 12.05.2019, 08:47
53. @7.

wo ist die Stärke? Die katholische Kirche verliert immer mehr Mitglieder, auch weil Frauen nur ehrenamtlich und zum ?Kuchen backen? tätig werden sollen.

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yvowald@freenet.de 12.05.2019, 12:31
54. Wahrhaftigkeit - in der Kirche eher ein Fremdwort

Nach wissenschaftlichen Prognosen wird sich auch die katholische Kirche innerhalb von wenigen Jahrzehnten drastisch verkleinern. Die Mitgliederzahl wird sich halbieren. Aber das interessiert diejenigen, die heute in dieser Kirche Macht ausüben (Papst, Kardinäle, Bischöfe, Priester, Klostervorsteher) so gut wie gar nicht. Sonst würden längst Weichen in die Gegenrichtung gestellt worden. Auch die katholische Kirche ist reines Menschenwerk; wer etwas Anderes behauptet, sagt die Unwahrheit. Und mit der Wahrhaftigkeit ist es gerade in der katholischen Kirche sehr schlecht bestellt. Deshalb sollten engagierte Frauen diese Kirche eher meiden "wie der Teufel das Weihwasser" meidet.

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T.König 12.05.2019, 12:42
55. No taxation without representation

Frauen zahlen volle Kirchensteuebeitrag, haben aber überhaupt kein Mitspracherecht/Ämter in der Kirche mit Macht/im Vatikan. Das ist ungerecht und wurde in der Geschichte schon viel früher erkannt und korrigiert (Amerika zu Great Britain).

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labellen 12.05.2019, 13:30
56. sollten die Damen im kath. Kirchenbetrieb

tatsächlich "aufwachen", bliebe ihnen vermutlich kein anderes Mittel, als den Laden erst einmal lahm zu legen, um wirkliche Reformen anzustoßen. Dezente Aktionen bewegen bei solch verfestigten Strukturen wenig bis gar nichts.

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Zeitwesen 12.05.2019, 15:24
57.

Zitat von yvowald@freenet.de
Nach wissenschaftlichen Prognosen wird sich auch die katholische Kirche innerhalb von wenigen Jahrzehnten drastisch verkleinern. Die Mitgliederzahl wird sich halbieren. Aber das interessiert diejenigen, die heute in dieser Kirche Macht ausüben (Papst, Kardinäle, Bischöfe, Priester, Klostervorsteher) so gut wie gar nicht. Sonst würden längst Weichen in die Gegenrichtung gestellt worden. Auch die katholische Kirche ist reines Menschenwerk; wer etwas Anderes behauptet, sagt die Unwahrheit. Und mit der Wahrhaftigkeit ist es gerade in der katholischen Kirche sehr schlecht bestellt. Deshalb sollten engagierte Frauen diese Kirche eher meiden "wie der Teufel das Weihwasser" meidet.
Naja, es kommt immer auf das "Wo" an.
Die katholische Kirche ist ja nicht nur in Deutschland bzw. Europa verbreitet, wo diese Prognose durchaus zutreffend sein mag.

"2017 waren weltweit 1,313 Milliarden Menschen Katholiken; 2011 waren es 1,2 Milliarden."
Quelle Wikipedia

Außer Nordamerika, Australien, Asien und Afrika hat die katholische Kirche aber vor allem in Mittel- und Südamerika einen sehr starken Bevölkerungsanteil und diese Gesellschaften sind größtenteils sehr Patriarchalisch geprägt.
Dass heißt, eine Öffnung für Frauen um den Mitgliederschwund in Europa/ Deutschland zu stoppen, würde aller Voraussicht nach gleichzeitig zu weitaus größeren Mitgliederaustritten in solchen Ländern führen und damit zu einem erheblichen Machtverlust der katholischen Kirche dort.
Daher wird man, behaupte ich mal, den Damen von Maria2.0 höchstens Redeangebote machen und Ihnen erklären wie wichtig Frauen seien (kath. Kinder kriegen), aber versuchen die Diskussion mit wertschätzenden Worten im Sande verlaufen zu lassen.

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river runner 12.05.2019, 15:40
58. Die einzige Möglichkeit ist der Kirchenaustritt

Zitat von T.König
Frauen zahlen volle Kirchensteuebeitrag, haben aber überhaupt kein Mitspracherecht/Ämter in der Kirche mit Macht/im Vatikan. Das ist ungerecht und wurde in der Geschichte schon viel früher erkannt und korrigiert (Amerika zu Great Britain).
Diese Kirche wird sich nicht von sich aus ändern:
Heute gratuliert Papst Franziskus den Müttern zum Muttertag und weihte 19 neue Priester, siehe 1.
Acht dieser neuen Priester kamen aus dem Seminar Redemptoris Mater vom Neokatechumenalen Werg, siehe 2. Der Neokatechumenale Weg ist besonders reaktionär, siehe 3.
Das ist der tatsächliche Zustand der katholischen Kirche heute, und damit stellt sich die Frage, warum diese reaktionäre Institution in Deutschland noch im grossen Stil von Staats wegen finanziert wird. Um diese Frage effizient stellen zu können, müssten die Frauen von Maria 2.0 allerdings zunächst einmal aus der Kirche austreten.
Siehe:
(1) Franziskus gratuliert Müttern zum Muttertag
Papst Franziskus hat den Müttern weltweit zum Muttertag gratuliert .
……….himmlische Mutter, die wir morgen, am 13. Mai, unter dem Namen Maria von Fatima feiern werden……. Heute Morgen, in der Peterskirche, hatte ich die Freude, 19 neue Priester zu weihen. ...
https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019-05/papst-franziskus-regina-coeli-muttertag.html
(2) Papst Franziskus - Heilige Messe mit Priesterweihe 2019-05-12
Petersdom - Papst Franziskus steht der Feier der Heiligen Messe vor und weiht Priester
Minute 2:30 …. sind 8 Kandidaten aus der Priesterbruderschaft der Söhne des Kreuzes, weitere 8 aus dem Seminar Redemptoris Mater vom Neokatechumenalen Werg ……….
https://www.youtube.com/watch?v=lRaTTPhOAh0
(3) 4.5.2014
Katholische KIrche : Kikos Weg
Der Neokatechumenale Weg ist eine der mächtigsten Bewegungen des Katholizismus.……..
https://www.zeit.de/gesellschaft/2014-05/neokatechumenaler-weg-katholizismus-kiko-arguello-aussteiger

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Schartin Mulz 12.05.2019, 17:51
59. Das dürfte kaum der Grund sein

Zitat von holy64
wo ist die Stärke? Die katholische Kirche verliert immer mehr Mitglieder, auch weil Frauen nur ehrenamtlich und zum ?Kuchen backen? tätig werden sollen.
Die Gesellschaft in Europa wird atheistischer, das ist der eigentliche Grund.
Es gibt vermutlich mehr Ungläubige, die noch Kirchenmitglied sind, als Gläubige, die ausgetreten sind.
Wenn es nur an der Stellung der Frauen in der Kirche läge, hätten die Protestanten das Problem nicht auch.
Im Übrigen sind Frauen keinesfalls nur ehrenamtlich in der Kirche tätig. Bis auf die Pastoren, Diakone etc sind die Stellen in der Kirche nicht an das Geschlecht gebunden.
Ich bin als Katholik auch für grundlegende Reformen. Aber dass die Kirchen wieder vollwerden, wenn die Priester heiraten dürfen und Frauen Priester werden können, ist eine naive Vorstellung.
Im Übrigen ist die ehrenamtliche Tätigkeit in den Gemeinden das Thema, dessen sich die Atheisten langsam mal annehmen sollten. Ob in Kirchen weiter Messen gefeiert werden, ist ein Thema, das nur die Gläubigen bewegt. Das kann allen anderen egal sein.
Aber wenn die gesamte ehrenamtliche Arbeit in den Gemeinden zum Erliegen kommt, haben wir ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wo gibt es denn außerhalb der Kirchen ein solches Netzwerk ehrenamtlicher Kräfte, die sich um Alte, Behinderte, Kinder etc kümmern?

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