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Klage gegen Automatenfirma: Spielsüchtiger bekommt 438.000 Euro zurück
DPA

Eine Automatenfirma aus Österreich muss einem Spielsüchtigen fast eine halbe Million Euro zurückerstatten. Vor Gericht hatte der Mann argumentiert, wegen seiner Sucht sei er nicht geschäftsfähig gewesen.

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Jochen aus F 11.12.2014, 15:43
10. Habs nicht begriffen

Äh, kann mir bitte mal jemand sagen, wieso der Hersteller des Automaten haftet?
Der Automatenhersteller hat den Automaten verkauft. Das Casino hat die Gewinne eingestrichen, (und allergrößtenteils an die Staatskasse abgeführt, aber das nur am Rande). Und nun muss der Automatenhersteller haften? Aha. Warum nicht der Taxifahrer, der den Spielsüchtigen zum Casino gebracht hat? Wäre für mich genauso naheliegend.

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Geographus 11.12.2014, 15:43
11. ...

Könnte das Casino sowas eigentlich auch machen? Sobald eine Person (ob nun spielsüchtig oder nicht) einen hohen Gewinn erzielt wird erst einmal automatisch die Geschäftsfähigkeit angezweifelt, da jeder der in einem Casino ist potentiell Spielsüchtig ist.

Was auch relevant wäre ist, in wie fern das Casino den man nicht vom Spielen abgehalten hat. Stand die Person auf den einschlägigen Listen für Spielsüchtige? Hatte er Hausverbot im Casino oder beantragt das ihm dort keine Chips mehr ausgehändigt werden? Wenn etwas davon zutrifft kann man das Urteil zumindest nachvollziehen, aber sonst?

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thecrow123 11.12.2014, 15:53
12. Die Hintergründe wären interessant

Man müsste erstmal wissen, wie der Richter zu seinem Urteil gekommen ist. Wenn der Mann 800.000 EUR verspielt, dann hört sich das schon krankhaft an. Wenn der Spielsalon das weiß und dann nur grinsend zusieht wie der Typ sein Leben ruiniert, dann finde ich so ein Urteil grundsätzlich sehr erfreulich.

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Malone81 11.12.2014, 15:54
13.

Ich stimme der grundsätzlichen Verwunderung über dieses Urteil zu, aber man muss schon unterscheiden zwischen jemandem der krankhaft spielsüchtig ist und jemandem der anonym in irgendeinem Tabakladen seinen Lottoschein für 3,- EUR abgibt.
Ich vermute mal dass die Person nicht in tausend verschiedene Automaten in zig unterschiedlichen Spielhallen war; sondern er in einer, vielleicht 2 oder 3 verschiedenen Etablissements war.

Wenn nun jemand in 2 Läden insgesamt 800.000 EUR verzockt, dann fällt das auf. Und die Betrieber solcher Spielhallen kriegen das durchaus mit - und können auch relativ gut beurteilen ob der Spieler mit seinen Ausgaben "über seinen Verhältnissen" spielt. Außerdem: werft mal 800´000 EUR in Spielautomaten. Dafür muss man ja jahrelang, täglich mehrer Stunden in der Spielhalle sitzen. Und da wollen die Betreiber dem Gericht glaubhaft vermitteln, von seiner Spielsucht nichts gewusst zu haben!? In der Hinsicht habe ich schon Verständnis für das Urteil.

In Deutschland gibt es ausserdem die Möglichkeit, sich als spielsüchtiger registrieren zu lassen - damit wird einem der Zugang zu Casinos und mitunter Spielhallen verwehrt. Wenn der Betreiber dich trotzdem reinlässt - haftet er für den Schaden. Möglicherweise lag ja auch ein derartiges Fehlverhalten vor!?
Was mich persönlich aber am meisten verwundert: wie weißt man eigentlich nach dass man 438.000 EUR in Automaten geschmissen hat!? Frage mich ja wirklich wie sowas funktionieren soll!? Gibts da Kundenkarten über die das abgerechnet wird?

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bartholomew_simpson 11.12.2014, 15:55
14. Und was ist mit

den Essüchtigen, Alkis, Drogenabhängigen etc.?
Da hat kaum jemand eine Quittung aufbewahrt.

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tomrau 11.12.2014, 15:55
15. raffgierige spiel und wettmafia

spielsucht ist eine krankheit mitarbeiter von casinos muessen genau wie barkeeper auch darauf achten und diese menschen schuetzen. bin mir aber sicher das die lobby schon gewehr beifuss steht und dieser Möglichkeit der Bestrafung zu umgehen. dieser mafia muss Einhalt geboten werden, aber wenn oliver kahn und die bayern dafuer werben kann das nichts schlechtes sein.

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guckst_du 11.12.2014, 15:56
16. Wie verrückt ist das denn ?

Wenn also Süchtige vermittels ihrer daraus abgeleiteten Nicht-Geschäftsfähigkeit solche Urteile bewirken können, dann bin ich als Raucher und Süchtiger ebenso nicht geschäftsfähig und verklage die Tabak Industrie auf Herausgabe für das verqualmte Geld der letzten 35 Jahre.
Ebenso können alle Alkoholiker Ersatz für Versoffenes einfordern.
Da eröffnen sich ja gänzlich neue Möglichkeiten..... Schließlich hat diese Gruppen auch niemand daran gehindert, die Frau am Kiosk ebensowenig, wie die Verkäuferin beim Discounter.....

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Malone81 11.12.2014, 15:57
17.

@ Jochen:
Das hatte mich auch gewundert. Ich kann mir das nur erklären indem der Automatenhersteller auch zeitgleich Betreiber der Spielhalle/des Casinos wäre. Ansonsten macht es definitiv wenig... äh.. nein: KEINEN Sinn!

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Beeblebrox 11.12.2014, 16:25
18. In Deutschland undenkbar....

Bei uns sitzen die Lobbyisten von Gauselmann und Co. den Politikern in Berlin auf dem Schoß...
Deshalb wird es bei uns auch nie effektive Gesetze zur Bekämpfung der Spielsucht geben, egal wieviele Familien dadurch ruiniert werden.

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Big_Jim 11.12.2014, 16:57
19. Ein komisches Urteil.

Der Mann ist über 18 und somit voll geschäftsfähig. Frage: Hätte er sich auch auf seine Sucht berufen wenn er in der Zeit 1 Mio Gewinn erspielt hätte?

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