Forum: Panorama
Konzert in Jena: 50.000 Menschen rocken gegen Rechts

Für den Kampf gegen den rechten Terror haben Rocker Udo Lindenberg und sein Duz-Freund Sigmar Gabriel ihre Kumpel zusammengetrommelt: So standen am Freitagabend unter anderem Jürgen Trittin, Peter Maffay und Clueso*auf der Bühne, um mit 50.000 Menschen*in Jena zu feiern.

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tomkey 03.12.2011, 14:30
70. Nazis in der DDR

Zitat von weird
Nette Einstellung, aber wie fürchterlich naiv ist das denn bitte? Der Kerl kommt aus der selben Generation wie ich und sieht nicht, wie oft benachteiligt, oft belächelt und oft angefeindet "der Osten" oder "die Ossis" werden? Fern jeder Realität... Die Strecke von Jena nach Leipzig ist nun mal nicht all zu lang. Vielleicht hätte man damals lieber von Sonneberg bis nach Rostock ziehen sollen?! Und die neuen Kriminellen haben wir uns nicht reingeholt, sondern die sind von selbst gekommen - aus dem Westen. Wir durften doch erst letztens lesen, das die Führungsriege der Nazis alle aus den "alten" Bundesländern kam/kommt. Pastörs, Apfel, um nur zwei Beispiele zu nennen. Bei Kühnen war's doch auch so. Andernfalls hätten wir es hier nur mit ein paar desillusionierten Schlägertrupps zu tun, aber dank dem rechtsextremen Aufbau Ost... den Rest spare ich mir.
Sie sprechen da nicht für mich. Wenn ein Bürger sich sowas gefallen läßt .. selbst dran Schuld. Endlich mal Rückrat zeigen und nicht jammern, sowas sollte auch bei diesen Bürgern nach 20 Jahren Beitritt zur BRD möglich sein. Wer hat denn das so gewollt? Schauen Sie sich die letzten Wahlen in der DDR. Das sagt alles.

Nazis gab es seit Anfang der 80er Jahre auch in der DDR. Aus der Punkbewegung in mehreren Goßstädten (vor allem Ost-Berlin, auch Halle-Neustadt) enstanden Skinheadgruppierungen mit rechtsextremen Kern. Der "antifaschistische Schutzwall" war half da wenig, diese Gruppierungen wuchsen abseits des SED-Glücks.
Kontakte zu den BRD-Nazis gab es sehr schnell. Und da war es dann ein "Geben und Nehmen" von beiden Seiten.
Die Skinnazis in der DDR waren vor der Wende und nach der Wende bereits teilweise extremer/entschlossener als ihre braunen Dumpfbacken in der BRD. Die West-Nazis stießen im Osten auf goldenen(braunen) Boden bei ihren rechtsextremen Gesinnungsgenossen.

Link:
Naizs in der DDR

Bei Ihren Ansichten zu den Gedanken in der Mitte der Gesellschaft stimme ich Ihnen zu.

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herbert nau 03.12.2011, 14:57
71. Man sollte differenzieren können.

Zitat von jigglediggle32
Ach, tatsächlich? Wie gutgläubig manche Menschen doch sind. Kaum drängen viele wegen Musik, Bier und Bratwürsten zu einer Veranstaltung, wird gleich von einem "Zeichen gegen Rechts" geredet. Das Ganze war doch nicht mehr als ein billiges und vorgezogenes Wahlkampfmanöver von Gabriel, wie schon seine abstruse Tour durch türkische Läden auf seiner Entschuldigungs- und Demutstour. Selbstverständlich ist ein Verbot der NPD das Maß aller Dinge, wer es glaubt. Ein Verbot würde überhaupt nichts bringen, vielleicht beruhigt es einige naive Gemüter - aus den Augen, aus dem Sinn. Aber jeder halbwegs normal denkende Mensch weiss, dass das Ganze nur eine Luftnummer wäre.
Wer sich über unterschiedlichste Medien informiert und die vielfältigen Reaktionen gegen "rechte Gewalt" und die NPD verfolgt, kann über so einfältige Einschätzungen nur den Kopf schütteln. Da ist jede Veranstaltung - zumal mit so einer zahlreichen Beteiligung - ein gutes Signal.

Natürlich wird ein Verbot der NPD nicht die rechte Gesinnung verhindern, aber ein wichtiger Geldhahn wird dann zugedreht und das wird Aktionen der "Rechten Szene" erschweren. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass in den nächsten Tagen mit weiteren Fahndungserfolgen die Erbärmlichkeit der Neonazis weiter transparent wird und die "braune Gewalt" weitere Ächtung erfährt.

Man mag nicht alle Veranstaltungen gegen RECHTS gelungen finden, aber die erste Reaktion sollte immer ein ganz klares Bekenntnis gegen RECHTS sein!!!

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fraenker21 03.12.2011, 15:23
72. Ein Zeichen setzen!

Zitat von seinsfeld
Ist ja ein nettes Zeichen! Aber Morgen marschiert die NPD wieder durch Jena mit Polizeischutz. Im Grunde müsste man den Polizeischutz weglassen. Wenn dann die Jener Bevölkerung die Nazis unsanft aus der Stadt treibt, dann kommen Sie auch nie wieder.
Lieber Seinsfeld, wann warst du denn das letzte mal in Jena?
Die NPD marschiert hier schon lange nicht mehr. Die Jenaer Bevölkerung hat vor Jahren schon deren "Fest der Völker" erfolgreich aus der Stadt vertrieben. Die NPD traut sich in Jena nicht mal mehr, Wahlplakate aufzuhängen, weil sie eingesehen hat, dass es für sie hier nichts zu holen gibt!

Ich kann nicht ausschließen, dass hier in manchem Kopf braunes Gedankengut herumgeistert. Aber Thilo Sarrazin wird in ganz Deutschlang gelesen!!!
Ich selbst lebe seit 6 Jahren in Jena und habe noch keine Neonazies durch die Straßen ziehen gesehen. Wenn es für den Rest Deutschlands aber so aussieht, als würde das hier zum Alltag gehören, macht mich das sehr betroffen. Denn dem ist nicht so!
Und wenn dann auch noch das öffentlich-rechtliche Fernsehen Jena mit einem unseriösen Beitrag ein braunes Image anhängen will, wird man als Jenaer echt wütend. Das ist mitlerweile ja sogar Herrn Uhly selbst peinlich...

Und auch wenn dem ein oder anderem in diesem Forum die gestrige Veranstaltung wenig sinnhaftig erschien, die Jenaer waren dankbar, so kurzfristig eine Plattform zu bekommen, um über die Stadtgrenzen hinaus klar Stellung beziehen zu können.

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mr.gamer 03.12.2011, 15:48
73. So sieht's aus.

Zitat von toskana2
Es bleibt die Illusion der Gutmeinenden, dass mit Rocken sich die Gesellschaft ändern könne. Die Auseinandersetzung findet auf dem ideologischen Schlachtfeld statt. Hier scheinen die Rechtsradikalen gut gerüstet zu sein. Was im Übrigen gegen ein NPD-Verbot spricht.
Die Auseinandersetzung mit Rechtsintellektuellen bleibt deshalb aus, weil man sonst die Deutsche Geschichte der letzten hundert Jahre nocheinmal neu aufarbeiten müßte.

Unsere sogenannten Eliten scheuen davor zurück, weil sie aus gutem Grund Angst haben vor dem, was alles herauskommen würde.
Also wird mit Propaganda in den Schulen und Medien, sowie durch fragwürdige Anwendung, z.B. des § 130 StGB (Volksverhetzung) in Gerichtsverfahren, gegen rechte Ansichten und Ideen vorgegangen.

Sie schrieben:
"Die Auseinandersetzung findet auf dem ideologischen Schlachtfeld statt.
Hier scheinen die Rechtsradikalen gut gerüstet zu sein."

Das kann man so sehen.

Man muß aber andererseits auch unterscheiden zwischen Analyse und Problemlösung.
Selbst wenn zwei Seiten gewissen Erkenntnissen aus dem analytischen Bereich zustimmen, so muß dennoch nicht unbedingt jede Seite den gleiche Lösungsweg propagieren.

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jüttemann 03.12.2011, 17:03
74. Kardinalfehler der Antifas

Zitat von herbert nau
Man mag nicht alle Veranstaltungen gegen RECHTS gelungen finden, aber die erste Reaktion sollte immer ein ganz klares Bekenntnis gegen RECHTS sein!!!
Das ist doch genau das Problem und der riesige Fehler der Kämpfer gegen "Rechts": Sie bekämpfen "Rechts" und wundern sich dann, dass ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung nicht mitmacht.
Denn Ziel des Kampfes sind eben nicht nur rechte Gewalttäter und Systemveränderer, sondern ganz pauschal "rechte Meinungen", und damit bekämpft man nun einmal zur Hauptsache Menschen mit demokratischer Gesinnung, die mit den Neonazis eigentlich nichts, aber auch überhaupt nichts zu tun haben wollen.
Warum ist es denn nicht möglich, endlich auch verbal klar zwischen demokratischen "Rechten" und den ebenfalls ungefährlichen "Rechtsradikalen" auf der einen und den gewalttätigen, undemokratischen "Rechtsextremisten" auf der anderen Seite zu unterscheiden, wie das der Verfassungsschutz ganz selbstverständlich tut?

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vogtländer 03.12.2011, 17:28
75. gutes signal

all denen, die hier im forum eine lanze für die gestrige veranstaltung brechen oder selbst vor ort waren eine großen dank.

allen anderen, deren landsmannschaftliche verortung unschwer nach nur wenigen worten zu erahnen ist sei gesagt: nein, bier mußte bezahlt werden, und die würstchen auch - einritt war frei. und geschüttet hat es zeitweise aus eimern und gestürmt auch noch. 50.000 in einer stadt von 100.000 einwohnern, da müßten in köln schon eine halbe million auf die straße gehen, um ähnliches vorzuweisen. egal.

schön zu lesen ist die arrogante hochnässigkeit, gepaart mit dem schon legendären besserwissen unserer schlauen brüder und schwestern aus dem westteil dieses landes.
eine ehre für uns minderbemittelte hier im osten, wenn uns oberschlaue wessis ratschläge für alle lebenslagen geben, gerade jetzt, wo ihnen ihre hochgelobte demokratie und ihr wunderbares solide durchfinanziertes wirtschaftssystem beginnen ihnen so grandios um die ohren zu fliegen.

da wollen wir dann mal sehen, mit welchem komfort der wessi dann bereit ist, auf die straße zu gehen und wie es mit dem sozialen frieden dann aussieht. schuldenmajore!!!

vogtländer

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Kurt Stölzle 03.12.2011, 19:10
76.

Zitat von tuvalu
Gestern wurde in Jena ein Zeichen gesetzt, 50.000 Menschen haben an einer Demo gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, Rechtsradikalismus teilgenommen.
Da gab es eine Demo? Wo jetzt? Ich habe nur Konzertbesucher gesehen, die zur Musik gefeiert haben. Vielleicht ist mein Demo-Begriff ein anderer und ich war nicht lange genug da, aber gestern gab es dort keine Demo.

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Eheufaucan 03.12.2011, 19:43
77. Zeichen setzen

Ich weiss nicht auf welcher Veranstaltung die anderen hier waren aber gestern in Jena hat das Bier zwischen 3-4 Euro und die Bratwurst 2,50 Euro gekostet. Von einem kostenlosen Besäufnis kann also nicht die Rede sein. Hinzu kommt das bereits von Vogtländer erwähnte miese Wetter mit Regen, Sturm und einer teilweise durchnässten Festivalwiese. Außerdem darf man nicht vergessen das die Musik von einem Peter Maffay oder Udo Lindenberg auch nicht gerade jeden anspricht - erst recht nicht unter der jüngeren Generation. Dennoch kamen fast 50.000 Besucher. Wieso dann eigentlich? Vielleicht doch wegen der Idee die hinter dem Festival stand?

Was die Kosten anbelangt... Wir verpulvern Milliarden in Banken, Griechenland, die Euro-Rettung etc. Der letzte Papstbesuch hat den Steuerzahler Unsummen gekostet, der Polizeieinsatz wegen randalierender Castorgegner vor ein paar Tagen ging ebenfalls in die Millionen, mit S21 will ich gar nicht erst anfangen und wenn Ministerin Schavan mal wieder meint mit der Flugbereitschaft zu einer Privataudienz beim Papst fliegen zu müssen dann sind auch mal eben 150.000 Euro weg. Aber gestern kam das Geld endlich mal bei denen an die all den anderen Irrsinn sonst finanzieren: den Steuerzahlern.

Außerdem sind solche mit öffentlichen Mitteln gesponserten, kostenlose Großveranstaltungen doch keine Seltenheit. Vor zwei Monaten fand z.B. wieder die Ideen Expo in Hannover statt - samt kostenlosen Konzerten mit Künstlern wie Jan Delay oder Juli. Finanziert wurde das ganze u.a. mit EU Geldern und Mitteln des Landes Niedersachsen. Oder man denke an die Aufräum-/Müllentsorgungskosten nach der Love Parade die früher die Stadt Berlin selber zu tragen hatte. Oder man nehme große, teure Kunstprojekte wie z.B. die Riesen in Berlin vor 2 Jahren. Trotz Sponsoren flossen auch hier jede Menge öffentliche Mittel. Man könnte dutzende Großverantaltungen aufzählen die mit Steuergeldern finanziert wurden. Tja, und jetzt haben eben mal die Einwohner Ostthürringens von solch einer Veranstaltung profitert. Kein Grund deswegen gleich auf die Barrikaden zu gehen.

Natürlich erwarte ich nicht das sich nach dem Konzert schlagartig etwas in den Köpfen der Rechten ändern wird. Ein Song vom Udo wird wohl kaum jemanden mit solchem Gedankengut bekehren und zur Besinnung bringen. Aber durch die zahlreiche Teilnahme wurde immerhin ein Zeichen gesetzt. Nämlich das die breite Bevölkerung nicht mit den in den letzten Tagen/Wochen aufgedeckten Ereignissen zufrieden ist, die Sache nicht einfach stillschweigend hinnimmt und das die große Mehrheit dieses Gedankengut nicht teilt. Es zeigt das Jena entgegen der Dartstellung in dem ZDF Beitrag keine Zone der Angst ist. Dieses Zeichen ist mir zehn mal soviel Wert wie eine private Flugstunde für eine Ministerin. Ich hab mich jedenfalls sehr über das Konzert gefreut. Auch wenn es nicht meinen Musikgeschmack traf so war die Veranstaltung großartig. Es lief alles reibungslos und friedlich ab - angenfangen von den Shuttlebussen, über den Einlass bis hin zum Konzert selbst. An der Stelle also noch einmal ein ganz großen Dankeschön an alle die dieses Konzert ermöglicht haben. Einen kleinen Obulus zur Finanzierung der Veranstaltung hab ich natürlich auch gespendet. Das war es mir wert.

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tuvalu 03.12.2011, 20:44
78. All die Lösungen versammelt in so wenigen Kommentaren

Zitat von Kurt Stölzle
Da gab es eine Demo? Wo jetzt? Ich habe nur Konzertbesucher gesehen, die zur Musik gefeiert haben. Vielleicht ist mein Demo-Begriff ein anderer und ich war nicht lange genug da, aber gestern gab es dort keine Demo.
"Dort"? Ein paar Ausschnitte im Fernsehen gesehen?

Was ist denn Ihr Demo-Begriff? D.h. sofern Sie einen haben. Ansonsten können Sie ja jetzt schnell ad hoc einen konstruieren, der garantiert nicht zur gestrigen Veranstaltung passt, um besonders kritisch und die Welt-verstehend zu wirken.

Ansonsten nehmen wir halt Wikipedia: "Eine Demonstration (von lat.: demonstrare, zeigen, hinweisen, nachweisen, Kurzform: Demo) im politischen Sinne ist eine in der Öffentlichkeit stattfindende Versammlung mehrerer Personen zum Zwecke der Meinungsäußerung."

Es gab mehrere Personen. Es gab eine Meinungsäußerung. Allein schon durch das Motto der Veranstaltung. Aber auch durch die Vorträge und Äußerungen auf der Bühne. Ebenso die Reaktionen aus dem Publikum. Es war eben nicht der übliche Marsch oder eine reine Versammlung. Das muss man nicht mögen, aber die politische Botschaft kann man der Aktion deshalb nicht absprechen.
Ein Konzert findet in erster Linie statt, damit Menschen Musik hören, tanzen, Spaß haben. Glauben Sie, dass Udo Lindenberg in Jena 50.000 Besucher für ein nettes Gedudel hätte mobilisieren können?
Die Leute sind aus einem klaren Grund dort hingekommen. Sie werden deshalb nicht morgen alle Initativen für Menschenrechte gründen. Aber die Menschen, die das tun werden oder schon tun waren auch unter den 50.000.

Warum nur wird hier an Stellen rumgemeckert und rumgejammert, an denen es so unnötig ist. Natürlich hätten Dinge anders sein können. Peter Maffay hätte sich am Ende nicht einen überforderten Jungen auf die Bühne holen müssen, Udo hätte mal etwas weniger kiffen können und der Stadtpfarrer hätte nicht unbedingt die neuesten Verschwörungstheorien ausbreiten müssen. Das hat der Grundidee aber nicht geschadet. Und natürlich könnte man das Geld für diese Veranstaltung auch anders investieren. Aber wieso wird gerade hier gegeneinander ausgespielt. So viele Regionalfußballspiele müssen polizeilich und mit hohen Kosten abgesichert werden. An anderen Stellen fallen derartige Summen pro Woche für simple Planungsfehler an. Statt dessen wird hier gemeckert, lamentiert, schlechtgeredet. Es war eben was es war, ein 50.000 Menschen starkes Zeichen gegen Menschenverachtung, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit. Das kann man naiv und blöd und lächerlich und "gutmenschenhaft" finden, aber belastbare Argumente gibt es keine.

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x-beliebig-und-anonym 04.12.2011, 04:46
79. Dank

Zitat von vogtländer
all denen, die hier im forum eine lanze für die gestrige veranstaltung brechen oder selbst vor ort waren, großen dank.
Ich war dabei. Als Wessi, mit Frau aus Nbg angereist. Nicht uns danken, wir haben zu danken! Super Veranstaltung, organisatorisch, inhaltlich, musikalisch!
Zitat von vogtländer
nein, bier mußte bezahlt werden, und die würstchen auch - einritt war frei.
Klar. Manche Miesepeter haben offenbar grenzenlose Phantasie:
Zitat von Genesis P.Orridge
Ich habe die Bilder der feiernden Familien mit teils Kleinkindern gesehen. Das ganze erinnerte eher an eine mächtige Gaudi
Also Kleinkinder habe ich keine gesehen - für meinen Geschmack fehlten leider sogar ein wenig die 12-17 jährigen. Auch das mit dem "feiern" war oft mehr theoretisch. Die Künstler hätten eine noch bessere Stimmung, mehr mitmachen, verdient gehabt. Es war halt keine laue Sommernacht.
Zitat von vogtländer
und geschüttet hat es zeitweise aus eimern und gestürmt auch noch.
Der Wettergott hatte doch ein Einsehen. Bei Julia Neigel hörte der Regen doch schon wieder auf. (Vom mdr-TV-Bericht nicht verwirren lassen, die haben ihren Film entgenegen der Auftrittsreihenfolge zusammengeschnitten.) Und mit der mdr-Regenhaut war das Publikum ja zeitweilig eine Art "Horde von kleinen Hobbits".
Zitat von vogtländer
50.000 in einer stadt von 100.000 einwohnern, da müßten in köln schon eine halbe million auf die straße gehen, um ähnliches vorzuweisen.
Auch das kam im Film nicht rüber. Was als Publikum da eingeblendet wurde, war nur ein winzig kleiner Bruchteil davon.
Zitat von vogtländer
schön zu lesen ist die arrogante hochnässigkeit, gepaart mit dem schon legendären besserwissen unserer schlauen brüder und schwestern aus dem westteil dieses landes
Nun, als Wessi bildet man sich halt schnell seine eigene Meinung und äußerst sie auch bedenkenlos. Hier z.B. meine zu den Redebeiträgen:
- der Stadtjugendpfarrer (wirr) und Bodo Ramelow (langweilig) wären besser zu hause geblieben
- Trittin's Rede war wie eine Wahlkampfrede, dort eher deplaziert
- Christine Lieberknecht: "Was wir den Opfern schuldig sind, ist die völlige Aufklärung ohne jede Rücksicht auf Personen und Institutionen". Bravo! Kürzer, prägnanter und auch mitfühlender kann man das nicht ausdrücken.
- der OB von Jena: Glaubhaft, was ich an den Reaktionen der Studenten um mich herum sah. Das war nicht mehr das Jena, das ich bei meinem letzten Besuch - als Club-Auswärtsfan - 1998 noch gesehen hatte. Das Jena von heute hat wirklich kein Nazi-Image verdient.
- die Forderung nach dem NPD Verbot ist inzwischen ritualisiert, trotzdem richtig
- und die Aktionsbündnisse taten in ihren Redebeiträgen eigentlich all das, was der Forist Genesis P.Orridge behauptet, dass das alles gefehlt habe, wie z.B. das Brandmarken des Alltags-Rassismus, der fehlenden Sensibilität der Behörden für die Opfer, usw.

Nein, es war nicht zu viel Gaudi, eher noch zu wenig. Ich hätte mir z.B. mehr von Clueso gewünscht. Die ganzen jungen Leute um mich herum waren hell wach, als er da war. Bei den Künstlern war ein wenig zu viel Rentnerband, zu viel Nostalgie. Dabei dürfte die Hälfte des Publikums zwischen 18 und 30 gewesen sein. Rund ging es erst am Ende, "Johnny B. Good". Auch die Lautsprecher wurden erst da richtig aufgedreht.

Danke Jena, danke Thüringen, danke Maffey, Silly & Co., wir werden wieder kommen.

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