Forum: Panorama
Kosten des Skandalbaus: Architekt bringt Tebartz-van Elst noch mehr in Bedrängnis
DPA

Nun bestätigt auch der Architekt der Limburger Bischofsresidenz: Franz-Peter Tebartz-van Elst wusste von Anfang an, wie teuer der Protzbau werden würde. Über die Kosten sei oft mit dem Bischof gesprochen worden. Zudem sei der Bau durchaus planmäßig verlaufen.

Seite 26 von 28
markus_wienken 14.10.2013, 17:21
250. .

Zitat von gantenbein3
Weil der Architekt...wusste, dass der Bischof öffentlich mit Baukosten in einer Höhe hantierte, die deutlich unter den vom Architekten (angeblich) veranschlagten Kosten lag. Da ist es eine spannende Frage, ob der Architekt nicht von sich aus aktiv werden musste. M.E. darf die Loyalität zum Bauherren nicht soweit gehen, dass der Architekt das Kontrollgremium nicht informiert.
OK, ich verstehe worauf Sie hinaus wollen.
Leider muss ich hier passen da ich zum einen die Verträge zwischen Architekt und Kirche nicht kenne und zum Anderen auch nicht die innerkirchlichen Strukturen, die bei der Vergabe und Aufsicht solcher Bauvorhaben zuständig sind.
Als Laie vermute ich hier aber weniger ein Versäumnis des Architekten denn das Versagen der Kirche (wo und wie im Detail auch immer).
Kann aber auch sein dass ich mich irre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
BlauaugBlondchen 14.10.2013, 17:42
251. nix Kontrolle

Zitat von gantenbein3
...wusste, dass der Bischof öffentlich mit Baukosten in einer Höhe hantierte, die deutlich unter den vom Architekten (angeblich) veranschlagten Kosten lag. Da ist es eine spannende Frage, ob der Architekt nicht von sich aus aktiv werden musste. M.E. darf die Loyalität zum Bauherren nicht soweit gehen, dass der Architekt das Kontrollgremium nicht informiert.
Es gab kein Kontrollgemium. Die 3 Herren im Vermögensdingsbums hatten AUSSCHLIESSLICH beratende Funktion und KEINERLEI Kontroll- oder gar Entscheidungsrechte. Die durften mit dem Bischof reden, ihm sagen was sie dachten und der Bischof durfte machen was er wollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
trevi 14.10.2013, 18:08
252. vermutlich lügen Alle ?

Trotz aller Dementis und Schuldzuweisungen zeigt sich m.E. immer mehr, daß im Grunde genommen alle an der Misere schuldig sind. Die einen weil sie an ihrem Posten/Amt hingen und nicht laut und öffentlich protestierten oder die höheren kath.Aufsichtgremien informierten. Die Anderen spez.Architekt weil dort üblich mit jedem verbauten Euro der eigene Prov.Anteil wächst -

Beitrag melden Antworten / Zitieren
crimsonking24 14.10.2013, 18:12
253. In der Sache wohl der härteste Beitrag zum Thema

wenn sich z.B. das mit der Stückelung als zutreffend im Zuge einer staatsanwaltlichen Überprüfung herausstellt, möchte ich mit dem dann Beschuldigten nicht tauschen wollen. Und "die Drei vom Beirat" haben ja eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung - hoffentlich!! - zahlt sie auch.....Kirchenrechtlich - kein Kommentar.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Scheidungskind 14.10.2013, 18:41
254. ...

Zitat von markus_wienken
Warum ist der Architekt mitschuldig? Er ist Auftragnehmer und führt die ihm gegebenen Aufträge durch.
Ein Architekt genießt nicht nur eine gewisse künstlerische Freiheit, er berät den Bauherrn und hat zudem die korrekte Bau-Ausführung zu verantworten. Ein Architekt sieht sich gewiss nicht als rein ausführendes Organ.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
niska 14.10.2013, 18:54
255.

Zitat von trevi
Trotz aller Dementis und Schuldzuweisungen zeigt sich m.E. immer mehr, daß im Grunde genommen alle an der Misere schuldig sind. Die einen weil sie an ihrem Posten/Amt hingen und nicht laut und öffentlich protestierten oder die höheren kath.Aufsichtgremien informierten. Die Anderen spez.Architekt weil dort üblich mit jedem verbauten Euro der eigene Prov.Anteil wächst -
Der Architekt ist eben nicht zuständig für das Geld des Bischofs und woher es sprudelt und wie dieser es versteuert oder deklariert, und wem er was davon erzählt. Dass er Geld verdienen will für geleistete Arbeit kann und sollte man ihm nicht unbedingt vorwerfen.
Der Verwaltungsrat war bei diesem Projekt auch 'entmachtet' worden. Ohne Einsicht in Dokumente lässt sich schwerlichst groß Wind machen, ohne selbst weggeblasen zu werden.
Der Bischof bestand darauf die Finanzen komplett selbst mit der KPMG, einem Wirtschaftsprüfer, zu regeln.
Bei Bischof und KPMG sind die Wissenden und damit, wenn Unrecht, auch die Schuldigen zu finden. Wenn die KPMG als Projektsteuerer aufgetreten ist und nicht nur als Prüfer, könnte sie m.E. ein Problem bekommen. Ansonsten bliebe alles am Bishof hängen.
Aber das ist Spekulation, da ich die Verträge nicht kenne.
Die Gläubigen und die Medien (vor allem der Spiegel) tragen erst recht keine Schuld, da sie von Anfang an protestiert bzw. Probleme benannt haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
niska 14.10.2013, 19:03
256.

Zitat von Scheidungskind
Ein Architekt genießt nicht nur eine gewisse künstlerische Freiheit, er berät den Bauherrn und hat zudem die korrekte Bau-Ausführung zu verantworten. Ein Architekt sieht sich gewiss nicht als rein ausführendes Organ.
Er sieht sich gerne als uomo universale, da haben Sie durchaus recht. Nur kommt es ganz konkret darauf an, für was und in welchem Umfang er beauftragt war. Mit der Beauftragung der KPMG ist es sehr wahrscheinlich, dass es eine frühe Schnittstelle bei der Kostenkontrolle gibt. Vereinfacht gesprochen die KPMG das Finanzielle nach seinen Zahlen regelt und er damit, wenn er nicht gerade einen Lufthaken für 5.000 € abgerechnet hat oder ähnlichen fahrlässigen Schmuh, fein raus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
BlauaugBlondchen 14.10.2013, 20:32
257. ändern und lernen

Zitat von katjanella
Den einzigen Fehler, den der Bischof und seine Mitwisser begingen, war es zu lügen. Wäre von Anfang an von rund 30 Mio. die Rede gewesen, hätten wir, der Pöbel - tagtäglich mit irgendwelchen horrenden und unvorstellbaren Summen bombardiert - die Zahl gelesen, nicht verstanden, geschluckt und wieder vergessen. Der Bischof hätte sich jetzt unbelästigt allabendlich in seiner schönen Badewanne von seiner harten Bischofsarbeit erholen und hinter seinem Washingtoner Sicherheitsglas wohlig sicher fühlen können. Mehr wird die KK aus dem aktuellen PR-Desaster nicht lernen und im Kern sich ändern schon gar nicht.
Ich vermute auch, dass es noch ein sehr langer Weg ist, bis sich da was grundsätzlich ändert. Aber wenn man die lange Geschichte der Kirche anschaut, dann sind manchmal auch schon kleine Änderungen ein Weg in die Zukunft.

Ein kleiner Schritt ist vor ein paar Tagen getan worden. Anscheinend fast unbemerkt von vielen Foristen und vom Großteil der Presse:

Der Bischof eines anscheinend sehr armen "Bischofstuhl-Vermögens" hat öffentlich bekanntgegeben, dass er zukünftig dieses Vemögen jährlich prüfen und veröffentlichen wird. Und dies nicht durch interne Gremien, sondern durch eine unabhängige weltliche (!!!) Prüfungsgesellschaft.

Er hat damit den Weg dazu geöffnet, dass jeder Katholik seinen Bischof fragen kann: Wenn der das macht, warum machst du das nicht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Scheidungskind 14.10.2013, 21:55
258. ...

Zitat von niska
Er sieht sich gerne als uomo universale, da haben Sie durchaus recht. Nur kommt es ganz konkret darauf an, für was und in welchem Umfang er beauftragt war. Mit der Beauftragung der KPMG ist es sehr wahrscheinlich, dass es eine frühe Schnittstelle bei der Kostenkontrolle gibt. Vereinfacht gesprochen die KPMG das Finanzielle nach seinen Zahlen regelt und er damit, wenn er nicht gerade einen Lufthaken für 5.000 € abgerechnet hat oder ähnlichen fahrlässigen Schmuh, fein raus.
Wenn der Architekt van-Elst nicht explizit auf die Risiken des Baus für das Umfeld aufmerksam gemacht und sich von jenem dafür nicht entlasten ließ, haftet er mit großer Wahrscheinlichkeit für die 10 Mio. Schäden, die laut der Stadt Limburg während des Projekts an benachbarten Anwesen entstanden sind. D.h. nicht er, sondern seine Versicherung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nabusehel 14.10.2013, 22:29
259. Oh, Gott!

Es ist peinlich, dass überhaupt noch überlegt werden muss (leider), ob der Bischof zurücktritt. Allein die Tatsache, dass er eine Behindertentoilette im ersten Stock einer Kirche bauen lässt, die im erstem Stock liegt und leider - weil das Geld aus Limburg nicht reichte - kein Lift dort vorhanden ist, müsste für den Rücktritt Grund genug sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 26 von 28