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Kreuzfahrt-Unglück: Die tödliche Wucht der Tripel-Wellen

Die Wellen türmten sich meterhoch, brachen mit ungeheurer Wucht ins Innere des Kreuzfahrtschiffes: Zwei Menschen sind an Bord der "Louis Majesty" ums Leben gekommen, weil die Fenster dem Wasser nicht standhielten. Doch die Reederei will keine Untersuchung einleiten.

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Rosmarinus 04.03.2010, 19:55
1. Kaventsmänner und Drei Schwestern

Zitat von sysop
Die Wellen türmten sich meterhoch, brachen mit ungeheurer Wucht ins Innere des Kreuzfahrtschiffes: Zwei Menschen sind an Bord der "Louis Majesty" ums Leben gekommen, weil die Fenster dem Wasser nicht standhielten. Doch die Reederei will keine Untersuchung einleiten.
Da haben es Konstukteure und Betreiber natürlich auch nicht leicht: wer will sich auf seien Kreuzfahrt schon um Fensterplätze kabbeln, da fährt man dcoch lieber bei jemandem mit, der viel schöne Aussicht anbietet...

Und mal ein Lob and den Autot: nicht einmal 'Freak Wave' geschrieben.

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bulletz 04.03.2010, 20:19
2. Monsterwellen?

Ich war letztes Jahr auf dem ANtlantik unterwegs bei Seestärke 7. Laut dem Kapitän sind das dann bis zu 10 Meter hohe Wellen. Die "normale" Dünung des Atlantiks ist Seestärke 5 - 6. Also frage ich michwas daran Monster sein soll. Im Mittelmeer mögen das vielleicht ungewöhnlich hohe Wellen sein. Auf den Weltmeeren jedoch eher normal.

Die Chance das einem was passiert auf einem Schiff ist doch wirklich sehr gering, immerhin sind Schiffe zum schwimmen gebaut. Das dieses Unglück passiert ist mag schrecklich sein, ist aber einer der wenigen Unfälle die halt auf hoher See passieren können.

Damit muß mal immer rechnen, egal ob im Flugzeug, auf See oder im Straßenverkehr.

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jackweil 04.03.2010, 20:29
3. Das Leben

Zitat von sysop
Die Wellen türmten sich meterhoch, brachen mit ungeheurer Wucht ins Innere des Kreuzfahrtschiffes: Zwei Menschen sind an Bord der "Louis Majesty" ums Leben gekommen, weil die Fenster dem Wasser nicht standhielten. Doch die Reederei will keine Untersuchung einleiten.
kann doch noch gefährlich sein.Auch auf einer scheinbar sicheren Vergnügungsreise. Was soll eine Untersuchung bringen? Die Feststellung, das die Wellen leider zu hoch und die Fenster leider zu gross waren?

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sic tacuisses 04.03.2010, 20:43
4. eine andere Frage ist wichtig:

Zitat von jackweil
kann doch noch gefährlich sein.Auch auf einer scheinbar sicheren Vergnügungsreise. Was soll eine Untersuchung bringen? Die Feststellung, das die Wellen leider zu hoch und die Fenster leider zu gross waren?
auf amerikanischen Kreuzfahrtschiffen ( Royal carib. z.B. ) sind die Fenster unterhalb der Brücke aus Sicherheitsglas und nicht
senkrecht vom Deck nach oben ausgeführt, sondern in spitzem Winkel. So haben auftreffende Wassermassen nicht die Gewalt.
Bei diesem Schiff wäre auch eine Betonwand anstelle der Scheiben eingedrückt worden.

Das halte ich für eine Nachlässigkeit der Konstrukteure.

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Blaue Fee 04.03.2010, 20:56
5. ...

Selbst 12 oder 15 Meter hohe Wellen haben einem modernen Kreuzfahrtschiff nichts an. Das ist bei Karibikfahrten(Bermudadreieck) durchaus normal.

Wahrscheinlich war der Winkel ein Faktor.

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Zero Thrust 04.03.2010, 20:57
6. re

Zitat von bulletz
Ich war letztes Jahr auf dem ANtlantik unterwegs bei Seestärke 7. Laut dem Kapitän sind das dann bis zu 10 Meter hohe Wellen. Die "normale" Dünung des Atlantiks ist Seestärke 5 - 6. Also frage ich michwas daran Monster sein soll. Im Mittelmeer mögen das vielleicht ungewöhnlich hohe Wellen sein. Auf den Weltmeeren jedoch eher normal.
Hier liegt ein Irrtum vor. Sog. "Monsterwellen" sind nicht dadurch definiert, dass es sich bei diesen notwendig um die höchstmöglichen Wellen auf den Meeren handeln muss. In der Weise wird der Begriff lediglich populär verwendet. Zu bedenken ist aber, dass sich eine Welle oder Wellen nur relativ zum Ort ihres Vorkommens, sowie gemessen an den dort gerade herrschenden Verhältnissen als "Monsterwelle" einstufen lässt. Präziser müssen sie dafür die gegenwärtige signifikante Wellenhöhe um mehr als das Doppelte übersteigen - wobei sich diese signifikante Wellenhöhe wiederum aus der Durchschnittshöhe des höchsten Drittels aller gerade vorkommenen Wellen ergibt.

Das ist also ein relativer Wert, abhängig von Seegang/Wetter und Lokalität - man kann nicht universell von "Monsterwellen" sprechen, so etwas gibt es nicht. Von daher kann es sich bei jenen Wellen, die zu diesem Unglück führten, durchaus um - im technischen korrekten Sinne - "Monsterwellen" gehandelt haben.

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tarvos 04.03.2010, 20:58
7. Konstruktionsfehler

""Es gibt keine Scheibe, die dieser mehrfachen Wucht hätte standhalten können", sagt Reederei-Sprecher Michael Maratheftis."

Bin ich der einzige, der das nicht glauben kann? Es müsste wohl eher heißen "Eine Scheibe, die dieser mehrfachen Wucht standhalten könnte, würde das 20fache kosten und/oder wäre nicht so hübsch anzuschauen".

Der Unfall wäre in meine Augen technisch vermeidbar gewesen. Aber das kommt eben davon, wenn man bei der Konstruktion nur vom Mittelwert ausgeht und die Standardabweichung völlig außer acht lässt. So etwas sollte in jedem Ingenieursstudiengang eigentlich im ersten Semester in Statistik gelehrt werden.

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Enkidu 04.03.2010, 21:01
8. Untersuchung dringend erforderlich

[QUOTE=bulletz;5135609... Die Chance das einem was passiert auf einem Schiff ist doch wirklich sehr gering, immerhin sind Schiffe zum schwimmen gebaut. ... Unfälle die halt auf hoher See passieren können.

Damit muß mal immer rechnen, egal ob im Flugzeug, auf See oder im Straßenverkehr.[/QUOTE]

Das Meer hat keine Balken, und klar können Unglücke immer wieder passieren. Genau deshalb müssen Schiffe so seetüchtig wie möglich entworfen und gebaut werden. Und dagegen wird bei Kreuzfahrtschiffen immer wieder verstoßen. Schauen Sie sich diese Pötte nur an, es sind schwimmende Hotels mit einem Bootsrumpf darunter.

Der Windfang ist enorm, wodurch solche Schiffe im Hafen kaum hantierbar sind, vergl. die jüngste Havarie beim Anlegen in Ägypten.

Ein kurzer Blick auf die Bilder enthüllt ebenfals, wie unseetüchtig die "Louis Majesty" im Grunde ist:
1. Es gibt wenig Freibord und kaum Decksprung, so daß der Steven sehr leicht eine Welle pickt (eintaucht).
2. Um mehr Passagiere aufnehmen zu können, ist die Back (das Vorschiff) extrem kurz. Dadurch treffen hochgenommene Wellen mit unverminderter Kraft auf die Aufbauten.
3. Der betroffene Aufbau liegt unmittelbar über dem Hauptdeck und ist außerdem senkrecht ausgerichtet, wodurch er die Volle Wucht eines Kaventsmanns abbekommt. Hier Fenster einzubauen ist eine STRÄFLICHE MISSACHTUNG der guten Seemannschaft.

Es gibt also allen Grund, den Vorfall vor dem Seegericht genauer zu untersuchen und um über die Sicherheitsstandards von Kreuzfahrtschiffen nachzudenken - auch von solchen die nur im Mittelmeer kreuzen.

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Neurovore 04.03.2010, 21:12
9. ....

Zitat von tarvos
...Der Unfall wäre in meine Augen technisch vermeidbar gewesen. Aber das kommt eben davon, wenn man bei der Konstruktion nur vom Mittelwert ausgeht und die Standardabweichung völlig außer acht lässt. So etwas sollte in jedem Ingenieursstudiengang eigentlich im ersten Semester in Statistik gelehrt werden....
Zitat von Enkidu
...deshalb müssen Schiffe so seetüchtig wie möglich entworfen und gebaut werden. Und dagegen wird bei Kreuzfahrtschiffen immer wieder verstoßen. Schauen Sie sich diese Pötte nur an, es sind schwimmende Hotels mit einem Bootsrumpf darunter...
Huhuuuuu, Aufwachen! Hier spielen knallharte finanzielle Interessen mit. Es ist doch allemal billiger, jedes hundertste Schiff absaufen zu lassen, als überall ausreichende Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. Das ist ganz einfach ein Kostenfaktor, siehe z.B Toyota.

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