Forum: Panorama
Kriminalität in Deutschland: Verzerrter Blick auf das Verbrechen
Ina Fassbender/ DPA

Die Debatte über Kriminalität in Deutschland wird vor allem auf eine Weise geführt: mit Schaum vor dem Mund. Ein Plädoyer für eine realistische Gelassenheit.

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baronin 03.04.2019, 19:39
1. Wie jetzt?

Aha, die Bürger haben nur das Gefühl, dass sich die Straftaten erhöhen. Irren sich aber. Nun, in unserem Kuhkaff von 38.000 Seelen haben wir jetzt einen mehr oder weniger offenen Drogenhandel am Platz vor der Stadtsparkasse, mehr oder weniger, seit im Fliegerhorst Gäste aus Übersee eingezogen sind. Das muss nicht kausal sein, aber die örtliche Polizei meinte zu meiner Tante, die da wohnt, da könne man nichts machen: Zu viel Arbeit, zu wenige Beamte. Die fahren da einfach vorbei. Insofern, ja: Keine Straftaten vorliegend! Ein Segen für die Statistik. Der tausendfache Hitlergruß in Chemnitz? Kann man nichts machen, wohl auch zu viel Arbeit, also auch nicht verfolgte Straftaten. Die Statistik der Straftaten: ein gut geschminkter Kontrollverlust, ein weiteres Meisterwerk moderner Statistik, das ist wie bei den milden Arbeitslosenzahlen. Freunde, wo bleibt bitte eine echte Spiegel Recherche? Wer außer Euch soll's denn bitte machen?

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bedireel 03.04.2019, 19:53
2.

DER Vorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter und Geschäftsführer der Kripo Akademie, Sebastian Fiedler, und seine Einschätzung:
Wenn ein Innenminister zu dem Ergebnis kommt, dass wegen dieser Statistik Deutschland besonders sicher sei, dann müsste ich dem widersprechen.
„“Wir haben Gruppierungen von Zuwanderern, und das sind nicht nur die Geflüchteten, die tatsächlich nur deswegen hierher kommen, um Straftaten zu begehen.
„“Wir haben aktuell mit einer Rauschgiftschwemme zu kämpfen. Obwohl wir dort nicht mehr Ressourcen einsetzen, fallen den Kolleginnen und Kollegen die Kilos vor die Füße.
„“Beispiel Umweltkriminalität. Die Zahlen sinken – und das ist in Wahrheit ein Drama, weil es nur eine Aussage zulässt: Dass wir nichts mehr tun in dem Bereich, um diese Kriminalität zutage zu fördern.
Die Straftaten der regierungstreuen Schlägertrupps (Antifa) sind nicht vorhanden.
Er fordert nichts Geringeres, als ein vollständiges, neues Lagebild über die innere Sicherheit des Landes zu erstellen. Ein Lagebild, das Hell- und Dunkelbilder miteinander in Beziehung setzt. Ein Lagebild, das nicht lediglich eine Aussage darüber trifft, mit welchem Ressourceneinsatz die Polizei vorgeht. Das scheint nicht rechts und nicht links, sondern vernünftig.
Mal schauen wie lange Herr Fiedler im System Merkel seinen Job noch ausführen darf.
M.f.G.

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jsavdf 03.04.2019, 20:01
3. Danke!

Gerade die zeitliche Spanne zwischen den beiden Berichten finde ich interessant. Das Argument mit der fehlenden Kapazität ist auch erlogen. Auf irgendeiner Basis muss ich ja meine Planstellen bei Polizei und BKA ausrichten oder meinen Fokus ändern. Oder der Bericht wird vom Innenministerium erstellt und die Polizei arbeitet zu, dort muss es die Stellen geben.

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alfons11:45 03.04.2019, 20:07
4. SPON - Artikel bis zu Ende lesen ...

erhöht zwar nicht in jedem Fall das persönliche Sicherheitsgefühl, aber es hilft in diesem Fall bei der Einordnung. Eine Bundesstatistik bildet nicht in jeder Ecke der Bundesrepublik, nicht jede Ecke eines Bundeslandes und erst recht nicht jede Ecke einer Stadt 1:1 ab. Was mindestens den Spiegel - Reportern bewusst ist.
Das Böse ist zwar nicht immer und überall, aber es sucht sich seine Lücken.

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DietrichHorstmann 03.04.2019, 20:20
5. Wenn alle Fachleute und Journalisten es wissen,

dass die Statistik irreführend eine Sicherheit vorgaukeln , die es nicht gibt, warum veröffentlichen alle Medien diese halben Fakes erstmal unisono erstmal ? Beruhigende Staatsmedien im ersten Schritt. Wir schaffen das. Ein Medium wie SPON und die ARD bringen vorsichtige Kritik an den Daten. Dann folgen auch die anderen im Herdentrieb. Was bleibt ? CDU und die ihr nahe Presse Welt, Bild und FAZ bleiben beim schöngefärbten Lückenbericht. Die Entlarvung der Tricks bestätigt die Anderen. Das Hauptergebnis : Politikverdrossenheit, die belügen uns doch immer wie bei den Arbeitslosenzahlen ...Die volle Wahrheit würde allen nützen. Politik sollte keine übliche schöfärbende Werbekampagne wie für Waren sein.

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Tom steeger 03.04.2019, 20:33
6. Echt?

Sind wir auf dem Niveau angelangt: „Jetzt macht euch doch mal locker“.? Vielleicht ist das Problem eher eine Desensibilisierung. Schaum vorm Mund? Ein politischer Philosoph, auf dem ein wesentlicher Teil der Gesetze fußt (ich glaube es war Montesquieu), sagte: nicht die Höhe der Strafe relevant, sondern die Tatsache, dass sie erteilt wird. Sagen wir mal so, die AFD freut sich am ewigen Zerreden des Themas.

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friedrich_eckard 03.04.2019, 21:11
7.

Ein rationaler Umgang mit dem Thema Kriminalität fällt ja sowieso schon nicht leicht, und wenn heute über Straftaten, die es früher nicht über die Lokalpresse hinaus geschafft hätten, bundesweit berichtet wird, dann zeigt das eben Wirkung. Eine nüchterne Wahrscheinlichkeitsrechnung, wie gross etwa das Risiko ist, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden, und vergleichen damit, wie gross das Risiko ist, als Fussgänger Opfer eines betrunkenen oder auch nur rücksichtslosen Autofahrers zu werden - wer stellt die denn an? Nun gibt es aber "interessierte politische Kreise", die zwecks Wählerstimmenkeilung eine Atmosphäre zu erzeugen suchen, in der sich Männer nur noch in Gruppen und bewaffnet aus der vielfach einbruchgesicherten Wohnung wagen, und Frauen möglichst gar nicht - und das leider nicht ohne Erfolg. Ich unterdrücke jede Wertung solchen Verhaltens, weil mit dazu kein veröffentlichungsfähiger Ausdruck einfällt, und weil ich möchte, dass dieser Beitrag auch erscheint.

Übrigens lebe ich in einer Stadt, der - übrigens lange vor der "Flüchtlingswelle", sehr verehrte rechte Sümpflinge! - regelmässig förmliche Epidemien von Fahrraddiebstählen und Kelleraufbrüchen die Kriminalstatistik verhunzt haben und zu verhunzen pflegen. Mich hat es im Laufe der Jahre auch schon ein paarmal getroffen... man muss das sicherlich nicht unbedingt haben, aber weniger liebenswert finde ich meine Wahlheimatstadt, auf Braunwelsch "grüne Hölle Südbadens" und "linksgrün versifftes Shithole" geheissen, deshalb trotzdem nicht, wozu allerdings beitragen mag, dass hier die Krrräfte derr nationalen Errneuerrung weit unter Bundesdurchschnitt und die LINKE deutlich darüber gewählt zu werden pflegen.

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andi987 03.04.2019, 21:18
8.

Ich selbst bin zum Glück noch nie Opfer von Kriminalität geworden und verglichen mit vielen anderen Ländern ist Deutschland sehr sicher.
Negativ für das Sicherheitsgefühl hierzulande ist definitiv die Ghettobildung in den letzten Jahren durch die Armutszuwanderung. Dazu kommen die Millionen ausländischer junger Männer die in den letzten Jahren gekommen sind. Der Großteil ist recht friedlich und tut niemandem etwas aber viele Leute werden davon eingeschüchtert. Wenn ein Dutzend davon auf der Bahnhofstreppe abhängt führt das zu einem schlechten Gefühl ob die jetzt etwas machen oder nicht.

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muellerthomas 03.04.2019, 21:19
9. @ Tom steeger #6

Desensibilisierung? Meinen Sie das ernst? Mein Eindruck ist ganz im Gegenteil, dass die Menschen heute viel sensibler auf Gewalt/ Kriminalität reagieren. Sexualdelikte werden viel häufiger angezeigt, weil die Opfer heute weniger stigmatisiert werden als früher und was früher ein Schulhof Rauferei war, ist heute ein Delikt.

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