Forum: Panorama
Kriminalität in Deutschland: Verzerrter Blick auf das Verbrechen
Ina Fassbender/ DPA

Die Debatte über Kriminalität in Deutschland wird vor allem auf eine Weise geführt: mit Schaum vor dem Mund. Ein Plädoyer für eine realistische Gelassenheit.

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stov1689 03.04.2019, 21:45
10. merkwürdig

Alle Statistiken die ich gefunden habe zeigen einen deutlichen Anstieg schwerer Straftaten in den letzten Jahren. (Nur die Einbrüche sind zurückgegangen.)

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1587/umfrage/vergewaltigung-und-sexuelle-noetigung/
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2229/umfrage/mordopfer-in-deutschland-entwicklung-seit-1987/
https://www.n-tv.de/politik/Starker-Anstieg-bei-Mord-und-Totschlag-article19807048.html
...

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schwarzeliste 03.04.2019, 21:48
11. Stagnation bedeutet Rückschritt

Angenommen, es stimmt, dass die Kriminalitätsbelastung gleich geblieben ist. Dann wäre das trotzdem ein Rückschritt, denn in einer immer älter und akademischer werdenden Gesellschaft wäre eigentlich zu erwarten, dass die Kriminalität automatisch zurückgeht, weil ältere und gebildetere Menschen automatisch weniger Verbrechen begehen als junge und ungebildete.

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Aberlour A ' Bunadh 03.04.2019, 21:49
12. Realistische Gelassenheit?

"Aber: Die Zahl derer, die sich weniger sicher fühlen, ist signifikant gestiegen. Alles nur irrationale Angsthasen?"
Kommt drauf an, ob man vorher einen Krimi im Fernsehen gesehen hat - oder gar Aktenzeichen XY - und dann befragt wird oder ob man sich gerade seine DVD-Box "Die Wicherts von nebenan" zu Gemüte führt. Das ist doch logisch. Wenn ich mir A Clockwork Orange vorher anschaue und anschließend mit meinem Hund in der absoluten Dunkelheit einen Waldspaziergang mache - was häufiger vorkommt - dann habe ich auch das Gefühl, dass Malcolm McDowell und seine Droogs plötzlich mit ihren Baseballschlägern hinter jedem Baum auflauern.

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MadamimadaM 03.04.2019, 22:03
13. Dafür sorgen...

...die Medien ja täglich.
Nur Tote bringen Quote.
Mit etwas "Achtung Kontrolle" zum Feierabend Bier,
und zum Desert, in den öffentlich-rechtlichen noch ein paar, von drittklassigen Schreiberlingen gedengelte Krimi Schmozetten in Lederhosen, und fertig ist Kleinbürgers Weltbild.
Wohl bekomm´s!

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normalversiffter 03.04.2019, 22:16
14. Ängste gezielt geschürt

Seit dem Aufkommen der AfD, die gezielt Fake-Accounts aus dubiosen bis illegalen Quellen finanziert (laut Frau W.), um ein falschen Meinungsbildung zu suggerieren, wird dort fleißig an der Angstschraube gedreht. Interessanter Weise werden nämlich nicht mehr Einbrüche von den Versicherungen mitgeteilt, nicht mehr Diebstähle von Geschäften und Firmen, nicht mehr Verletzte aufgrund körperlicher Übergriffe von Krankenhäusern und Ärzten mitgeteilt usw. Alles Bereiche, wo zwecks Abrechnung, Schadensbeseitung etc. alles exakt erfasst wird. .... Ein Umfrage ohne Beweise ist nichts Wert. Gerade AfD-Fans erfinden gerne immer lauter Straftaten, die irgendjemanden irgendwann irgendwie ereilt haben. Bei gezielten Nachhaken zeigt sich dann, dass es nur Hörensagen ist. Auch anhand zahlreichen als unwahr herausgestellten Unterstellungen wird klar: Aus der rechten Ecke wird Angst geschürt und der Staat als unfähig diskreditiert, um somit von der eigentlichen Ausprägungen der AfD (neoliberal bis neokapitalistischen, grundgesetzfeindlich und demokratiefeindliche, rassistisch und unmenschlich, totalitär bis diktatorisch, aggressive und spaltend) zu Lasten aller Bürger abzulenken. .... Das schizophrene daran ist: Die rechte Ecke hat weit überdurchschnittlich viele bzgl. Straftaten polizei- und gerichtsbekannte Mitglieder und Mandatsträger. Die allergrößte Anzahl überhaupt an "Gefährdern" kommen aus der rechten Ecke rund um der AfD. Das Risiko, Opfer von politischen fußenden gewalttätigen Übergriffen bis zu (Terror-)Anschlägen zu werden, ist aus der rechten Ecke am größten. Noch immer gibt es Hunderte gewalttätige Angriffe und Anschläge jährlich aus der Rechten Ecke. Und seit der Wiedervereinigung gibt es nur noch und immer mehr Todesopfer Täter aus der Rechten Ecke. - Und genau diese rechte Ecke in und um der AfD zeigt auf (größtenteils so) nicht real existierende Dinge hin. Da will ein extrem rechter B(l)ock sich zum Gärtner machen, während dieser zugleich um sich her alles hassend zertrampelt. Typisch AfD ...

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Skifahrer 03.04.2019, 22:35
15. Bitte selbst informieren!

Die kompletten Kriminalstatistik kann man als Exceltabelle von der BKA-Seite herunter laden. Und siehe da. Die ersten Zeilen beweisen schon, dass die schweren Gewaltverbrechen wie Mord oder Vergewaltigungen über die letzten Jahre zugenommen haben.
Da ist das schwindende Sicherheitsgefühl vieler Bürger demnach kein Hirngespinst...

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bauigel 04.04.2019, 23:02
16. @ stov1689

Wenn sie schon die Statistik von Vergewaltigungen aufführen um zu implizieren, dass diese durch die Flüchtlinge angestoegen seien, so sollten sie auch die ganze Geschichte recherchieren jnd nicht nur die ihnen genehmen Zahlen verwenden.
Erstens werden Vergewaltigungen und sexuelle Belästigung heute viel eher angezeigt als noch vor wenigen Jahren - insofern hat ein Anstieg nichts mit Flüchtlingen zu tun und zweitens ist dies nur ein Bruchteil der wirklichen Zahlen. Laut Staista wurden 2017 pro 100.000 Einwohner 13,7 Vergewaltigungen und sexuelle Belästigungen angezeigt. Macht bei 80 Mio Einwohnern in D also etwa 10.000 Anzeigen.
Die Wahrheit ist, dass von etwa 80.000 Vergewaltigungen (und nur Vergewaltigungen) in D pro Jahr ausgegangen werden muss. Wenn also nur ein Bruchteil mehr Vergewaltigungen angezeigt werden ändert sich die Statistik massiv. Und dies hat nichts mit Flüchtlingen - wie von ihnen impliziert - zu tun.
Gerade heute wurde wieder veröffentlicht, dass die meisten Vergewaltigungen innerhalb der Familie vorkommen. Von wem kann dann gerne jeder selbst annehmen - wo doch immer behauptet wird, die jungen Männer kommen alle alleine - haben also keine Familie.

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urvogel 04.04.2019, 23:17
17. Wohnungseinbrüche zugenommen??

Der Unterschied mag mit dem Zeitraum zusammenhängen aber nach der letzten Kriminalstatistik hat die Zahl der Wohnungseinbrüche um gut 16 % abgenommen, wiederhole abgenommen. Selbst wenn für den gesamten genannten Zeitraum eine Zunahme herauskommen sollte (wirklich?) hielte ich das doch für Erwähnenswert. Das ist ärgerlich, denn die Wohnungseinbrüche werden am Schluss des Artikels gebraucht, um eine Lanze für das subjektive Sicherheitsempfinden zu brechen. Nebenbei wurde die Kriminalstatistik immer sehr gerne gebraucht, so lange sie nach oben zeigte und nun plötzlich entdecken Polizei und Innenministerium ihre tatsächlich vorhandenen Schwächen. Entwarnung ist nicht gut für mehr Personal und schärfere Gesetze. Auch wenn die Kriminalstatistik Schwächen hat, so sollte der ständige Abwärtstrend doch zu denken geben. Andere Messverfahren der Kriminalität könnten übrigens auch Schwächen haben.

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carinesophie 04.04.2019, 23:25
18. Strafanzeigen gegen Polizisten werden garnicht aufgenommen

Eine Schande, wenn Amtsmißbrauch o.ä. dazu führen, daß Strafanzeigen garnicht aufgenommen werden, Zeugen nicht genannt oder ermittelt werden. Die Polizei in Deutschland scheint total am Ende. Vielleicht wurde wegen der Migranten zuviel eingespart, daß es ähnlich läuft wie nach der Schließung von Uni-Institituen für Rechtsmedizin: dann sinkt nämlich automatisch die Mordrate... aber das ist eben der Effekt, wenn man niemanden hat, der Mord nachweist, gibt es keinen Mord in der Statistik. Und alle klopfen sich auf die Schultern, wie toll die Kriminalität abgenommen hat... wir steuern stark auf einen Bananenrepublik zu.

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Fuxx81 04.04.2019, 23:34
19. Anekdoten

Zitat von baronin
Aha, die Bürger haben nur das Gefühl, dass sich die Straftaten erhöhen. Irren sich aber. Nun, in unserem Kuhkaff von 38.000 Seelen haben wir jetzt einen mehr oder weniger offenen Drogenhandel am Platz vor der Stadtsparkasse
Das tolle an Anekdoten ist: jeder kann eine erzählen. Ich bin in meinem ganzen Leben noch nicht einmal Opfer eines Verbrechens geworden, das kann also nur bedeuten, dass Kriminalität überhaupt nicht existiert...

Ist natürlich Quatsch, aber auch nicht viel unsinniger als von Ihrem "Kuhkaff von 38.000 Seelen" Rückschlüsse auf Gesamtdeutschland zu ziehen.

Andersherum gilt das natürlich ebenso. Nur weil die Zahl bestimmter Straftaten bundesweit sinkt, heißt das noch nicht, dass es überall gleichermaßen sicherer geworden ist. Die Aussagekraft von Statistiken ist begrenzt, das muss jemanden, der damit argumentiert bewusst sein.

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