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Kriminalstatistik: Warum in Deutschland seltener eingebrochen wird
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Die Einbruchszahlen sind im vergangenen Jahr erneut gesunken. Ermittler sehen ihre These von internationalen Banden bestätigt - die Täter suchen sich offenbar neue Ziele.

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the_tetrarch 08.05.2018, 17:31
1. Wurde auch Zeit

Deutschland war einige Jahre lang ein Paradies für Einbrecher. Jahr für Jahr stiegen die Fallzahlen. Jeder kennt jemanden, dem die Wohnung oder das Haus ausgeräumt wurde. Der hierzulande verbreitete Hang zu "Treu und Glauben" machte es gewieften Schurken leicht. Viele haben sehr darunter gelitten.

Mittlerweile sind die Menschen misstrauischer geworden (bzw. haben ihre Blauäugikeit abgelegt). Es reicht nicht, selbst ein anständiger Mensch zu sein.

In meinem kompletten Bekanntenkreis ist kein einziger Haushalt vertreten, der nicht demonstrativ aufgerüstet hätte. Nicht wenige haben die Haus- oder Wohnungstüren sichtbar mit zusätzlichen Schlössern/Querriegeln ausgestattet, und kaum noch jemand ist so naiv, nicht wenigstens Pilzzapfen in die Fenster nachzurüsten. Dank der KfW-Förderung ist das auch für jeden erschwinglich. Grundstücke, die zuvor frei zugänglich lagen, wurden eingezäunt oder die vorhandenen Umfriedungen wurden verstärkt. Gerade heute wieder eines gesehen mit einem nagelneuen hohen Metallzaun drumherum. Gegenüber sind Sitzgelegenheiten, da lungern permanent irgendwelche Typen herum. Die Eigentümer haben sicher Grund gehabt, Maßnahmen zu ergreifen.

Mir bereitet es Freude zu lesen, dass wenigstens dieser Art von kriminellem Gesindel peu-à-peu das Handwerk gelegt wird, sei es durch Prävention, sei es durch Verfolgungsdruck.

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Sakuraba 08.05.2018, 17:31
2. So so...

@1
Interessante Geschichte, die Sie zum besten geben. Sie glauben also, dass die Menschen freiwillig auf die Entschädigung der Versicherung verzichten und auf eine Anzeige verzichten?

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maximovie 08.05.2018, 17:36
3. "Statistik"

Wer das immernoch nicht mitbekommen hat: Jetzt werden Einbrüche statistisch zusammengerechnet und die Polizei wird "erfolgreicher", weil durch das Zusammenrechnen die absoluten Fallzahlen sinken. Ein kleiner Tip von jemandem, der Statistik im Studium hatte: Einfach vergleichbare Statistiken veröffentlichen, und schon ist auch eine Vergleichbarkeit über verschiedene Jahre gewährleistet. ;) So macht man das an Unis usw.
U. a. sollten alle Einbrüche wie früher und auch vermutete "Serien" parallel in absoluten Zahlen erhoben werden, um eine ausreichende Auswertbarkeit zu ermöglichen, außerdem der jährliche Versicherungsschaden. Wann und wo sollte der denn gesunken sein?
In meiner Gegend verlagern sich die regelmäßigen Einbrüche gerade vom Keller in die Wohnräume und wir haben also mehr Angst davor. Dass die absolute Anzahl der Einbrüche "abnehmen" würde, ist nicht ersichtlich. Die Polizei klingt immer wieder bei uns.
Die Investitionen von Eigenheimbesitzern in Sicherheitstechnik steigen ebensfalls.

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skylarkin 08.05.2018, 17:44
4.

Das aber selbst bei 2100 Tatverdächtigen Ausländern zu 2400 tatverdächtigen Deutschen ein eklatantes Missverhältnis zum Bevölkerungsanteil besteht, scheint aber kein Thema zu sein. Bitte mal nachhaken wieso das seit Jahren so ist, und nicht nur bei Einbrüchen.

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glasperlenspieler 08.05.2018, 18:12
5. Statistik vs. Realität

Eigenartigerweise spiegelt meine Erfahrung und die Erfahrung meines Bekanntenkreises etwas anderes wieder. Im Haus, in dem ich lebe: innerhalb der letzten 2 Jahre 3 versuchte Einbrüche in das Ladenlokal im Erdgeschoß. Bei mir ein Kellereinbruch, ohne dass die Einbrecher Verwertbares vorfinden konnten. Bei meinen Eltern in einer Kleinstadt ein Einbruch in ihren Pkw, wo sich eine Handtasche befunden hat. Seltsamerweise traten diese Delikte vor einigen Jahren noch nicht auf bzw. nicht in dieser Häufigkeit. Und der Beitrag Nummer 1 hat vollkommen recht: viele Opfer gehen nicht einmal mehr zur Polizei (mich und meine Eltern eingeschlossen), weil es sowieso nichts bringt bzw. kein nennenswerter Schaden vorhanden ist. Versicherungsleistung so wie Nummer 2 spöttisch anmerkt, der die Nichtanzeige der Opfer in Zweifel zieht kann man vergessen! Im Fall der versuchten Ladeneinbrüche hat die Versicherung jede Zahlung abgelehnt - Klausel in den AGB des Eigentümers sah vor, dass Gewerbeeinheiten und EG-Einheiten nicht mitversichert bei Einbruch und der Gewerbemieter hatte keine Versicherung.

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cylina77 08.05.2018, 18:14
6. Wurde nicht die Statistiken neu berechnet/definiert?

Soweit ich gehört habe, gibt es neue Bestimmungen/Definitionen bei der statistischen Erfassung von Straftaten, inklusive Einbrüchen. Es wurden meines Wissens etliche Regeln geändert.
Vielleicht könnte SPON da mal recherchieren?

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holyowly 08.05.2018, 19:28
7. Wir ändern...

oder besser 'wir passen' die Statistik an bis sie das gewünschte Ergebnis anzeigt. Genauso ist es oder warum wird jedes Jahr die Methode zur Berechnung geändert? Warum spricht unsere Zeitung von einer hohen Dunkelziffer von nicht erfassten Straftaten?
Und wenn es um Einbruch geht. Wir haben für eine neue Eingangstür mehr als 15000 Euro bezahlt und neue Fenster mit einbruchhemmendem Glas und verschliessbaren Beschlägen nochmal für wirklich teuer Geld eingebaut. Da kann man dann auch erwarten das man vor Einbrechern geschützt ist. Aber warum müssen das eigentlich die Bürger selber machen und nicht unser Staat für unseren Schutz sorgen. Das ist doch die Aufgabe unseres Staates. Wofür sollten wir denn Steuern zahlen wenn er uns keinen Schutz bieten kann?

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jockel37 08.05.2018, 19:28
8.

Hallo Spiegel,
die Medaille hat immer 2 Seiten. Der Bundesinnenminister Seehofer hat es den Münchner Ermittlern zu verdanken, dass die Einbruchzahlen stark eingebrochen sind. Andererseits haben es die Münchner Ermittler dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer zu verdanken, dass sie genügend Mittel und Personal zur Verfolgung bereitgestellt bekamen. Die Aufklärungsarbeit wurde in Bayern gemacht, NRW traue ich das nicht zu.

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inovatech 08.05.2018, 19:31
9. Ich freue mich

auf sinkende Versicheungsprämien! Danke!

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