Forum: Panorama
Kritik an Harvey Weinstein: Hollywood schweigt nicht mehr
AFP

Als "Gott" hatte Meryl Streep den Filmproduzenten Harvey Weinstein einst bezeichnet. Jetzt, nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe, kritisiert sie ihn deutlich - so wie Judi Dench, Kate Winslet, Glenn Close und viele mehr.

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dachristoph 10.10.2017, 01:57
1. Das ist in dieser Branche

doch eher der normale Zustand als die Ausnahme.
Es wird den Produzenten aber auch leicht gemacht.
Wieviele junge, hoffnungsvolle Frauen würden fast alles machen, um berühmt zu werden? Das sich daraus eine Erwartung bei den Produzenten, Regisseuren etc. entwickelt überrascht mich nicht.
Vom "Gott" zu einem "Schweinehund" ist es nicht mal ein Schritt.
Nur die Öffentlichkeit kann hier eine Wandlung erzwingen.

Es ist gut, dass dieser Fall endlich ans Licht kam.
Doch da sind sicher noch viele mehr zu finden.

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notenbuch 10.10.2017, 06:52
2. Wohlfeile Kritik - wenn alles bekannt ist

Die eilfertigen Bekundungen der A-Riege können zu diesem Zeitpunkt nicht mehr überzeugen. Keiner hat "was" geahnt oder gewusst? Alle naiv und gutgläubig?? Sehr schwer zu glauben.

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Nice2know 10.10.2017, 07:31
3. Und keiner hat es gewusst oder je gesehen oder gemerkt?

Ich wage mal zu sagen, dass die Damen und Herren in Hollywood, schön weiter ihre Hände und Taschen offen gehalten hätten, solange keiner was gemerkt hätte. So viele verdanken ihre Karriere scheinbar diesem Mann, beeilen sich aber jetzt ihr pures Entsetzen zum Ausdruck zu bringen. Gähn. Wie durchschaubar. Liebe Leute in Hollywood, ihr wollt mir doch nicht erzählen, dass ihr den Begriff "Casting-Couch" noch nie gehört habt, oder? Lächerlich. Peinlich.

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mwroer 10.10.2017, 07:55
4.

Zitat von notenbuch
Die eilfertigen Bekundungen der A-Riege können zu diesem Zeitpunkt nicht mehr überzeugen. Keiner hat "was" geahnt oder gewusst? Alle naiv und gutgläubig?? Sehr schwer zu glauben.
Was ist daran schwer zu glauben? Wenn Sie einen Menschen nicht jeden Tag sehen, auch in Alltagssituationen dann können Sie ihn nicht beurteilen und werden manche Verhaltensweisen nie sehen.

Zumal die sich Ihnen gegenüber auch ganz anders benehmen.

Das hat nichts mit naiv zu tun sondern einfach damit wie gut man jemanden kennt. Das sind nun nicht unbedingt alles dicke Freunde die ständig zusammensitzen.

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susuki 10.10.2017, 08:22
5.

Ist die "Casting-Couch" wirklich ein Problem?
Warum sollte sich eine Frau mit ihrer Libido nicht einen Vorteil verschaffen dürfen?
Oder reden wir über Vergewaltigungen?

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hefe21 10.10.2017, 08:33
6. Dämonisch

"Er ist Gott" sprach die bekennende Streep. Dass ein Gott auch Opfer fordern kann, das stand natürlich nicht
im Hollywoodgutmenschendrehbuch. Oder vielmehr, es wurde immer rausgestrichen, weil es die Pointe versemmelt hätte. Mindestens ebenso widerwärtig nun die geschlossene Empörung, bei der wie immer alle mitmüssen. Dass Weinstein wie viele Dostojewskis '"Dämonen" benützt, um sein Verhalten zu erklären, das langweilt auch unendlich. So nebenbei ähnelt er in Namen, Aussehen und Distinguation der Figur Harvey Greenfield aus der "Kaktusblüte".

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marialeidenberg 10.10.2017, 08:49
7. Richtig, warum sollten sie nicht.

Zitat von susuki
Ist die "Casting-Couch" wirklich ein Problem? Warum sollte sich eine Frau mit ihrer Libido nicht einen Vorteil verschaffen dürfen? Oder reden wir über Vergewaltigungen?
Charakterlos ist es allerdings, den Förderer, um dessen Wohlwollen man sich bis zum letzten Hemd bemüht hat, später als Vergewaltiger zu denunzieren.

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upalatus 10.10.2017, 09:12
8.

...und davor haben sich die Schauspieler wohl nicht getraut, um eines mächtigen Filmmannes negativen Einfluss auf die eigene weitere Karriere nicht fürchten zu müssen.

In einem 0815Konzern ist der oberste Hierarchiebereich mit ihren informativ eng vernetzten Protagonisten nichts anderes als jener in der Filmfirma Hollywood: man weiß übereinander intim Bescheid. Sanfter Erpressungsdruck kann der Weg zum weiteren Erfolg sein.

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Papazaca 10.10.2017, 09:16
9. So war, ist und wird Hollywood immer sein

Das Weinstein jetzt "drankommt" ist sicher gut. Aber das viele der Schlüsselpersonen der Branche ihre Macht in der Vergangenheit, der Gegenwart und auch in Zukunft sexuell ausgenutzt haben - und weiter ausnutzen werden - sollte jedem klar sein.

Ich bin sicher, das viele bekannte Schauspieler was dazu sagen könnten. Aber es ist sicher"Fremdschämen", eine Art von Omerta (Schweigegelübde) und die Angst vor Nachteilen, die sie davon abhalten.
Diese Diskussion ist also paradoxerweise beides: notwendig und heuchlerisch. Denn so war Hollywood schon immer und wird auch immer so sein, Weinstein war nur ein besonders extremer Fall.

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