Forum: Panorama
kurz & krass: Mann nach drei Tagen aus zugenagelter Baracke befreit
Bundespolizei

lynx999 17.02.2015, 17:53
1.

Das ist ja wohl der Hohn!

Da wird nun gegen die Bauarbeiter ermittelt, welche nur ihrer Arbeit nachgegangen sind und nicht gegen den Obdachlosen, welcher sich im angetrunkenen Zustand an Bahngleisen auf Bahngrundstücken befunden hat (u.a. Eingriff in den Bahnverkehr) sowie noch die Hütte als Unterschlupf nutze (Hausfriedensbruch).

Das kanns doch nicht sein, oder?

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YlfaNiki 17.02.2015, 17:58
2.

Was spricht denn eigentlich dagegen, wenn Obdachlose sich in solchen, also sonst unbenutzten und wohl auch unbenutzbaren, Häuschen aufhalten? Die kann man doch da gut schlafen lassen. Warum wird das überhaupt zugeschlossen, um Werterhaltung kann es ja schon lange nicht mehr gehen.

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el-gato-lopez 17.02.2015, 17:59
3.

Hm, geht das nicht in Richtung Sorgfaltspflicht (der Handwerker)? Wenn schon klar ist, dass Leute sich regelmässig im Gebäude aufhalten und der Aufwand zur Überprüfung der Sachlage überschaubar ist - es ist ja kein 10-stöckiges Fabrikgebäude, sondern ein Schuppen.

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legiepsniem 17.02.2015, 18:31
4.

Es wird wohl eine Ermittlung wegen Freiheitsberaubung sein. Aber die Ermittlung kann am Ende auch dazu dienen, festzustellen, das keine Straftat vorliegt.

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screammr 17.02.2015, 18:45
5.

Wie Lopez sagte, da greift die Sorgfaltspflicht. Wenn ich ein Loch grabe muss ich es auch kennzeichnen.
Es gibt immer einen Verantwortlichen der prüfen muss.

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Hamberliner 17.02.2015, 19:08
6. Ist das Online-StGB immer noch nicht bequem genug?

Zitat von lynx999
Das ist ja wohl der Hohn! Da wird nun gegen die Bauarbeiter ermittelt, welche nur ihrer Arbeit nachgegangen sind und nicht gegen den Obdachlosen, welcher sich im angetrunkenen Zustand an Bahngleisen auf Bahngrundstücken befunden hat (u.a. Eingriff in den Bahnverkehr) sowie noch die Hütte als Unterschlupf nutze (Hausfriedensbruch). Das kanns doch nicht sein, oder?
Ein "gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr" nach § 315 StGB war es nicht, und wenn der Zugang nicht im Sinne des § 123 StGBgesperrt war, dann war es auch kein Hausfriedensbruch.

Aus Deiner Unkenntnis der Rechtslage, über die Du schreibst, ziehe ich den Schluss, dass Du nicht von Berufs wegen, sondern als Hobby Dich gerne damit beschäftigst, ob sich andere Menschen gesetzeskonform verhalten.

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Hamberliner 17.02.2015, 19:26
7. Darwin'sches Gesetz

Zitat von el-gato-lopez
Hm, geht das nicht in Richtung Sorgfaltspflicht (der Handwerker)? Wenn schon klar ist, dass Leute sich regelmässig im Gebäude aufhalten und der Aufwand zur Überprüfung der Sachlage überschaubar ist - es ist ja kein 10-stöckiges Fabrikgebäude, sondern ein Schuppen.
Die Erfahrung lehrt, dass öffentlich zugängliche Ruinen in stark frequentiertem Stadtgebiet von innen mit Kothaufen übersäht sind (worin der Kandidat übernachtet hat). Deswegen war den Bauarbeitern nicht zuzumuten, darin herumzustiefeln und nach schlafenden Besoffenen zu suchen. Sie werden "ist hier jemand drin?" gerufen und das Schnarchen als technisches Geräusch einer Lokomotive zugeordnet haben. Da keine Antwort kam, haben sie losgelegt.

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quark@mailinator.com 17.02.2015, 20:39
8.

Habe mal nachts bei unter -20 Grad in Doberlug-Kirchhain vor einer Glastür gestanden, welche die warme, beleuchtete Bahnhofshalle vor mir zwar zeigte, mich aber nicht einließ ... weil man halt nicht will, daß dort Leute im Warmen übernachten und wohl kein Geld für Wachpersonal aufbringen will. Ich finde das unmenschlich und unmöglich. Schlimm genug, daß diese Gesellschaft es nicht schafft, Menschen ein Obdach zu bieten, schlimm genug, daß sie nicht genug Toleranz aufbringt, wenn halt so eine nicht sauber gewaschene Person auch mit in der Bahnhofshalle ist und diese dann rauswirft. Aber dann auch noch die zahlenden Bahnkunden nachts im Winter für 40 Minuten im Freien stehen zu lassen, nur damit jaaaa kein Obdachloser bischen Wärme finden kann ... das ist schon ziemlich bezeichnend. Wäre so ein Schuppen in meinem Zuständigsbereich, würde ich den nicht verrammeln, sondern sehen, wie ich da ggf. n Wasserhahn anbringe, oder sowas. Aber die zwischenmenschliche Rücksichtnahme ist leider Mitte der 80er ausgestorben.

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