Forum: Panorama
Lädierte Streitkultur: Wir schweigen die Demokratie zugrunde
Kay Nietfeld/DPA

Ziehen Sie sich immer häufiger aus Debatten in Ihrer Familie, im Freundeskreis oder im Sportverein zurück? Das ist durchaus nachvollziehbar - aber gefährlich. Zum Glück gibt es einen Ausweg.

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Solid 21.07.2019, 10:00
1.

Der Ausweg ist ganz einfach: Pseudonym im Internet streiten.
Sofern es dazu noch Gelegenheit gibt, da schließlich alles als angeblich „justiziabel“ gelöscht wird, was nicht dem Narrativ und Framing entspricht.

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aliof 21.07.2019, 10:04
2. Bravo, sehr guter Ansatz

.. eines Sonntags in unserer säkularen modernen Welt würdig!

Erinnert mich ein wenig daran, wie damals in der Schule, die doch sehr .. Religion abgewählt werden konnte,

... zugunsten eines Denkens über Ethik .. und ggf. Moral .. was auch damals schon "Zivilcourage" beinhaltete.

Was aber völlig fehlte, und wohl auch hier .. zu reflektieren die je eigene Begrenztheit .. der Möglichkeiten . Mal ganz Allgemein .

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xxgreenkeeperxx 21.07.2019, 10:08
3. Nur die Vielfalt der Meinungen bringt uns weiter.

Auch wenn sie teilweise extrem sein mögen, sind sie immerhin Ausdruck eines Standpunktes zum Thema. Und wenn das dann sofort als rechts, braun oder neunationalsozialistisch abgestempelt und zensiert wird, dann muss man sich halt zurückziehen. Das war in der DDR so und ist in der Bundesrepublik auch nicht anders. Ich denke, das weiß auch Frau Merkel. Ich halte es da mit einem gewissen Horst L. Man muss eine Meinung nicht übernehmen, ganz im Gegenteil. Sie sollte nur ein Denkanstoß sein. Das Nachdenken darüber und die Entscheidung trifft jeder für sich selbst. Das können einem die Bundesregierung und die Medien nicht vorschreiben.

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Norbert Sixtus 21.07.2019, 10:10
4. Debatte mit vorgefertigter Meinung? Unerträgliche Gedanken?

Lieber Herr Maxwill, Sie regen eine offene Debatte an und geben dann in Ihrem Artikel schon wieder vor, was man zu denken hat? Zitat: "dass zum Beispiel für unsere Gesellschaft auch nur der Gedanke untragbar und unerträglich sein sollte, Menschen aus politisch-strategischen Erwägungen im Mittelmeer sterben zu lassen." Was soll das noch für eine offene Debatte werden, wenn Gedanken "untragbar und unerträglich sein sollte[n]"? Das Problem ist doch, dass ein Thema, das Migrationsthema, alles andere überlagert.... Ich müsste von meinen Einstellungen zum Klima/zur Umwelt Die Grünen wählen, bzgl. Migration/EU-Kritik/Euro-Kritik AFD, bzgl. Arbeitnehmerrechte SPD/Die Linke, bzgl. Bankenregulierung Die Linke usw. Beim Wahlomat habe ich dann bei den "großen Parteien" immer ein Übereinstimmungsspektrum von etwa 46 bis 66%, am wenigsten mit der FDP... Es gibt ja auch Sarrazin in der SPD, Palmer bei den Grünen, Wagenknecht bei den Linken - offenbar haben Menschen zu verschiedenen Themen verschiedene Meinungen, aber sobald man kritisch zur Masseneinwanderung (oder zum Euro oder zur EU-Bürokratie oder zur demokratischen Situation der EU-Institutionen) steht, wird man in Richtung AFD abgedrängt, egal was man sonst auch denken mag...

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thorsten.munder 21.07.2019, 10:12
5. Was nützt es denn

Zu Streiten und Dinge anzusprechen wenn zum Beispiel Politiker Beratungsresistent sind am Ende nur Politik machen die von der Wirtschaft vorgegeben wird (siehe Diesel Affäre ) siehe Glyphosat siehe Rüstungs Exporte nach Saudi-Arabien usw. Wenn der Gesunde Menschenverstand dem Profit geopfert wird dann sagen normale Bürger irgendwann gar nichts mehr . Stattdessen geben die die Hass und Unsinn verbreiten dem Ton an. Übers Internet zum Beispiel wo man nicht erkannt wird im Anonymen bleibt und Politiker beleidigt was irgendwann Leute Idioten dazu Anstachelt Leute Politiker sogar Umzubringen . Siehe den Fall Lübcke !

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skilliard 21.07.2019, 10:15
6. Dann geht doch mal mit gutem Beispiel voran

Aha, es geht also mal wieder um Verführer von Rechts aussen.
Das Gesagte gilt natürlich nicht für Beiträge im Spiegel Online wie z.B. die Texte von Herrn Lobo oder Frau Stokowski. Ebenso ist die Bezeichnung "Weiße alte Männer" von der Kritik ausgenommen sowie man jede Kritik an Friday for Future ungebremst in die Kategorie "Hass" einordnen darf. Linkspopulismus gibts ja in Deutschland anscheinend überhaupt nicht und in der Echokammer informieren sich generell nur "die Anderen".
Es ist wirklich traurig, wenn sich jemand für eine demokratische Debattenkultur einsetzt und dabei völlig die Missstände im eigenen politischen Lager unter den Tisch fallen lässt. Das entwertet den ganzen Ansatz und macht ihn unglaubwürdig.

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menschklaus 21.07.2019, 10:17
7. Teilhabe

Danke, dass Sie uns daran erinnern, was eine Demokratie ausmacht. Die schweigende Mehrheit taugt nicht als Korrektiv für Extrempositionen. Ohne Korrektiv verzerrt sich die Debatte jedoch hin zu dem Extremen. Es ist also an der Mehrheit nicht mehr zu schweigen, sondern Teilhabe an der Demokratie zu praktizieren.

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b.v. 21.07.2019, 10:17
8. Leseempfehlung

Kleine Leseempfehlung hierzu: Die Kolumne von Thomas Fischer hier auf SPON. Er geht die Themen sachlich und differenziert an. Man muss natürlich nicht seiner Meinung sein, aber er zeigt doch grundsätzlich, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern man praktisch immer differenziert an die Sache rangehen muss, die „Wahrheit“ oftmals in der Mitte liegt oder es schlicht auch keine einfachen Lösungen gibt, was man von Politikern leider selten hört, weil es nicht polulär ist einzugestehen, keine einfache Lösung parat zu haben.

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ayee 21.07.2019, 10:19
9. Diskussion setzt bestimmte Eigenschaften voraus

Diese Eigenschaften sind mMn Informiertheit, Differenzierungsvermögen, Reflektionsvermögen. Bei vielen Menschen sehe ich recht wenig von diesen Eigenschaften. Beim typischen AfD Wähler findet man davon z.B. eher wenig. Eine Diskussion mit jemandem, der diese Eigenschaften unzureichend besitzt, ist keine Diskussion sondern das sind zwei geführte Monologe. Ohne die o.g. Eigenschaften setzen sich die "Argumente" viel zu oft aus pauschalisierten Einzelbeispielen zusammen, die dann auch noch wild verknüpft werden. Tut mir leid, aber solche Gespräche drehen sich i.d.R. einfach nur im Kreis und sind deshalb praktisch Zeitverschwendung. Niemandem ist damit geholfen, solche Diskussionen zu führen.

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