Forum: Panorama
Lädierte Streitkultur: Wir schweigen die Demokratie zugrunde
Kay Nietfeld/DPA

Ziehen Sie sich immer häufiger aus Debatten in Ihrer Familie, im Freundeskreis oder im Sportverein zurück? Das ist durchaus nachvollziehbar - aber gefährlich. Zum Glück gibt es einen Ausweg.

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Afro-Mzungu 21.07.2019, 13:55
130.

Zitat von der.tommy
Manche Dinge sind eben wirklich indiskutabel. Diese Grenze überschreiten sie dann, wenn sie Menschenleben als Verhandlungsbasis betrachten. Wenn sie das Sterben von Menschen im Mittelmeer unterstützen, aus politischen oder ökonomischen Gründen, wenn sie es sehr wohl für diskussionswürdig erachten, Menschen im Mittelmeer sterben zu lassen um „Grenzen zu schützen“, dann verlassen sie nicht nur den Boden des Grundgesetzes, sondern auch den Bezug zu dem was uns Menschen ausmacht: Empathie. So eine extreme Position ist wirklich nicht vertretbar.
Mit Ihrem Beitrag illustrieren Sie genau das, was der Autor des Artikels in seinen ersten Absätzen auch moniert: Das Unterdrücken einer Debatte, indem Sie Ihren gefühlten Opponenten in eine bestimmte Ecke drängen und jedes Argument, jede Position abseits Ihres eigenen im Vorhinein als unzulässig und nicht vertretbar bestimmen ("Verlassen des GG", "Unmenschlichkeit"-> mangelnde Empathie). Das dann noch mit einer unzutreffenden Unterstellung, indem Sie behaupten, der von Ihnen angesprochene Forist würde anhand seines Beitrags "das Sterben von Menschen im Mittelmeer unterstützen" - was dem Beitrag aber tatsächlich nicht zu entnehmen ist bei genauem Lesen und Verstehen.
Sie, werter "der.thommy", sind Teil des Problems.

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Laien 21.07.2019, 13:56
131. Während die Gegenseite sich mit Nazi-Nazi-Rufen klug erschöpft.

Zitat von ayee
Diese Eigenschaften sind Informiertheit, Differenzierungsvermögen, Reflektionsvermögen. Bei vielen Menschen sehe ich recht wenig von diesen Eigenschaften. Beim typischen AfD Wähler findet man davon z.B. eher wenig. Eine Diskussion mit jemandem, der diese Eigenschaften unzureichend besitzt, ist keine Diskussion sondern das sind zwei geführte Monologe. Ohne die o.g. Eigenschaften setzen sich die "Argumente" viel zu oft aus pauschalisierten Einzelbeispielen zusammen, die dann auch noch wild verknüpft werden. Tut mir leid, aber solche Gespräche drehen sich i.d.R. einfach nur im Kreis und sind deshalb praktisch Zeitverschwendung. Niemandem ist damit geholfen, solche Diskussionen zu führen.
Denkfehler: eine Diskussion ist der Austausch von Meinungen. Nützlich für einen selbst, wenn man bereit ist zuzuhören und annimmt, dass der andere Recht haben könnte. Andere Menschen sind nicht Ihre vermuteten Trottel. Man kann mit jedem Menschen reden. Versuchen Sie mal zu fragen statt zu agitieren.

Ein Gespräch ist in der Tat sinnlos, wenn man mit der Massgabe herangeht, den anderen zu bekehren. Ausserdem lernt man beim Schnattern nichts, sondern bleibt so dumm wie eine Ente. Ein im Journalismus oft zu beobachtende déformation professionnelle.

Die klügsten Menschen sind immer die, die anderen zuhören. Medizinstudenten z.B. bekommen die Gesprächsmethode des Zuhörens und Nachfragens bereits in den ersten Semestern beigebracht. In der 2-jährigen Journalismusschulung hören Sie allerdings nur etwas über Gesprächs-F ü h r u n g . Wie bei den Nazis: Führung ist alles, es ist unwichtig zuzuhören. Diesen gravierenden Fehler im Gepräch hört man besonders häufig in den weiblich dominierten TV-Schwatzrunden. Alles spricht, keiner hört. Auch nicht der Zuschauer, der diese Art des Talk nur an sich herunter rieseln lässt.

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Kalle84 21.07.2019, 13:56
132. Schade

Nun, als ich die Überschrift las, erwartete ich einen guten Artikel, denn dieses Problem gärt schon lange in unserer Gesellschaft und ist ein echtes Problem. Leider wurde ich enttäuscht, da Sie offensichtlich keine Stritkultur vermissen, sondern die Meinung bereits vorgeben und kontroverse Debatten sogleich mit "geht gar nicht" abwürgen. Sie wollen sich also nur bestätigt wissen. Schade, aber so sind Sie definitiv nicht Lösung sondern Teil des Problems.

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garfield53 21.07.2019, 13:56
133. mmm

Der von den Medien eine große Bühne gegebene rechtsnationale "Vulgär-Populismus" lässt immer mehr Demokraten und Andersdenkende regelrecht "verstummen", da es für den Einzelnen außerhalb der "warmen" Nsche einer Partei und Organisation mittlerweile in Deutschland gefährlich bis lebensbedrohlich ist Widerspruch, gar Widerstand gegen den immer mehr, auch medial "aufgebauschten" Rechtspopulismus öffentlich zu äußern! Rassistisches, fremdenfeindliches und faschistisches Gedankengut wird bis in die s.g. Mitte der Gesellschaft, vor allen bei den vermeintlich wirtschaftlich und sozial "Abgehängten" und den politisch schon immer Desinteressierten weitgehend gesellschaftsfähig, ohne jeglichen politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen.
Man steht als "Verteidiger" unserer zu reiner Makulatur verkommenen "freiheitlich-demokratischen" Gesellschaft allein im "rauhen" Wind, trotz angeblicher Meinungsfreiheit, welche leider nur für Wenige gilt.

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andreasbln 21.07.2019, 14:06
134. Individualismus über alles

Wir leben in einer Welt in der sich jeder schon längst in sein völlig individuelles Wertesystem zurückgezogen hat. Ob es nun um Migrationspolitik geht oder Stillen in der Öffentlichkeit, Fahrrad gegen Auto, und und und... und die Positionen sind so weit auseinander und so extrem, dass jeder den anderen für seine Position sofort verurteilt, mit moralischen Vorwürfen überzieht. Alles wird politisch unkorrekt, rassistisch, diskriminierend, sexistisch und unmoralisch erklärt. Und die Rechten greifen dies auf und nutzen genau diese Hysterie aus, um Gegenposition zu beziehen. Wer also die oben genannten Vorwürfe als überzogen von sich weist, wird ins Rechte Lager gesteckt. Wir sind einer Diskussionsfalle, aus der ich mich auch zurückgezogen habe. Wir ersticken in unrealistischen Verhaltens- und Denkmusterforderungen und Begrifflichkeitsdiskussionen und darüber dreht die Welt sich weiter. Sprung: das ist genauso irre, dass wir eine sehr strenges Bürokratiemonster mit der DSGVO haben, aber sich die halbe Welt Alexa und Siri ins Zimmer stellt und die neueste Age-App nutzt und seine Daten freigibt....bei Googelstreetview alle ausgeflippt sind, bei Google-Earth oder Maps aber keiner einer Problem hat, dass man den Menschen in die Hinterhöfe und Gärten gucken kann, die man bei Google Streetview nicht sieht. Alles hysterisch und unlogisch. Die Beispiele sind endlos. Nüchterne Betrachtungsweisen sind unspannend. Man muss sich echauffieren. Hysterie Hysterie Hysterie. Nicht, dass wir keine Probleme hätten, aber diese Extrempositionen, Verschwörungstheorien zerstören unsere Demokratie. Darüber werde ich hysterisch....

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h-henz 21.07.2019, 14:06
135. Rationales Abwägen ?

Ideal wäre ein Austausch rationaler Argumente und eine anschließende fundierte Meinungsbildung. Da aber leider oft irrationale und emotionale Ansätze unsere Diskussionen bestimmen, bleibt vieles leider Wunschdenken. Da kaum jemand mit allen Positionen einer Partei einverstanden ist und diese auch nur ansatzweise kennt, muss er bei seiner Wahlentscheidung immer Kompromisse machen. Dies führt dazu, dass eine Entscheidung für eine bestimmte Partei fast immer emotional getroffen wird. Dies führte bisher zu vernünftigen Ergebnissen. (Schwarmintelligenz) Wenn jetzt aber bewusst nur Emotionen bedient werden und wir dadurch wissenschaftlich erforscht manipuliert werden, geht die Schwarmintelligenz verloren und es fallen irrationale Wahlentscheidungen. Diese Situation bringt unsere bisher bewährte Demokratie an ihre Grenzen.
Diese Problematik muss erkannt interdisziplinär diskutiert werden. Staatsrechtler, Psychologen, Politikwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler und weitere parteiunabhängige Experten und auch Politiker sollten dieses Problem rational bearbeiten. Eine intelligente Lösung ist zwar Zukunftsmusik, sollte aber zu finden sein !
Und bitte immer positiv denken, denn die Welt ist besser als wir glauben und wird immer besser. (siehe Hans Rosling, Martin Schröder oder Steven Pinker)

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Ollin 21.07.2019, 14:08
136. Die Stammtische sind größer geworden.

Durch die Möglichkeiten des Internets sind die Stammtische einfach deutlich größer geworden, allseits. Daraus folgert aber m. M. nicht, dass ich mich als differenzierungsfähiger Bürger in diese selbstreferenziellen Gruppen einmischen muß um dirt aktiv eine Gegenposition auszubreiten, und zu versuchen der Kakophonie ein paar wohltemperierte Zwischentöne einzuflechten. Ein Stammtisch, bleibt ein Stammtisch, bleibt ein Stammtisch und ist keine polotische Interessengemeinschaft. Am Beispiel der Grünen kann jeder nachvollziehen, welch enorme Kraft und Diskursfähigkeit es brauchte, um aus der zersplitterten Gegengruppierung ein politische Partei zu formen. Wenn es nicht gelingt die in jeder solcher Gruppierung wütenden egozentristischen, spaltenden Kräfte auszutarrieren, dann bleibt die Gruppierung eine entscheidungsunfähige dynamische Masse. Wie eine Gruppierung in diesem Prozess stecken bleibt kann man gerade am Beispiel der AFD live beobachten. Dazu kommt, dass die AFD keine für die Gesellschaft neuen Ideen einzubringen hat, die eine größere einigende Kraft entfalten könnte, als die Ideen der Vergangenheit und der vorgeschobene Status einer Partei für Opfer gesellschaftlicher Verwerfungen zu sein - was ja ihre Führungsfiguren erkennbar nicht sind. Am Ende werden die Extremen rechts, wie links die Extremen bleiben. Was aber wirklich helfen würde, wäre ausreichende Bildung und Wissen darüber, dass Extreme keine Konzepte haben können, die einer breiten Mehrheit der Gesellschaft ein halbwegs zufriedenstellendes Leben ermöglichen.

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tyxh 21.07.2019, 14:13
137. Streitkultur

Ja, auch ich habe mich zurückgezogen, und es geht mir sehr gut damit!
So lange insbesondere „die Medien“ und „die Berufspolitiker“ sich in ihrer Erregung immer weiter hochschaukeln, sehe ich auch nicht den geringsten Grund, mich selbst wieder mit einzubringen. Das ist mir einfach zu blöd. Soll der SPIEGEL doch ersteinmal sich an seiner eigenen Nase fassen. Ich bringe mich statt dessen wieder mehr in meiner Kirchengemeinde ein und Pflege die Nachbarschaft und Gemeinschaft hier, bei wirklich interessanten Themen, abseits dieses absurden Theaters.
Euch da draußen, viel Spaß beim Stänkern.

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Afro-Mzungu 21.07.2019, 14:16
138.

Zitat von claus7447
... könnte je geradezu von Fleischhauer gekommen sein. Die Realität sieht leider anders aus. Denn, was ist für sie LINKS? alles was links von der AfD ist? Oder wie weit geht die rote Linie. Aber zurück zur Realität: - man muss nur hier die Themen Trump, AfD oder Klimaschutz nehmen (das ist ja auch eine Interessante Schnittmenge), da sieht man deutlich welche "Wahrheiten" gepredigt werden. - Wertfreier, aber nicht weniger emotional verfolge ich die Themen "Tempolimit". Wobei hierwirklich die Suppe schnell am kochen ist und die krudesten Beweisführungen herbei geführt werden (dabei muss man sich ja nur einige Länder um uns herum betrachten). Also legen sie mal ihre Richtung offen (s. 2. Satz) dann können wir das weiter vertiefen.
Fällt Ihnen nicht selbst auf, wie Sie sofort in Abwehrstellung gehen, nur weil auf einen Artikel (wohlgemerkt, in der "taz", unverdächtig jeder AfD- oder Rechtsextremismusunterstützung) verlinkt wird, den Sie inhaltlich nicht teilen mögen?
Also wird der Artikel und der mit diesem formulierte Diskussionsansatz erst einmal herabgewürdigt (zumindest gemäß Ihrer Intention, "könnte je geradezu von Fleischhauer gekommen sein") und der Forist, der diesen Link aufzeigt, nur aufgrund dessen(!) in eine rechte Ecke gedrängt ("Denn, was ist für sie LINKS? alles was links von der AfD ist?").
Sie sind vermutlich genau die Art von Gegenüber, mit der viele Menschen nicht diskutieren möchten. Nicht wegen Ihrer starken Argumente, sondern wegen Ihrer Unsachlichkeit und Ihrer Bereitschaft, zu diffamieren, wenn Sie es als erforderlich ansehen.

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larsmach 21.07.2019, 14:22
139. Fast nur anonyme Diskutanten hier!

Vorweg: Persönlichkeiten äußern offen ihre Meinung - und werden in Deutschland oft von anonymen Einflüsterern kritisiert, die sich hinter Hecken verstecken. Was ist davon zu halten, wenn von "Streitkultur" die Rede ist? - Zum Thema: Natürlich kann man offen über kontroverse Aspekte debattieren - Peter Maxwill weist jedoch zu Recht auf die Ausschließlichkeit hin, mit der manchmal über die Herkunft mutmaßlicher Vergewaltiger gesprochen wird. Das schließt bewusst nicht aus auch die Frage zu stellen, inwieweit gesellschaftlicher Wertekonsens (eines Herkunftslandes) schlechte Verhaltensweisen oder toxische Männlichkeit eher hervorrufen als sie an den Pranger zu stellen - Hintergründe zu einer konkreten Straftat durch individuelle Personen können derart allgemeine Aspekte naturgemäß nicht erklären.

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