Forum: Panorama
Lädierte Streitkultur: Wir schweigen die Demokratie zugrunde
Kay Nietfeld/DPA

Ziehen Sie sich immer häufiger aus Debatten in Ihrer Familie, im Freundeskreis oder im Sportverein zurück? Das ist durchaus nachvollziehbar - aber gefährlich. Zum Glück gibt es einen Ausweg.

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heissSPOrN 21.07.2019, 15:37
160.

"Und wer Debatten steuern kann, kann irgendwann ganze Gesellschaften steuern - denn in Demokratien ist prinzipiell alles sagbar und verhandelbar."

Machen wir uns nichts vor: derzeit werden die Debatten von den geheimen Algorithmen von Facebook, Google und Co. gesteuert. Denn diese schaffen erst die Filterblasen um uns Individuen herum. Als ersten Schritt müsste man diese Internetriesen zwingen, ihre Algoroithmen offenzulegen und anzupassen; aber auch vor Zerschlagungen und/oder Verboten derartiger Plattformen darf sich die Gesellschaft nicht verschliessen. Denn eines ist gewiss: Vor diesen sogenannten "sozialen" Netzwerken war das im Artikel geschilderte Problem ohne jede Relevanz, da allenfalls auf einzelne Stammtische beschränkt.

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marcanton80 21.07.2019, 15:47
161. Überschrift

Oh aber sicher wird debattiert! stelle sogar fest das das Interesse an Politik immer größer wird !
Ich denke die Mächtigen und natürlich auch die Medienhäuser Elfriede, Liz M.,und die WAZ Gruppe u.a.haben Angst ihre Deutungshoheit zu verlieren. Das Buchdruck hat die Deutungshoheit der Kirchen und des Adels gekillt und nun ist es eben das Internet das ähnliches bewirken wird , aber keine Sorge die Gesellschaft wird dadurch mit Sicherheit keine schlechtere werden

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Ralf Thomas 21.07.2019, 15:53
162. irreführend

Der Titel und die ersten Zeilen sind ganz und gar irreführend. Da wird suggeriert, dass inzwischen sogar der Spiegel sich Gedanken darüber macht, was in den letzten Jahren in der gesellschaftlichen Debatte vielleicht so dermaßen falsch gelaufen sein könnte, dass in der Folge viele Menschen sich aus ebender Debatte zurückziehen - doch ein paar Zeilen später kommen doch nur wieder die üblichen linksgrünen Allgemeinplätze: Dies und Jenes ist Rassismus und nichts anderes; so und so darf man das nicht sagen; wer bestimmte Sachen in einer bestimmten Art und Weise benennt, verbreite "Hass" usw. usf. ......
An der Stelle wurde klar: Weiterlesen lohnt sich nicht.

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Tatsache 2011 21.07.2019, 15:59
163.

@mostly harmless, @afro-mzungu #151
absolute Zustimmung zum Post von Afro-Mzungu!
Eine offene und zielorientierte Auseinandersetzung muss einen gewissen Respekt vor dem Gegenüber sowie die Erkenntnis beinhalten, nicht zwangsläufig alles besser zu wissen. Sie sollte zum Ziel haben, nach Wegen zu suchen, die für möglichst alle akzeptabel sind. Dazu gehört im Falle der AfD, dass man deren Wähler und ihre Befindlichkeiten als Teil unserer Gesellschaft akzeptiert - die Frage ist doch, ob man diese Befindlichkeiten nicht anders als mit rechten Parolen ansprechen kann. Stichwort no-go-areas, Sozialsystem-Missbrauch, Banden- und Clan-Kriminalität etc. Ist man Nazi, wenn man z.B. für Asylbewerber dieselben Normen und Strafverfolgungen einfordert wie für die Staatsangehörigen des eigenen Landes? Wohl kaum. Bin ich zu links oder zu rechts, wenn ich kritisiere, dass wir Italien mit den Flüchtlingen seit Jahren schäbig hängenlassen? Bin ich links oder rechts, wenn ich sage, dass wir (und schon gar nicht Osteuropa) nicht noch viel mehr aufnehmen und daher NICHT die Lager in Libyen hierher holen können? Links oder rechts, wenn man ehrliche Handelspolitik fordert - auch mit der Konsequenz dass vieles für uns alle teurer wird? Links oder rechts, wenn man Beteiligung ALLER bei besserem Umwelt- und Naturschutz fordert (und nicht immer nur "die anderen")? Wir müssen akzeptieren, das wir Jahrzehnte zuviel Ego gepflegt haben und mehr aufeinander zugehen

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lefty 21.07.2019, 16:01
164. So nicht

Zitat von dasfred
Wenn ich zum Beispiel etwas von einer Vergewaltigung lese, in der keine Angabe zur Herkunft der Täter gemacht wird, reicht ein Klick auf den Artikel in Welt oder Focus und ein Blick auf die Anzahl der Kommentare. Man muss sie nicht einmal lesen, um Bescheid zu wissen. Es ist diese kleine laute Minderheit, die ihr einziges Thema überall breit treten, wo sie Hass auf Fremde verbreiten können. Mir gefällt, das SPON zu einigen Themen das Forum schon gar nicht öffnet und bei anderen Themen die reinen Hasskommentare von vornherein nicht veröffentlicht werden. Den anderen stehen immerhin viele Foristen gegenüber, die diese Kommentare einordnen und entsprechend kontern. Das hilft auch dem Leser, sein Bild aus einem breiten Spektrum zu bilden und sich nicht von einer Seite überfahren zu fühlen. Auch die Kolumne von Herrn Fischer trägt hier sehr zu einer Versachlichung bei. Empörung geht schnell, aber die Empörung sachlich zu begründen, überfordert doch sehr viele. Damit sind sie nur noch Lautsprecher, aber keine Diskussionsgegner.
Solang man nicht selber Opfer ist, kann schön darüber schreiben. Reden Sie mal mit den Opfern die das erleben mußten.

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oloh 21.07.2019, 16:04
165. Tabuisierung

Der Autor predigt die Vielfalt der Meinungen und gibt selber zensorische Leitplanken vor. Das soll wohl ein Witz sein!
Gemahnt an den alten Gernhardt: "Seht, schon fällt ihm gar kein Reim / Auf das Reimwort "Reim" mehr eim..."

Tut mir leid, aber das kann ich als Linksliberaler nicht ernst nehmen. Natürlich kommt in FB und YT der ganze Bodensatz der Gesellschaft hoch! Aber den gab's schon immer, nur jetzt nicht mehr stumm.
Journalisten wünschen sich eine Welt, in der nur sie, die Medienfuzzis, den Diskurs bestimmen. In ihren Heimatmedien erheischen sie das qua willkürliche Streich- und Löschpraxis - vulgo Zensur.
Aber es ist gut, dass es darüber hinaus Foren gibt, in denen freie Rede (bzw. freie Keyboardeingabe) herrscht. Und das impliziert, dass man durch Kloaken waten muss.

Wer aber angesichts von Vergewaltigung durch 12jährige anmerkt, dass das kein individualpsychologisches, sondern auch ein Kulturkreisproblem ist - denn dafür braucht es eine gewisse Sozialisation und Prägung, um sowas als Adoleszent im Kollektiv aushecken zu können -, der sollte nicht als Antidemokrat verunglimpft werden, solange er differenziert und reflektiert vorträgt. Im Gegenteil: Hier zu tabuisieren, ist zutiefst undemokratisch!

(Sehr schwach, dass SPON diesen Kommentar nicht erträgt...)

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alohawave 21.07.2019, 16:08
166. Wie viel Voltaire kann politische Korrektheit vertragen?

„Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.“ (Voltaire)
Wie viel Voltaire steckt noch in den Köpfen unserer Mitmenschen? Leider muss ich feststellen, dass aktuell ein Großteil meiner Mitmenschen sich aus Angst anzuecken, fast schon übertrieben politisch korrekt verhalten und dies immer mehr zum Vorwand nehmen sich in Ihrer vermeintlich "moralischen Überlegenheit" zu "suhlen" und über Andersdenkende unreflektiert zu urteilen. Klar fühlt es sich toll an zu "den Guten" zu gehören, aber es löst auch eine Art geistige Faulheit aus. So gibt es bei vielen eine absolute Weigerung mal über den Tellerrand hinaus zu schauen, eine neutrale oder positive Sichtweise zu ergreifen, Gedankenspiele zu wagen, unorthodoxe/unangenehme Argumente zu hören und sich offen mit der Gedankenwelt des Gesprächspartners auseinanderzusetzen. Diese intellektuelle Selbsteinschränkung ist in sofern bedauerlich, dass sie zuweilen dogmatische Züge annimmt und nicht gezögert wird Gesprächspartner die andere Meinungen vertreten, jede Art Menschlichkeit oder Tugend abzusprechen und als "Widersacher oder Gesellschaftsfeinde" via Netz öffentlich an den Pranger zu stellen. Es mangelt an Freiheit und Toleranz in den Köpfen meiner Mitmenschen, Demokratie braucht aber diese Tugenden um zu bestehen und neue Ideen hervorzubringen. Überzeugungsvermögen, Geistes- und Willenskraft braucht es um Menschen zu einen, Verbote und Tabus laden traditionell eher dazu ein, sich darüber hinwegzusetzen. Wie ein altes deutsches Volkslied es so schön sagt "Die Gedanken sind frei..."

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dw_63 21.07.2019, 16:24
167. Opfer

Zitat von lefty
Solang man nicht selber Opfer ist, kann schön darüber schreiben. Reden Sie mal mit den Opfern die das erleben mußten.
Opfer sind Opfer, egal welche Ethnie, Geschlecht, Staatsangehörigkeit oder Status.
Es gibt keine Zweiklassengesellschaft an Opfern, die sich getrennt nach der Herkunft der Peiniger aufteilt, oder die nach eigener Herkunft getrennt wird.

Die schwere eines Verbrechens und die Beweggründe für das Verbrechen, das dem Opfer zugeführt wurde, sollten immer das Maß einer Verurteilung sein, egal ob vor Gericht oder im Volk, daher heisst es auch im Namen des Volkes.

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oloh 21.07.2019, 16:34
168. Hasskommentare

Zitat von lefty
Solang man nicht selber Opfer ist, kann schön darüber schreiben. Reden Sie mal mit den Opfern die das erleben mußten.
Den Hasskommentatoren geht es allerdings zuallerletzt um Empathie. Die wollen tatsächlich bloß ihr Süppchen kochen. Und das ist dann keine ehrliche Diskussion mehr.

Ehrlich ist es, einzuräumen, dass etwa bei uns in Kempten auch schon Gruppenvergewaltigungen an der Iller stattgefunden haben, vor einigen Jahren. Damals verübt von russischen Spätaussiedlern zw. 15 und 18. Da wurden - zumindest innerhalb der Ermittlungsbehörden - kulturelle Spezifika dieser Gruppe erörtert. Das gehört zu fundierter Investigation dazu! Jeder weiß doch, dass Allgäuer Wohlstandsbubis nicht so hart unterwegs sind.

Man muss diese kollektivpsychologischen und sozialpsychologischen Fragen differenziert und klischeefrei diskutieren können.
Völkische AfD-Jünger sind dazu leider nicht imstande. Die politisch korrekten Publizisten aus unseren "Leitmedien" leider genauso wenig. Und so tragen auch Letztere nolens volens zu einer polarisierten Sprachlosigkeit bei.

Gerade diejenigen, die nicht Opfer geworden sind, sollten doch aus der Distanz mit kühlem Kopf zu urteilen imstande sein. Von Opfern und Betroffenen kann man keinen kühlen Kopf verlangen. Die haben ein Recht auf Rachegelüste.

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homernarr 21.07.2019, 16:42
169. Schweigen?

Weniger, aber wenn es ums diskutieren geht wollen rechts und links die Diskussion unterbinden weil die Argumente nicht passen.
So wird das nix.

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