Forum: Panorama
Lädierte Streitkultur: Wir schweigen die Demokratie zugrunde
Kay Nietfeld/DPA

Ziehen Sie sich immer häufiger aus Debatten in Ihrer Familie, im Freundeskreis oder im Sportverein zurück? Das ist durchaus nachvollziehbar - aber gefährlich. Zum Glück gibt es einen Ausweg.

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Hamberliner 21.07.2019, 22:28
290. Re: Individualismus über alles

Zitat von andreasbln
Wir leben in einer Welt in der sich jeder schon längst in sein völlig individuelles Wertesystem zurückgezogen hat. Ob es nun um Migrationspolitik geht oder Stillen in der Öffentlichkeit, Fahrrad gegen Auto, und und und... und die Positionen sind so weit auseinander und so extrem, dass jeder den anderen für seine Position sofort verurteilt, mit moralischen Vorwürfen überzieht. Alles wird politisch unkorrekt, rassistisch, diskriminierend, sexistisch und unmoralisch erklärt. Und die Rechten greifen dies auf und nutzen genau diese Hysterie aus, um Gegenposition zu beziehen. Wer also die oben genannten Vorwürfe als überzogen von sich weist, wird ins Rechte Lager gesteckt.
Das alles hat doch mit Individualismus nichts zu tun. Individualismus bedeutet einen ungewöhnlichen Geschmack und Stil, ein ungewöhnliches Hobby, Fahrzeug oder Kleidungsstück, eine Lebenskultur abseits des Mainstream. Fliege statt Schlips tragen, Motorrad statt Auto fahren, in einem Zirkuswagen oder Hausboot wohnen statt in einem Haus, das ist noch das kleine Einmaleins des Individualismus. Ein Kollege von mir, aufgrund seines Vaters steinreich, hat im Keller seiner Luxusvilla ein Glockengeläut wie vom Kirchturm nachgebaut und ist stolz darauf, die elektronische Steuerung programmiert zu haben. Ein Knopfdruck, und alle Nachbarn wundern sich, wo denn auf einmal die Kirchenglocken läuten. Auch das ist Individualismus.

Ich habe manchmal den Eindruck, Zeitgenossen, die in der DDR aufgewachsen sind, verwechseln Individualismus mit Egoismus und verteufeln ihn deswegen.

Individualisten (nicht zu verwechseln mit Egoisten) sind eine Bereicherung und hinter ihrer ungewöhnlichen normabweichenden Fassade natürlich genauso empatie- und kompromissfähig wie andere Menschen auch.

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amon.tuul 21.07.2019, 22:33
291. Medien frei?

Wie kann es sein daß Deutschland den UN Migrationdpakt ohne echte Debatte zeichnete?

Worin eine Verpflichtung enthslten ist, dass Medien die Migration positiv zu begleiten haben?

Fraglos müssen sich Bürger Deutschlands von den existierenden Massenmefien lösen um ihre Identität zu wahren.

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mundi 21.07.2019, 22:34
292. Nicht immer so verbissen!

Zitat von P.Delalande
Sie sollten sich nicht von der darauf folgenden Rabulistik des Herrn Höcke blenden lassen, er hat es genau so gemeint wie ich es beschrieb. Er nannte es ein "Mahnmal der Schande", wobei "Schande" sich nicht unbedingt auf die Verbrechen der Nationalsozialisten bezog, sondern vor allem auf das Mahnmal selbst. So kam es auch bei seinen Zuhörern an, so war es gedacht.
Papst Johannes Paul II wurde vor seinem USA Besuch vor kritischen Fragen der Journalisten gewarnt.
Deshalb hat er auf ihre Frage: „werden Sie auch die Nachtlokale in New York besuchen“? verschmitzt gegengefragt: „Gibt es überhaupt Nachtlokale in New York“?

Die Schlagzeilen am nächsten Tag:

Die erste Frage des Papstes beim Betreten der Vereinigten Staaten:
Gibt es Nachtlokale in New York !!!

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spon_12 21.07.2019, 22:39
293.

Zitat von GoranBaranac
...war das erste was mir einfiel als ich mit dem Kommentar durch war. Bis zur Erfindung der sozialen Netzwerke waren die Zeitungen und Magazine Meinungsmacher und -Verstärker in diesem Land - also Leute denen belegbar nachgewiesen wurde, dass über 2/3 ihresgleichen Progressive sind. Wenn über 66% derjenigen die die Deutungshochhheit haben sich einig sind was an Alltag, Problemen und "Sagbaren" statthaft ist und was nicht dann ist dieser Aufruf zu "Diskurs" und "Meinungen aushalten" an Bigotterie nicht zu überbieten. Seitdem jeder mit Smartphone und FB-Konto hingegen seinen Senf hinzugeben kann ist dieses Meinungsmonopol zusammengeklappt. Jetzt wo also der Pöbel mitreden und Live-Bilder von "Unfällen" wie das Kölner Silvester 15/16 ohne "Einordnung" live mitsehen kann müssen wir den Diskurs neu beginnen? Wer muss das denn tun? Über 2 Dekaden Spiegel-Lektüre haben bei mir die Erkenntnis reifen lassen, dass Sie und Ihre Kollegen den Diskurs erst versaut haben. Wenn Ihre KollegInnen wie Ataman, Augstein, Diez, Berg, Stokowski vollkommen ungehemmt alles was sie Sche**e finden ellenlang brachial mit Schmutz bewerfen dürfen und von jedem der auch nur einen Hauch konservativ ist eine didaktische Brücke zum NSU bauen können Sie sich Ihren Mäßigungsaufruf an den Hut stecken.
Jaja, der arme, geknechte Pöbel wurde jahrzehnte von der dogmatischen Presse in Geiselhaft genommen und kämpft jetzt die heroische Schlacht zur Freiheit. Wenn man halt sonst nichts hat...

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toninotorino 21.07.2019, 22:41
294. Einerseits verstehe ich Peter Maxwill,

andererseits wird doch so viel debattiert wie nie: (Virtuell) In Foren. Via Facebook, Twitter & Co. Weniger Face to Face.

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dw_63 21.07.2019, 22:44
295. Ach

Zitat von das flinke Wiesel
Das das, an was erinnert werden soll, eine Schande war, ist doch nun wirklich nicht zu leugnen. Oder finden die Kritiker die Judenermordung toll ? Dass es weltweit ein sehr seltener Fall ist, dass ein Volk ein Denkmal oder Mahnmal zu einem Verbrechen errichtet, das von ihm begangen wurde, ist beachtlich. Man erinnere sich nur an Merkels Busenfreund, den Despoten Erdogan, bei dem das Armenienmassaker nicht mal benannt werden darf. Was Höcke tatsächlich gesagt hat, ist mir nicht bekannt, da darüber nicht berücksichtigt wurde, nur das Herr Höcke das Mahnmal als Schande bezeichnet habe. Ist so ähnlich wie mit dem Schießbefehl an deutschen Grenzen. Wer hier die Rechtslage zitiert, der will Flüchtlinge ohne Grund erschiessen lassen.
wie hatte es mal einer der AFDler gesagt, das dritte Reich ist ein Fliegenschiss auf der Geschichte, schon vergessen bei den vielen Erdogans?

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dw_63 21.07.2019, 22:50
296. Ach Gott

Zitat von Ecki_HH
Ich gehe mal davon aus, dass sie vom „Mueller Report“ wenigstens gehört haben. Dort wurde „der böse Russe“ entlastet. Zu den Fakten: Hillary Clinton hat mit Hilfe des DNC den demokratischen Gegenkandidaten „beschissen“ Wurde auch durch die Veröffentlichung der Clinton mails bewiesen. Facebook werbung für trump durch russisch freundliche unterstützer 100.000$ HC Wahlkampf Budget 1,2 Mrd $ Trump Wahlkampf Budget 900 Mio $ Wollen Sie den Leuten hier ernsthaft erzählen, dass 100.000$ den Ausschlag gaben gegen einen politischen Nobody verloren zu haben? Die demokratischen Wähler haben sich mit Ekel von HC abgewiesen. HC ist die kriegstreiberin. Die Bevölkerung der USA wollen keinen Krieg mehr. Recherchieren und nachdenken bitte.
100.000 Dollar können manchmal mehr Wirkung wie 1.000.000 Dollar erzielen, und das stand als Vorwurf im Mueller Report drin, wie auch, dass es weitere Untersuchungen geben muss, da noch vieles nicht aufgeklärt ist.

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dw_63 21.07.2019, 23:03
297. Haben

Zitat von GoranBaranac
...war das erste was mir einfiel als ich mit dem Kommentar durch war. Bis zur Erfindung der sozialen Netzwerke waren die Zeitungen und Magazine Meinungsmacher und -Verstärker in diesem Land - also Leute denen belegbar nachgewiesen wurde, dass über 2/3 ihresgleichen Progressive sind. Wenn über 66% derjenigen die die Deutungshochhheit haben sich einig sind was an Alltag, Problemen und "Sagbaren" statthaft ist und was nicht dann ist dieser Aufruf zu "Diskurs" und "Meinungen aushalten" an Bigotterie nicht zu überbieten. Seitdem jeder mit Smartphone und FB-Konto hingegen seinen Senf hinzugeben kann ist dieses Meinungsmonopol zusammengeklappt. Jetzt wo also der Pöbel mitreden und Live-Bilder von "Unfällen" wie das Kölner Silvester 15/16 ohne "Einordnung" live mitsehen kann müssen wir den Diskurs neu beginnen? Wer muss das denn tun? Über 2 Dekaden Spiegel-Lektüre haben bei mir die Erkenntnis reifen lassen, dass Sie und Ihre Kollegen den Diskurs erst versaut haben. Wenn Ihre KollegInnen wie Ataman, Augstein, Diez, Berg, Stokowski vollkommen ungehemmt alles was sie Sche**e finden ellenlang brachial mit Schmutz bewerfen dürfen und von jedem der auch nur einen Hauch konservativ ist eine didaktische Brücke zum NSU bauen können Sie sich Ihren Mäßigungsaufruf an den Hut stecken.
Sie auch belegbare Unterlagen zu ihren Aussagen, ich kann die nicht nachvollziehen, 2/3 Progressive, 66% Deutungshoheit? Und dann noch der ganze Rest.

Wir reden hier über die freie Presse, nein keine Lügenpresse, was außer Position beziehen sollen die machen, ein „Neues Deutschland“ werden für wen?

Wenn das, was in der Presse steht Deutungshoheit ist, bestimmt haben Sie informelle Alternativen.

Aber lassen Sie anderen Menschen wie mir einen Informationskanal, dessen Deutungshoheit nicht eine Partei bestimmt.

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Clara77 21.07.2019, 23:12
298.

Aus meiner Sicht klingt der Autor zwar ganz sympathisch, nur letztendlich macht der Text eher deutlich, warum die Debatte nicht funktioniert. Denn der Autor schränkt eigentlich den Diskussionsraum gleich wieder ein und besetzt einige Tabus, die im Kern eine Marschrichtung vorgeben und schreibt, juristisch eigentlich wackelig, die eigene Position wäre die einzige nach der Verfassung mögliche.
Nur so kann eine Debatte eben nicht funktionieren. Und zwar auch nicht nur wegen der Inhalte, sondern auch weil dahinter kein kleiner und auch nicht breit akzeptierter Machtanspruch steht. Nicht wenige Leute wollen dieser Prediger- und Diskurswächter-Rolle von Journalisten nicht.
Und damit dreht sich die Debatte primär im Kreis.

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Akademiker11 21.07.2019, 23:20
299. Schön und gut, aber....

...warum werden dann gerade in Medien viele Kommentare zensiert, die nicht extremes Gedankengut verbreiten aber entweder nicht derselben Meinung des Autors sind und/oder nicht auf Regierungskurs sind? DAS ist genau eines der Probleme, die das Wort "Lügenpresse" haben aufkommen lassen. Ein wie hier vorgeschlagener "offener, fairer Meinungsaustausch" muss dann auch wirklich geführt werden - gleich mal bei den Medien.

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