Forum: Panorama
Lädierte Streitkultur: Wir schweigen die Demokratie zugrunde
Kay Nietfeld/DPA

Ziehen Sie sich immer häufiger aus Debatten in Ihrer Familie, im Freundeskreis oder im Sportverein zurück? Das ist durchaus nachvollziehbar - aber gefährlich. Zum Glück gibt es einen Ausweg.

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sozialismusfürreiche 21.07.2019, 11:01
40. Beiträge 1, 3 und 4 zeigen schon

Beiträge 1, 3 und 4 zeigen schon woran es krankt. Man möchte das Recht auf eine unzivilisierte und unmenschliche Diskussion, gerne auch rechtsextrem unter dem Deckmantel Rede- und Meinungsfreiheit behalten. Diese 3 Kommentatoren in die Zeit der APO oder frühen RAF gebrannt möchte ich hören welche Meinung sie dann plötzlich vertreten. 25% der damaligen Erwachsenen hatten Verständnis für die RAF. Richtig lagen sie damit alle nicht!

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llamb 21.07.2019, 11:01
41. Guter Beitrag ...

... und wünschenswert, der Spiegel hielte sich an hier postulierten Ansprüche. Leider ist die notwendige Unvoreingenommenheit nicht ausgeprägt genug, um zum ausgewogenen Diskurs beitragen zu können. Vielleicht steht dem die eigene Blase im Wege. In Zeiten, in denen die Gesellschaft ohnehin immer weiter auseinanderdriftet, stünde es gerade einem Leitmedium gut zu Gesicht, durch Pluralität und Offenheit mit dafür zu sorgen, diesem gefährlichen Trend entgegenzuwirken. Im übrigen würde das ganz nebenbei auch die Zahl derer erhöhen, die potenziell auf dieses Medium zugreift.

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wiper 21.07.2019, 11:01
42. Im Großen und Ganzen richtig

Was mir auffällt, auch sie reden von Hasskommentaren, dieser Begriff wird inflationär benutzt, meist vollkommen falsch verstanden und selbst ein reflektiertes Gegenargument welches die Geisteshaltung des Gegenüber kritisiert als Hass empfunden.

Demokratie funktioniert nur im Austausch, der Auseinandersetzung, dem Streit um verschiedene Geisteshaltungen, Ideologien, hier darf es keine Tabus geben. Demokratie bedingt unbedingt den Streit, Konsens und unbedingte Einigkeit sind totalitär in ihrem Auftritt. Jedes Thema ist ist Diskussionsfähig. Allein die von ihnen beklagte Unfähig und Unwilligkeit zum Streiten, übrigens in den letzten 40 Jahren von Politik und Wirtschaftsthinktanks massiv gefördert, führt im Ergebnis zur Sprach- und Diskussionsunfähigkeit, Einen großen Anteil hierbei hat die geistig moralische Wende durch die Konservativen und Helmut Kohl. Das konservative Geisteshaltung, die mmer den Kern des Faschismus in sich trägt, das neoliberales Modelldenken ebenfalls totalitär in ihrer Ideologie ist, die Diskussion, den Streit ablehnt ist nur natürlich, das die Grünen dann dieser Sprachlosigkeit aus falsch verstandenem Respeckt für Gefühle, die Befindlichkeit des Einzelnen ebenfalls förderten führte nicht zuletzt zum Erstarken der Rechten und Neofaschisten. Demokratie bedeutet primär Auseinandersetzung, den Disput, den Diskurs, wird der nicht im nötigen umfang auf sehr breiter ebene geführt sind z.b. Wahlen kein Ausdruck von Demokratie. Es ist die Politik, die Parteien, die Medien, die Diskussion begrüßt oder ablehnt, die Streit über Positionen als positiv oder Negativ der Bevölkerung vermittelt und entsprechendes politisches Verhalten beim Bürger hervorruft. In den letzten Jahrzehnten wurde allerding Friede, Freude, Eierkuchen gepredigt, das ist tödlich für eine Demokratie, für die freie Meinungsäusserung, führt zu Fakenews, dazu das Kritik pauschal als Hass bezeichnet wird, führt dazu das Hass nicht mehr als Hass erkannt wird.

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Atheist_Crusader 21.07.2019, 11:02
43.

Eine Diskussion macht nur Sinn wenn man es mit jemandem zu tun hat der seine Meinung nicht für das Maß aller Dinge hält, der für neue Informationen und Sichtweisen offen ist und auch grundsätzlich bereit ist seine Haltung zu ändern.
Ich habe in Diskussionen schon meine Meinung geändert, ich habe schon anderer Leute Meinung geändert... aber mit manchen Personen ist das einfach nicht drin. Manche Leute wollen ganz einfach glauben was sie glauben und fertig. Da kann man sich den Mund fusselig reden und die großartigsten Argumente bringen und es wird trotzdem nichts bewirken. Die Zeit kann man sich dann auch sparen.

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Sotnik 21.07.2019, 11:04
44. Mir fallen...

...dazu zwei Lebensweisheiten ein:

Es ist geradezu typisch deutsch, mit der eigenen Meinung so umzugehen, als sei sie eine unabänderliche Tatsache!

Achten sie mal auf solche typisch deutschen Erwiderungen, wenn jemand eine Meinung äußert, die der eigenen nicht entspricht: Üblicherweise antwortet ein deutscher "Rechthaber" darauf dann mit Invektiven wie "Quatsch!" oder "Schwachsinn!", womit nicht nur die Meinung, sondern auch gleich die Person, die sie äußert abqualifiziert wird.

Mit solchen Leuten zu diskutieren, die leider die deutsche Mehrheitsgesellschaft ausmachen, ist reine Zeitverschwendung.

Die Engländer - zweite Lebensweisheit - sagen in solchen Fällen:

"Don't argue with an idiot, he could the same to you."

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hl.blaas 21.07.2019, 11:04
45.

..die Gesprächs- und streitkultur in der Familie bietet eine wichtige Grundlage für Demokratieverständnis. Die Reizüberflutung durch die Medien führt im Endeffekt nur noch zu schwarz/ weiss Denken ohne fundierte Kenntnisse in der Sache..
Wir sind mit Kassel aber auf dem richtigen Weg!
Wenn Minderheiten sich mit „wir sind das Volk“ darstellen, müssen jegliche Demonstrantionen der extremen Linken und Rechten ad absurdum geführt werden..

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orca20095 21.07.2019, 11:07
46. Eine Anregung hierzu,

woraus leitet der Autor diesen „Rückzug“ denn ab? Ist es nicht vielmehr so, dass durch die neuen „sozialen Medien“ neue Strukturen und Kommunikationskanäle entstanden sind? Früher mussten sie sich mit „Namen und Hausnummer“ vorn hinstellen und dass dort die Mehrheit anwesend, konnte ich so nicht beobachten. So wie sie bei Demonstrationen in der Regel gleichgesinnte Personen treffen (Demonstrationen der Mehrheit sind ja nur bei extremen Anlässen bekannt), stelle ich fest, dass wir hier gar nichts neues beobachten. Nun kann man diesen Zustand zwar beklagen, hinsichtlich einer sichtbaren Abwärtstendenz widerspreche ich aber.

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binibona 21.07.2019, 11:09
47. @ No 30

Genau solche aus dem Kontext gerissene Beiträge (wie mittlerweile in fast jeder Diskussion mit der Fraktion :Alles ist schlecht) machen Diskussionen so wenig zielführend. Hier geht es nicht um den Inhalt, sondern um die Art und Weise. Das grosse Problem ist das kaum noch jemand zuhören kann, ohne bildlich gleich loszubrüllen.

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geri&freki 21.07.2019, 11:12
48. An die eigene Nase fassen

Vielleicht sollte man sich bei SPON zunächst einmal die selbstkritische Frage stellen, inwieweit man dem selbst gesetzten Anspruch des vorstehenden Beitrages gerecht wird. Insbesondere in den Foren. Und hierbei geht es keineswegs um extremistische Positionen.

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fördeanwohnerin 21.07.2019, 11:14
49. -

Hat sich eigentlich wirklich so viel verändert?
Ja, das Internet mit seinen sozialen Plattformen und Foren lässt viele glauben, es gäbe nur noch extreme Positionen und man könne nicht mehr vernünftig diskutieren geschweige denn debattieren. Dabei macht das Internet nur bestimmte Positionen sichtbar, Positionen, die es immer gegeben hat. Um in der Masse der Beiträge wahrgenommen zu werden, formulieren Menschen nicht unbedingt sachlich, sondern schießen übers Ziel hinaus. Das ist ein Problem. Aber das bedeutet nicht, dass Menschen generell nicht mehr diskutieren könnten.
Und: Wie war es denn früher? Es wird derzeit so getan, als wenn es früher anders gewesen wäre. Wer zieht sich im Privaten aus Debatten (Sind es nicht eigentlich nur Diskussionen, da Debatten nach bestimmten Regeln ablaufen?) heraus? Woher kommt diese Annahme? Im Internet bzw. öffentlich finden solche Diskussionen ja nicht statt.
Hier wird ein Problem beschrieben, dass es genau so gar nicht gibt.
Das heißt nicht, dass es für das Internet nicht mehr Disziplin bedarf.

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