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"Lebensborn"-Prozess: Von der SS verschleppt - und trotzdem nicht als NS-Opfer entsch
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Tausende Kinder ließ das Naziregime in Europa verschleppen, um sie in speziellen Heimen zu "germanisieren". Hermann Lüdeking ist so jemand. Er verklagte die Bundesrepublik auf Entschädigung. Vergeblich.

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der Pöter 05.04.2019, 15:02
1. Hallo?

Wir kennen uns doch aus mit der Ungerechtigkeit. Natimörder jahrzehntelang unbehelligt bei uns wohnen lassen, deren malträtierte Opfer müssen jahrelang kämpfen, um ein paar Pfennige Entschädigung zu bekommen. Noch Fragen??

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Immanuel K. 05.04.2019, 15:02
2. Ich würde Herrn...

...Lüdeking empfehlen, als Argumentationskette - die Tatsache, dass es traumatisch ist, nicht seine Herkunft zu kennen - zu nutzen. Das hat bei Kindern, die durch Samenspende gezeugt wurden, auch geholfen.

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dunnhaupt 05.04.2019, 15:05
3. Niemand zweifelt an den Fakten

Die Frage ist nur, ob es sich juristisch überhaupt um eine 'Verschleppung' handelte, da sie mit Zustimmung der Eltern erfolgte. Die Kinder mit ihrer Betreuerin auf dem Foto scheinen doch recht munter zu sein. Begeisterte Nazi-Eltern fühlten sich damals geehrt, wenn ihre Kinder als 'reinrassig' auserlesen wurden.

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Emderfriese 05.04.2019, 15:06
4. Unverständlich

"...Zunächst, weil er 'im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses' gar nicht Deutscher gewesen sei - und dann, weil er 'nicht vom NS-Regime 'angefeindet' worden' sei..."
Welch ein kaputtes Rechtsverständnis! Ein Kind wird seinen Eltern geraubt und brutal umerzogen - denn leicht hatten es die Verschleppten im "Lebensborn" nicht!. Kinder, die die Umerziehung verweigerten, wurden schnell in ein KZ eingeliefert. Vor diesem Hintergrund ist es mehr als unverständlich, wenn dem Kind später als Erwachsenem eine Entschädigung für die vom deutschen Reich begangenen Verbrechen verweigert wird. Es scheint, als ob die alten Nazijuristen, die nach dem Krieg immer noch weiter wirkten und immer noch neues Unrecht schufen, bis heute im Amt sind. Schlimm!

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GustavN 05.04.2019, 15:07
5.

Das ist ja ein Skandal! Sorry, entweder entschädigt man alle NS-Opfer wie es der Anstand gebietet oder man lässt es gleich bleiben. Aber willkürliche Unterschiede zwischen den Opfern festzulegen ist doch ein Witz.

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cebidae 05.04.2019, 15:12
6. Eigentlich ohne Worte

Für mich ein Beispiel, das ein Rechtsstaat nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat.

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PeterLorenz 05.04.2019, 15:20
7.

Zitiere ich hiermit "einer positiven Bewertung der rassischen Merkmale des Klägers" das OVG in Köln 2017 oder ein Gericht von 1936?
Manchmal muss man sich wirklich schämen ein Deutscher zu sein.

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thoms1957 05.04.2019, 15:20
8. Typisch Deutsch - skandalös, leider

Die deutsche Lösung der "Entschädigung" der Opfer von Holocaust, Zwangsarbeit, Verschleppung und Konzentrationslager sieht seit 1948 so aus: Abstreiten, hinauszögern, auf " biologische Lösungen" mittels Zeitfaktor bauen. Zweck ist aus meiner Sicht: Kostenminimierung. Die Opfer werden dadurch wiederholt gedemütgt und ihr Leiden wird nicht anerkannt - allenfalls in dcjönen Worten unserer Politiker zu sog. Anlässen. Nicht verschwiegen werden darf auch, dass Angehörige von Wehrmacht und SS selbstverständlich für ihren " Dienst an Führer und Vaterland" von der BRD ihren durch die Dienstzeit erworbenen Rentenanspruch ausgezahlt bekommen (haben). Als demokratisch gesinnter Bürger kann man sich dafür nur schämen!

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Listkaefer 05.04.2019, 15:26
9. Mich erschüttert die Denkweise ...

... des Gerichts: Die Zwangsgermanisierten seien nicht geschädigt, sondern besser behandelt worden, als die übrigen Polen! Das ist wirklich unerhört - man hat den Betroffenen ihre Identität ausgelöscht, sie kennen ihre Wurzeln nicht, sie wissen noch nicht einmal, wann sie geboren sind! Das sind schlimme Verstöße gegen die Menschenrechte, die mindestens Entschädigungen verdienen.

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