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Lesbenfriedhof in Berlin: Sichtbar über den Tod hinaus
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In Berlin ist der erste Friedhof nur für Lesben entstanden. Eine Stiftung betreibt ihn, die Macherinnen wollen von einer postmortalen Ausgrenzung nichts wissen: Es ginge darum, sichtbarer zu werden.

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peter.stein 07.04.2014, 12:25
1. Verstehe ich nicht

einerseits gibt es jetzt Gendertoiletten, also ohne Exklusivnutzung von Männlein oder Weiblein, andererseits gibt es jetzt einen Friedhof exklusiv für Lesben. Was ist denn jetzt angesagt: keine Unterschiede mehr oder Betonen der Unterschiede? Man möge mir helfen: ich würde so gerne niemanden diskriminieren, bin aber gerade ziemlich unsicher, wie das geht.

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cpberlin 07.04.2014, 12:41
2. Hmm...

Und am Ende hat dann jede Interessensgruppe eigene Friedhöfe. Vielleicht sollte man auch eigene Läden, Schulen, Wohnhäuser und Landstriche einführen? Das wäre bestimmt ein ganz großer Beitrag "Sichtbarwerdung". Nur eben nicht zum integrierten Miteinander.

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priexo 07.04.2014, 12:44
3. Ausgrenzung?

Ich finde das etwas seltsam.

Man stelle sich vor, ein Bürgermeister, Kirchenoberer oder ähnliches hätte angekündigt, dass man Lesben ab sofort separat bestatten würde. Da wäre (zu Recht) das Geschrei hinsichtlich Ausgrenzung groß gewesen!

Mal schauen, vielleicht gründe ich irgendwann einen Friedhof für Schwaben in Berlin...

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hkubin 07.04.2014, 12:45
4. Homophobie

Und genau das spielt den Homophoben in die Karten! Lesben und später vielleicht auch Schwule werden ausgegrenzt. Und das erledigen sie ganz allein.

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gekreuzigt 07.04.2014, 12:45
5. Dieses kostbare Bewusstsein,

etwas Besonderes zu sein. Wäre ja traurig, das nicht den rest der Welt wissen zu lassen und stattdessen behandelt zu werden wie jeder Durchschnittsmensch. Kopfschüttelnd ab.

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twister-at 07.04.2014, 12:51
6. Unsichtbarkeit

Sind denn lesbische Frauen so unsichtbar in der Welt bzw. ist dies überhaupt so dramatisch? Bei vielen Menschen weiß man ja nicht einmal etwas über ihre sexuelle Orientierung -wieso auch? Als z.B. Alfred Bioleks Homosexualitä herauskam, wollten viele ja unbedingt von ihm ein Statement, aber er sah es eben als Privatsache an und als seine Entscheidung, wie er damit umgeht. Aber wieso ist es beispielsweise bei der Umweltministerin überhaupt von Belang, welche sexuelle Orientierung sie hat? Die "Unsichtbarkeit" kann schlichtweg also auch darin bestehen, dass nicht jeder das Gefühl hat, er müsse sich "der guten Sache wegen" outen.

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vox veritas 07.04.2014, 12:54
7.

Zitat von sysop
In Berlin ist der erste Friedhof nur für Lesben entstanden. Eine Stiftung betreibt ihn, die Macherinnen wollen von einer postmortalen Ausgrenzung nichts wissen: Es ginge darum, sichtbarer zu werden.
Ein bisschen übertrieben ist das schon.

Die Zersplitterung der Gesellschaft in Partikularinteressengruppen nimmt immer weiter zu, m.E.

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Dirk Ahlbrecht 07.04.2014, 12:55
8. ...

Zitat von sysop
In Berlin ist der erste Friedhof nur für Lesben entstanden. Eine Stiftung betreibt ihn, die Macherinnen wollen von einer postmortalen Ausgrenzung nichts wissen: Es ginge darum, sichtbarer zu werden.
Deutschland ist ein Irrenhaus - und in Berlin ist die Zentrale.

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Atheist_Crusader 07.04.2014, 12:55
9.

Zitat von sysop
Osterland reagiert mit einem Hinweis: "Dieses Gelände hat keinen Zaun." Später, wenn hier Gräber stehen, sollen Menschen herkommen, nicht nur Angehörige, auch Männer. Sie sollen diesen Ort besuchen, um die lesbischen Frauen zu ehren.
Ich spreche jetzt einfach nur mal für mich, aber wenn ich schonmal Friedhöfe betrete, dann nicht um irgendwen zu ehren und schon gar nicht Jemanden, den ich gar nicht kannte.

Ich kann ja den Grundgedanken nachvollziehen, dass Lesben nach ihrem Tod nicht in der grauen Masse untergehen sollten... aber das tut eben sonst auch jeder. Es gibt wohl nichts normaleres, gleicheres und verbindenderes als den Tod. Und Abgrenzungen dieser Art haben immer einen hässlichen kleinen Beigeschmack von: "Ich will nicht in eurer Nähe sein."

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