Forum: Panorama
Lesbenfriedhof in Berlin: Sichtbar über den Tod hinaus
SPIEGEL ONLINE

In Berlin ist der erste Friedhof nur für Lesben entstanden. Eine Stiftung betreibt ihn, die Macherinnen wollen von einer postmortalen Ausgrenzung nichts wissen: Es ginge darum, sichtbarer zu werden.

Seite 3 von 4
stirnrunzeln 07.04.2014, 13:26
20. Bedenklich

Zitat: ...In einer Erklärung der Stiftung heißt es, man wolle den Friedhof verstanden wissen als "Statement gegen die weitgehende Unsichtbarkeit von Lesben in Gesellschaft, Politik und Medien"... Sollte man nicht beruhigt sein, dass in oben genannten Bereichen kein großes Aufheben darüber gemacht wird welche sexuelle Ausrichtung ein Mensch hat? Natürlich gibt es leider immer noch Ausgrenzungen und Vorurteile, und diesen ist entsprechend entgegenzutreten. Dies erreicht man meiner Meinung nach allerdings weitaus besser wenn man sich in seiner Gesamtheit präsentiert und sich nicht nur auf eine Facette der Persönlichkeit beschränkt.
Ansonsten könnte man auch bissig darauf verweisen, dass es vor ungefähr achtzig Jahren bereits eine Organisation in unseren Breitengraden gab, welche durchaus Homosexuelle, da allerdings in erster Linie Männer (dies nur zur allgemeinen Information), sichtbar gemacht haben. Nämlich anhand eines "Rosa Winkels". Interessierte können den ja mal in eine Suchmaschine eingeben.

Beitrag melden
rennflosse 07.04.2014, 13:26
21. Ehre wem Ehre gebührt

Zitat von twister-at
Ich habe schon bei Kriegsgräbern nie verstanden, warum ich unbekannte Menschen nun ehren soll - da war dann halt die REde von "fürs Vaterland gestorben" usw. Aber warum sollte ich "lesbische Frauen ehren", die ich gar nicht kenne bzw. kannte? Mag ja sein, dass manche z.B. zu Morrissons Grab pilgern, aber dann doch deshalb weil er für sie durch seine Musik etwas Besonderes war. Was ist jetzt aber an einer lesbischen Frau so besonders, dass sie geehrt werden sollte? Es ist im Endeffekt eben nur eine Frau und ihre sexuelle Orientierung macht sie jetzt nicht so herausragend, finde ich. Wenn ich z.B. später meine, dass ich Jodie Foster ehre und ihr Grab besuche, dann doch wegen ihrer Schauspielkunst, bei anderen sind es ihre Werke usw. (Mozart oder wer auch immer). Aber worin besteht der Unterschieb ob nun Laura Fischer dort liegt oder die lesbische Laura Fischer? Die wenigsten dürften auf Friedhöfe gehen um "wildfremde Menschen zu ehren" und diejenigen, die Laura Fischer zu Lebzeiten gekannt haben, werden sie wohl kaum deshalb ehren weil sie lesbisch war sondern für das, was sie im Leben tat, wie sie war usw. Ich verstehe insofern den Sinn des Ganzen nicht wirklich.
Wie erbringen Hinterbliebene im Zweifel den Nachweis der Homosexualität der Verstorbenen? Und wer entscheidet in Zweifelsfällen? Der Pfarrer oder die Mitgliedschaft in der Interessengruppe?

Darf ein nicht lesbischer Verwandter zur Beisetzung oder überhaupt auf den Friedhof?

Beitrag melden
stanford.66 07.04.2014, 13:29
22. Oje, wenn da mal nicht Klage erhoben wird ...

... vor dem Europäischen Gerichtshof oder dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen des Verstosses gegen die Gleichbehandlungsrichtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen (RL 2006/54/EG).

Beitrag melden
rennflosse 07.04.2014, 13:29
23. Weil sie

Zitat von thomas_gk
Warum gehe ich auf einen Friedhof, wenn ich nicht gerade Oma besuche? Um ein bißchen Kultur zu schnuppern, um Sitten und Gebräuche vergangener Zeiten zu bestaunen, zuweilen wundere ich mich über Namen, Inschriften, Blumenschmuck. Ähnlich würde es mir auf einem Friedhof mit lesbischen Frauen gehen. Ich kenne dort niemanden, also bleiben die Name unpersönlich. Warum soll ich wie im Text geschrieben, „die lesbischen Frauen ..ehren“?
... anscheinend die einzigen sind, die gerade WEGEN ihrer sexuellen Ausrichtung geehrt werden wollen, während alle anderen Menschen UNGEACHTET ihres Sex respektiert werden wollen?

Beitrag melden
bild-leser 07.04.2014, 13:39
24.

Zitat von cpberlin
Und am Ende hat dann jede Interessensgruppe eigene Friedhöfe. Vielleicht sollte man auch eigene Läden, Schulen, Wohnhäuser und Landstriche einführen? Das wäre bestimmt ein ganz großer Beitrag "Sichtbarwerdung". Nur eben nicht zum integrierten Miteinander.
Um das lesbische Leben und Sterben zu komplettieren, hätte ich auch nichts gegen lesbische Gebärstationen, wo lesbische Mütter und Väter (?) unter der Geburtshilfe lesbischen Personals ausschließlich lesbische Kinder (?) gebären.

Schöne neue Welt!

Beitrag melden
1Lied34 07.04.2014, 13:39
25. So what?

In Zeiten, in denen selbst Fußball-Vereine (!) ihre eigenen Friedhöfe haben (siehe Schalke 04 und HSV z.B. http://schalke-fan-feld.de/index.php/de/ , http://www.hsv.de/verein/verein/hsv-friedhof/ ) dürfte der Friedhof für Lesbierinnen (schreibt man/frau das so?) in Berlin nun wirklich nichts dramatisch Neues sein?

Also mal locker bleiben ...

Beitrag melden
garfield 07.04.2014, 13:44
26.

Zitat von sysop
In Berlin ist der erste Friedhof nur für Lesben entstanden. Eine Stiftung betreibt ihn, die Macherinnen wollen von einer postmortalen Ausgrenzung nichts wissen: Es ginge darum, sichtbarer zu werden.
Na ja, warum sollte man auch nicht die Kreuze mal andersrum aufstellen und zum Aufhängen oben eine Öse dran machen?
's gibt doch auch Frauenparkplätze. Und nicht jeder weibliche Geist möchte nach Mitternacht von einem herumspukenden männlichen belästigt werden.

Beitrag melden
Petersbächel 07.04.2014, 13:48
27.

Schon mal geschrieben: Die sexuelle Ausrichtung eines Menschen ist nur EINES von unzähligen Merkmalen.

Da kann man sein Leben danach ausrichten und demzufolge als Lesbe in Filme von lesbischen Regisseurinnen gehen, lesbische Schriftstellerinnen lesen und sein Dach bei der lesbischen Dachdeckerin bestellt. Fehlt nur noch ein ADAC für Lesben - und ne Bundesliga. Man kann es aber auch lassen.

Sorry, Fortschritt ist das nicht - das ist Quatsch. Wichtigtuerei. Im täglichen Leben ist mir die sexuelle Vorliebe des Gegenüber so egal wie sein Unterhosenhersteller oder sein Händyanbieter. Nur den Beteiligten wohl nicht.

Lustig ist auch, daß man offensichtlich auch noch 1,80 m unter der Erde "präsent" sein will. Wer da keinen Widerspruch drin findet......

Beitrag melden
BlogBlab 07.04.2014, 14:02
28. Jeder nach seiner Façon

Ein Berliner Boulevardzeitung berichtete über diesen Friedhof nur für Lesben am 1. April auf der Titelseite, mit dem Vermerk daneben, dass in dieser Ausgabe drei Aprilscherze versteckt seien. Ich dachte natürlich, wie wohl die meisten, das diese Überschrift eindeutig einer davon sein müsste. Dass sich diese Nachricht als Wahrheit herausstellte, hat mich dann doch sehr verwundert. Aber hier würde ich auch wiede den Alten Fritz zitieren: "Jeder solle nach seiner Façon glücklich werden" - auch nach dem Tod.

Beitrag melden
stgt.22 07.04.2014, 14:06
29. leben und leben lassen

Ich finde es schon interessant wie hier rumgemeckert wird. In Zeiten in denen Fußball-Vereine, Glaubensgemeinschaften, Nationalitäten und und und eigene Friedhöfe oder zumindest Areale haben, verstehe Ich die Doppelmoral nicht ganz?

Jeder Gruppe darf eigene Friedhöfe haben, aber eine Gruppe Lesben nicht?
Und Inklusion im Tod ist ja schon allein durch die Vielzahl an verschiedenen Friedhöfsarten und Gruppen bezogenen Friedhöfen nicht mehr möglich.

Es ist ja wohl auch logisch, das ein (kleiner?) Verein nicht für alle Lesben, geschweige den Homosexuelle sprechen kann und tut. Ich selbst, Schwul, möchte bei meiner Familie begraben werden, übrigens heterosexuell. Aber wie sagt man doch: Leben und leben lassen!

Beitrag melden
Seite 3 von 4
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!