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Love Parade in Duisburg - fataler Fehler?

Die Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?

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cat 43 25.07.2010, 00:33
10. Menschenmengen

1999 bei der Loveparade in Berin geriet ich auf einmal in einen ähnlichen Menschensog, nur noch Mitrennen und hoffen, nicht zu stolpern, denn die anderen hätten gar nicht stehenbleiben können. Ich (oder jeder andere zu Boden gefallenen) wär einfach überrannt worden. Zum Glück lief sich das Ganze irgendwo im Tiergarten aus...wäre das in einem Tunnel passiert...nicht auszudenken. Seitdem habe ich ein Problem mit Menschenmengen. Ob der Veranstaltungsort ein Fehler war, weiß ich nicht. Mein ganzes Mitgefühl gehört den Familien und Freunden der Opfer

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imagine 25.07.2010, 00:36
11. "Hilfskräfte waren erst mal gar nicht vorhanden,..."

Zitat von sysop
Die Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Wenn das mit den Hilfskräften so stimmt "höchstens ein paar Malteser", dann ist das natürlich eine skandalöse und gefährliche Fehlplanung.
Außerdem ist, einen Tunnel als einzigen Zu- und Ausgang zu nutzen, einfach nur dämlich.
Ob etwas ein Fehler war, weiß man leider immer erst danach.
Doch irgendwas ging hier furchtbar schief, das ist sicher.

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newliberal 25.07.2010, 00:37
12. Das komplette Versagen

der Verantwortlichen. Wer die beiden Tunnel (es sind tats. zwei-unterbrochen von der Zufahrt zum Güterbahnhof) kennt, muss den Organisatoren kompletten Black-out bescheinigen. Ich war der Meinung, dass sowohl dieser Tunnel als auch der weiter nördlich gelegene Tunnel (Mercator/Koloniestr.) komplett gesperrt waren und die Leute von überallher- also auch von der A 59 auf das Güterbahngelände durften. Wer auf die Idee kam durch dieses Verkehrsnadelöhr Karl-Lehr-Tunnel eine Millionen Menschen durchzujagen gehört bestraft und zwar nicht mit Liebesentzug, Diziplanarmassnahme sondern richtig. PS: Wer den Film "Solino" mit Moritz Bleibtreu gesehen hat- die Szene wo die beiden Brüder nachts völlig stoned mit einem Cabrio durch einen endlos langen Tunnel fahren- voila- das ist der Karl-Lehr-Tunnel.

Es hat im Vorfeld in der Lokalpresse vor allem in Leserkommentaren Warnungen gegeben, dass etwas schief gehen könnte. Das war eine Katastrophe mit Ansage !

http://www.derwesten.de/staedte/duis...id3269779.html

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RobinB 25.07.2010, 00:38
13. Pflichttitel nerven!

Zitat von sysop
Die Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Das ist ja wohl allerhoechstens noch eine rethorische Frage...

Da wollten einige eben ihrer Karriere einen Boost geben, indem Sie die Austragung der Loveparade auf ihren CV setzen. Haette auch gutgehen koennen, aber jetzt koennte es im Extremfall eben in den Knast gehen. So ist das Leben eben. Tragisch, dass es das Leben anderer kosten musste.

Das mit dem Tunnel war grob fahrlaessig, man haette mindestens noch einige Bruecken an verschiedenen Enden des Gelaendes aufbauen muessen, um weitere Aus- und Eingaenge anzubieten. Ich kenne das Gelaende zwar persoenlich nicht, aber wenn dass nicht moeglich ist, kann man eben keine Massenveranstaltung abhalten.

Ich habe selber schon bei Konzerten vorne an der Absperrung vor der Buehne gearbeitet: da ist man nur damit beschaeftigt, die von hinten nach vorne gedrueckten herauszuziehen und zu den Sanitaetern am Buehnenrand zu tragen. So ist der Mensch in der Masse eben und jeder, der den Job auch nur einmal gemacht hat, weiss, dass die Planung mit dem Tunnel hoch riskant war.

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brotbüchse 25.07.2010, 00:39
14. Alles bewerten

Zitat von sysop
Die Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Ich bin zwar kein Fan der Love Parade. Aber für das Image Duisburgs war es sicherlich nicht so falsch, so eine Veranstaltung dort zu starten. Dass es so tragisch ausging, ist doppelt schlimm: Für die Betroffenen und eben auch für Duisburg als Stadt. Ob das Gelände was taugte, lässt sich schwer einschätzen. Das ist genauso wie mit der Unvernunft von Teilnehmern. Wie Leute in den Kreisen "ticken", die diese Musik mögen, ist mir leider vollkommen fern. Und ich vermute, dass es ebenso anderen geht, die so etwas genehmigen müssen. Insoweit sollte man nicht nur eine profane Ursachenforschung veranlassen, sondern die Gesamtumstände bewerten.

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Bravofox 25.07.2010, 00:42
15. Vorhergesehen .

Grob fahrlässig die Veranstalter incl. Verwaltung und deren Chef der BM .
Es wurde z.B. von vielen User in div Foren,das Unglück mit den Toten vorhergesehen; an Hand der Fehler vom Veranstalter.
Warum das "sogenannte Experten" nicht kalkulierten, ein Rätsel, wohl mit €-Zeichen in den Augen . Alle der Verantwortlichen sollten über 2,5 Jahre Gefängnis bekommen. Staatsanwaltschaft übernehmen Sie.
Mit Beileid den Angehörigen der Opfer

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Stefanie Bach 25.07.2010, 00:43
16. Man hat es vorher gewusst

Zitat von sysop
Die Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Es gab nicht nur Zweifel an dem Konzept, es gab klare und deutliche Warnungen, von einer Katstrophe und von Toten war im Vorfeld der Veranstaltung eindeutig die Rede (siehe die Kommentare zum Artikel vom 4. Juni 2010): Duisburger Loveparade viel kleiner als geplant.

Leichtfertigkeit, Fahrlässigkeit und mangelnde Kompetenz haben diese Katastrophe möglich gemacht. Jeder Ortskundige konnte sofort erkennen, dass Gelände und Zuwegung für eine derartige Veranstaltung in dieser Größenordnung völlig ungeeignet sind. Laut Bundespolizei hat der Fehler bei der Stadt Duisburg gelegen, die Veranstaltung hätte dort nie stattfinden dürfen.

Veranstalter und Genehmigungsbehörden müssen jetzt zur Rechenschaft gezogen werden. Dummheit schützt vor Strafe nicht. Hat die Politik vor Gewinninteressen kapituliert?

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Jo-Tim 25.07.2010, 00:49
17. Herr Rabe

Ist das eigentlich der selbe Wolfgang Rabe, der eben noch verantwortlich war für Sicherheit und Ordnung in Duisburg, und der im Frühjahr dem WDR sagte, Bedenken wegen der Lage und dem Bahnhof "gibt es in Duisburg nicht", der jetzt auch der Vorsitzende des Krisenstabs ist. Und der jetzt sagt: Auslöser waren die Personen, die sich quasi, ich übersetzt das jetzt mal für mich, die sich unanständig benommen haben und einfach statt auf hilfreiche Maßnahmen zu warten, angefangen haben an den Mauern hochzuklettern, na klar, und dann fallen die runter und lösen Panik aus. Das war nicht unser Tunnel, unser viel zu kleines Festgelände. Nein, nein.

so sprach

Jo-Tim

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wochenendberliner 25.07.2010, 00:50
18. Rückhaltlose Aufklärung und Vermeidbarkeit

Die Bilder aus Duisburg machen traurig und wütend. Beileid und Mitleid empfinde ich extrem, wer denn nicht?

Den Ausdruck und die Erklärung der Betroffenheit überlasse ich aber den wie gewohnt auch jetzt protokollarisch korrekt bemitleidenden Spitzenpolitikern. Insbesondere die "Forderung nach rückhaltloser Aufklärung" eines offensichtlich in der falschen Phrasen-Schublade nach der passenden Formulierung suchenden Präsidial-Pressesprechers. Praktikant? Hast nichts falsch gemacht, der Satz passt ja immer *EKEL*

Was mir zur Vermeidbarkeit der Horror-Situation einfällt: Wenn ein Fußballstadion gebaut wird, müssen extreme Sicherheitsauflagen erfüllt werden, Zu- und Abgänge im Stadion werden in Menge und Maß auf die Anzahl der Besucher ausgelegt. Zusätzlich gibt es Fluchttore zum Innenraum. Auf dem Weg zum Olympiastadion in Berlin oder zum Stadion in Hamburg-Stellingen gibt es auch (kurze) Tunnel von/zu U- bzw. S-Bahn, immer unangenehm, aber es geht vor/nach dem Spiel immer nur in eine Richtung.

Wenn es stimmt, dass in Duisburg ein Tunnel gleichzeitig der einzige Zu- und Abweg war, bei zeitlich und mengenmäßig nicht konkret planbarer Zu- und (!) Abwanderung von deutlich mehr Menschen als in Fußballstadien, erscheint das unabhängig vom "Fehlverhalten" der Besucher vor/hinter/im Tunnel für jeden, der gelegentlich Massenveranstaltungen besucht hat, in der Planung dieser Veranstaltung absolut unprofessionell und unverantwortlich. Fluchttore in den Zäunen rund um den Tunnel waren auf den Fernsehbildern nicht zu sehen?!

Hinterher ist man immer schlauer? Nein! Was hier passiert ist, muß in der Planung von Experten - so sie welche sind - vorhersehbar und insofern vermeidbar gewesen.

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Antaris 25.07.2010, 00:51
19. Viele kommen, einige wollen gehen...

Das Bild scheint mir die Situation wiederzugeben, dass die Tunnel voll waren mit Leuten die noch hinzu kommen wollten, andere dagegen wollten zu diesem Zeitpunkt bereits wieder gehen. Da sie keine Möglichkeit sahen durch die Tunnel zu gehen, suchten sie sich Ersatzwege. Kletterten also den Hügel hoch, bestiegen die schmale, steile Nottreppe und wenn dann einige ins Rutschen kommen und in die nachrückende Menge zurückfallen, ist der Anlass für eine Panik da.

Leider spielen hierbei auch Alkohol und Drogen eine verheerende Rolle. Ich habe meine Erfahrungen mit vollkommen zugedröhnten Fahrgästen in der Bahn gemacht, die schon auf dem Hinweg nicht mehr sauber sprechen konnten und reichlich unsicher in ihrer Motorik waren.

Es wird wohl die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein. Wer würde nun noch die Verantwortung dafür übernehmen wollen? Das bedauere ich nicht.

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