Forum: Panorama
Love Parade in Duisburg - fataler Fehler?

Die Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?

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deadline desperado 25.07.2010, 10:15
190. Fehler

Größter Fehler war im Vorhinein, es an immer wieder anderen Orten im Ruhrgebiet statt finden zu lassen.

Dass es in Berlin derart lange gut gegangen ist, liegt, neben der baulichen Durchlässigkeit, in der Tatsche begründet, dass es dort über Jahre organisch gewachsen ist. Die Veranstalter also immer wieder auf die Erfahrungen der Vorjahre zurück greifen konnten. Nicht zuletzt waren auch Strecke und Ablauf für die Besucher ritualisiert, was unbekannten, panikauslösenden Momenten entgegen wirkt.

Im Ruhrgebiet musste das Sicherheitskonzept in jedem Jahr völlig neu erarbeitet werden. Unter immer größerem Zeitdruck. Zudem musste es in diesem Jahr wegen Kultur2010 einfach durchgedrückt werden. Ungesunde Faktoren, die zum Worst Case führten.

Tatsächlich konnte man bereits in Essen, wo es mit dem Zug ebenfalls unter Überführungen/Brückenpassagen hindurch ging, ein ungutes Gefühl entwickeln. Soweit ich mich erinnere, haben bereits dort zahlreiche Floats wegen der Enge und Menschenmassen nicht die Abschlusskundgebung erreicht, sondern wurden hinausgelenkt. Und bereit dort wurden eklatante Organisationsmängel laut. Wollen wir also mal nicht so tun, als wäre in Essen alles glatt gelaufen.

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Boone 25.07.2010, 10:16
191.

Zitat von was_ist_los?
Ich versuche mal zu rechnen: Der Tunnel soll 20 m breit sein. Wenn ich das richtig sehe, konnte man von zwei Seiten herein. Ohne Gedränge würde ich mal mit 1 qm pro Mensch rechnen. Die Leute gehen mit halbem Fußgängertempo: 2 km/h. Macht dann pro Stunde 2(Tunnel) * 20 (m Breite) * 2000 (m pro Stunde) = 80000 Leute pro Stunde. 1,4 Mio Leute bräuchten dann über 17 Stunden, um auf das Gelände zu kommen und noch mal die gleiche Zeit, um wieder abzuziehen. Habe ich falsch gerechnet? Wie haben die Veranstalter gerechnet, wenn überhaupt?
Die Veranstalter haben für das Gelände 4 Leute pro qm gerechnet.

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gisu 25.07.2010, 10:17
192. Schuld den Teilnehmern in die Schuhe zu schieben

Ist erstmal richtig Geschmacklos, den nicht die Teilnehmer stehen in der Verantwortung sondern die die solche Events veranstalten und organisieren.

Die ganze Sache kann man ja schon mit Regeln der Physik erklären, man kann nicht mehr Wasser durch einen Schlauch pressen als eigentlich durchpasst, ansonsten wird er an einem bestimmten Punkt Platzen weil der Druck zu groß wird.

Der Tunnel war eine Stresssituation für viele, kein Mensch ist gerne eingepfercht wie eine Sardine, ohne zu wissen wann er da wieder rauskommt. Da reicht eine kleine Dumme Situation und schon kann es los gehen mit der Panik die sich wellenförmig ausbreitet.
Stress schaltet den gesunden Menschenverstand aus.

Jedes Fussballstadion hat gesetzliche Regelungen, so müssen Notausgänge gebaut werden um die Menschenmassen bei Notsitationen verstreut aus dem Stadion zu leiten.

Ich will mir gar nicht vorstellen was passiert wäre, wenn es gestern richtig heiß gewesen wäre, 30° im Schatten da wär der Stressfaktor noch größer gewesen.

Die Verantwortlichen gehören zur Verantwortung gezogen ohne wenn und aber.

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Benjamin1965 25.07.2010, 10:18
193. Hirn

Zitat von R Panning
Warum wird 1,5 Mio Menschen gestattet das Hirn abzuschalten und die Verantwortung für ihr Handeln auf Helfer und Organisatoren abzuwälzen? Für mich heißt die Konsequanz daraus: nie wieder Veranstaltungen dieser Größe, bzw Eintritt nur mit komplettem Haftungsausschluß. Fertig.
Schalten sie doch mal Ihr Hirn (soweit vorhanden) ein. Das Problem sidn nicht die 1.5 Millionen sondern eine "handvoll" Ordnungshueter, die nicht verstehen, dass man einen Tunnel niemals am Ende zusperren darf (sondern IMMER am Anfang).

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quadraginti 25.07.2010, 10:18
194. Drogen?

Zitat von xkultx
..in Duisburg..der wahre Auslöser ..
So? Drogen? Was denn? Gibt's dafür irgendeinen Anhaltspunkt?

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discipulus 25.07.2010, 10:18
195.

Zitat von Nicola54
... Also, "Laien" haben Ahnung, die "Experten" offensichtlich nicht. ...
Der Experte ist die Steigerung des Ignoranten.

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whatamoron 25.07.2010, 10:19
196.

Klingt relativ gut organisiert wenn nur ein paar Menschen zu Tode kommen.

Sorry, aber wer auf eine Massenveranstaltung geht auf der Raum knapp ist und auf der sich hundertausense von zugedröhnten Menschen befinden muss mit diesem Phänomen was sich Massenpanik nennet rechnen.

Übrings sind die Schieber und Tottrampler schuld, nicht die Organisatoren. Aber, business as usual, heutzutage will ja niemand mehr Verantwortung für sein Handeln übernehmen.

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Arthi 25.07.2010, 10:20
197. .

Zitat von R Panning
Sorry, er hat das kommen gesehen und ist trotzdem da reingegangen? Echt?
Zynisch.
Wo steht das er in den Tunnel reingegangen ist? Für die Besucher der Duisburger Loveparade ist wohl jetzt nur noch interessant diese Loveparade überlebt zu haben.

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blue0711 25.07.2010, 10:21
198. An alle Unkenrufer gegen die Loveparade

Die Loveparade hatte immer Negativ-Seiten, ganz klar: Der Müll, die Schäden, die Drogen, der Lärm.

Aber macht euch bitte mal klar: Die Loveparade hat es bisher immer geschafft, ohne Aggressionen und ernsthafte Zwischenfälle mehr als eine Million zu versammeln.
Trotz Alk, Drogen und zig unterschiedlichen Nationen, die sich teilweise sogar normalerweise spinnefeind sind.
Dafür hat es noch nie Kontrollen oder Absperrungen gebraucht.
Trotz der Größe war es immer ein Fest, auf das man sogar Kinder mitnehmen konnte.

Bei spiessigen Volksfesten und irgendwelchen Fußballspielen gibts schon Verletzte und gab es schon Tote, bevor die Besucherzahl auch nur auf Zehntausende steigt.

Den Ravern nun Vorwürfe zu machen, sie haben sich falsch verhalten angesichts dessen, dass man sie wie Schlachtvieh eingesperrt hat, ist an Pietätlosigkeit und Idiotie kaum zu überbieten.

Der einzige Fehler ist und bleibt, dass man versucht hat, das wie eine geschlossene Veranstaltung zu konzipieren.
DAS GEHT NICHT!

Aber leider reichen nicht mal Tote, damit die Verantwortlichen genau das kapieren.
Die Reaktionen machen mich noch trauriger als es die Katastrophe selbst schon tut.

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Björn Borg 25.07.2010, 10:21
199. Fragen für die Pressekonferenz um 12 Uhr

Zitat von sysop
Die Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Gibt es einen Beleg dafür, dass tatsächlich abstürzende Menschen die Panik ausgelöst haben, wie der OB behauptet?

Es gibt kein Video, kein Bild, und keine Aussage, die das stützt.

Meines Erachtens gab es auch gar keine Massenpanik, sondern die Menschen standen einfach zu dichtgedrängt und die Toten wurden schlicht zerquetscht oder niedergetrampelt.

Welchen Beitrag hat die Polizeistrategie an dieser Stelle zum Aufgang dazu geleistet, dass es zu diesem Gedränge kam?

Warum war der Aufgang teilweise mit Zäunen und Polizeiwagen verstellt? Ist es richtig, dass dort individuelle Einlasskontrollen stattfanden? 30 Ordner für 1 Mio Menschen?

Warum kam es im Aufgang zum Veranstaltungsort zu einem derart massiven Rückstau?

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