Forum: Panorama
Love Parade in Duisburg - fataler Fehler?

Die Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?

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nemansisab 26.07.2010, 20:17
2070. Beispiel Bochum

Zitat von sysop
Die Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Bochum wollte das Risiko letztes Jahr offenbar nicht eingehen. Gut gemacht.

Die Duisburger haben sich überreden lassen und das ist schade. Schade um die Toten, Verletzten und eine Veranstaltung, die das Wort Wort "Liebe" in sich trägt.
Ging es wirklich um Liebe? Oder war es - wie leider so oft in unserer Republik - die reine Profitgier?

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National-Oekonom 26.07.2010, 20:19
2071. Es gibt zwei Rampen

eine kleine westliche und die eigentliche Zugangsrampe "das T-Stück" weiter östlich.

Das erste Video zeigt die kleine Rampe (welche unverständlicherweise nicht für den Ausgang genutzt worden ist) und deren Absperrung.

Zwischen der westlichen Rampe und der Autobahn gibt es noch eine Öffnung im Tunnel, die mit Böschungen eingefasst ist. Diese muss jüngsten Datums sein, weil bei Googlemaps diese noch nicht zu finden ist. Hier wurden die Gitter umgewalzt und die Leute kletterten die Böschung rauf -- hier kam niemand zu Tode.


Zitat von wayne_82
Schauen Sie sich bitte dieses Video an: Keiner kann da vom Gelände weg, erzählen Sie nicht so einen Schmarrn. Man kann zu Beginn kurz sehen, wie oben an der Rampe abgesperrt zu sein scheint. Unten herrscht bereits Chaos und Gedränge. Was Sie hier sehen (, ist schon nach der Panik, da sind bereits erste Rettungskräfte vor Ort. Scheinbar wurden auch erst DANN die Schleusen aufgemacht (hört man kurz nach 2:00), so dass sich alles entzerrte. Auch vor der Panik konnte man weg, richtig. Aber gegen 16:45 war der Pfropfen offensichtlich drauf, es ging weder vor noch zurück.

...und das zweite Video zeigt den eigentlichen Schauplatz der Katastrophe.

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brotbüchse 26.07.2010, 20:19
2072. Nicht nur , aber auch Behörden

Zitat von sorgenlos
Es ist interessant, wie jetzt schon Vorverurteilungen und Schuldige (=alleine die Behörden) ausgemacht werden.

Hier werden ja die Behörden nicht nur als Verantwortliche ausgemacht, sondern man schießt sich von interessierter Seite direkt auf den CDU Oberbürgermeister Sauerland ein.

Duisburg ist auch in diesem Forum bei einigen quasi der Erbhof der SPD-Filzokratie. Ich will nicht behaupten, dass denen das Unglück gerade recht kommt, aber man nutzt es, liest man einige Zeilen von Foristen.

Man wird jetzt mal ganz nüchtern die Verantwortlichkeiten suchen. Und Organisationsversagen auf unteren Ebenen ist auch nicht ausgeschlossen.

Was die Behörden angeht, wird man sehen, wer welche Verantwortlichkeiten trägt. Wenn die Bundespolizei Daten gelöscht hat, sollte man zuerst an der Wiederherstellung dieser Daten arbeiten. Denn dadurch ergeben sich schon mal dringende Verdachtsmomente. Mich hat jedenfalls verwundert, wie ein Vertreter der GdP zunächst das private Sicherheitsgewerbe in den Fokus der Kritik rückte. Mir scheint das, wenn man die Gesamtumstände bis jetzt bewertet, eher nicht angemessen. Es kann durchaus so sein, dass die Polizei vor Ort versagt hat. Welche Weisungen sie erhielt, wird ebenso zu bewerten sein.

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bauern-cop 26.07.2010, 20:20
2073.

Zitat von cobobka
Hier noch mal das Gewühle von oben. Da bekomme ich schon vom Anschauen Schweißausbrüche.
Bei 0:49 sehr gut zu sehen, dass nach oben -zum Festplatz hin- Platz satt und der Zugang nicht gesperrt ist.

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ratbag 26.07.2010, 20:20
2074. .

Das waren keine "Sicherheitssperren" sondern Kanalisierungsgatter. Na wenn die "Überrannt" werden haben sie als "Kanalisierungsgatter" offensichtlich versagt!

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onecomment 26.07.2010, 20:21
2075.

[QUOTE=GinaBe;5929098
Kann diese sehr üble Geschichte nicht wenigstens Ursache dafür werden, DASS der Kapitalismus wirkungsvoll gezähmt wird? Wenigstens in der direkten Schnittstelle, wo er mit Menschen in Berührung kommt und nicht immer und überall lediglich als Objekt betrachtet werden muss? Als Konsument von Veranstaltugen, als Käufer von Produkten? Als Opfer für Propaganda und falsche Versprechungen?
[/QUOTE]

Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen wie man von einem Unglück zu einer generellen Kapitalismuskritik kommt.

Da können Sie genauso fordern die Pilgerfahrten nach Mekka zu verbieten.

Oder nonprofit Festivals wie zB Roskilde, die mit Kapitalismus nichts zu tun haben, aber trotzdem Todesfälle zu beklagen hatten.

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loeweneule 26.07.2010, 20:22
2076.

Zitat von spriessling
Ich finde andere Meinungen toll. Offensichtlichen Mumpitz, den sich jemand zusammen reimt, ohne irgend etwas über das Thema zu wissen, finde ich nicht nur peinlich und nervend, in diesem Fall sogar unmoralisch. Zu behaupten, die jungen Leute seien umgekommen, weil sie Drgogen genommen haben ist ja wohl der Gipfel. Was hat das mit Meinung zu tun? Wenn man etwas nicht weiß, dann kann man dazu auch nichts meinen. Im Gegenteil, es gibt zB. bei youtube genug videos, die zeigen, wie die Leute zu Tode gekommen sind. Zig Zeugenaussagen sagen alle das gleiche aus. Man sollte meinen nicht mit aus den Fingern saugen verwechseln. Eine Meinung bilde ich mir auf Grund von Fakten. Die Behauptung, ALLE Toten hätten Drogen genommen, was ein Bluttest beweisen könnte, ist keine Meinung, sondern eine unbegründete, infame und lächerliche Unterstellung. das wird man wohl noch anprangern dürfen. Abgesehen davon, selbst WENN alle verstorbenen Ecstacy konsomiert hätten, wäre es immer noch nicht der Grund, warum sie Gestorben sind, sondern weil sie von anderen tot getrampelt wurden. oder waren die auch alle auf Drogen? So einen offensichtlichen Schwachsinn darf man nicht kommentieren? Dann kann ja bald der nächste mit irgend welchen Massenselbstmord therorien oder sonst etwas kommen. Schöne Meinungsfreiheit, wo jeder Stuss toleriert werden muss.
Sie irren. Ja, es muß jeder Stuß, jeder Blödsinn akzeptiert werden. Nicht toleriert, man kann ja Gegenposition beziehen. Toleranz bezieht sich nicht auf Meinungen sondern auf Menschen, das wird leider immer wieder verwechselt. Ich habe das Recht, jedem zu Widersprechen, aber nicht, ihm deswegen den Schädel einzuschlagen.
Respekt vor Menschen, ja. Aber nicht vor Meinungen. Sonst gäbe es keinerlei Diskussion, geistige Auseinandersetzung etc. Toleranz bedeutet, daß ich den Menschen, der eine andere Überzeugung hat, nicht in seinem Menschsein beeinträchtige, ihn nicht bedrohe, verletze, im schlimmsten Falle umbringe. Ich darf mal wieder Voltaire (sinngemäß) zitieren, der zu einem geistigen Gegner sagte: Ich werde Ihre Überzeugung bekämpfen, wo ich kann, aber ich werde mich dafür in Stücke reißen lassen, daß Sie sie frei äußern dürfen.

Ich bin nicht intolerant, wenn ich einem Techno- oder Volksmusikfan sage, daß ich seine Musik zum Kotzen finde;
ich bin nicht intolerant, wenn ich einem Katholiken sage, daß ich seine Kirche für ihre Verbrechen verachte;
ich bin nicht intolerant, wenn ich einem Moslem sage, daß sein Prophet mir am Allerwertesten vorbei geht;
ich bin nicht intolerant, wenn ich einem Kindchen sage, daß ich "Tokio Hotel" als Schrott ansehe...

und so weiter.
Ich bin intolerant, wenn ich den Volksmusikfan, den Moslem usw. als Menschen mißachte, beeinträchtige oder ihm im schlimmsten Falle das Menschsein abspreche..

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kimm100 26.07.2010, 20:22
2077.

Zitat von bauern-cop
Was auch tatsächlich mehrfach passiert ist. Und zwar vor den Zugängen zum Tunnel, als auch, als die Meute -und zwar VOR der sog. "Panik" Zäune eingedrückt haben, um die Ablürzung zum Gelände über die Böschung zu nehmen. Dabei sind Polizisten unter die eingedfrückten Zäune geraten, überrant und verletzt worden. - Die friedlichen Raver...
Das kommt davon, wenn man bei Großveranstaltungen immer nur Zäune und Hütchen aufstellt. Veilleicht denkt die Polizei mal darüber nach, ob wirklich alles so sinnvoll ist, was angeordnet und ohne eignes nachdenken umgesetzt wird. Warum wird in diesem Land eigentlich immer alles eingezäunt???

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Steffmann40 26.07.2010, 20:22
2078.

Zitat von bauern-cop
Ich verweigere mich "allen öffentlich zugänglichen Beweisen", sondern sehe sie mir genau an, stelle die (richtige) Chronologie her und bewerte sie nicht so emotional, sondern rational. Und es gibt keinerlei Anlaß, "meinen Berufsstand retten" zu müssen - allenfalls, ihn gegen zu verteidigen. Von "Panik" oder "tödlichem Gedränge" ist in dem Video nix zu sehen. Wohl aber davon, dass Leute einen Container und den Zaun erklimmen, um auf dem Wege schneller aufs Gelände zu kommen.
Entschuldigung, dass ich hier deutlich werden muss. Die Situation war, dass von beiden Seiten Leute auf eine Rampe strömten. Wenn man das Video genau betrachtet, sieht man deutlich, wie nur 20 m weiter vorne die Leute offensichtlich Todesangst hatten. Hier Volksverdummung anhand dieser Tragödie betreiben zu wollen, das mein lieber Freund, ist schon dreist. Allein dafür gehören Sie vor den Kadi.

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Montanabear 26.07.2010, 20:23
2079. Love Parade in Duisburg

Zitat von schneewolf
sind nicht mit Menschen vergleichbar. Obwohl das Beamtengesetz das Remonstrieren bei Beamten vorschreibt und zur Pflicht macht, kümmert sich kein Staatsanwalt wahrscheinlich darum. Man müßte ja ein Gesetz gegen Beamte anwenden! Das wäre völlig neu! Das hatten wir noch nie.
Es gibt und gab schon lange die Möglichkeit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Beamten.

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