Forum: Panorama
Love Parade in Duisburg - fataler Fehler?

Die Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?

Seite 211 von 635
rkinfo 26.07.2010, 20:38
2100.

Zitat von Allegorius
Als ich vorhin einen Freund besuchte, der zu eben jendem Zeitpunkt mitten im Gedrängel war, sagte dieser, dass der einzige Engpass an eben jener Stelle gelegen hätte und einige wenige Besucher versuchten, das Vorankommen durch das Umgehen der Grenzen zu beschleunigen. Weder der Platz selbst sei in den nächsten Stunden überfüllt gewesen, ganz im Gegenteil, noch der Bereich am Ende der Rampe. Auch das ist ein EINDRUCK.
Das klingt realistisch wobei aber jeder Engpaß hohe Risiken verursachen kann.
Besonders wenn Leute schon lange anmarschieren und kurz vor dem Ziel es nicht mehr weiter geht - scheinbar.

Aber obige Schilderung läßt vermuten dass es ein kleiner Fehler der dann alles zur Eskalation brachte. Und auch die Polizei und Organisation nicht kapierte was da gerade an großer Lebensgefahr ablief. Die Panikforscher schildern ja die eher unbekannte Gefahr dass in dicher Menschenmenge jemand der fällt mit dem Tode ringen muß.

Hierfür Leute 'in den Knast zu schicken' ist eben daneben. Es war viel mehr Unglück als Fahrlässigkeit.

---

BILD »Eva Herman verhöhnt Opfer der Loveparade«
Beim Kopp-Verlag gibts da nun ihre Rechtfertigung. Die Frau ist fertig wenn selbst Bild pro Love Parade sich orientiert hat. Eine 1/2 Mill. junge Leute die jenseits des Unglücks ohne viel Aufsehen in Duisburg waren war eine wahrhaft friedliche Sache. Die Besucher haben zumindest auch diesmal 'Love Parade' umgesetzt und wurden alle durch die traurigen Ereignisse erschüttert.

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kimm100 26.07.2010, 20:38
2101.

Zitat von codemonk
weiss, dass Amphetamin und MDMA Menschen unvorhersehbar macht ... Bei allem Respekt vor den Verstorbenen: diese Katastrohe war drogenindiziert. Die Suche nach 'Verantwortlichen' ist idiotisch, sollten jemals medizinische Fakten der Blutwerte der Betroffenen veröffentlicht werden, bin ich sicher, dass diese unter massiven Drogeneinfluss standen. Dies soll kein Vorwurf an die Verstorbenen oder Verletzten sein, nur ein Hinweis, dass es auch schon bei früheren LPs Tote gab, diese wurden nur nie in diesem Konsens geshen ... Ein trauriger codemonk
Sie sollten vor allem traurig über diesen idiotischen beitrag sein.

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Björn Borg 26.07.2010, 20:39
2102. Andersherum

Zitat von Hans58
Für die Sperrung des Aufgangs war sie zuständig, weil das der normalen Gefahrenabwehr diente. Im T-Stück hatte sie erst mal keine Handlungsvollmacht, weil das bereits zum Veranstaltungsgelände gehörte und somit in die Zuständigkeit der Ordnungskräfte des Veranstalters fiel.
Das T-Stück lag AUSSERHALB des Geländes, da sich der Eingang mitten auf der Rampe befand. Durften die Polizisten noch zugucken, obwohl bereits Menschen starben? Der Einlass wurde 20 Minuten lang nicht geöffnet.

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kamaloka 26.07.2010, 20:39
2103. Eva Hermann!

Hammer! Wann immer diese Frau das Maul aufmacht, kommt ein großer Schwall Sch... raus:

"Dieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW. Als handele es sich um eine Kultur-Veranstaltung auf höchstem Niveau, waren Politik und Medien, allen voran der öffentlich-rechtliche WDR, schon im Vorfeld um eine lückenlose Berichterstattung bemüht." ...

zum Nachlesen:
http://info.kopp-verlag.de/hintergru...-duisburg.html

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Toerpe Schweiz 26.07.2010, 20:39
2104.

Zitat von bauern-cop
Bei 0:49 sehr gut zu sehen, dass nach oben -zum Festplatz hin- Platz satt und der Zugang gesperrt ist.
Der Zugang nicht gesperrt? Wie erklären sie sich die abrupte Grenze zwischen "Platz satt" und Gedränge? Ach so, die Menschen wollten lieber da unten bleiben.

Wäre oben offen, gäbe es eine Bewegungsrichtung in der Masse. Gibt es nicht. Ob ganz zu war oder ob sie einfach die Vereinzelungsschleusen weiter betrieben haben ist irrelevant. Genau dort hätte man sofort entlasten müssen.

Nochmals: Die einzelnen Beamten trifft kaum eine Schuld. Die Einsatzleitung war aber offensichtlich nicht im Bilde was vor sich ging.

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Toe Jam 26.07.2010, 20:39
2105. Konzept falsch

Zitat von fpa
Fakt ist, dass es keinerlei Videoüberwachung vor, in oder hinter dem Tunnel gab. Und wenn man bedenkt, was heutzutage so alles überwacht wird, da fragt man sich schon warum hier nicht, und wer das zu verantworten hat.
Die Videoüberwachung ist sehr sinnvoll, wenn es darum geht, den GEORDNETEN Fluss in Nadelöhren zu überwachen.

Sie nutzt aber kaum was, wenn das Konzept an sich schon fatal ist. Ein geordneter Fluss großer Ströme von Zugang, Abgang + Rettungsfahrzeugen durch eine -nicht baulich getrennte - Röhre ist schlichtweg nicht möglich, da hilft es nicht durch Technik-Addons irgendwas daran zu verbessern.

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bauern-cop 26.07.2010, 20:40
2106.

Zitat von Toerpe Schweiz
Sprechen wir hier von Alkohol-Toten oder von zu Tode getrampelten?
Sie halten Kausalitäten für unmöglich? Ich nicht.
Und ob es sich bei (allen) Getöteten tatsächlich um "Tode Getrampelten" oder vielleicht auch um "im Rausch Abgestürzte" handelt, werden die Obduktionen ergeben.

Es steht mehr oder weniger fest, dass der Zugang zum Gelände auf der Rampe abgeriegelt war, als die Tragödie ihren Lauf nahm - während weitere Besucher von beiden Seiten in die Tunnes strömten.[/quote]

"der Zugang zum Gelände auf der Rampe" war nicht "abgeriegelt", sondern von Teilnehmern verstopft, die in dem Bereich (Übergang von der Rampe auf das Gelände) locker stehen blieben, statt sich auf dem Gelände zu verteilen. Auch auf Fotos und Videos im Internet gut zu sehen.

Zitat von Toerpe Schweiz
Wenn man eine solche Masse über längere Zeit ohne Informationen und ohne einen Ausweg eingepfercht lässt, dann suchen sie sich Auswege. Immer. Hier war einfach alles im Argen: Die Location, die Regelung der Zugänge, das Dispositiv und die Kommunikation der Sicherheitskräfte, das Krisenmanagement ...
Da haben Sie mit vielem sicher recht.

Zitat von Toerpe Schweiz
Man kann den einzelnen Beamten kaum einen Vorwurf machen. Noch viel weniger kann man aber die Fest Besucher verantwortlich machen.
Zwischen "Auslöser / Verursacher" und "Verantwortlicher" besteht ein großer Unterschied.

Ausgelöst und/oder verursacht wurde einiges durch (individuelles) Verhalten der "Raver" - das macht sie aber noch lange nicht zu "Verantwortlichen" oder gar zu "Schuldigen".

Dieses Individual-Verhalten kann aber durchaus durch Alkohol- / Drogenkonsum beeinflußt gewesen sein.

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sorgenlos 26.07.2010, 20:40
2107.

Zitat von zynik
Bei solchen autoritätshörigen Beiträgen bekommt man langsam wirklich eine Gänsehaut. Es ist verdammt nochmal nicht der Job von "Jugendlichen" solche Situationen "eigenverantwortlich" richtig einzuschätzen. Auch ist es nicht eine logische Folge der "Spassgesellschaft" dafür mit dem Leben zu bezahlen.
Da unterstellen Sie mir jetzt was. Ich habe weder die Behörden verteidigt noch den Jugendlichen die ganze Schuld zuschieben wollen, noch sie des Drogenkonsums bezichtigt (wie weiter unten im Thread irgendwo erwähnt). Wahrscheinlich haben Sie meinen Beitrag irgendwie mit dem von Eva Herrmann in Verbindung gebracht.
Ich wollte aber eigentlich auf etwas ganz anderes hinaus.
Kennen Sie den Song "Sympathy for the devil" von den Rolling Stones? Darin heißt es an einer Stelle: "I shouted out 'Who killed the Kennedys?' when after all it was you and me." Das ist sehr gut auf den Punkt gebracht und auch für die heutige Gesellschaft sehr aktuell.
Wir versuchen immer, die eigene Unvollkommenheit mit irgendwelchen Fehlern anderer oder anderen Umständen zu erklären. Es ist offenbar für die Menschen zutiefst verstörend, in die eigene Seele zu blicken und die brutale Natur des eigenen Ichs wahrzunehmen.

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Björn Borg 26.07.2010, 20:40
2108.

Zitat von Hans58
Aus welchem Ihrer vielen Zauberhüte haben Sie denn diese Info her? Die Duisburger Polizei (wer ist denn "die" Duisburger Polizei?) hat Bedenken angemeldet, das war alles.
Aus dem kursierenden Brief des MdL Mahlmann (CDU), der sich darüber beklagt..

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ernstl1704 26.07.2010, 20:40
2109.

Zitat von fpa
Ich schätze auch, dass das der eigentliche Versager ist. Vielleicht ist ihm ja bei seinen Berechnungen das Komma um eine Stelle verrutscht. So etwas soll in den besten (Forscher-)Familien vorkommen. Gut möglich, dass die anderen Entscheidungsträger sich einfach auf seine vermeintliche Kompetenz verlasssen haben, ohne selbst groß nachzudenken.
Nach der Anmerkung von Prof. Schreckenberger durfte er nicht vorher aufs Gelände, seine Anwesenheit war angeblich zumindest nicht erwünscht und er hat auch kein Gutachten dazu erstellt.
Lediglich kritische Anmerkungen hat er gemacht.

Das zeigt die Lage in einem etwas anderen Bild und solange jemand nicht verurteilt ist, ist er unschuldig.

Die Ermittlungen werden ergeben wer wo seine Unterschrift drunter gesetzt hat, wobei es schon etwas erstaunlich ist, dass er als (angebliches) Mitglied der Sicherheitskommision nicht Zugang zu allem hatte.

Aber das Informationen selbst denen vorenthalten werden denen sie zustehen, sieht man jetzt ja auch wieder bie den Afghanistan Unterlagen, die Mitglieder der Grünen im Parlament wussten von vielen Dinge die da drin stehen rein nix.
Scheinbar liegt beim Info-Fluß selbst zu denen denen es zusteht in unserem Land einiges nicht.

Da muß sich auch was ändern, wenn wir uns weiter Demokratie nennen wollen. Es kann keine unkontrollierten Bereiche geben in einer Demokratie und Leute die ihr eigenes Süppchen kochen.

MfG
Matthias

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