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Marienburg in Niedersachsen: Prinz Ernst August verkauft Schloss - für einen Euro
DPA

Das Welfen-Anwesen gilt als "Neuschwanstein des Nordens": Die Marienburg bei Hannover wechselt den Besitzer - für einen Spottpreis. Dass Prinz Ernst August das Schloss loswerden will, hat einen guten Grund.

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Emderfriese 30.11.2018, 16:48
1. Verfall

So ganz verstehe ich die Kritik der Opposition nicht. War der alte Besitzer denn absolut verpflichtet, das Schloss zu unterhalten und vor allem vor Verfall zu schützen - oder was ist das Problem?

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KaulQuappe 30.11.2018, 17:07
2. Abriss

Abriss wäre das einzig richtige für diesen baufälligen Klotz.
Vielleicht ginge auch noch ein schwerreicher chinesischer Investor, der mit Denkmalschutz-Auflagen und Investitionen zur Objektaufhübschung zur Kasse gebeten wird. Das wäre sicher auch profitabler ja für die lokale Tourismusindustrie.

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spiegelschaf 30.11.2018, 17:15
3. verstehe auch die In nicht

Das Land und damit die Öffentlichkeit soll das Schloss bekommen. Damit die Kosten nicht noch weiter steigen bzw die Übernahme überhaupt möglich ist nur für einen Euro als Kaufpreis... Und das von einem wohl eher Vermögenden.. Finde das eher üblich!
Oder hätte er es renovieren lassen sollen und dann der Allgemeinheit zur Verfügung stellen sollen? Noch besser? Sicher, aber wer will das schon, wenn er Besitzer ist. Und als Besitzer hat man noch lange nicht so viel Vermögen, dass man das mal eben bezahlen kann und danach noch wie zuvor weiterleben kann.
Ist wohl eher ein Fall, dass die Opposition immer gegen die Regierung wettern muss.

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JaguarCat 30.11.2018, 17:25
4. Schon richtig!

Es ist gut, dass das Land das Schloss für 1 Euro kauft. In Privatbesitz wird man sich nicht so gut darum kümmern, wie es die öffentliche Hand tut. Auch die genannten Sanierungskosten von 27 Millionen Euro, entsprechend etwa 200.000 € pro Zimmer, sind jetzt nicht sooo dramatisch. Bei der aktuellen Haushaltslage mit Überschüssen kann und sollten sich Bund und Land (die Kosten werden wohl 50:50 geteilt) es leisten, ein solches Stück deutscher Geschichte zu erhalten.

Es gibt da fragwürdigere Projekte - beispielsweise ein Flughafen in Berlin, eine Tieferlegung eines Bahnhofs in Stuttgart und möglicherweise demnächst auch in Frankfurt - wo VIEL mehr Geld unnötigerweise versenkt wird.

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wolla2 30.11.2018, 17:32
5. schon allein...

... für die Selfi-Generation ist das Schloss erhaltenswert.
Wie sonst sollten die Follower wissen, wie ein Schloss aussieht ?

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zuckerter 30.11.2018, 17:41
6. Unklar

Wenn ich das richtig lese, werden doch 8 Mio Euro bezahlt, allerdings für das Inventar. Wenn das wirklich so ist, sieht das natürlich schon irgendwie unsauber aus.

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Braveheart Jr. 30.11.2018, 17:46
7. Wenn man die richtigen Freunde hat ...

... spielt Geld keine Rolle. Und der Grundsatz "Eigentum verpflichtet" erst recht nicht. Der Welfenprinz (ohne Pfefferminz) verhökert ja nicht nur das Schloss (das er, wie ich vermute, auch künftig gratis nutzen darf), sondern auch noch das Inventar: ca. 100 Möbel für schlappe 2 Mio. Euronen. Erinnert mich übrigens an einen Vorgang in NRW, in einer Zeit als die Stadt Düsseldorf sehr klamm war: Ein Parteifreund wollte seine Beuys-Sammlung zu Geld machen, und die Stadt kaufte zu Höchstpreisen. Muchas Gracias, Amigos!

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rrippler 30.11.2018, 17:52
8. Gottseidank war es nicht ein Ölmilliardär aus ....

Was man nicht mehr bezahlen kann, davon muß man sich trennen. So einfach ist das in unserer neokapitalistischen Welt. Das hat Vorteile - hat aber auch mitunter unliebsame Konsequenzen, wie diese hier.
Wäre Prinz Ernst August z.B. Star-Fußballer geworden, dann hätte er die Sanierung sicher sehr gerne getragen. Und Hand aufs Herz: Wer von den Foristen hier hätte dem Prinzen mit einer Spende unter die Arme greifen wollen?

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Knossos 30.11.2018, 17:55
9.

Zitat von JaguarCat
Es ist gut, dass das Land das Schloss für 1 Euro kauft. In Privatbesitz wird man sich nicht so gut darum kümmern, wie es die öffentliche Hand tut. Auch die genannten Sanierungskosten von 27 Millionen Euro, entsprechend etwa 200.000 € pro Zimmer, sind jetzt nicht sooo dramatisch. Bei der aktuellen Haushaltslage mit Überschüssen kann und sollten sich Bund und Land (die Kosten werden wohl 50:50 geteilt) es leisten, ein solches Stück deutscher Geschichte zu erhalten. Es gibt da fragwürdigere Projekte - beispielsweise ein Flughafen in Berlin, eine Tieferlegung eines Bahnhofs in Stuttgart und möglicherweise demnächst auch in Frankfurt - wo VIEL mehr Geld unnötigerweise versenkt wird.
Wo Sie verplempernde Projekte ansprechen, die dazu da sind, Staats- und Kommunensäckel zu plündern, während Sie auf sinnvollere Verwendung drängen ...

Gestern erst sah ich in der Kultursendung der DW einen Bericht zu jemandem, der zurückgelassene Pianos in verfallenden Herrschaftshäusern ablichtet.

Traumhafte Gebäude in Deutschland, Frankreich, Portugal usw., die dem Wetter und Verfall anheim gegeben sind, daß einem beim Anblick das Herz blutet.

Vielleicht sind wir nicht mehr ganz so ignorant wie in den Sechzigern, als man klassische Gebäude abriß oder verunstaltete, Stuck, Erker etc. abschlug usw., doch ob verkehrtes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, oder heutiges Maß der Ignoranz: Was wir da an einer Pracht verfallen lassen, gegen die ein Groß moderner Architektur geschmackloses Lego darstellt, ist nicht wieder gut zu machen.

Mit der Ausnahme des Frankfurter Retroprojektes wird mit solch massiver, großzügiger und eleganter Substanz kaum je wieder gebaut. Nicht erst zu reden von einstigem Handwerk, das man sich heute nicht mehr leisten kann. -Oder oft auch nicht mehr beherrscht.

All die regelmäßig und anderweitig vergeudeten und veruntreuten Milliarden indes zur Erhaltung solcher Schätze eingesetzt, wäre einmal ein Dienst an den Völkern, statt einer am Scheffel der Schattengemeinde.

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