Forum: Panorama
Marx, 219a, Gewalt: Unangenehme Unordnungen
Eric Vazzoler/ DER SPIEGEL

Hat Marx den Kapitalismus nicht kapiert? Gibt es Frauen, die nicht abtreiben konnten, weil dafür nicht geworben werden darf? Und wie viele Faustschläge machen einen Gewalttrend? Thomas Fischer analysiert für SPIEGEL ONLINE.

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hrimfaxi 16.05.2018, 09:22
120.

Zitat von Herr R. aus H.
So what. War ne Kolumne und nicht die Tagesschau. TF ist aber auch nicht Frauenbeauftragter der ZEIT oder des SPIEGELS. Der Diskurs lebt auch von der Zuspitzung.
"So what" ist keine Entschudigung.
Zuspitzung ist gut, hat aber ihre Grenzen, wenn man glaubt, in der Öffentlichkeit persönliche Fehden austragen zu müssen. Das meinte ich mit fehlender Distanz. Hat nichts mit Zensur oder übertriebener PC zu tun.

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medium07 16.05.2018, 14:38
121. Nun ja...

Zitat von hrimfaxi
"So what" ist keine Entschudigung. Zuspitzung ist gut, hat aber ihre Grenzen, wenn man glaubt, in der Öffentlichkeit persönliche Fehden austragen zu müssen. Das meinte ich mit fehlender Distanz. Hat nichts mit Zensur oder übertriebener PC zu tun.
die Grenzen der Zuspitzung sind schwer zu ziehen, wie man auch am Fall Böhmermann sehen kann (wo ich persönlich sie für überschritten halte). Jedoch werden sie auch immer bestimmt von vom Gegenstand der Betrachtung. Im Fall Gina Lisa, der trotz aller mehr als peinlicher Begleitumstände schließlich sogar gesetzgebende Kraft hatte, musste einem Juristen einfach der Kragen platzen - für mich mehr als o.k. oder "so what". Was nun Frau Schwarzer anbelangt, so ist gerade sie im Fall Kachelmann nicht durch sensible Grenzziehung aufgefallen, im Gegenteil hat sie (was Herr Fischer nicht tat!) unter Missachtung konstituierender Grundsätze einer demokratischen Ordnung um ideologischer Ziele willen eine Existenzzerstörung in Kauf genommen. Sie sollten dies Dame also aus ihrer Liste der gefährdeten Arten streichen.

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ruebenzähler 16.05.2018, 16:43
122. ..das müssen ausgerechnet Sie sagen

Ich habs gelesen. Frau Hänel hat sich, finde ich, keinen Gefallen getan. Sie scheint irgendwie beleidigt, sagt aber zur Sache nichts. Sie versucht vielmehr, auf einem wirklich sehr doofen Niveau persönlichen Ruf-Mord und pseudo-Empörung zu inszenieren

Herr Fischer, Sie sind es doch, der jeden, der Ihnen nicht passt, diffamiert und persönlich angreift, ohne dass es etwas zur Sache beitragen würde.

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doomsday_device 17.05.2018, 08:06
123. Ich hatte viel Spass beim Lesen.

Danke schön. Das ideologische Gekläffe einiger Foristen "schöne neue linke Welt" halte ich allerdings für genauso dumm wie die im Artikel kritisierten (oder demontierten?) Sachverhalte. Ihr habt keine Ahnung was "links sein" alles bedeuten kann.
Untertanenmentalität nenne ich sowas :-D

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medium07 17.05.2018, 11:49
124. Dumm?

Zitat von doomsday_device
Danke schön. Das ideologische Gekläffe einiger Foristen "schöne neue linke Welt" halte ich allerdings für genauso dumm wie die im Artikel kritisierten (oder demontierten?) Sachverhalte. Ihr habt keine Ahnung was "links sein" alles bedeuten kann. Untertanenmentalität nenne ich sowas :-D
Ich stimme Ihnen zu, dass die Linke in der demokratischen Debatte und Politik durchaus wichtig ist und bereichernd sein kann. Allerdings kann "links sein" gerade auch die von Ihnen erwähnte Untertanenmentalität "bedeuten", die im 20. Jahrhundert in der UdSSR und in China und in alle Staaten, die von diesen abhängig waren bzw. sich in ihrer Einflusssphäre befanden mit Staatsterror produziert wurde und zu unermesslichem Leid und zu Millionen von Toten geführt hat. Insofern ist die Wachsamkeit gegenüber aktuellen Auswüchsen der Linken (ebenso wie der Rechten!) mehr als angebracht. Sie sollten das nicht als "ideologisches Gekläffe" und als "dumm" abtun, denn damit offenbaren Sie selbst die totalitäre Denkart, die Sie anderen so locker flockig zuordnen.

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vera gehlkiel 17.05.2018, 21:27
125. @fotobiene

Ich weiss, dass der Gesetzgeber, um seine eigene Indifferenz und Abhängigkeit von Interessengruppen in dieser angeblich moralisch so hochstehenden Angelegenheit zu verschleiern, bei der Auftragserteilung an die Beratungsstellen den ganzen Druck einfach weitergibt, um selbst in seiner gravitätischen Passivität verharren zu können. Technische Neutralität ist dem gegenüber die nach meinem Dafürhalten unabdingbare Forderung, dass im therapeutischen Setting Wertungen seitens der gesprächsführenden Fachkraft zu unterbleiben haben, und zwar im wohlverstandenen Eigeninteresse der seelischen Gesundheit ebenso, wie in demjenigen der Probantinnen. Was machen sie sonst damit, wenn sich eine Schwangere zwei Wochen nach dem Beratungstermin, an dem sie meinen, ihr die Schwangerschaftsunterbrechung sehr schön zielführend "ausgeredet" zu haben, vor einen Zug wirft? Dass Frauen in der Beratung Alternativen zur Unterbrechung kennen lernen, ist sicher etwas, was man nur begrüssen kann, und ich bin auch gar nicht dagegen (diese Maximalposition wird einem ja sofort untergejubelt), dass eine wertneutral gehaltene Beratung stattfinden muss. Die Frage, ob eine Frau einen acht Wochen alten Embyo aber als Kind, dem gegenüber sie eine Opferungsverpflichtung eingehen muss, anzusehen bereit ist, kann schlicht und ergreifend niemand qualifiziert für sie beantworten. Eine sehr sensible oder labile Person kann darüber hinaus durch das Verfahren der anonymisierten Geburt in eine Psychose kommen. Da hoffe ich nur, der Gesetzgeber hat da etwas dafür getan, dass sie in dem Fall nicht den manchmal endlosen Wartezeiten auf eine Therapie unterliegt, wo sie sich so für den Volkskörper aufopferte. Da sie mich persönlich ansprechen: ja, damals, als ich ungewollt schwanger war, wollte ich einfach kein Kind, ich war mitten im Studium, hatte diverse frei gewählte Sexualpartner und führte ein ambitioniertes, aber extrem anstrengendes Leben mit viel Durcheinander dazwischen, dazu hatte ich extrem wenig Kohle. Ich war gerade dabei, einen Auslandsaufenthalt im Zusammenhang mit einem Projekt, in dem ich schon Jahre engagiert war, anzutreten, und war frisch und ernsthaft verliebt in einen Mann, der mit mir dort hingehen würde, aber keinesfalls der "Kindesvater" sein konnte. Ich habe mich intensiv damit befasst, bin aber zu dem Schluss gelangt, dass ich weder ein Kind noch eine Schwangerschaft gebrauchen konnte. Noch bevor ich etwas tun musste, verschwand das kleine Ding von selbst, und plumste tot in die Toilette, begleitet von etwas Blut. Sofern eine kleine Seele darin war, hat die sich vielleicht doch eine bessere Mutter ausgesucht. Ich habe es sehr gut verkraftet.

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gantenbein3 12.10.2018, 14:16
126. Es ist sicher richtig

dass keine Frau an einer Abtreibung gehindert ist, weil sie ohne entsprechende Information auf der Homepage von ÄrztInnen niemanden finden kann, die/der sie durchführt. Aber gerade wenn es so ist: Wozu braucht man dann ein strafbewehrtes Verbot für einen diskreten Hinweis auf der Website? Dass § 219a vor über 20 Jahren Teil einer heftig umstrittenen Kompromisslösung war, ist m.E. kein Grund, daran festzuhalten. Eine Strafvorschrift, mit der ÄrztInnen nur deshalb bestraft werden, weil man damals einen politischen Kompromiss haben wollte, ist schlicht obsolet.

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werner.garbers 01.04.2019, 16:28
127. http://www.spiegel.de/panorama/thomas-fischer-zu-karl-marx-219a-gewalt

Es ist keine Gewalt, wenn mehrere Richter das GVG nicht beachten !?
https://verfassungsblog.de/strassburg-und-das-anti-richter-dilemma

Im Hinblick auf die dort zitierte Mindermeinung
verstehe ich jetzt Prof. Dr. Willi Geiger beim BVerfG
und den ersten Präsidenten des BSG
und den aktuellen Präsidenten des BSG.

Was bekam Island am 13 Maerz 2019 vom EUGH für Menschenrechte zu hören ?
https://drive.google.com/file/d/1cdjr538k8FMyZFV-0VyohPcAS0mi2m_j/view?usp=sharing

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Immanuel K. 02.04.2019, 10:30
128. Ich finde es ziemlich schräg, wie...

Zitat von Thomas Fischer (SPON-Kolumnist)
Warum ist es unzumutbar, sich im Internet eine Seite zu suchen, die (umfassend) über Abtreibungen informiert, dort anzurufen und zu fragen, ob die betreffende Praxis solche Eingriffe auch selbst durchführt? Der Wegfall des Werbevorbots würde doch nicht dazu führen, dass nun alle Ärzte verpflichtet sind, die Leistrung anzubieten und zu bewerben! Also muss man auf jeden Fall und sowieso suchen.
...verschwurbelt Herr Prof. Fischer den Werbebegriff definiert.
Folgt man ihm, so wäre schon die Nennung der Berufsbezeichnung (als Arzt) Werbung.
Wenn ich in Not bin (analog zum Kranksein), warum zwingt mich der Gesetzgeber dazu, zig Praxen anzurufen, um herauszufinden, wer mir überhaupt helfen kann/will...?

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Immanuel K. 02.04.2019, 10:58
129. Das ist ja trivial,...

Zitat von Thomas Fischer (SPON-Kolumnist)
Sie haben das Argument nicht verstanden: Nicht dass es sich irgendjemand " leicht macht", empört mich, sondern dass Dummköpfe behaupten, NIEMAND mache es sich leicht. Wenn es so wäre, bräuchten wir keine Moral, kein Recht und keine Politik. Die Behauptung ist einfach nur doof.
...aber kein Argument für 219a - in der Ausformung, Hinweise/Informationen als Werbung zu betrachten. Der Vergleich von Ihnen (an anderer Stelle), zu sagen: ALLE Frauen würden sich eine Abtreibung "nicht leicht machen", wäre so plausibel, wie die Behauptung: Männer würden sich Gewalttätigkeit "nicht leichtmachen" - geschenkt natürlich: das ALLE... Bleibt Ihr Vergleich, zwischen Gewalttätigkeit und Schwangerschaftsabbruch... Auch Ihre Wortwahl, Frauen würden einen Schwangerschaftsabbruch "buchen", erscheint mir entlarvend - weil gegen Ihren Anspruch: nicht neutral...
Wenn schon ein Vergleich zwischen Schwangerschaftsabbruch und irgendetwas, was mit Gewalt zu tun hat: dann vielleicht Notwehr, denn dabei muss Mann oder auch Frau sich Gedanken machen, wieweit man geht. Und schon passt der Vergeich zum Schwangerschaftsabbruch...

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