Forum: Panorama
Massenmörder Breivik: Norweger stellen ihr liberales Strafsystem in Frage

Keine lebenslange Haft, kein Panzerglas im Gerichtssaal, Polizisten ohne Waffe: Norwegen war bislang stolz auf sein liberales Rechtssystem - und Gefängnisse, die eher Hotels ähneln. Doch nach dem Massenmord wollen viele Bürger, dass Anders Breivik härter bestraft wird.

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Zavi85 26.07.2011, 14:12
100. .

Zitat von Barath
Nein, daß ist nicht der richtige Weg. Man darf doch eine friedliche, fortschrittliche und funktionierende Gesellschaft nicht zerschlagen, nur weil man Rache nehmen möchte.
Von wegen "Gesellschaft zerschlagen"! Als ob durch härtere Strafen alles den Bach runter gehen würde. Aber das ist ja ein geliebtes Argument der Verständniss vollen Fraktion, nicht war?

Zitat von steamiron
Man könnte versuchen ihn zu resozialisieren!!
Aber sicher doch. Und dass am besten gleich mit einer Schocktherapie. Man steckt ihn mit 10 Islamisten für 60 Minuten in einen Raum und dann ist er geheilt und ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft. Sehen Sie die Tatsachen! Der Mann hat seine Tat 9 Jahre lang geplant und eiskalt umgesetzt! Glauben Sie allen ernstes man könne ihn resozialisieren?

Was im Artikel stand wollte ich erst gar nicht glauben:
„holzgetäfelte Einzelzellen mit Flatscreen-Fernseher. Die Anstalt ist als Dorf konzipiert, Häftlinge wohnen in kleinen Blockhütten, auf dem Gelände gibt es ein Musikstudio, eine Kletterwand, Sporthallen und Schulen. Sie haben freien Blick auf den Wald, die Besucherräume sind mit Spielecken und Übernachtungsmöglichkeiten ausgestattet „

Kein Wunder dass da keiner Abhaut. Jeder Arbeitslose hier zu lande der in einer Mietwohnung haust würde sich über so eine Unterbringung freuen. Wohlgemerkt, die Unterbringung und nicht die Nachbarn.

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achjaselber 26.07.2011, 14:16
101. ...

Zitat von medley63
Ach wissen sie, es gibt so viele Mörder, Vergewaltiger, usw. die kommen alle irgendwann mal raus und noch keiner von denen wurde jemals von einem mit Mist- und Heugabeln bewaffneten Lynchmob, oder gar von einem Angehörigen der Opfer, bedroht/verletzt/oder getötet. ...
Noch nie?
Das glauben Sie doch selbst nicht!
Googeln Sie doch einfach mal "Lynchjustiz", nur so zum Spass ;)

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KTScholz 26.07.2011, 14:17
102. Rache ist falsch. Kriminalisierung ist richtig.

Zitat von WolfHai
Genau das war mein erster Gedanke, als ich die Überschrift las. Die Wut der Norweger ist natürlich verständlich, sie sind eben doch nicht so viel anders als die anderen Menschen auf diesem Planeten. Zur Sache: Eine Erhöhung der Strafe wäre für einen Täter dieses Typs nur unter dem Vergeltungsgesichtspunkt sinnvoll und ganz, ganz vielleicht wegen der Wiederholungsgefahr, nicht wegen der Abschreckung. Denn ein solcher Täter hätte sich durch ein härtere Strafe niemals von seiner Tat abhalten lassen.
Sehe ich auch so, der Täter will durch seine Tat seinen Thesen mehr Einfluss geben und blickt weit in die Zukunft. Daraus ergeben sich zwei Strafen, ein Maulkorb gegen die Verbreitung seines Materials und ein Wegsperren wegen Wiederholungsgefahr. Die Wirrheit seines Pamphlets und seiner Begründung kann ein Hinweis auf Probleme sein die entsprechend die Sicherungsverwahrung rechtfertigen. Rache und Folter sind hier fehl am Platz, denn das ist genau das was so ein Täter will um zum Märtyrer zu werden. Genau darauf hat er es auch in seinen Schriften angelegt.

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sir.viver 26.07.2011, 14:18
103. genau

Zitat von ☺☺☺
Vor einigen Tagen war ja noch ein Spiegel Artikel wo drin stand wie würdevoll und ohne Hass die Norweger trauern. Nun scheint sich ein anderes Bild abzuzeichnen. Ich hoffe die Norweger kommen wieder zum Verstand und erkennen, dass ihr System nicht von einem Einzeltäter kaputt gemacht werden darf.
Man sollte sich nicht durch diese Tat verbiegen lassen. Eine Demokratie muss auch so eine schreckliche Tat ertragen koennen. Und ich bin mir sicher, auch diesen Taeter wird das System resozialisieren/therapieren koennen, damit er spaeter wieder ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft werden kann.
Auch wenn es schwer faellt, Vergebung muss die Gesellschaft auch fuer diese Tat finden.

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libertarian 26.07.2011, 14:18
104. ...

Zitat von siar
Leben die Norweger außerhalb der Realität? Norwegen zählt zu den lebenswertesten Länder der Welt. Warum wohl?
Hallo Siar,

Nein, nicht ausserhalb, aber in ihrer ganz eigenen Realitaet, wo man bestimmte Dinge dank Oelreichtum einfach ignorieren kann. Bei aller Freundschaft, gerade jetzt - "lebenswert" finde ich persoenlich daran gar nichts (und das hat jetzt nichts mit diesem durchgeknallten Moerder zu tun).

Beste Gruesse,

"Hamilton"

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Zereus 26.07.2011, 14:19
105. ...

Zitat von hopalonghorus
Jeder, der jetzt das Strafrecht in Norwgegen kritisiert, vergisst die Tatsache, dass Norwegen bisher hervorragend mit seiner liberalen Politik gefahren ist. Die Verbrechensrate und die Rückfallquoten sind niedriger als bei Staaten mit restriktiverem Strafrecht. Die Forderung nach Verschärfung des Strafrechts kommt rein aus Rachegedanken, und die sind nie ein guter Ratgeber. Jeder, der jetzt womöglich gar die Todesstrafe oder gar Lynchjustiz fordert, ist nicht besser als der Mörder selbst. Wenn man das Machwerk des Täters liest erkennt, soweit das möglich ist, dass der Täter eine Überreaktion des Staates provozieren wollte. Sein Motiv ist neben dem Hass auf Moslems der Hass gegen Linke und Liberale. Wenn man nun deshalb den Liberalismus aufgibt, so hat er zum Teil gewonnen. Und das kann doch keiner wollen.
Ein restriktives Strafrecht ist definitiv kontraproduktiv. Wer seine Bürger wie bspw. die USA für jedes noch so kleine Vergehen jahrelang wegsperrt, wird damit keinen Erfolg haben, das ist klar. Resozialisierung muss im Mittelpunkt jeder Haftstrafe stehen, sonst hat sie keinen Sinn.

Aber es gibt eben Ausnahmen. Und der hier vorliegende Fall ist so eine. Man kann jemanden, der aus ideologischen Gründen 76 Menschen ermordet und dabei gezielt auf Kinder und Jugendliche geht einfach nicht guten Gewissens nach 21 oder 30 Jahren wieder frei in der Gesellschaft rumlaufen lassen, das geht einfach nicht.

Das hat meiner Ansicht nach auch nichts mit Rachegedanken zu tun, sondern ist in einem Land, das normalerweise gerade mal 30 Mordopfer im Jahr zu beklagen hat, einfach nicht im Strafrecht vorgesehen. Breivik hat mit seinem Massenmord einfach die Vorstellungskraft der Norweger und der norwegischen Justiz gesprengt. Dass sie nun überlegen müssen, wie sie einem solchen Extremfall begegnen wollen, halte ich für absolut normal und gefährdet auch nicht die liberale Grundeinstellung des Landes, zumindest solange man Lösungen für Extremfälle sucht, und nicht alle anderen Straftaten mit einbezieht.

Die Norweger machen das schon, da bin ich mir sicher.

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quengelbengel 26.07.2011, 14:21
106. ...is klar...

Zitat von bielefelder73
sollten ihr liberales Strafsystem in Frage stellen, sondern auch vor allem wir Deutschen. Muss es wirklich sein, dass RAF Terroristen, die nichts bereuen frei gelassen werden? Muss es wirklich sein, dass Gewalttäter frei gelassen werden, die dann auf kurz oder lang wieder vergewaltigen oder morden? Wieviele Unschuldige könnten gerettet werden, wenn unsere Justiz nicht seit Jahrzehten immer mehr zur Täterjustiz würde?
damit die faschisten gewonnen haben? damit ein terrorist genau das erreicht hat, was er wollte? einen rechtsruck? quatsch mit soße! das löst sich von selbst!

ferner sollte bei einer "entliberalisierung" dann auch dafür gesorgt werden, dass familienprozesse öffentlich sind, steuersünder NIE mit bewährung davonkommen, und dass kleine delikte direkt am pranger abgefrühstückt werden...

ey, deutschland: lass norwegen norwegen bleiben! jedes land erlebt mal ne katastrophe. deshalb paranoid werden? das wollt ihr doch nur!

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Rockker 26.07.2011, 14:21
107. lächerlich

Das Turboliberale System der skandinawischen Länder ist natürlich lächerlich, genauso das turboliberale System der Niederlande, wo sich in Den Haag, die ganzen Kriegsverbrecher aus dem ex-Jugoslawien pudelwohl fühlen. Ich hörte neulich in Nachrichten, als dieser letzte serbische Verbrecher gefasst wurde, der Kerl mit dem Bart,-er hätte sich gar nicht gewehrt und er wollte keinen Einspruch einlegen, daß er sofort nach DH ausgeliefert werden soll. Wieso sollte er auch. In den Haager Knast hat er doch besser als in Serbien, alles bequem und schön kostenlos. Einzelzimmer mit dem Fernsehen, Möglichkeit Computer und Internet zu nutzen, eine Bibliothek mit vielen Büchern zu lesen, die können dort auch Bücher und Zeitungen in deren Muttersprachen bestellen, Eine Sporthalle, etc,etc.

Ich sehe in Gefängnisstrafen, egal ob 21 oder 121 Jahre, gerade für solchen Verbrecher, keinen Sinn.
Ob Bervik, oder die Massenmorder und Kriegsverbrecher in Den Haag, die einzlige sinnvolle und nützliche Strafe, wäre für sie, kurzer Prozess, gleich vor die Wand, und weg, das war's.
Diese langen Prozesse nutzen diese Mörder nur aus um sich selbst darzustellen und inszenieren, als welche Helden, Martyer, und was weiß ich.
Man hat es doch gesehen, bei dem Prozess von Milosevic in D.Haag oder Karadzic, dessen Prozess noch dauert und zwar seit 2 oder 3 Jahren. Er benimmt sich immer frech, er klagt alle und jeden an und macht seine Show...
Oder Mladic, jetzt akzuell, der wollte, wie hier im SPON berichtet wurde, auch in Uniform vorm Gericht auftreten, genau wie Brevik jetzt gefordert hat. Und hat neulich dreist die Anhörung unterbrochen, wollte einfach nicht mehr.
Gerade um die ganze negative mediale Wirkung zu verhindern, daß sie ihre Show vorm Gericht durchziehen und eventuelle Nachahmer zu verhindern- ist die einzige richtige Lösung für solche Massenmorder die Todesstrafe. Alles andere nutzt nur diesen Tätern.

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Maclane 26.07.2011, 14:26
108. klar

Zitat von leser_81
Sich eine harte Strafe für den Täter zu wünschen kann ich sehr gut vestehen ! Aber was Sie hier fordern ist doch schlichtweg den Täter zu foltern ! Warum fordern Sie nicht gleiche vierteilen, rädern oder lebenig kochen ?
Oh, ich setz noch einen oben drauf!
In besagter Anstalt bekommt er dann Dauerberieselung von "arischen" Norwegern und "Arabern", die sich umarmen, gemeinsam lachen und Spaß haben.

Die von Ihnen genannenten Foltermethoden funktionieren ja nur bei denen, die davor Angst haben - also normale Menschen.
Einem kranken Irren kann man aber physisch nicht weh tun.
Aber auch dieser Typ hat vor irgendetwas Angst.

Ist das dann Rache? Sicherlich. Was bleibt auch sonst? Abschreckung funktioniert nicht, Resozialisierung ist in so einem Fall hoffnungslos. Schutz der Gesellschaft - schon zu spät. Bleibt nur noch Rache übrig.

Konfuzius hat mal gesagt: "Wer uns unsere Träume stiehlt, gibt uns den Tod."
Das braucht der Typ jetzt, und dann haken wir ihn ab.

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JaguarCat 26.07.2011, 14:26
109. Stärke!

Zitat von Barath
Eine friedliche und liberale Gesellschaft muß stärker sein, als ein verrückter Rechtsradikaler!
So ist es! Wobei Teil dieser "Stärke" auch durchaus eine harte Strafe sein kann und sogar sein muss. Wenn schon ein "normaler" Mörder 21 Jahre + anschließende Sicherungsverwahrung als Strafe bekommen kann, dann hat Anders Breivik eine längere Strafe definitiv verdient. Sollte bei der Einführung der 30-jährigen Strafe für "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" im Strafgesetzbuch vergessen worden sein, diese mit der Möglichkeit der Sicherungsverwahrung zu kombinieren, dann ist das natürlich ein böser FauxPas beim Ausgestalten dieses speziellen Gesetzes, und der Richter muss eine schwierige Entscheidung treffen zwischen "30 Jahren ohne Sicherungsverwahrung" oder "21 Jahren mit Sicherungsverwahrung".

Dass bei einer Sicherungsverwahrung regelmäßig geprüft wird, ob der Täter noch gefährlich ist, und bei für den Täter positivem Ausgang der Prüfung er freikommt, ist übrigens auch in Deutschland so. Das "forvaring" in Norwegen erscheint mir daher doch sehr ähnlich der Sicherungsverwahrung in Deutschland.


Jag

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