Forum: Panorama
Massenmord in Las Vegas: Die Amerikaner und ihre Waffen
AP

Der Massenmord in Las Vegas hat eine Diskussion über Waffenbesitz in den USA ausgelöst. Wieder einmal. Wie sich Privathaushalte rüsten - und wie viele Schusswaffenopfer es jährlich gibt: Die Übersicht in sechs Grafiken.

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barrakuda64 05.10.2017, 08:03
110. Nun mal halblang! (Teil 2)

Sogar ein WaffenSCHEIN, der das Tragen der Schußwaffe in der Öffentlichkeit erlaubt, ist in Tschechien problemlos zu haben. Tschechien und Estland tauchen in der Statistik überhaupt nicht auf. Das widerlegt den Zusammenhang zwischen „mehr Waffen = mehr Schießwütige“. Klar, es wird natürlich Unfälle geben, aber seien wir mal ehrlich: es sterben viel mehr Leute im Straßenverkehr aus NICHTIGEN Anläßen (Raserei, Alkohol) und die werden ohne mit der Wimper zu zucken in Kauf genommen………………..solange man nicht selbst betroffen ist! Und das gilt sowohl für den Straßenverkehr, als auch für einen Angriff!

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egooist 05.10.2017, 08:11
111. @ saftfrucht (#21) ... Gegenrede

saftfrucht: "[...] Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber wenn ich umgebracht werde ist mir herzlich egal, ob der Täter dafür eine Schusswaffe oder ein Messer benutzt. Das Ergebnis ist in beiden Fällen das gleiche. Nur kann ich mich, wenn ich selbst eine Schusswaffe habe, ungehemmter und aus größerer Distanz gegenüber dem verteidigen, der mir mit einem Messer zu Leibe rücken will. Diese Möglichkeit wird mir durch ein Verbot genommen."

1. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber bei einer Messerattacke kann man ggf. wegrennen oder vielleicht sich mit improviersierten Knüppeln oder Mobiliar (auch in der Gruppe) zur Wehr setzen. Bei einem Angriff mit einer Schußwaffe entfallen diese Optionen.
2. Auch dürfte es schwierig sein, seine Schusswaffe zur Selbstverteidigung immer parat zu haben. Zumal sich die meisten Messer, vor ihrem "hinterhältigen" Einsatz, gut verbergen lassen.
3. Zudem hoffe ich, dass Sie, auch im Rahmen der Selbstverteidigung, nicht "ungehemmt" von der Schusswaffe gebrauch machen würden (Kollateralschaden, Unverhältnismässigkeit - obgleich man bei einer Messerattacke in der Regel von einer Tötungsabsicht ausgehen kann).
4. Ich halte absolut nichts vom immer wiederkehrenden Argument "die Schußwaffe als Gleichmacher" ("guns are the great equalizer"). Wer auch immer (zuerst) eine Schusswaffe zieht, sitzt augenblicklich am längeren Hebel.
5. Auch das NRA-Argument, dass man zum Stoppen von "bad guys" mit Knarre "good guys" mit Knarre braucht, halte ich für wenig überzeugend, da es bei einer akuten Schießerei, für einen (ungeschulten) Aussenstehenden äußert schwierig sein dürfte, zwischen Angreifer mit Knarre und Verteidiger mit Knarre zu unterscheiden --> "friendly fire" in der Fußgängerzone.

Darüber hinaus ist der vom Kommentator dirkbffm (#13) angegebene Link (https://www.theguardian.com/us-news/ng-interactive/2017/oct/02/america-mass-shootings-gun-violence), der allein die Massenschießereien (>4 Opfer) in den USA der letzten Jahre detailliert auflistet, für sich genommen recht erschreckenden. Mit Messerattacken wären solche Zahlen nur schwer zu erreichen.
MfG

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ulrich_loose 05.10.2017, 08:53
112. Die Grafiken beziehen sich auf was?

Auf den Besitz legaler Schusswaffen oder beinhalten sie auch die Illegalen. Die Frage ist wichtig, denn ich gehe davon aus, dass die meisten Toten in den USA nicht durch legale Schusswaffen zustande kommen, sondern durch illegale. Damit führen diese Grafiken in sofern in die Irre, denn eine Minimierung des legalen Schusswaffenbesitzes dürfte kaum Auswirkungen auf die Anzahl an Toten haben. Ich erinnere mich noch an einen Fernsehbeitrag in dem Opfer zu Worte kamen: Gemütlich im Schnellrestaurant gesessen, ein Amokläufer kommt mit Pumpgun (illegal) in den Laden, geht von Tisch zu Tisch und knallt die Gäste ab. Erkenntnis eines der Opfer "Wenn nur einer einer (legale) Waffe gehabt hätte, hätte man den Amokläufer rechtzeitig ausschalten können"

Auch dieser Fall von Waffengewalt bringt keine Erkenntnisse über ein Verbot von legalen Waffen in Bürgerhand.

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emobil 05.10.2017, 10:32
113.

Zitat von _bernhard
Die Amis schießen sich gerne gegenseitig tot und rechtfertigen das mit dem "Second Amendment". In D-schland darf man auf manchen Autobahnen ohne Beschränkung dahinbrettern - freie Fahrt für freie Büger. - Beides Irrsinn. Wenn die Amis eben gerne ihre "guns" zu Hause haben wollen, dann sind ein paar hundert tote Bürger pro Jahr für sie auch nur ein kleiner Kollateralschaden. Andere Länder haben andere Konzepte (z.B. Max Weber, etc,) und fahren sehr, sehr gut damit. Europe first!! Always!
Sie haben völlig Recht!
Mir könnte ja die krude Ideologie der US-Amerikaner völlig schnuppe sein, wenn sich dieses Land nicht in den letzten Jahrzehnten immer zum Maß aller Dinge für den Rest der Welt, zum Vorbild dem es nachzueifern gilt, gemacht hätte. Und wir haben das auch noch geglaubt: die Rosinenbomber, Kaugummis, Zigaretten und Hamburgers waren eben doch ein kluges Investment, das nun aber doch zusehends verblasst.

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MKAchter 05.10.2017, 10:35
114. Zusammenhänge

Zitat von barrakuda64
Sogar ein WaffenSCHEIN, der das Tragen der Schußwaffe in der Öffentlichkeit erlaubt, ist in Tschechien problemlos zu haben. Tschechien und Estland tauchen in der Statistik überhaupt nicht auf. Das widerlegt den Zusammenhang zwischen „mehr Waffen = mehr Schießwütige“
Das ist definitiv so. Ich kenne mehrere Waffenlizenzinhaber in der CZ (Jäger, und ein Sportschütze). Der Sportschütze hat - durch Zusatzausbildung und -prüfung - auch die Lizenz zum Waffenführen. Tschechien kann man, was Schusswaffenmissbrauch angeht, als recht sicheres Land bezeichnen. Österreich, das ebenfalls ein etwas liberaleres Waffenrecht als der Nachbar Deutschland hat, ist gleichfalls ein sehr sicheres Land.

Alles in allem ist die Deliktrelevanz legal besessener Waffen in Mittel-
und Nordeuropa sehr gering, kein Vergleich mit USA; und es gibt dort
durchaus Staaten und Regionen (CH, Finnland) die auch hohe "Waffenbesitzdichten" aufweisen.

Also, in der Tat, der Waffenbesitz korreliert nicht zwingend mit Waffenmissbrauch. Es kommt sehr auf den gesellschaftlichen Hintergrund in einem Land (aus dem auch der "mindset" der Bewohner und das Verhältnis zu Gewalt resultiert) an.

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willibaldus 05.10.2017, 12:35
115.

Zitat von tropf
Haben wir auch so ein Grundgesetz wie Amerika oder wieso haben 30% der Deutschen eine Waffe, hatte immer gedacht das der Waffenbesitz eine grosse Ausnahme ist, sind scheinbar alles Jäger??? P.S.: Was jagen die eigentlich, soviel Wildtiere haben wir ja gar nicht.
Sie irren. Wer eine Waffe hat, der hat in der Regel auch noch mehr davon. Sowohl was Jäger als auch was Sportschützen angeht. 3% wäre wahrscheinlich näher an der Wirklichkeit. Ist mir aber immer noch zu viel. Ein Jäger soll aber gerne seinen Drilling haben, oder Schrotgewehr, eine Kleinkaliber und eine für grosses Wild.

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trompetenmann 05.10.2017, 13:32
116. Richtig!

Zitat von dancar
Auch ich habe eine geerbte WK2 Pistole 7,65mm zuhause im neuerdings erforderlichen Waffenschrank zuhause (Waffenbesitzkarte), könnte diese aber max. Jemand über den Kopf hauen, weil ich keine Munition habe. Die gibt es auch nicht bei ALDI! Natürlich könnte ich Schützen fragen ob mir jemand ein Päckchen besorgen könnte. Dies wäre dann aber schon kriminell (bitte nicht kommentieren, dass man an jeden Bahnhof 7,65mm leicht bekäme). Somit ist es ein großer Unterschied, ob ich neben der Waffe auch Munition im Laden um die Ecke erwerben darf (USA) oder nicht (Deutschland). Nur die Anzahl der Waffen pro 1Mio Einwohner sagt nix aus.
Ich hatte es schon an anderer Stelle geschrieben, dass es in D drei verschiedene Arten von Waffenbesitzkarten gibt und für jede andere Vorschriften gelten. (Einen Waffenschein erhält sowieso so gut wie niemand!) So ist meines Wissens Waffensammlern der Munitionserwerb verboten, Sportschützenwaffen sind eingeschränkt, was die Magazinkapazität betrifft usw. Ein halbautomatisches Sturmgewehr mit 30 Schuss Magazin o.ä. wird sich keine Privatperson zulegen können.

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marianne.weber 05.10.2017, 13:43
117.

So viele Meinungen hier, denen ich sofort zustimmen würde... aber machen wir uns nichts vor: die Mühe lohnt nicht, es ändert sich eh nichts. Schon gar nicht unter dem blondschöpfigen Twitter-Strategen.

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trompetenmann 05.10.2017, 13:49
118. erst lesen, dann verstehen, dann schreiben

Zitat von murrle01
im Besitz dieser Waffe bleiben. Nach dem (nicht mehr ganz neuen) Waffengesetz müssen Sie ein Bedürfnis nachweisen - Mitglied in einem Schützenverein - und auch ein Nachweis eine bestimmte Anzahl von Übungsschießen absolviert zu haben. Wobei das für eine Kriegswaffe in dem Kaliber keine Disziplin gibt... Oder Sie machen die Waffe unbrauchbar. Sie werden mit Sicherheit demnächst etwas darüber hören, oder bekommen Post oder Besuch!!
Wird er eher nicht, da er - wie er schreibt - eine Waffenbesitzkarte für die Waffe besitzt. Der Besitz ist also registriert und legal. Und Waffensammler müssen auch keine Sportschützen sein, dürfen dann aber nur Waffen besitzen bzw. sammeln, gemäß ihres auf der Karte bestätigten Sammelgebietes (und keine Munition erwerben besitzen.)

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tropf 05.10.2017, 15:07
119. Irrtum oder nichts sagende Statistik

Zitat von willibaldus
Sie irren. Wer eine Waffe hat, der hat in der Regel auch noch mehr davon. Sowohl was Jäger als auch was Sportschützen angeht. 3% wäre wahrscheinlich näher an der Wirklichkeit. Ist mir aber immer noch zu viel. Ein Jäger soll aber gerne seinen Drilling haben, oder Schrotgewehr, eine Kleinkaliber und eine für grosses Wild.
Ich hoffe sehr das Recht haben, klingt auch logisch, aber diese Statistik haben nun viele Menschen gelesen, und wenn sie generell so nichtsaussagend ist, dann stimmen auch die Daten der anderen Nationen nicht. Aber wie auch immer 30% sind ungefähr 27 Mio. Waffen, und sie haben wieder Recht das ist in der Tat zu viel.
Danke für den Austausch.

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