Forum: Panorama
Mega-Prozess: Rocker-Boss Hanebuth soll in Spanien vor Gericht
DPA

Menschenhandel, Erpressung, Geldwäsche: Die spanische Justiz erhebt schwere Vorwürfe gegen den deutschen Rocker-Boss Frank Hanebuth. Sie will insgesamt 55 Mitglieder und Helfer der Hells Angels vor Gericht stellen.

Seite 2 von 3
townsville 04.02.2015, 17:39
10. Erklär ich gerne

Zitat von Mastermason
unter anderem, wie jemand in einem Rechtsstaat 18 Monate in Untersuchungshaft gehalten werden kann, ohne das es zu einer Anklage kommt. Aber vielleicht kann mich ja ein Kenner des spanischen Rechtssystems aufklären?
Ähnlich wie in Deutschland prüft ein Haftrichter die vorliegenden Verdachtsmomente auf dringenden Tatverdacht, wägt die Schwere und die Flucht- und Verdunklungsgefahr ab und verhängt dann Untersuchungshaft oder auch nicht.

Danach wird in regelmäßigen Abständen - oder bei Enthaftungsantrag der Verteidigung geprüft- ob die Haftgründe fortbestehen und angemessen sind. Bei Verbrechen die mit einer Fraiheitsstrafe von 5 Jahre und bedroht sind (hier offensichtlich der Fall) kann die Untersuchunghaft bis zu zwei Jahre vor Eröffnung der Hauptverhandlung.

Eine U-Haft von mehr als 6 Monate ist nach Möglichkeit zu vermeiden, wenn die Ermittlungen nicht besonders komplex sind und unter erschwerten Bedingungen (z.B. internationale Ermittlungen mit Rechtshilfeersuchen etc.) vorliegen.

Wenn die Hauptverhandlung eröffnet ist, kann die U-Haft so lange dauern, bis der Prozess abgeschlossen ist. So sitzen Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben im Rahmen des NSU-Prozesses bereits seit Ende 2011 in U-Haft.

Beitrag melden
OskarVernon 04.02.2015, 17:42
11.

Zitat von Ontologix II
Mir ist ohnehin unbegreiflich, wie viel Toleranz unsere Polizei und Justiz gegenüber diesen Herrschaften übt.
Genauso viel wie gegenüber anderen Herrschaften - und dass ist zunächst mal gut so: Gleiches Recht für alle :-)

Das heißt natürlich auch: Gleiche Kuscheljustiz für alle - muss man nicht gut finden, ist aber offensichtlich der Wunsch der breiten Mehrheit unserer Mitbürger... :-(

Beitrag melden
kabian 04.02.2015, 17:52
12. Das denke ich nicht

Zitat von juanth
In D sind es 18 Monate, nur ist der Knast in Spanien erheblich haerter und nicht so kuschelig wie in D.
Das gleiche wird in Spanien vom deutschen Knast auch behauptet. Als Rockergang haben sie nichts zu befürchten.
Fakt ist das im Gefängnis neue Geschäftsmodelle entstehen, neue Leute rekrutiert werden und der internationale Organisationsgrad wächst.
Langfristig sehe ich eher Vor- als Nachteile der Rockergang, es sei denn die gehen für mehr als 10 Jahre in den Bau.

Beitrag melden
kabian 04.02.2015, 17:54
13. ?

Zitat von querollo
In dem Fall steht dem Freigesprochenen eine Haftentschädigung zu, die in diesem Fall allerdings weit unterhalb der vermuteten Tageseinnahmen Herrn Hanebuths liegen dürfte.
Die Haftentschädigung wird berechnet nach versteuerten(!) Einkommen. Von daher wird er wohl das Minimum erhalten.

Beitrag melden
/egal/ 04.02.2015, 18:01
14. Mir nicht...

Zitat von Ontologix II
Mir ist ohnehin unbegreiflich, wie viel Toleranz unsere Polizei und Justiz gegenüber diesen Herrschaften übt.
...hier ein möglicher erklärungsansatz: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/netzwerke-in-hannover-ein-nachmittag-im-steintorviertel-1576317.html

Beitrag melden
TS_Alien 04.02.2015, 18:01
15.

Zitat von vielflieger_1970
So so,vermutlich.... Es gilt zunächst die Unschuldsvermutung, auch bei ihm. Und wenn Sie so genau Bescheid über dessen kriminelle Einkünfte Bescheid wissen, wieso haben Sie nicht achon längst unsere unfähige Exekutive aufgeklärt?
Den Sinn der Unschuldsvermutung haben Sie nicht verstanden. Die Unschuldsvermutung schützt nicht vor der U-Haft. Die Unschuldsvermutung hindert einen Menschen auch nicht daran, über die zweifelhaften Einkommens- und Vermögensverhältnisse eines anderen Menschen nachzudenken und sich darüber zu äußern.

Man gilt bis zu einer Verurteilung als unschuldig. Für schuldig gehalten werden kann man bereits vorher. Eindeutige Beweise oder Indizien reichen dazu aus.

Beitrag melden
querollo 04.02.2015, 18:06
16. Sie sind ja ein echter Keksperte!

Zitat von kabian
In U-Haft nimmt man sich erst einmal einen spanischen Anwalt mit sehr gutem Netzwerk. Diesem gibt man erst mal eine Unsumme die er dann an die entsprechenden Stellen weiterleitet. Dann wird eine Kaution festgelegt die natürlich auch bezahlt wird und danach verschwindet man in sein Heimatland. Von dort kann man dann nicht ausgeliefert werden. In diesem Fall scheint die spanische Justiz nicht besonders viele Beweise zu haben, das heißt aber noch lange nicht das die Chancen gut für einen Freispruch stehen. Dreh und Angelpunkt ist immer die finanzielle Seite. Da kann selbst schon mal ein Rockerkönig schnell arm werden. ;-)
Entweder liegt ihre Konfrontation mit der spanischen Justiz schon Dekaden zurück, oder aber sie hat in einem Spanisch sprechenden Land der Neuen Welt stattgefunden, hatten aber zum Zeitpunkt der Verhaftung massive Orientierungsschwierigkeiten. Es gibt ja Delikte, die damit einhergehen. Die Verhältnisse, die Sie hier beschreiben, kann ich, in Spanien lebend, hier nicht beobachten. Nun muss ich allerdings einräumen, dass ich eher bestrebt bin, keine tiefergehenden persönlichen Erfahrungen mit dem hiesigen Rechtssystem zu sammeln. Auch das scheint bei Ihnen ja anders zu liegen.

Im übrigen werden die meisten in Spanien verhängten Haftstrafen auch in Spanien abgesessen. Die Überstellung an die deutschen Behörden kann zwar durch den Häftling beantragt werden, ist aber, wie ich höre, so aufwändig und zeitraubend, dass sie nur bei wirklich langen Haftstrafen überhaupt in Erwägung gezogen wird. So viel zum flugs mal nach Hause fliegen.

Beitrag melden
kabian 04.02.2015, 18:15
17. Theorie und Praxis ;-)

Zitat von querollo
Nun muss ich allerdings einräumen, dass ich eher bestrebt bin, keine tiefergehenden persönlichen Erfahrungen mit dem hiesigen Rechtssystem zu sammeln. Auch das scheint bei Ihnen ja anders zu liegen. Im übrigen werden die meisten in Spanien verhängten Haftstrafen auch in Spanien abgesessen. Die Überstellung an die deutschen Behörden kann zwar durch den Häftling beantragt werden, ist aber, wie ich höre, so aufwändig und zeitraubend, dass sie nur bei wirklich langen Haftstrafen überhaupt in Erwägung gezogen wird. So viel zum flugs mal nach Hause fliegen.
Sie haben es erfasst. Ich hatte tiefergehende Erfahrungen und plaudere gerade aus dem Nähkästchen. Das diese Praxis nicht öffentlich bekannt ist versteht sich von selbst.

Beitrag melden
totenkopf75 04.02.2015, 18:17
18. Da hat

der Lange ein böses Problem. Ich kenne ihn persönlich, da hat er nicht aufgepasst. Wenn mein alter Freund Pech hat, rechne ich mit 14-18 Jahren excl. U-Haft. Au weh, Junge!!

Beitrag melden
vielflieger_1970 04.02.2015, 20:22
19.

Zitat von TS_Alien
Den Sinn der Unschuldsvermutung haben Sie nicht verstanden. Die Unschuldsvermutung schützt nicht vor der U-Haft. Die Unschuldsvermutung hindert einen Menschen auch nicht daran, über die zweifelhaften Einkommens- und Vermögensverhältnisse eines anderen Menschen nachzudenken und sich darüber zu äußern. Man gilt bis zu einer Verurteilung als unschuldig. Für schuldig gehalten werden kann man bereits vorher. Eindeutige Beweise oder Indizien reichen dazu aus.
Sie hätten recht wenn:

Ich behauptet hätte, das die Unschuldsvermutung in Zusammenhang mit der U-Haft zu keiner Haft führen würde und wenn der Forist, auf den ich mich bezog, entweder eine dezidierte Situation oder einen Beweis für Herrn Hanebuth gebracht hätte. So bleibt es tumbes Stammtischgejaule ohne Inhalt!

Übrigens sind Indizien keine Beweise, beleidigen Sie nicht Ihre Intelligenz! ;-)

Beitrag melden
Seite 2 von 3
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!