Forum: Panorama
Menschen in Seenot: Gefährliche Schieflage
Frank Einar Vatne/ NTB Scanpix/ REUTERS

Ein Schiff voller Touristen havariert, Helfer eilen in Hubschraubern herbei. Ein Schiff voller Migranten havariert, Helfer werden am Helfen gehindert. Darf man das miteinander vergleichen? Man muss.

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Fuxx81 25.03.2019, 18:34
10. Nur mal so eine Theorie...

Zitat von
Es geht um Menschlichkeit: Warum erscheint die aufwendige Rettungsaktion in Norwegen so selbstverständlich, die Seenothilfe für Zuwanderer aber nicht?
Vielleicht weil die Kreuzfahrttouristen sich nicht absichtlich in Lebensgefahr begeben und auch nicht die Hilfsbereitschaft anderer ausnutzen wollten, um illegal in ein fremdes Land zu gelangen?

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supfred 25.03.2019, 18:34
11.

Recht auf Asyl in den jeweiligen Botschaften. Alle die ohne bewilligten Antrag nach Deutschland kommen müssen ohne Prüfung und Verfahren abgeschoben werden. Dann werden alle Menschen gleich gerettet. Und das asylsystem ist endlich frei von schleusern und menschenhändlern!

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niska 25.03.2019, 18:36
12.

Danke. Das musste mal gesagt werden. Vor allem auch, um den tödlichen, wenn auch vermeidbaren Status Quo im Mittelmeer zurück ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Viele können das Leid von Fremden einfach zu leicht ausblenden und müssen erinnert werden. Die allgemeinen Menschenrechte und die Europäischen Verfassungen unterscheiden nicht zwischen Menschen mit Rettunganspruch und Menschen ohne. Das tun eigentlich nur inhumane Systeme und völkische Faschisten.

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AufJedenFall 25.03.2019, 18:38
13.

Beim Vergleich wurde leider der zentrale Punkt vergessen: Bei der Viking Sky ist tatsächlich ein ungeplanter Notfall eingetreten. Bei den kleinen Booten der Migranten ist das "gerettet werden" fester Bestandteil der Reiseplanung.
Man fährt ein paar Seemeilen vor die Küste und lässt sich die restlichen 90% der Reise "retten".
Und weil das offensichtlich dann nicht nur ein reines Retten ist, werden die "Retter" entsprechend daran gehindert. Sodass die Reise gar nicht auf sich genommen wird und entsprechen werden auch so die Menschenleben gerettet.

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s.l.bln 25.03.2019, 18:38
14. Schade...

...daß ich darauf nicht selbst gekommen bin.
Wären von den wertvollen Westmenschen einige über Board gegangen, hätten die zahlreichen Nachrichtensendungen, Liveschaltungen und Sonderberichterstattungen uns endlose Stunden tiefer Bestürzung beschert.
Ein paar hundert Schwarze pro Monat halten wir dagegen für akzeptabel.

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upalatus 25.03.2019, 18:40
15.

'Es stünde hochentwickelten Zivilisationen aber durchaus gut zu Gesicht, den vermeidbaren Tod von Mitmenschen zu verhindern.'

Von allen Mitmenschen, samt und sonders, und aufgrund der globalen Nähe/Enge gälte der Anspruch ebenso weltweit?

Ich denke, dass Angehörige eines Staates diesen Anspruch an verständlich erster Stelle an sich ausgeführt haben wollen. Wieviele Tode, sei es gewaltsam, durch Arbeit, durch vielerlei Belastungen hervorgerufen, Suizide, Sucht oder schlicht einem noch unperfekten Verkehrssystem geschuldet usw. gibt es zb in Westeuropa? Oder soll man sich die vermeidbaren Todeszahlen global teilen, alle vorhandene komplette Kapazität und Mittel über den Globus ausschütten?

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dweik01 25.03.2019, 18:40
16. Klasse Beitrag

In der Tat ist dies diskussionswürdig. Vor allem unter humanistischen Gesichtspunkten. An einer Rettungsplicht besteht meines Erachtens kein Zweifel. Aber danach hört es aus meiner Sicht auch schon auf. Die Migranten im Mittelmeer begeben sich bewußt und gezielt in Gefahr, um gerettet zu werden und Asyl zu beantragen und unser (Rechts)System zu umgehen, weil sie wissen was sie hier erwartet. Die Migranten werden leider nicht Libyen zurückgebracht. Die Touristen auf dem Schiff bleiben nicht in Norwegen.
Ich denke, wenn man die Migranten zurück an die Lybische Küste bringen würde und sie auffordert Ihren Asylantrag in einer Europäischen Botschaft in Tripolis zu stellen, würde niemand auf die Idee kommen, eine Rettung zu behindern. Deswegen halte ich die inhumanen Auswüchse oder Anklagen auf dem Meer auch für "von Links" selbstgemacht, provoziert! Würden die Grünen, Linke und andere den rechtstaatlichen Weg einhalten, illegalen Grenzübertritt verhindern, Rücküberstellungen nicht blockieren, würde es von Rechten Pöblern auch keine Widerstand geben (müssen)! Das ist dann wieder ein Henne Ei Problem, an dem SPON nicht ganz unbeteiligt war! Und so sind die Fälle dann eben doch nicht vergleichbar, auch wenn jedes Menschenleben, wirklich jedes unendlich kostbar ist.

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RalfMeurer 25.03.2019, 18:41
17. Unterschied?

Die Touris gehen auf ein Schiff in dem Vertrauen das es Seetüchtig ist, Migranten stellen sich bewußt einem mehr als hohen Risko aus, Schlepper und Migranten konnten sich ja die ganzen Jahre sicher sein das sie aus der bewußt gewählten Seenot gerettet werden und die Schlepper sich eine goldene Nase verdienen.
Derjenige der sich bewußt in einer seeuntüchtigen Nußschale aufs offene Meer begibt riskiert auch das Leben der Retter, das Mittelmeer ist halt mal kein Ententeich.
Ich denke das macht schon einen Unterschied.

Der Ansatz zu Retten sollte nicht auf See erfolgen sondern in den Herkunftsländern aber das ist wieder ein anderes Thema.

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furzgurk 25.03.2019, 18:42
18. Hoch, immer noch da..

.. man kann es in den Augen der Mitforisten nicht gleichsetzen, da hier EU Bürger im Not sind und auf der anderen Seite Menschen zweiter Klasse. Die meisten sehen in den Fremden bloß Eindringlinge ins unser Paradies, die schlimmstenfalls noch kriminell werden. Das hier auch Familien angeschippert kommen, die ihre Kinder vor einem Krieg retten wollen, sieht hier niemand. Nur den kriminellen Migranten...

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niska 25.03.2019, 18:42
19.

Zitat von tokruse
Was hat nun die Notlage von Kreuzfahrt-Touristen im Europäischen Nordmeer mit der Notlage von Migranten im Mittelmeer zu tun? Migranten bringen sich vorsätzlich in Seenot und spekulieren darauf, gerettet zu werden. Kreuzfahrt-Touristen sind ungewollt und unabsichtlich in Seenot geraten.
Was für ein bedenkliches Argument. Das würde ja heissen, dass man Radfahrer, die ohne Helm auf den Kopf fallen, bedenkenlos mit niedriger oder gar keiner Priorität retten kann? Sind ja selbst Schuld an der schweren Kopfverletzung. Merken Sie was Sie da, vermutlich ungewollt, implizieren?

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