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#MeToo-Debatte: Catherine Deneuve entschuldigt sich bei Belästigungs-Opfern
AFP

Männliche Aggression sei "unentbehrlich für die sexuelle Freiheit", meinte Catherine Deneuve in einem offenen Brief - und hat dafür Kritik kassiert. Nun wendet sie sich in einem neuen Brief an Opfer sexueller Belästigung.

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thrlll 15.01.2018, 02:25
1. "... einen Kuss erhascht zu haben"

"einen Kuss erhascht" haben wohl eher die Belästigten, nicht die Belästigenden. Klingt doch alles wieder sehr nach "war nicht so gemeint/ich bin falsch verstanden worden"... enttäuschend.

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fuxx_1980 15.01.2018, 03:54
2. Was hat sich geändert?

Es war doch schon im ersten Text von Frau Deneuve alles gesagt.

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alex77lubu 15.01.2018, 05:42
3. schade

Dass Frau Deneuve so niedergekeift wurde. Nur weil sie für eine differenziertere Diskussion eingetreten ist. Ich als Mann fühle mich hier durch die Feministinnen als potenziellen Vergewaltiger in Sippenhaft genommen. Diese Art zerstört den sozialen Frieden zwischen den Geschlechtern und ist in meinen Augen genauso traurig, wie die sexuelle Gewalt durch einige Männer.

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spon-41d-frm9 15.01.2018, 07:40
4. Frauen unter sich

Ich selbst bin eine Frau und immer mehr der Ansicht, dass die wir Frauen selber zu der Missäre eine Menge beigetragen haben. Gestern im Schwimmbad hat mich ein alter Knacker, mit voller Kraft auf meinen Oberarm geschlagen, weil ich ihn zurechtgewiesen habe.
Was war das Ende vom Lied? Die Bademeisterin hat den Typen in Schutz genommen. Sie sprach in hochförmlichen Ton "die Herrschaften ..." von dem und seiner Begleiterin. Und so ist es doch überall, und vorallem in Hollywood. Ich möchte nicht wissen wieviele der Schwarzträgerinnen beim Golden Globe einen Herrn Weinstein oder wen auch immer in Schutz genommen haben. Es bringt nichts, wenn Frauen großschnäutzig gegen Männer vorgehen wenn sie nicht auch ihr Verhalten untereinander unter die Lupe nehmen

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chronoc 15.01.2018, 07:42
5. Was zu erwarten war!

Leider ist die überaus laute und unerbittliche Keiflobby, die Meinungs- und Gedankenpolizei wieder einmal erfolgreich gewesen. Eine Frau, die stark und gefestigt ist und die viele Jahrzehnte in der Öffentlichkeit steht, hat es leider nicht geschafft, der irren Automatismusfront zu widerstehen. Ich bin mal gespannt, wann die bisher schweigende Mehrheit aufsteht und zu diesem Unsinn laut äußert.

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christerix 15.01.2018, 08:16
6. Sie hat Recht - wie Liam Neeson

Man wirft bei der ganzen Diskussion viele Dinge in einen Topf, die nicht zusammengehören. Zum einen kann man Dinge von vor über 20 Jahren nicht mit den Moralvorstellungen von heute vergleichen. Beispiel? Gerne: Früher war es "normal", Kinder zu schlagen, es war gesellschaftlich völlig in Ordnung - und so erleben wir es auch noch ijn anderen Kulturen. Will man heute die Eltern von damals wegen Körperverletzung anklagen?
Wenn Dustin Hoffmann am Set Spaß gemacht hat, wie er sagt, dann ist es erstmal zu glauben. Wenn Frauen über die Jahrzehnte schweigen (ihre Verantwortung), dann haben sie nicht automatisch das Recht, plötzlich Shitstorm zu machen. (Bei der Eheschließung wird gefragt, ob jemand etwas gegen diese Beziehung zu sagen hat, dann solle er jetzt reden oder für immer schweigen.)
In diesem Zusammenhang kommt eine mächtige Gruppe auf den Plan: die mächtigen Feministinnen (Club Alice Schwarzer), gut vernetzt, einflussreich, die auch Personen wie Eva Herman absägen, nur weil sie ein ihnen nicht wohlgenehmes Mutterbild vertritt. (Man sollte sich Hermans Buch dazu ansehen, wie das gelaufen ist.) und agieren, mobilisieren ...

Zum Anderen läuft es doch so: Es werden Namen veröffentlicht (an den Pranger gestellt), ohne dass die Menschen sich (ohne Öffentlichkeit) rechtfertigen können, wie eben Dustin Hoffmann. Und das hat (und das sagte Neeson) zuweilen auch die Kündigung (oder keine weiteren Rollen) zurfolge. Denn es ist doch egal, was sie dann sagen, denn in der Öffentlichkeit sind sie bereits beschmutzt. Und so kommt es zu der Äußerung, wie sie Hoffmann gesagt hat. Was soll er auch anderes sagen? Und einigen ist es nicht genug: Den vielen selbsternannten Richtern nämlich. Und die machen weiter.
Das, ja, DAS nennt man Hexenjagd im übertragenden Sinn.

Neeson und Deneuve warnen zu Recht vor der Hexenjagd - und auch wenn es dem Spiegel (im Neeson-Artikel, ist der/die Autor/in "bor" eine Frau?) nicht passt (weil der Begriff "Hexenjagd" unpassend sei - merkwürdig, sonst verwenden wir ihn auch in anderen Zusammenhängen), es ist eine Jagd auf alle, die in irgendeinerweise sich Frauen falsch genähert haben könnten.

Für viele daran beteiligte Medien geht es aber nicht um Neutralität und Objektivität, sie (wie auch der Spiegel bei Neeson) machen sogar mit. Man lese aufmerksam den Neeson-Artikel und die Färbung, wenn eine Irin (wer ist diese Frau überhaupt?) zitiert wird und Nesson für sein "Hexenjagd-Gerede" kritisiert wird. Das machen Journalisten übrigens gerne, wenn sie den Leser in ihre Meinung schieben wollen.

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carranza 15.01.2018, 08:36
7. Es gibt Leute, für die existiert nur schwarz oder weiß.

Leute, die alles das was sich dazwischen befinden könnte, nicht differenzieren können und direkt als feindlichen Übergriff deklarieren. Personen, die hinter jedem Versuch, auf sie zuzugehen, gleich die Vorbereitung sexueller Gewalt wittern.
Da mag man manchmal maximal insofern involviert sein, nachvollziehen zu wollen, wie es dazu kommen konnte.
Im direkten Bezug auf die Entstehungsgeschichte der MeToo-Bewegung macht es gewiss, insbesondere im Hinblick darauf, sie zurückzuweisen einen Unterschied aus, ob der (potentielle) Boss, oder etwa eine Zufallsbekanntschaft aus der Disco eindeutige verbale Avancen macht.

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Larnaveux 15.01.2018, 09:35
8.

Zitat von christerix
Für viele daran beteiligte Medien geht es aber nicht um Neutralität und Objektivität, sie (wie auch der Spiegel bei Neeson) machen sogar mit. Man lese aufmerksam den Neeson-Artikel und die Färbung, wenn eine Irin (wer ist diese Frau überhaupt?) zitiert wird und Nesson für sein "Hexenjagd-Gerede" kritisiert wird. Das machen Journalisten übrigens gerne, wenn sie den Leser in ihre Meinung schieben wollen.
Das ist exakt auch mein Eindruck gewesen. Ich habe selten einen dermaßen gefärbten redaktionellen Beitrag gesehen wie bei dem zu Neesons Interview. Ich habe zum dem "Hexenjagd"-Artikel einen Leserbrief geschrieben, in dem ich darauf hinweise, dass ich seriösen Journalismus außerhalb von als Kommentar gekennzeichneten Beiträgen beim Spiegel nicht dergestalt erwarte, dass mir BENTO-like erläutert wird, wie ich Neesons Rede zu verstehen habe. Ich bin ein denkendes Wesen und bilde mir meine Meinung gerne selbst und nicht durch Indoktrination durch einen SPIEGEL-Redakteur.

Ich habe SPON auch darauf hingewiesen, dass der Redakteur bezüglich der Hexenverfolgungen besserwisserisch falsche Opferzahlen nennt (wobei es für die Opfer natürlich vollkommen unerheblich ist, wie viele es waren. Die Ereignisse sind schrecklich genug) und das ganze Phänomen auch noch fälschlich dem Mittelalter anstatt richtigerweise der frühen Neuzeit zuzurechnen. Wer also eine große Klappe hat und über eine MEINUNG eines Menschen derartig herfällt, der sollte wenigstens vorher auch korrekt recherchiert haben.

Zu Frau Deneuve: Wenn Sie der Meinung ist, sie müsse sich entschuldigen, dann ist das selbstverständlich ihre Sache. Ich bin aber sehr froh, dass sie (nicht wie Frau Dunham, als sie nach der Verteidigung eines Kollegen auf Basis einer Beschuldigung durch eine Frau genau diesem Kollegen wider besseren Wissens nach einem feministischen Shitstorm noch zusätzlich ins Kreuz gesprungen ist) weiterhin zu dem steht, was sie unterschrieben hat. Insofern ist die Entschuldigung eine Klarstellung. Und das ist ja auch gut, damit es keine Missverständnisse gibt.

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juttakristina 15.01.2018, 10:57
9. Ich verstehe ja, was sie gemeint hat...

Natürlich hat Catherine Deneuve recht, dass die Debatte nicht zur Hexenjagd auf alle Männer führen darf, es geht ja auch nicht um "den Mann" sondern um eine Gruppierung, die zum größten Teil eben aus Männern besteht, die irgendwie irgendwo im Bereich Sexualität bei den Neandertalern hängengeblieben ist, wobei ich wahrscheinlich gerade den Neandertalern mit der Formulierung Unrecht tue. Sie drückt sich aber meines Erachtens unglücklich aus, vielleicht liegt es auch an der Übersetzung... "Einen Kuss erhaschen", das hat für mich etwas Beidseitiges, weil erhaschen ja schon beinhaltet, etwas zu bekommen, zu erhalten. "Einen Kuss zu rauben" würde da schon besser passen, denn es geht ja um die Fälle, die nun mal gar nicht auf Gegenseitigkeit beruhen. Auch mit dem Knie ist das so eine Sache... Ich finde, es kommt auf die Situation an und wer das tut. Es gibt Freunde, Bekannte usw., da macht es gar nichts, wenn sie im Gespräch auch mal die Hand aufs Knie legen, wenn es sich so ergibt. Allerdings hat die Hand von einem Fremden, sofern man nicht beim Flirten schon was weiter gekommen ist, oder die vom Chef NIE etwas auf meinem Knie zu suchen. Flirten beinhaltet natürlich gegenseitiges Interesse - wenn er sie zuquatscht und sie nicht reagiert bzw. nicht darauf eingeht, dann ist das kein Flirt! Es gibt nun einmal auch die Männer, die ein "Nein", ein sich Abwenden, das Ablehnen eines Getränks usw. einfach nicht verstehen wollen. Und die sind leider nicht ganz so selten.

Selbstverständlich muss Flirten immer noch möglich sein, erotische Funken sollen sprühen können, doch es gilt Respekt und Achtung vor dem Anderen zu haben. Dann klappt es auch, Belästigung zu vermeiden, auch unter der Prämisse, dass jeder Mensch da seine individuellen Grenzen hat. Wenn das Gegenüber nicht darauf eingeht, dann hat man seine Versuche gefälligst zu unterlassen.

Beim Thema Weinstein fällt mir dann auch immer ein, wie ich den Arbeitsvertrag meines damaligen Freundes bei seinem Arbeitgeber vorbeibrachte, der zufällig im gleichen Haus wie eine Bekannte wohnte. Ja, seine Frau öffnete die Tür, auch im Bademantel, aber geschlossen, weil man gerade vom "Reinemachen" kam. Er kam dann auch zur Tür, den Bademantel bis unter den Bauchnabel geöffnet... Dem machte es auch nichts aus, vor den Augen seiner Frau andere Frauen anzugraben, auch wenn die mit einem seiner Angestellten zusammen waren. Mindestens zwei Geliebte hatte er schon und seine Frau verschloss die Augen davor. Sorry, so etwas wie die "Bademantelnummer" geht gar nicht, egal, ob man die Frau zum Hotelzimmer bestellt, um was "Geschäftliches" zu besprechen oder wenn jemand unerwartet an der Tür steht - der Typ musste ja mitbekommen haben, dass seine Frau sich mit einer anderen unterhält. Er stellte seine teils recht massiven Anmachversuche die ganze Zeit über, in der mein Freund für ihn arbeitete, nicht ein.

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