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#MeToo-Debatte: Catherine Deneuve entschuldigt sich bei Belästigungs-Opfern
AFP

Männliche Aggression sei "unentbehrlich für die sexuelle Freiheit", meinte Catherine Deneuve in einem offenen Brief - und hat dafür Kritik kassiert. Nun wendet sie sich in einem neuen Brief an Opfer sexueller Belästigung.

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juttakristina 15.01.2018, 11:49
10.

Zitat von spon-41d-frm9
Ich selbst bin eine Frau und immer mehr der Ansicht, dass die wir Frauen selber zu der Missäre eine Menge beigetragen haben. Gestern im Schwimmbad hat mich ein alter Knacker, mit voller Kraft auf meinen Oberarm geschlagen, weil ich ihn zurechtgewiesen habe. Was war das Ende vom Lied? Die Bademeisterin hat den Typen in Schutz genommen. Sie sprach in hochförmlichen Ton "die Herrschaften ..." von dem und seiner Begleiterin. Und so ist es doch überall, und vorallem in Hollywood. Ich möchte nicht wissen wieviele der Schwarzträgerinnen beim Golden Globe einen Herrn Weinstein oder wen auch immer in Schutz genommen haben. Es bringt nichts, wenn Frauen großschnäutzig gegen Männer vorgehen wenn sie nicht auch ihr Verhalten untereinander unter die Lupe nehmen
spon-41d-fm9,

sicher, Frauen sollten sich solidarischer untereinander zeigen. Das stimmt allgemein gesehen. Allerdings weiß ich nicht, ob dieses Beispiel als solches taugt. Man weiß nicht, ob sich für sie die Situation anders dargestellt hatte, ob es sich evtl. um "gut bekannte Stammgäste" handelt, denen sie ein solches Fehlverhalten nicht zutraute oder was auch immer. Sicher hätte sie sich erst einmal informieren müssen, was wirklich vor sich geht, bevor sie Partei ergreift, aber ich weiß nicht, ob das an mangelnder weiblicher Solidarität in dem Fall liegt - und immer ist die ja auch nicht angebracht, auch Frauen können ja durchaus mal im Unrecht sein.

Allerdings habe ich auch schon weibliche Solidarität erlebt. Es gibt sie also schon, jedenfalls vereinzelt.

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juttakristina 15.01.2018, 11:56
11.

christerix,

Entschuldigung, eine Eva Herman hat sich selbst abgesägt. Ihre Äußerungen sind nun einmal wirklich teils unsäglich, zumal sie dem von ihr propagierten Frauenbild auch nicht entsprochen hatte. Ich werde mir bestimmt nicht das Machwerk dieser Frau in irgendeiner Form antun! Danke, aber auf den "guten" Rat kann ich gerne verzichten! Herman hat das Frauenbild des Dritten Reichs heraufbeschworen! Und DAS, was sie da so alles schrieb, ließ sich wirklich nicht mit der Position einer Nachrichtensprecherin vereinbaren! Man muss es schon den Leuten überlassen, wenn sie nicht scharf darauf sind, eine Frau oder auch einen Mann auf dem Bildschirm zu sehen, der Ansichten über die Geschlechterrolle vertritt, gegen die das 19. Jahrhundert fast schon modern anmutet.

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christerix 15.01.2018, 12:13
12. Psychologie-Kenntnisse erwünscht

Klar: Wenn eine Frau "Nein" sagt, dann ist es ein Nein. Und das ist klar, auch wenn manche Männer noch immer glauben (angeregt durch C-Filme und Pornos), dass eine Frau erobert werden will und "Nein" auch "Ja" heißen kann.
Vor Jahrzehnten gab es mal ein interessantes Experiment: Eine Schauspielerin spielte an der Theke eine Frau in netter Abend-Party-Kleidung, die einfach nur ihr Bier trinken wollte. Das wurde aus der Sicht eines direkt in der Nähe stehenden Tisches gefilmt. Die Frau hat mit ihrem Körper signalisiert, dass sie einfach in Ruhe gelassen werden wollte.
Den Film hat man Frauen gezeigt, die das auch genauso sahen.
Dann zeigte man den Film Männern. Meiner Erinnerung nach waren nach 30 Sekunden über die Hälfte der Männer der Ansicht, dass diese Frau etwas von ihnen wollte - irgendwann waren es fast alle.
Männerphantasie und Erwartungsrollen sowie Hormone führen Männer in die (von Frauen auch erwartete) Rolle, dass sie eine Frau begehrenswert finden.
Und jetzt kommt die Annäherung, wie ich sie oben geschildert habe, im einfachsten Fall Flirten mit den Augen, eine Ansprache, gemeinsames Trinken und Kontaktaufnahme - körperlich oder verbal. Das ist alles noch keine frauendiskriminierende Tat. Sorry, aber wenn eine Frau damit Probleme hat, dann hat sie noch ganz andere Probleme.
In meinen Augen ist auch noch alles in Ordnung, wenn die Frau freundlich "Nein" sagt und der Mann noch einen weiteren Versuch startet - wie gesagt, das haben wir in vielen Filmen schon gesehen... Beim nächsten deutlichen "Nein" sollte der Mann es allerdings begriffen haben, danach kann man wirklich von Belästigung sprechen. Problem: Wenn Männer aus anderen Kulturen kommen (ist ja gewollt) und in unseren Augen frauenverachtend handeln (aber davor warnen ja nur die Bösen).
Dumm natürlich, wenn eine (schöne) Frau das täglich von verschiedenen Männern erleben muss, so wie eine Freundin von mir, die nirgendwo Fahrrad fahren konnte, ohne nicht Pfiffe zu bekommen (zuerst nett, dann nervig).
Und Dustin Hoffmann? Wer schon einmal Theater gespielt hat, wird mitbekommen haben, dass bei den Proben eine große Vertrautheit herrscht, wo auch mehr Körperlichkeit im Spiel ist. Nicht umsonst sagen nahezu ALLE, dass sie am Set wie eine Familie waren - gerade auch Frauen. Klar, wenn ein Mann der Frau in die Geschlechtsteile greift, ist es offensive Anmache und da muss ein "Nein" reichen. Und jetzt kommt noch eine Dimension ins Spiel: Gibt es auch "böse" Frauen, Trittbrettfahrerinnen, die sich jetzt zu Wort melden, auf ein breites Publikum stoßen, jede Glaubwürdigkeit bekommen, und Beschuldigungen loslassen?
Hmmm ... klagt man da nicht eher im Stillen, mit Anwalt? Und zwar schon eher, nicht erst nach 30 Jahren? Ich glaube den Frauen aus diesen Gründen nicht. Ich behaupte umgekehrt, die Frauen wollen nur Geld erpressen - beweise einer das Gegenteil.

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juttakristina 15.01.2018, 13:05
13.

christerix,

ich will nun wirklich nicht ausschließen, dass unter den Frauen auch Trittbrettfahrerinnen sind, aber das daran festzumachen, dass die Frauen lange geschwiegen haben, sorry, das geht gar nicht! Das gleiche Phänomen zeigt sich ja schließlich auch bei männlichen Missbrauchsopfern (denken wir mal an Vertreter der Katholischen Kirche...), die auch zum Teil erst Jahrzehnte später in der Lage sind, darüber zu reden!

Das Opfer fragt sich sowieso, was es falsch gemacht haben mag, dass ihm das passiert ist, Frauen noch viel mehr, da noch immer die Erziehung zum lieb und brav und angepasst sein bei den Mädchen stark vertreten ist. In dem Zusammenhang sagte Carolin Kebekus etwas sehr Richtiges in ihrer Show, wenn eine Frau selbstbestimmt und selbstsicher auftritt, sich etwas nicht gefallen lässt, dann ist sie hysterisch, eine Zicke usw. - beim Mann wird das gleiche Verhalten als Charakterstärke vermerkt. Diese Stereotype funktioniert noch immer. Dem Mann wird für das gleiche Verhalten applaudiert für welches die Frau verurteilt wird. Diese Doppelmoral existiert noch immer.

Opfer, gerade bei sexuellem Missbrauch, sind nun einmal häufig erst viele Jahre später in der Lage, über diesen Missbrauch zu reden, teilweise überhaupt zu realisieren, dass es Missbrauch war! Über einen Vorfall, bei dem mir jemand aus der Verwandschaft, drücken wir's mal nett aus, "zu nahe getreten ist", ist mir das trotz Aufklärung auch erst mit Verzögerung bewusst geworden. Diese Fälle haben es nun auch einmal an sich, dass es in der Regel keine Zeugen gibt und in vielen Fällen Aussage gegen Aussage steht und der Grundsatz "in dubio pro reo" gilt. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich sehr stark damit hadere, einen sexuell motivierten körperlichen Angriff nochmal der Polizei zu melden. Obwohl es nicht zur Vergewaltigung kam sondern ich Glück hatte und mit Brandwunden auf den Brüsten davonkam, fühlte ich mich von der Polizei im Stich gelassen, wenn man, nachdem man den Angriff mit Fokus auf meinen Brustbereich geschildert hat, gefragt wird, warum man denke, dass da ein sexuelles Motiv dahinterstecke... Was mag es wohl sein, wenn ihn mein Geld, mein Auto oder sonst was gar nicht interessiert und er rein mich angreift und danach trachtet, mich mit dem Elektroschocker an der Brust zu treffen? Nach vier Wochen hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt... Ich weiß nicht, ob mich meine Hilferufe vor der Haustür gerettet haben oder ob ihm das schon irgendwie Befriedigung verschaffte oder er beim nächsten Mal besser vorbereitet ist und die Frau vergewaltigt. Opfer suchen die Schuld erst einmal bei sich, auch wenn der Verstand einem das Gegenteil sagt. Es sind viele Komponenten, die dazu führen, dass die Opfer teils erst Jahre oder Jahrzehnte später darüber reden können.

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christerix 15.01.2018, 18:49
14. @juttakristina: Schwierig

Natürlich haben Sie da Recht. Besonders wenn es um eindeutige körperliche Gewalt geht. Und dabei muss es nicht so extrem sein.
Bestimmten Menschen konnte man das Handwerk nur legen, weil sie so vielen Menschen Schaden zugeführt haben und sie - unabhängig voneinander - es stimmig rüberbrachten. Da ist "die Masse" das Hauptbeweismittel.
Wie aber bei Leuten, die es einmalig (oder bei einer Person) machten? Ich denke an den berühmtesten Fall "Assange", wo Frauen behauptet haben, er habe ins Kondom ein Loch gemacht. Auch mit dem Kondom (wer hat daas Loch reingemacht) ist der Prozess - sorry - lächerlich. Es gibt keine unehelichen Kinder. Es gibt nur die Behauptung. Und dafür der Haftbefehl ...?
Und dann haben wir noch das, was unter "Belästigung" fällt, was also derzeit zur "Hexenjagd" auszuufern scheint. Und hierauf beziehe ich mich. Eine Belästigung nach über 30 Jahren anzuzeigen, kann doch keine Aussicht auf Erfolg haben, es sei denn, man hätte Aufnahmen. Die beste Freundin als Zeugin ... hmmm ... kann nicht Beweise ersetzen. Wie soll es da weitergehen? Dann holt sich der Beschuldigte zwei Kumpel, die den ganzen Abend auch dort waren und erzählen, was für Frauen das waren ...
Bei allem Respekt - und den habe ich wirklich - ist hier eine Grenze. Öffentliches "An-den-Pranger-Stellen" lehne ich jedenfalls ab. Dafür ist unser Rechtssystem zuständig. Wenn es gegen mich entscheidet, dann, ja, dann kann man solche Schritte überlegen. Aber nicht umgekehrt.

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christerix 15.01.2018, 18:57
15. @juttakristina: Eva Herman

Ich sehe es ausdrücklich anders als Sie.
Ich habe mir die Mühe gemacht, das Zitat im Zusammenhang zu lesen und zu hören. Ich habe auch mehrfach die Johannes B. Kerner-Gerichtsshow gesehen, wo er sie nach Strich und Faden fertiggemacht hat (sogar nach dem Rauswurf aufgrund von Schreinemakers schlecht geschauspielertem Ekels). Kerner hat Herman bewusst in das rechte Licht gestellt, obwohl sie längst klargemacht hatte, wie sie es gemeint hatte. Wenn jemand etwas sagt, was falsch verstanden wird, und das wurde der zugegeben chaotisch anmutende Satz auch, dann ist es damit gut. Es gibt dazu auch nette private Analysen auf Youtube zu Kerner, nicht unbedingt wissenschaftlich, aber dennoch schlüssig sind.
Sorry, aber da sind Sie dem Mainstream aufgesessen.
Wenn Sie Hermans Meinung über das Frauenbild blöd finden, ist es Ihr Recht. Herman aber Sympathie für das 3. Reich zu unterstellen, das ist Demagogie - oder Hexenjagd (wo wir wieder bei der Macht der Medien wären).

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lolz 16.01.2018, 12:46
16.

Ach, die Apologeten hier mal wieder. Wer keine Frau belästigt, hat kein Problem mit der me too-Debatte, sondern begrüßt sie. Und ja, wenn mal was schief gelaufen ist... so seit Anbeginn der Menschheit wohl so... dann ist ein Revisionsprozess erforderlich. Und genau während solchen Phasen wird genauer hingeschaut. Ich frage mich ernsthaft was hinter diesem hysterischen (mhmm...) Gekeife gegen die me too-Debatte steckt..

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christine.altzinger 28.01.2018, 17:03
17. Appell gegen die Opferrolle

Liebe Geschlechtsgenossinnen,
ich bin es wirklich leid, daß Frauen im Rahmen der #metoo Debatte und im Falle von Harvey Weinstein und Dieter Wedel immer nur als Opfer dargestellt werden und sich als Opfer darstellen.
Ihre könnt (mit)denken, Euch wir nachgesagt besonders einfühlsam zu sein und Antennen für (Gefahren) Situationen zu haben, wie kann es sein, daß Ihr Euch immer (wieder) von Männern in eine Opferrolle bringen laßt und dies dann auch noch (siehe #metoo) öffentlich zelebriert?
Schaltet Euer Hirn ein und wehrt Euch, wenn man Euch Dinge zumuten möchte, die ihr nicht wollt.
Hirn einschalten bedeutet:
Wenn ich als Frau von einem Mann auf ein Hotelzimmer eingeladen werde, und wir in diesem Hotelzimmer alleine sind, dann muß ich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit damit rechnen, daß es dort zu sexuellen Handlungen kommen wird. Du hast immer die Wahl: abzulehnen oder umzukehren, insbesondere wenn Du beim Öffnen der Hoteltür siehst, daß Ihr zu zweit sein werdet und niemand anderer im Raum ist; schon gar, wenn Dir der Mann im Badmantel die Türe öffnet.
Was hast Du erwartet, gemeinsam Fernzusehen? Natürlich kannst Du das Hotelzimmer betreten und annehmen, daß Du die sexuellen Handlungen unter Kontrolle halten kannst und nur das zuläßt, was auch Dir zusagt. Ich bin sicher, daß viele Frauen das können und diese werden nur Handlungen vornehmen und zulassen die einvernehmlich geschehen.
Sich wehren bedeutet:
Du mußt allerdings auch bereit sein, Dich, wenn nötig auch massiv, zur Wehr zu setzen, wenn Deine Grenze überschritten wird. In den meisten Fällen wird ein klares NEIN genügen. Du sagst NEIN, verabschiedest Dich und gehst. Wenn das nicht genügt, mußt Du deutlicher werden und Dich zur Not auch körperlich zur Wehr setzen und wenn es durch kratzen, schlagen, treten sein muß. Es wird wenige Männer geben, die das nicht endgültig abschrecken wird.
Ganz schlimm ist es natürlich wenn Du an Vergewaltiger oder sonstige gewaltbereite Psychopaten gelangst. Wenn sie Dir etwas antun: Zeige sie ohne Zögern an, damit ihnen für die Zukunft das Handwerk gelegt werden kann.
Legt die Opferrolle ab und behaltet die Kontrolle!

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