Forum: Panorama
Millionen-Forderung nach Unfall: Im Namen der Tochter

Sarah T. wurde bei einem Unfall aus dem Auto geschleudert. Seither sitzt sie im Rollstuhl, kann weder essen noch sprechen. Ihr Anwalt fordert von der Versicherung 7,2 Millionen Euro Schadensersatz - eine Rekordsumme. Doch das*Landgericht Hamburg ließ nun durchblicken: Dazu wird es nicht kommen.

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keksguru 08.11.2010, 20:56
1. pure Geldgier

was soll denn das? Sind 1,5 Millionen denn als Sofortzahlung nicht genug? Es gibt Menschen den reicht alleine diese Summe schon bis ans Lebensende. Dazu die Rente und die Übernahme sämtlicher Pflegekosten sollten doch wohl ausreichen.

Meiner Meinung nach pokert die Mutter einfach zu hoch, und es geht ja nun auch schon in die 2. Instanz. Wo bitte schön ist denn der Kampf und für wen? Die soll mal schön für ihre Tochter ein Haus kaufen, Geld hat die Versicherung doch wohl genug geboen. Und in den Vorinstanzen hieß es, eine Auszahlung einer rentengleichen Versorgung wäre nicht vorgesehen, und Versicherungskonzerne können verdammt stur sein.

Würde die Mutter im Sinne ihrer Tochter handeln, hätte sie in der Vorinstanz die Million akzeptiert und das ganze vor 2 Jahren beendet. Dann wäre auch mal Luft und Platz, denn irgendwo tauchte auch mal das Argument auf, die 2-Zimmerwohnung wäre nicht behindertengertcht.

Man müßte fast böswillig sagen, doch.

Leute, geht auf den Vergleich ein, schließlich gehts ja um die Versorgung der Tochter und so wie es aussieht, kriegt die davon ohnehin nicht viel mit, was um sie herum tobt. Außerdem müßte das Geld dann ohnehin treuhänderisch angelegt werden, aber dann könnte es auch aufgezehrt werden.


Es widert mich an, wie einige Leute den Hals nicht vollkriegen können.

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Wigers7 08.11.2010, 20:59
2. Wo liegt das Problem?

Wo liegt das Problem der klagenden Partei, das Angebot der Generali Versicherung anzunehmen? Selbst wenn es Differenzen bei der Entwicklung der monatlichen Zahlungen gibt, sind diese doch schnell ausdiskutiert. Ein einseitiges Beharren auf dieser Einmalzahlung enttarnt aber die unlauteren Absichten auf dem Rücken der Patientin, die sich nicht wehren kann!

Geht es dem Anwalt nur um einen Präzedenzfall, um sein Ansehen zu mehren? Oder gar um eine höhere Entlohnung, die er bei erfolgreichem "Abschluss" einstreichen kann? Wer garantiert, dass die 7,2 Millionen Euro auch in den nächsten 50 Jahren nur der Patientin zugute kommen und nicht ihren Angehörigen und auch nur für die Zwecke der Pflege und Behandlung verwendet werden? Und wer kontrolliert das?

Was passiert, wenn in einigen Jahren dann plötzlich alles Geld aufgebraucht ist, weil höchs unwirtschaftlich mit dem Geld umgegangen wurde oder gar in dunklen Kanälen versickert ist? Wer versorgt dann die Patientin? Muss dann erneut die Generali zahlen, auch wenn sie eigentlich der Patientin schon ihr "Lebensgeld" gezahlt hat? Stirbt sie einsam ohne Pflege? In dem Fall muss die Generali oder der Staat ja wieder einspringen, die Übeltäter reiben sich die Hände. Was passiert, wenn die Patientin in 1-2 Jahren stirbt? Zahlt man dann das überschüssige Geld an die Generali zurück?

Es geht darum, der Patientin ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Das ist volkswirtschaftlich am besten durch eine Einmalzahlung (zur Anschaffung und Ausstattung einer behindertengerechten Wohnung) und monatliche Zahlungen (zur Bezahlung der anfallenden Kosten) möglich.

Ich hoffe die Generali "gewinnt". Die Patientin tut mir leid, sie ist Opfer in einem Spielball der Mächtigen.

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AxelSchudak 08.11.2010, 21:13
3. Titel?

Die Umwandlung lebenslanger Pflegekosten in eine einmalige Zahlung erscheint mir nicht im Sinne der Pflegebedürftigen zu sein.

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Marcel 08.11.2010, 21:34
4. und ich muß das bezahlen

Letzten Endes zahlt immer die Gemeinschaft der Versicherten - und nicht ein einzelner.
Wenn die Klägerin (bzw. die Geschädigte) angeschnallt gewesen sein will, dann soll sie gefälligst den Hersteller verklagen des Fahrzeugs verklagen, in dem sie verunfallt ist. Wenn hier Gutachter zum Schluß kommen, daß dieser eine Mitschuld trägt, dann soll dieser zahlen... .

Ach ja, 1,5 Millionen netto, dafür muß auch ich über 30 Jahre arbeiten und nicht der Allgemeinheit zur Last fallen. Sorry für diesen direkten Beitrag, aber ich kriege mich gerade so eben ein... .

VG

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tritop 08.11.2010, 21:38
5. Gurt

Als Ing. würde ich sagen:
Wer ordnungsgemäß auf der Rückbank angeschnallt ist, wird nur aus dem PKW geschleudert wenn:
A: Der Gurt reißt
B: Die Gurtaufnahme bricht
Wenn dies doch passieren würde, (z.B. durch einen extremen Aufprall) müßten schwere, wenn nicht sogar tödliche Verletzungen durch den Gurt aufgetreten sein.
Zudem war der Säugling in keiner Babyschale angeschnallt;
wenn ich nicht einmal mein Kind sichere, denk ich an meine eigene Sicherheit, mit großer Wahrscheinlichkeit, auch nicht.
Ich würde dieser Frau keine Gelder bewilligen.

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janne2109 08.11.2010, 21:49
6. wundert mich

es wundert mich, dass die Versicherung trotz nicht genauem Wissen ob angeschnallt oder nicht überhaupt so ein Angebot macht.

Warum das Angebot nicht angenommen wird ist mir ebenfalls schleierhaft. Hier könnte sich das Blatt auch noch mal drehen, denke ich, dann gibt es nichts.Und viele viele Menschen haben in ähnlichen Fällen nichts bekommen.

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mmueller60 08.11.2010, 22:02
7. x

Die Wandlung einer lebenslangen Rente in eine Einmalzahlung ist immer gefährlich. Zu groß ist die Versuchung, mit dem Gedanken "es ist ja genug da" ein großes Haus (durchaus für die Pflege der Tochter!) und weitere Güter anzuschaffen. Alles gut gemeint, aber Privatpersonen haben weder den wirtschaftlichen Überblick noch ausreichende pflegerische Erfahrung.

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ChildInTime 08.11.2010, 22:07
8. Keine Lust auf Titel...

Warum wundert es mich nicht mehr, dass auf einen solchen Artikel nur Neidpostings folgen?

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Josef Ritter 08.11.2010, 22:34
9. 1,5 Millionen sind lächerlich

Zitat von Marcel
Letzten Endes zahlt immer die Gemeinschaft der Versicherten - und nicht ein einzelner. Wenn die Klägerin (bzw. die Geschädigte) angeschnallt gewesen sein will, dann soll sie gefälligst den Hersteller verklagen des Fahrzeugs verklagen, in dem sie verunfallt ist. Wenn hier Gutachter zum Schluß kommen, daß dieser eine Mitschuld trägt, dann soll dieser zahlen... . Ach ja, 1,5 Millionen netto, dafür muß auch ich über 30 Jahre arbeiten und nicht der Allgemeinheit zur Last fallen. Sorry für diesen direkten Beitrag, aber ich kriege mich gerade so eben ein... . VG
Wenn ich daran denke, was sich Versicherungs-, Bank- oder steuerhinterziehende Postvorstände mal eben so als Boni, Versorgungsleistungen, usw. genehmigen oder diejenigen beim öffentl. rechtlichen Fernsehen arbeiten (Frau Piel vom WDR muss gerade mal 4 Jahre schaffen gehen um 1,5 Mio GEZ Gebühren abzuschöpfen) und andererseits sehe wie mit Unfallopfern oder anderen Opfern (z.B Contergan) umgegangen wird, packt mich nur die kalte Wut.

Sie Großmaul müssten doch eigentlich eine Ahnung haben, was es heißt behindert zu sein. Ich denke jedenfalls, dass die Frau liebend gerne an Ihre Stelle treten und arbeiten würde.

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