Forum: Panorama
"Minibar" mit Kleinwüchsigen: Witzig oder geschmacklos?
Amol Raval/ Parookaville

Kleinwüchsige betreiben bei einem Festival am Niederrhein eine "Minibar", an der "Kurze" verkauft werden. Sie halten das für eine kluge Art, mit Diskriminierung umzugehen. Inklusionsaktivisten sind empört.

Seite 3 von 4
noalk 21.07.2018, 12:52
20. Es wird immer schlimmer

Jeder Mensch hat in unserer Gesellschaft das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Wenn der BKMF befürchtet, an der Minibar würden sich Besucher ob der Kleinwüchsigen beömmeln, dann möge er sich bitte an die Beömmelnden wenden. Ich finde, mit seiner Ansicht erweist der BKMF den Kleinwüchsigen einen Bärendienst. Gafferverhalten darf nicht zum Gradmesser dafür werden, wie sich Betroffene, egal welcher Art der Einschränkung auch immer, verhalten sollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Roter_Radler 21.07.2018, 13:55
21. So richtig überzeugend

"Noch deutlicher wird Inklusionsaktivist Arriens, der auf andere gesellschaftliche Minderheiten verweist. "Wie wäre es, wenn da Schwarze in Dschungelkostümen Schokoküsse verkaufen?", sagt er, "da könnte man ja auch mit Humor argumentieren." "

kommt mir dieser Vergleich nicht vor. Ein Dschungelkostüm transportiert unzweifelhaft bestimmte üble und abwertende Klischees (der Schwarze als "unzivilisierter Wilder", der "im Urwald haust"). Im Vergleich dazu ist eine Minibar, an der Schnäpse verkauft werden, meines Erachtens überhaupt nicht negativ konnotiert.

Was übrig bleibt, ist in meinen Augen nicht mehr und nicht weniger als eine Spielerei mit Begriffen (kurz/klein), den Diskriminierungsvorwurf und den Vergleich mit Rassismus/Sexismus kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
evamariar 21.07.2018, 14:12
22. Da disqualifizieren sich.....

....die überaktiven Aktivisten doch nur selber.
Schöner als an diesem Beispiel läßt sich kaum zeigen,
welche seltsamen Blüten die Integrationsdebatte treibt,
wenn sie von den Falschen geführt wird.
Absolute Humorlosigkeit und tief verinnerlichtes Opferbewußtsein sind jedenfalls sichtlich nicht hilfreich.
Ich wünsche den "Minibar"Betreibern jedenfalls viel Erfolg und ein gutes Geschäft!
Coole Jungs sind das!
;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tormos 21.07.2018, 14:31
23. Find ich gut

Mit Humor ließen sich schon immer Barrieren einreißen, und auch das eigene Leben (ob behindert oder nicht) wird durch Humor oft einfacher. Ein paar Empörte gibt es immer, es stellt sich eher die Frage ob man soviel (zuviel) darauf geben sollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SchafNase 21.07.2018, 15:29
24. Und wie wäre es ...

... wenn dort großwüchsige Menschen (über 2m) eine "lange Theke" aufmachen würden an der nur "Longdrinks" ausgeschenkt werden?
"Wie wäre es, wenn da Schwarze in Dschungelkostümen Schokoküsse verkaufen?" Warum denn nicht? Ich habe in der Pfalzschon Deutsche egsehen die Kartoffeln verkaufen...
In Stuttgart war ich mal in einem afrikanischen Restaurant, alle die dort arbeiteten hatten einen sehr sehr dunklen Teint. Auf der Getränkekarte stand unter anderem die Biersorte "Das Schwarze". Mir habe meinen Satz "Bringen Sie uns bitte zwei Schwarze!" nicht bis zu Ende bringen können, weil mir plötzlich diese Doppeldeutigkeit auffiel. Der Wirt hat herzlich gelacht und mit uns ein nettes Gespräch zu diesen Erlebnissen geführt. Und er hat uns dann tatsächlich zwei Schwarze gebracht...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Grummelchen321 21.07.2018, 15:36
25. Es ist

unabdingbar mit solchen Aktionen auf Diskriminierung aufmerksam zu machen.Damit bleibt es im Gedächtnis.Es muss manchmal richtig knallen um zum Nachdenken aufzufordern.Hoffentlich wurde von den Machern noch ordentlich Geld für die Sache eingenommen.Auch Provokant die Aktion mit Bildern und Filmen "Hiv ein Massenmörder".Dort wurden die schlimmsten Despoten der Menscheit als Mittel zum Zweck eingesetzt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Grummelchen321 21.07.2018, 15:50
26. Aktivisten von Verbänden sind oft

fürchterliche Spießer mit Ihrer "political Correctnes".Ich habe als Adhs Betroffener und mit GdB 30 schon haarsträubendes gesehen und gelesen von Behindertenlobbyisten.Die nehmen sich viel zu ernst und zu wichtig.Ohne Verbandsfunktion wären sie ohne Beschäftigung,Einkommen und bedeutungslos.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stäffelesrutscher 21.07.2018, 17:14
27.

Erbarmung - so viele Miesepeter auf einmal. Ich habe um 1980 erlebt, dass bei einem Festival »Rock gegen Rechts« jemand Westernhagens »Dicke« angestimmt hat, der mindestens 160 Kilo wog, inclusive der Zeile »und darum bin ich froh, dass ich kein Dicker bin«. Das fanden wir alle geil.
Und hat irgendjemand die Empörungspolizei eingeschaltet, als Roberto Blanco bei einer Fernsehshow zwischen Peter Alexander und Udo Jürgens (glaube ich, kann auch Rudi Carrell gewesen sein) stand und grinsend fragte, ob man eigentlich sehe, dass er hier der einzige Deutsche sei?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rooonbeau 21.07.2018, 18:27
28. Total inakzeptabel diese Bevormundung

Jeder darf sich entfalten wie er will und nur die Kleinwüchsigen dürfen das nicht? Die kuriosesten Sachen werden von Menschen gemacht. War doch hier in einem Artikel eine Frau die sich für ein paar sek begrabschen lässt. Als Kunstaktion. Jeder darf mit seinen Gegebenheiten sein Glück im Leben versuchen. Der eine mit Schönheit als Modell, der andere mit einer eigenartigen stimme als Synchronsprecher. Ein anderer wiederum hat mit seinem nicht dem Schönheitsideal entsprechenden Aussehen ein auskommen als besonderes Model. Da gibt es tausend Beispiele. Wie ein anderer schon schrieb, das ist reine Selbstverleugnung und Herabwürdigung. Eine Baar voll selbstbewusster kleinwüchsiger die Arbeiten hinterlässt doch einen respektvolleren Eindruck der die Gesellschaft zu einer Akzeptanz hinbewegt als weiterhin sie rauszuhalten..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
drawcall 21.07.2018, 20:07
29. Kurze Krüppel-Prinzessin gratuliert der Minibar

Endlich mal wieder eine gelungene Aktion im Sinne der Krüppelbewegung!

Ich, selbst 1,12 m kurze Frau, lebe seit nahezu 68 Jahren in dieser Gesellschaft und weiß daher was es bedeutet mit den bestehenden gesellschaftlichen und politischen Bedingungen zurecht zu kommen.

Als Aktivistin der Krüppelbewegung bin ich der Ansicht, dass Ihre Sichtweise, Michel Arriens, an dem Kern der Sache vorbei geht. Wenn sich eine Personengruppe gegen Diskriminierung wehrt, indem sie sich verächtliche Zuschreibungen aneignet und sie als Eigentitulierung verwendet, wird auf diese Weise der als Schimpfwort gemeinten Bezeichnung (schwul, Nigger, Krüppel, Kurze) die Grundlage entzogen.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass durch die Selbstbetitelung anderen Personengruppen damit automatisch das Recht zugestanden wird weiterhin diese Beschimpfung zu benutzen. Die Selbstaneignung hat z.B. bei der Diskriminierung von Krüppeln und Schwulen Veränderungsprozesse erfolgreich begleitet.

Der eigenen Community derartige Aktionen abzusprechen und sogar von den Behörden verbieten lassen zu wollen ist meiner Ansicht nach die größere Diskriminierung.

Die Minibar ist ein von Kleinwüchsigen selbst geplantes und durchgeführtes ambitioniertes Kunstprojekt mit dem Ziel der Gleichstellung. Wer sich von Begriffen wie Zwerg oder Kurze nicht beleidigen lässt, sondern mit erhobenem Kopf (gendermäßig passender als die breite Brust) durchs Leben geht, zeigt das für uns nötige Selbstbewusstsein.

Es gibt viele Wege die zu Inklusion führen und wir brauchen sie alle. Dabei dürfen wir uns nicht in verschiedene Fraktionen spalten, das schwächt. Wichtig ist vor allen Dingen Solidarität miteinander. Auch dann, wenn Leute für einen Weg der Inklusion kämpfen, der nicht der eigene ist.
Ein Traum: der BKMF kommt in voller Stärke in die Minibar und stößt mit Kurzen auf Kurze an.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 4