Forum: Panorama
Mordfall Plochingen: Tödliche Mutterliebe

Warum tötet eine fünffache Mutter den Vater ihrer Kinder? Sabine W. brachte ihren Mann mit gezielten Schüssen um. Vor dem Landgericht Stuttgart gab nun ein Gutachter Einblicke in die Psyche der Frau - und kam zu einem überraschenden Ergebnis.

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joschitura 27.09.2011, 17:27
1. Zwei Psychiater - drei Meinungen

Die Erläuterungen des psychiatrischen Gutachters scheinen mir doch fragwürdig: hätte die Frau das Küchenmesser aus der Schublade genommen, wäre es (seiner Expertise nach) eine Affekthandlung gewesen. Weil sie in den Keller ging(um mit hausfraulicher Gründlichkeit ein Tatwerkzeug zu holen, das für ihre Zwecke effizienter war), sei es nun geplanter Mord. Meint der Sachverständige. Man kann mehrstellige Beträge darauf wetten, daß ein anderer Psychiater zu anderen Schlüssen käme. Generell wird die Plausibilität solcher Gutachten überschätzt.

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JacksonBlood 27.09.2011, 17:28
2. ^^

wo sind unsere Konsis, die in anderen threads jeglichen anderen lebensgemeinschaften ausser der vom lieben gott bezuschussten Mann/Frau-gemeinschaft mit halber Fussballmannschaft an Kindern und vollem Alltagsfrust, jegiche existenzberechtigung absprechen?

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yolanthe85 27.09.2011, 17:33
3. .

Moment mal!
Er: Dipl. Ing mit Abi von 1,8
Sie: Hausfrau, keine Angabe zur Bildung

Und dann steht da:
Zitat von
Ihren Ehemann skizzierte W. als rechthaberisch... eine andere Meinung außer seiner eigenen habe er nicht geduldet.
Wie kommt sie auf die Idee mit Ihrer Meinung als Frau und Hausfrau gegenüber einem Mann mit solcher Bildung Recht haben zu können? Versteht mich nicht falsch, ich bin selber Hausfrau - zumindest rede ich es mir ein - aber ich weiß auch wo mein Platz in der Hierarchie ist. Hochkomplexe Diskussionen brauche ich erst gar nicht zu beginnen. Ich ziehe eh den Kürzeren. Das liegt nicht daran dass ich nur eine Frau bin, sondern an dem Bildungsunterschied zwischen mir und meinem Mann. Ich denke das wollte W. wohl nicht wahr haben.

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Magnolie5 27.09.2011, 17:34
4. Frust

Was fuer ein sonderbares Familien- und Eheleben. Habe den Eindruck, dass diese Frau nur noch funktioniert hat und irgendwo hat sie zwischen Kindern und Ehemann ihr eigenes Leben aus den Augen verloren. Traurig! Ich bin aber davon ueberzeugt, wenn keine Waffe im Haus aufbewahrt worden waere, wuerde ihr Mann jetzt noch leben.

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GyrosPita 27.09.2011, 17:36
5. Ich gebe keinen Titel mehr an

Was will uns der Artikel sagen? Der Mann war wie immer Schuld an allem?

Ich hoffe die Täterin wird zur absoluten Höchststrafe verknackt, der Frauenbonus bei Straftäterinnen geht mir schon lange auf den Zeiger...

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thiber 27.09.2011, 17:37
6. ...

Nicht überraschend: Wenn man schon seinen Lebenspartner umlegt, dann sollte man in Deutschland darauf achten, eine Frau zu sein. Mit welchem Elan hier schuldmildernde Umstände konstruiert werden, ist schon abenteuerlich. Dabei unterscheidet unser Strafgesetzbuch gar nicht, ob man sympathische oder unsympathische, gar schlechte Menschen ermordet.

In manch anderen Staaten, wie Indien z. B., ist das umgekehrt. Da gilt dann das Y-Chromosom als grundsätzlich schuldmindernde Tätereigenschaft.

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spiegelator 27.09.2011, 17:46
7. Wenn ich versuche, zu verstehen,

was diese Frau wohl zur Tat geführt hat, dann fallen mir einige Beispiele aus meiner Vergangenheit ein.
Überlastung kann fürchterlich sein, Überlastung im Alltag und auch emotional. Ich habe das oft erlebt bei kinderreichen Familien, aber auch bei schweren und lang dauernden Pflegeleistungen und bei lange währenden Demütigungen. Da wird jahrelang eingesteckt und getragen, alles in Beton, und dann kommt ein Auslöser. Auf einmal geht nichts mehr, alles bricht weg, niemand ist da, die Regeln dieser Welt sind außer Kraft. Burnout ist sehr viel weniger. Affekt hat eine Zeitkomponente, in solchen Fällen, denke ich, ist die Zeitkomponente irrelevant. Es ist ein absoluter Ausnahmezustand.
Richter möchte ich in diesem Fall nicht sein. Bestraft man die Frau nicht, ist die Welt der Juristen nicht mehr in Ordnung. Schickt man sie ins Gefängnis, landet die Hauptstrafe bei den Kindern. Mein Urteil, -nach dem Informationsstand des Artikels-, wäre wohl contra legem.

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grinta 27.09.2011, 17:53
8. vielleicht war einfach ...

... das mass voll. was keinen mord rechtfertigt, ihn aber erklärbar macht. seltsam, dass der psychologe offenbar die situation einer derartige entschlossenheit nicht kennt.

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indosolar 27.09.2011, 17:56
9. kann sein, dass er rechthaberisch war

kann aber auch sein, dass sie andere Ansichten hatte. Ein Drama sicherlich, dem Emotionen voraus gingen. Aber welche Wahl hatte die Familie. Die Autorin sagt es, warum hat sie sich nicht getrennt, eine Empfehlung die sie ganz bestimmt von den Eheberatungen bekommen hätte. Und, wenn er gegangen wäre, weil er sah, sie gluckt zu sehr, die Kinder machen was sie wollen, weil er sicherlich zuviel gearbeitet hat, keine Zeit hatte? Man hätte ihn ausgelacht oder vielleicht auch gesagt, dann müssen sie über eine Trennung nachdenken. So bald er dies seiner Frau eröffnet hätte, wäre er vielleicht auch erschossen worden oder sie hätte geweint und im innersten gedacht, immer muss ich Ihm recht geben!

Schon seltsam, wenn der Mann ein Opfer ist, setzt reflexartig das Opferbashing ein und die das Täterrinnenmitleide, obwohl sie mir auch leid tut! Das sie mit ganzer Seele Mutter sein wollte ist unzweifelhaft, Wann wird sich die Gesellschaft endlich klar darüber, dass gewisse Kreise das Leben zwischen Mann und Frau vergiften, anstatt Lösungen anzubieten?

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