Forum: Panorama
Mordfall Ursula Herrmann: Bruder wirft Gericht mangelnden Aufklärungswillen vor
DPA/ LKA Bayern

Die zehnjährige Ursula Herrmann erstickte 1981 in einer vergrabenen Kiste. Ihr Bruder bezweifelt die Schuld des verurteilten Entführers - und kritisiert die Aufarbeitung des Verbrechens in einem offenen Brief.

Seite 1 von 2
gammoncrack 27.07.2018, 11:32
1. Eine wirklich bittere Sache in der deutschen Rechtsgeschichte.

Hieg ging es dem Gericht und den Ermittlern offensichtlich nur darum, vor der Verjährungsfrist bei vielleicht nur möglichem Strafbestand "erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge" von 30 Jahren jemanden hinter Gitter zu bringen.

Liest man sich einmal die Einzelheiten zu diesem Fall bei

https://de.wikipedia.org/wiki/Entführung_von_Ursula_Herrmann

durch, dann fragt man sich verzweifelt, ob hier Richter und Ermittler nur eines Erfolges wegen, einen Unschuldigen verurteilt haben. Und nun weiterhin eine Zivilklage so zu boykottieren, dass das alte Urteil weiterhin Bestand haben kann.

Natürlich weiß auch ich nicht, ob nicht doch der Richtige verurteilt wurde. Aber angesichts des gesamten Ablaufes wäre meiner Meinung nach ein "in dubito pro reo" eher angebracht gewesen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
der Guru 27.07.2018, 11:50
2. und nun?

Worauf werden die Zweifel gestützt?
Irgendwie ein sehr dürftiger Artikel, da viel zu wenig Infos...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SPONU 27.07.2018, 12:00
3. Da graust es mir heute noch

....das war einer der ersten Fälle die ich als Teenager in der Sendung Aktenzeichen XY ungelöst mitverfolgt hatte. Ich sehe die Bilder noch vor mir mit der Kiste und ihrem Röhrensystem zur Belüftung, welches so konstruiert wurde damit kein Schrei nach aussen dringen konnte. Leider hatte der/die Täter das bewusst/unbewusst so konstruiert, dass nicht ausreichend Luft in die Kiste kam.
Beim Gedanken daran eingegraben zu ersticken....schrecklich. Einfach nur schrecklich.
Ich hoffe dass die Wahrheit ans Licht kommt, entweder die Schuld bestätigt wird oder der wahre Verbrecher (oder die) gefunden wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Frida_Gold 27.07.2018, 12:45
4.

Zitat von der Guru
Worauf werden die Zweifel gestützt? Irgendwie ein sehr dürftiger Artikel, da viel zu wenig Infos...
Wieso, steht doch da - die Verurteiltung beruht letztlich auf dem Gedächtnisprotokoll eines zurückgezogenen Geständnisses eines Alkoholkranken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nmu 27.07.2018, 12:49
5. Ganz schön wirrer Artikel

Der Bruder des Opfers bezweifelt also die Schuld des Verurteilten, verklagt ihn aber auf Schmerzensgeld? Wie passt denn das bitte zusammen? Darauf geht der Artikel in keiner Weise ein.

Und dann das:
"Möglicherweise verkündet das Gericht dann >>schon

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Frida_Gold 27.07.2018, 12:55
6.

Zitat von nmu
Der Bruder des Opfers bezweifelt also die Schuld des Verurteilten, verklagt ihn aber auf Schmerzensgeld? Wie passt denn das bitte zusammen? Darauf geht der Artikel in keiner Weise ein. Und dann das: "Möglicherweise verkündet das Gericht dann >>schon
Steht doch da, wie es passt: Der Kläger hofft, dass auf diesem Weg endlich einmal vernünftig verhandelt wird, anderes als eine Zivilklage steht ihm ja nicht zur Verfügung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Cascara LF 27.07.2018, 12:57
7.

Zitat von nmu
Der Bruder des Opfers bezweifelt also die Schuld des Verurteilten, verklagt ihn aber auf Schmerzensgeld? Wie passt denn das bitte zusammen? Darauf geht der Artikel in keiner Weise ein. Und dann das: "Möglicherweise verkündet das Gericht dann >>schon
Die Zivilklage ist Mittel zum Zweck der Darstellung eines fehlerhaften Verfahrens.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Cascara LF 27.07.2018, 12:59
8. ...und an anderer Stelle...

...sorgen sich u.a. auch Juristen, daß unser Rechtssystem schweren Schaden nimmt. Dabei sind in diesem haarsträubenden Fall von dürftigen Ermittlungen, zweifelhaften Indizien, Zeugen und Geständigen hauptsächlich Juristen am Werk gewesen. Nicht der Rechtsstaat nimmt Schaden, die Glaubwürdigkeit tut es!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gammoncrack 27.07.2018, 13:10
9. Erinnern Sie sich an den Fall O. J. Simpson

Zitat von nmu
Der Bruder des Opfers bezweifelt also die Schuld des Verurteilten, verklagt ihn aber auf Schmerzensgeld? Wie passt denn das bitte zusammen? Darauf geht der Artikel in keiner Weise ein. Und dann das: "Möglicherweise verkündet das Gericht dann >>schon
in den USA. Ein Freispruch im Strafverfahren, aber eine Verurteilung im Zivilverfahren. Letztlich die Genugtuung, dass seine Schuld über das Zivilverfahren festgestellt wurde. Dort war es die einzige Chance, weil der Freispuch - der beileibe kein Ruhmesblatt der Rechtsprechung in den USA war - keine weitere Verurteilung zuließ.

Hier befindet sich das Gericht in einem großen Dilemma, was der Kläger ganz bewusst und richtigerweise provoziert.

Erkennt das Gericht an, dass seine gesundheitlichen Probleme dem Verbrechen zuzuorden sind und weist die Klage ab, geht es nur so, dass dieses Gericht von einer Schuld des Verurteilten nicht überzeugt ist. Und dann?

Oder das Gericht erkennt die gesundheitlichen Probleme an spricht ihm einen Schadenersatz zu.

Erkennt das Gericht die gesundheitlichen Probleme nicht als Auslöser an, vermeidet es dadurch, sich zu der Verurteilung zu äußern zu müssen.

Deswegen würde ich heute wetten, dass der zweite oder dritte Fall das Ergebnbis sein wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2