Forum: Panorama
Mordfall von Metzler: Täter will auf Bewährung entlassen werden
DPA

Der Fall des Kindsmörders Magnus Gäfgen beschäftigte einst die ganze Republik - nun will der zu lebenslanger Haft Verurteilte auf Bewährung frei kommen. Ein Gericht will das Anliegen klären.

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stoffi 09.08.2017, 07:49
70. Dieser Mensch

Dürfte nie wieder raus, denn er hat kein Gewissen , kein Unrechtsbewusstsein und bleibt eine Gefahr . Was heisst auf Bewährung? Hat diese verspielt, erst wenn er gemordet hat?

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arch.aisch 09.08.2017, 07:52
71. Wehrhaftigkeit der Demokratie, Wehrhaftigkeit des Rechtsstaates

Es ist ja spätestens seit ´33 kein Geheimnis mehr, dass sich eine offene, freiheitliche Gesellschaft schwer tut, Ihre Grundlagen und Ihre Ideale gegen diejenigen zu bewahren,
die sie von innen heraus beseitigen wollen. Das gilt natürlich ebenso für die Prinzipien eines Rechtsstaates, eines Staates, der darauf gründet, dass das Recht über jedem einzelnen steht und im Gegenzug auch für jeden einzelnen steht. Werden Ausnahmen gemacht, so sind diese dann der Willkür der Anwender ausgesetzt. Hier kann dieses nur bedeuten, dass man, wenn die besondere Schwere der Schuld in einem einwandfreien Verfahren festgestellt und begründet wurde, dass man dann ohne Zweifel auf dieser Basis weiter urteilen und verfahren sollte. Man darf bei aller Zurückhaltung wohl die Meinung mittragen, dass der im Focus Stehende bereits bei der Vernehmung und dem dann später folgenden Verfahren um Schadensersatz, wegen der erlittenen Repressionen alle Register des Systems zu seinen Gunsten missbraucht hat, die Selbstverpflichtung des Systems zu dessen Selbstaushebelung zu nutzen. Dies sollte eigentlich rechtlich reichen, die Wehrhaftigkeit des Systems mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld aufrecht zu erhalten. Ich lasse mich gerne belehren, sollte ich einem Denkfehler unterliegen.

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harwin 09.08.2017, 07:53
72. Kindermörder soll weiter in Haft bleiben

Dieser Kindermörder soll weiter in Haft bleiben. Er ist für die Allgemeinheit einfach eine Gefahr. Anscheinend hat er im Knast auch keine Wesensänderung vollzogen, nur die Gerichte beschäftigt. Die Familie des getöteten Kindes soll ihn einfach gerichtlich weiter zusetzen sollte er in Freiheit kommen.

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keksguru 09.08.2017, 07:58
73. keine Reue keine Bewâhrung...

wie willl der den mit dieser Einstellung Bewährung kriegen, insbesondere wenn eine besondere Schwere der Schuld festgestellt wurde? Das heißt dann wirklich lebenslänglich....

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friedrich_eckard 09.08.2017, 07:58
74.

Zitat von dhh72
In unserem auf Resozialisierung ausgerichteten Strafvollzug ist das ein ganz normaler Vorgang und kein Grund zur Aufregung. Es wird aufgrund der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld zunächst festgestellt, wie lange über die 15 Jahre hinaus mindestens zu verbüßen sein wird. erst später, nach hier wohl insgesamt 18 oder mehr Jahren wird geprüft werden, ob das Strafvollzugsziel erreicht ist. und nur dann kommt eine Entlassung überhaupt in Betracht. "Gute Führung", wie landläufig oft gedacht, reicht da noch lange nicht, keine Sorge.
Ich habe in diesem speziellen Falle, angesichts der besonderen Widerwärtigkeit der Tat, für manche aufgeregten Reaktionen Verständnis - für die Forderung nach Wiedereinführung der Todesstrafe allerdings nicht. Gerade deshalb bin ich Ihnen aber für Ihre in ruhigem Tone vorgetragenden und sachlich vollkommen zutreffenden Darlegungen dankbar. Der Bewährungsantrag jetzt hat wohl wirklich nur den Sinn, das ABSOLUTE MINIMUM der zu verbüssenden Haftzeit zu klären, wobei ja, wie Sie ganz richtig feststellen, nach Ablauf dieser Zeit die Aussetzung der Reststrafe zur Bewährung keineswegs zwingend erfolgen muss. Ich rechne übrigens nicht damit, dass es bei 18 Jahren bleibt, es wird wohl noch mehr werden.

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susuki 09.08.2017, 07:59
75.

Wenn der Mann seine Strafe abgesessen hat ist das nunmal so.

Klar ist das nicht schön, und heute wäre eine Verwahrung im Anschluss an die Haft ausgesprochen worden.

Aber es wurde damals keine Verwahrung an die Haft ausgeschprochen.
Rechtssicherheit ist wichtiger als Gerechtigkeit.

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Der_schmale_Grat 09.08.2017, 07:59
76. Man wirft ein Fleischstück in den Löwenkäfig

und alle stürzen sich darauf. Sicherlich wäre ich auch irritiert, wenn nach so einer Tat ein einfaches lebenslang (15 Jahre) ausreichen würde. Wir wissen aber auch nicht, ob und wie er sich verändert hat? Wir wissen im Grunde so gut wie nichts über ihn. Eine Gesellschaft zeichnet sich für mich u.a. dadurch aus, dass sie humanistischen Grundsätzen folgt und dies schließt mit ein, anders zu agieren als solche Täter. Gleichwohl gebe ich zu, dass ich auch mit einer Entlassung Probleme hätte. Es wäre wahrscheinlich auch ein falsches Zeichen an die Angehöriges des Opfers. Ich bin mir recht sicher, dass sein Anliegen bei "besonderer Schwere der Schuld" keine Aussicht auf Erfolg haben wird.

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soron 09.08.2017, 08:00
77. Es gibt hier nichts zu sehen, bitte gehen sie weiter ...

Es ist völlig normal, dass ein zu lebenslänglich Verurteilter nach 15 Jahren seine Haft prüfen lassen kann. selbstverständlich wird er das auch tun, er hat schliesslich nichts zu verlieren und alles zu gewinnen.
Insofern ist hier absolut nichts aussergewöhnliches geschehen.
Ob seinem Antrag stattgegeben wird, das entscheiden jetzt zunächst einmal die Richter. Es ist daher reichlich früh, sich zu empören. Warten wir doch einfach einmal ab, bevor wir gleich wieder das deutsche Rechtssystem in Frage stellen.

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bikemike 09.08.2017, 08:02
78. Bewährung , kann man das entscheiden ?

Markus Gäfgen hatte sich in der Vertrauen der Familie eingeschlichen. Mit großer Heimtücke und Brutalität setzte er seine Tat um, bei der sein Opfer grausam erstickte. Ds war eine eiskalt geplante Tat, der Tod des Jungen war dabei klar einkalkuliert. So ist mir der Fall noch in Erinnerung.
Seine Klage gegen die Folterandrohung hatte erfolgt und war durchaus begründet, wnn ich auch die Handlungsweise der Polizei nachvollziehen kann. Auch hier ging es um ihn und das Unrecht , das im zu gefügt wurde. Einen ursächlichen Zusammenhang mit seiner Tat, stellte er nicht her.
So wird es ihm jetzt auch im wesentlichen um seine eigen Person gehen. Reue, Schuld wird er wahrscheinlich nicht empfinden. Zumindest sind solche Äußerungen von ihm bisher nicht bekannt geworden.
Soweit man das überhaupt vorhersehen kann , sollte zumindest keine erneute Gefahr von Täter ausgehen.
Ich kann mir nicht vorstellen , dass das in diesem Fall gegeben ist. Vielleicht wartet man nochmals 10 Jahre
Wiedermal wird die Frage nach dem Sinn von Strafe gestellt. Was ist das Ziel - Rache der Gesellschaft am Täter ? Möglichkeit die Tat zu verarbeiten , Reue zu zeigen, sicher auch Sühne zu leisten und der Versuch der Resozialisierung mit dem Ziel, zukünftig straffrei zu bleiben ?
Mit der Haft nimmt man etwas sehr wertvolles : Lebenszeit. Keiner der Stunden , Tage oder Wochen kommt wieder. Das Leben kann unweigelrich zu Ende gehen , ohne das man auch nur irgendetwas "lebenswertes" damit anfangen konnte. Diese Lebenszeit in einer Zelle eingeschlossen zu verbringen ist eine harte Strafe. Kaum etwas von dem , was ein Menschenleben - ob arm oder reich - mit Erlebnissen und Gefühl erfüllt und ein Leben ausmacht, wird vor dem Ende eintreten. So kann es sein.
.

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barrakuda64 09.08.2017, 08:04
79. Ich sehe keinen Klärungsbedarf!

Was sollte hier geklärt werden? Für mich war die damalige Verfolgung des verantwortlichen Polizeibeamten schon eine Farce. Er wurde härter angegangen, als der Täter selbst - sogar wenn man den für mich völlig nachvollziehbaren "Nachdruck" (manche ereifern sich in ihrem Gutmenschentum sofort wieder und nennen das Folter) und die schweren, seelischen Folgen für den Täter berücksichtigt. Die einzige Frage die sich für mich stellt, ist die, ob man bei einem Entführungsopfer aus weniger begütertem Hause auch so viel riskiert hätte.

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