Forum: Panorama
Mordurteil gegen Ku'damm-Raser: Vollgas mit bedingtem Tötungsvorsatz
Britta Pedersen/DPA

Können Raser Mörder sein, obwohl sie niemanden umbringen wollen? Ja, urteilt das Berliner Landgericht. "Was geschah, hatte nichts mit Fahrlässigkeit zu tun", sagt der Richter über den tödlichen Unfall am Ku'damm.

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berthadammertz 26.03.2019, 18:39
1. Wie ist eine solche Tat zu sühnen?

Zwei streng verurteilte Täter, dort ein unschuldig getöteter Mensch. Das Geschehen selbst ... ein Richter ist nicht zu beneiden. Das Fatale: Es ändert sich gesellschaftlich an dem Autokult, an der Vergötzung dieser potentiellen Mordinstrumente, an den Wahnsinn des Geschwindigkeitskults und der Raserei.

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claus7447 26.03.2019, 18:42
2. Ich hoffe,

Glaube es allerdings nicht, das Vernunft bei unseren jungen Posern einkehrt. Letzte Woche 2 Tote in Stuttgart. Der Fahrer hat die Gewalt über den geliehen Jaguar verloren. Ein junges Paar, das in einer Ausfahrt stand hat es nicht überlebt.
Wenn solche Vorgänge als fahrlässig eingebucht werden, dann verstehe ich es nicht, denn sie legen es darauf an. Man will protzen und vergisst dass da noch andere sind. Zudem, sollte es erlaubt sein ohne altersbeschränkung solch Autos zu vermieten? Die grossen Vermieter verlangen mindestalter 25, ob das genug ist?

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super-m 26.03.2019, 18:43
3.

Wird hoffentlich wieder kassiert werden. Nichts gegen die Härte des Urteils, aber die Merkmale für Mord sind doch arg weit hergeholt. Da hätte man lieber das Strafmaß für fahrlässige Tötung ausreizen sollen oder gar über die Möglichkeit nachdenken, das höchst mögliche Strafmaß für fahrlässige Tötung zu erhöhen.
Dieses Urteil hingegen ist wieder nur eines unter vielen, das unsere Gerichtsbarkeit ins Willkürliche und Abstruse abdriften lässt.

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dachristoph 26.03.2019, 18:45
4. Mich

überrascht, dass es vorher nicht so gesehen wurde von unserem Rechtssystem. Vermutlich eine "deutsche" (Topindustrie) Sichtweise auf Autofahrer, dass jemand ernsthaft glauben könnte mit 130 km/h oder mehr durch die Innenstadt zu fahren, könnte nicht tödlich für Unbeteiligte enden.

Das heisst für mich sehr wohl billigend in Kauf nehmen. Ich glaube sofort das sie nicht töten wollten, sondern nur ihr zu kleines Ego pushen, doch würde ich Leute, die mit solchen Tempoüberschreitungen durch die Stadt fahren und niemanden töten/verletzen nicht nur den Führerschein wegnehmen, sondern diese auch wegen versuchten Mordes einbuchten.
Erst wenn wir solche Maßnahmen ergreifen, werden wir solche Egotrips unterbinden können. Denn so dämlich sind nicht mal Fahrer von aufgemotzten Autos, sich einer solchen Strafe (mind. 3 bis 15 Jahre Haft) auszusetzen.

Diese Meinung hatte und habe ich schon lange vor dem Mord in unserem konkreten Fall.

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josef2018 26.03.2019, 18:46
5. Wer innerhalb

einer geschlossenen Ortschaft mit 170 Km/h eine Straße entlang rast, der verwendet seinen PKW genau so als Waffe, wie jemand der mit einer Schusswaffe in der Öffentlichkeit um sich schießt.
Ich hoffe sehr, dass das Urteil nun vor dem BGH Bestand haben wird, zumal es ja auch schon ein anderes vom BGH bestätigtes Urteil gegen einen Raser wegen Mord gibt.
Man sollte endlich auch einmal die Opfer und das Leid der Angehörigen einbeziehen und nicht die Befindlichkeit der Täter.

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TS_Alien 26.03.2019, 18:52
6.

Für andere Menschen lebensgefährliches Verhalten mit Vorsatz sollte auch außerhalb des Straßenverkehrs als Mordversuch bzw. als Mord gewertet werden.

Spontan kommen mir da die Steine- oder Brandsatzwerfer bei "Demonstrationen" in den Sinn. Oder diejenigen, die sicherheitsrelevante Kupferkabel bei der Bahn klauen. Oder diejenigen, die Bahngleise blockieren oder Gegenstände auf Autobahnen werfen.

Man hat immer eine Wahl. Wer willentlich die falsche Wahl trifft und damit absichtlich andere in Lebensgefahr bringt, muss die Konsequenzen tragen.

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kleinsteminderheit 26.03.2019, 18:52
7. Schwierig

So sehr man sich intuitiv die harte Strafe für die zwei Vollgasspackos wünscht, so legt das Gericht den Tatbestand des Mordes sehr weit aus. Andererseits können sich die Zwei nicht auf Ahnungslosigkeit berufen. Zu jeder Fahrausbildumg gehören auch Begriffe wie vorausschauendes Fahren und Einhaltung der Verkehrsregeln. Wer mit 170 durch die Stadt rast, muss wissen, dass er sein Auto zu einer tödlichen Waffe macht.

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multimusicman 26.03.2019, 18:53
8. Ich bin nicht sicher, ob dieses Urteil Bestand

haben wird. Es war aber wichtig, dass das die Judikative do hart wie möglich spricht.
Es gibt immer mehr Bevölkerungskreise, die auch auf der Straße zeigen, was sie von unserem Staat und Gemeinwesen halten: nämlich nichts. Rücksichtslos wird dem eigenen Ego gefrönt und mit Gewalt durchgesetzt. Bis zum Tod völlig Unbeteiligter. Dem muss entschlossen entgegengetreten werden.
Danke für dieses Urteil.

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dertriggerer 26.03.2019, 18:54
9. Vollkommen richtig

Jeder der Personenschaden durch riskante Fahrweise verursacht, sollte mindestens mit versuchtem Mord verknackt werden. Wer so dämlich ist und nicht sehen kann, dass durch solche Fahrweisen Menschen ernsthaft zu schaden kommen, sollten niemals in Besitz eines Führerscheines kommen.

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